Vermeidbare Fehler bei der Fachwerksanierung

Vermeidbare Fehler bei der Fachwerksanierung

Fachwerkhäuser sind in Europa ein wertvolles Kulturgut und prägen noch heute das Bild so mancher Altstadt und so manchen Dorfes. Sie zu sanieren bedeutet, sich mit derlei Gebäuden auszukennen und im Zweifel Experten zu fragen. Richtig umgesetzt, kann dies das Fachwerkhaus wieder aufwerten. Folgende beispielhafte Fehler bei der Instandsetzung sollten unbedingt vermieden werden:


Beim Handwerker sparen

Erfahrene Handwerker sind bei der Sanierung eines Fachwerkhauses unverzichtbar. Auch kleinere Arbeiten sollte besser ein Fachmann ausführen. Dieser kennt in der Regel die Tücken und Besonderheiten solcher Gebäude und kann darauf adäquat reagieren, ohne das Fachwerkhaus unnötig zu beschädigen. Eine Versicherung für Handwerker kann hier für beide Seiten einen sinnvollen Schutz darstellen.


Die Denkmalschutzbehörde außen vor lassen

Größere Sanierungsarbeiten sind ausnahmslos immer der Denkmalschutzbehörde mitzuteilen und mit dieser abzustimmen. Wer dies ignoriert oder vergisst, riskiert hohe Strafen und den aufwändigen Rückbau seiner Konstruktion.


Eine Dämmung um jeden Preis

Natürlich lassen sich auch Fachwerkhäuser energieeffizienter gestalten. Es gibt Mittel und Wege, über Innen- oder Außendämmung an die erforderlichen Richtwerte heranzukommen. Ganz einfach ist dies jedoch nicht. So kann eine nicht fachgerechte Dämmung das Mauerwerk langfristig feucht werden lassen und beschädigen. Da Fachwerkhäuser von den Regelungen zum energieeffizienten Bauen aufgrund des Denkmalschutzes ausgenommen sind, stellt sich hier die Frage, ob es im Einzelfall nicht vielleicht besser für Sie und das Gebäude ist, auf die moderne Dämmung zu verzichten.


Die falschen Farben verwenden

Die Farbgebung der äußeren Fassade müssen Sie mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen. Ortsüblich werden meist bestimmte Farben bevorzugt, die stets aufeinander abgestimmt werden müssen. Auf jeden Fall sind hier natürliche Farben mit entsprechenden Bestandteilen wie Kalk zu verwenden. Farben, die Kunststoffe enthalten, sind strikt verboten.


Ein unfachgerechter Holzersatz

Holz ist das Skelett des Fachwerkhauses. Die Balken tragen die komplette Substanz. Ihre Intaktheit ist daher von immenser Bedeutung. Hier zeigt sich ganz besonders, wie wichtig fachmännische Erfahrung ist. Substanzschonend zu arbeiten bedeutet, in erster Linie das Holz gesund zu schneiden, anstatt es direkt auszutauschen. Dies ist in der Regel problemlos möglich, da ursprünglich besonders dicke Balken verwendet wurden. So kann die äußere Schicht ohne Einbußen an Tragfähigkeit behandelt werden.

Sollte ein Austausch jedoch unumgänglich sein, lautet die erste Regel: es ist stets dieselbe Holzart wie zuvor zu verwenden. Auch der Feuchtegrad, die sogenannte Restfeuchte, und die Beschaffenheit sind bei dem neu verwendeten Holz zu beachten.


Mauerwerk neu denken

Oft muss das alte Mauerwerk trockengelegt werden. Eine wasserdichte Schicht unter den Schwellen der Holzkonstruktion ist da sehr hilfreich. Glauben Sie nicht, wenn Sie sich ein altes Fachwerkhaus anschaffen, dass Sie mit neuartigen Maßstäben an das Mauerwerk herangehen sollten. Sie werden nicht glücklich. Akzeptieren Sie zum Beispiel kleinere Fugen. Diese schützen das Gebäude davor, Feuchtigkeit zu sammeln. Ein solches Fachwerkhaus trockenzulegen bedeutet einigen Aufwand, der sich jedoch lohnt.