Mäusekot hinter Holzvertäfelung im Spitzdach

06.05.2006



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich lebe in einer Mietswohnung mit ausgebautem Dachboden.
Im Prinziep sehr schön, nur leider trügt ein stechender,
im Sommer verstärkt, auftretenden Geruch die Idülle.
Hinzu kommt noch das bei längerem Aufenthalt in diesem Raum meine Augen ganz gereizt sind und ich einen sehr trockenen Rachen bekomme. Auch wird man in diesem Raum sehr schnell müde.
Mein erster Verdacht war, daß sich Schimmelpilze hinter der Holzverkleidung gebildet haben und nun bei Windgang etwas abgeben.
Da ich vor kurzem aber erfahren habe, das die Vormieter Probleme mit Mäusen in der Wohnung hatten kam mir der Gedanke mit dem zurückgebliebenen Mäusekot.
Nun wollte ich, bevor ich die Holzverkleidung zerstöre und mir eine Menge Arbeit aufhalse einmal anfragen ob jemand von Ihnen schon einmal ähnliche Probleme hatte und wie Sie diese dann in den Griff bekommen haben.

Über eine aufklärende Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mir freundlichen Grüßen

M. Gröger



Bei tränenden Augen und Schlafstörungen



würde ich aber auch eher auf Schimmelpilze tippen.

Ich würde meinem Vermieter schriftlich von dem Problem berichten und ihn auffordern, es zu beseitigen. Man hat dann auch noch die Möglickeit der Mietminderung (beim Mieterbund informieren). Schließlich ist es nicht Aufgabe des Mieters, Mietmängel auf eigene Kosten zu beseitigen wenn er sie nicht selbst verursacht hat.

Grüße
Ulrike Nolte



Mängelnachweis erforderlich



Sehr geehrter Herr Gröger,
der Vermieter ist zwar zuständig für die Beseitigung eines objektiven Mangels an der Mietsache, nicht aber für ursächlich ungeklärte Befindensstörungen seiner Mieter. Dies bedeutet, dass Sie zumindest einen Anfangsverdacht konkretisieren müssen. Vermutungen reichen leider nicht aus. In vielen Fällen sind die Vermieter kooperativ, weil die Zufriedenheit des Mieters für den Bestand des Mietverhältnisses sehr wichtig ist. Solche verständigen Vermieter sind oft mit einer Teilung der Inspektionskosten einverstanden und übernhemen die Kosten in voller Höhe, wenn dabei ein objektiver Mangel festgestellt wird. Sprechen Sie also Ihren Vermieter vertrauensvoll an. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist allerdings, wer die Holzverkleidung zu vertreten hat, Sie - oder Ihr Vermieter.
Die von Ihnen geschilderten Symptome sind ernst. Sie könnten durchaus Hinweis auf chemische Verunreinigungen der Raumluft sein (Holzschutzmittel und/oder Formaldehyd). Hierfür spricht die Verstärkung im Sommer (durch Thermodesorption).

Viel Erfolg
Freundliche Grüße aus Hamburg.

Baubiologisches Büro Dr. Klaus H. Eiserhardt
22399 Hamburg
www.GuteOrte.de
Telefonische Beratung kostenlos





lieber herr gröger,
auch ich habe probleme mit mäusen in den holzdecken. wohne auch in einem fachwerkähnlichen Gebäude auf einem sehr gepflegten reiterhof. die vormieterin hatte mich schon gewarnt, dass sie hier sehr krank geworden sei. ich habe mich jetzt über Mäusekot und Staub informiert und erfahren müssen, dass dieser getrocknete urin-kot- und sonstiger -staub durch die holzdecken in der wohnung landet und sehr gesundheitsschädlich ist. meine tochter und ich waren den ganzen Winter sehr krank, fieber, probleme mit den augen bis hin zu muskelschmerzen. nachdem sich letzte woche eine Maus durch die regipsdecke im Wohnzimmer durchgebissen hat, ziehen wir nun sofort hier aus....fristlos....um ihrer Gesundheit willen, kann ich ihnen das nur auch raten.
es gibt auch mäuse die hantaviren übertragen, alles nicht ungefährlich. ich wünsche ihnen alles liebe

susanne wagenbach



Mäuse!



Mäuse riechen sehr streng- vor allem die Männchen markieren mit einem widerlichen Duft.

ABER viel wichtiger:

Hat der Vermieter denn was gegen die Mäuse getan? Wenn er mit Gift rumhantiert hat nach dem Prinzip "Viel hilft viel" haben Sie
a) Gift im Raum
b) vielleicht ein paar Mäuseleichen im Dach die nun als Mumien vor sich hingammeln oder schimmeln

Bedenklich ist vor allem das z.B. Mäuserattengifte wie das E605 zusammen mit Lösungsmitteln (verarbeitete Lacke usw. im Haus?) einen fiesen Cocktail an die Luft abgeben.

E605 (Alkylphosphat)z.B. wirkt bei oraler Einnahme auf das zentrale Nervensystem und Schleimhäute, setzt die Herzfrequenz herab....

fragen Sie doch mal Ihren Vermieter mit was er den Mäusen zu Leibe gerückt ist.

Außerdem sollten Sie in Erfahrung bringen welche Dachdämmung vorliegt, welche Temperaturen dort herrschen.

Rattengifte können sich unter hohen Temperaturen zersetzen. Die Zersetzungsprodukte würden ihre Symptome erklären.

Lassen Sie die Atemluft analysieren (Umweltlabors)!! Das ist kein großer Aufwand!

Und bevor Sie Ihren Vermieter anstrengen: Haben Sie in ca. 2 bis 3 km Radius um das Haus Chemieunternehmen? Klären Sie das zur Sicherheit ab und notieren Sie bei welcher Windrichtung/ Temperatur es besonders schlimm ist mit dem Gestank und Ihren Symptomen. Nehmen Sie das unbedingt ernst!

Viel Erfolg

Sabine Gottstein