100 jahre altes eichenparkett mit teerresten neu verlegen

03.12.2007



ich möchte altes Eichenparkett neu verlegen; den teer habe ich im freien so gut es geht abgekrazt - noch sind schwarze flecken und stellenweise minimale rückstände übrig - bei dem boden handelt es sich um einen efirit-holz-estrich zum fugenlosen ausgleichen unebener holzfußböden, der 1982 auf den Dielenboden aufgetragen wurde, darauf war Teppich verklebt. der teppich ist raus, die klebereste habe ich abgeschliffen. an einigen stellen sind, genau wie bei den parkettstäben auch noch farbflecken vom Kleber zu erkennen. komme ich irgendwie doch um eine hobelbank herum, was mir bisher empfohlen wurde? ich müßte dann nämlich das gesamte Holz aus dem 4. stock wieder in kisten packen und einen schreiner finden, der bereit wäre, einen satz messer zu opfern, ausserdem sind die stäbe wegen unterschiedlicher beanspruchung teilweise unterschiedlich dick. gibt es nicht einen kleber der da doch hält? ich wollte den boden später Abschleifen und ölen. über eine antwort würde ich mich sehr freuen, und bedanke mich in voraus



Ein solches Parkett...



...ist kontaminiert mit PAK

dazu folgender Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Polyzyklische_aromatische_Kohlenwasserstoffe

Ich würde nicht mit hohem Aufwand schadstoffhaltige Parkettstäbe verlegen - besser (auch wenn schon Arbeit drin steckt) - entsorgen. Alte Pakettstäbe verlegen sich in Größenordnungen schlechter als neue, sie sind weniger passgenau und die Höhendifferenzen nerven. Das wird nach dem Hobeln nicht besser: wichtig ist für das verlegen vorallem der Abstand Unterseite zu Nut. Nach den Hobeln stimmt dann vermutlich gar nichts mehr.

Prinzipiell ist eine Altparkettverlegung meist möglich, aber hier wären besser die Finger davonzulassen.

Grüße

Thomas





vielen dank für die antwort; die informationen zu pak, sind mir bekannt, auch das grundsätzliche abraten, daher hab ich mich an dieses forum gewandt, wegen einer alternativlösung. es befindet sich lediglich noch ein dünner film auf der unterseite und dass auch nur an manchen stellen. kann, bzw. muß ich diesen film abschleifen oder abhobeln, oder ist diese substanz tiefer in das holz gelangt? wenn nein, ist dieser dünne film überhaupt noch so gefährlich, oder kann ich ihn dranlassen?



Eine Alternativlösung zur Verlegung gab es doch schon!



Schleifen wäre das nahezu dümmste (nach ablecken), was Sie tun können. Schleifstaub und Ausdünstungen durch Wärmeentwicklung gefährden Sie.

Wenn Sie 's gar nicht lassen können, nehmen Sie einen Elastic-Kleber (keinesfalls einen Kunstharzkleber auf Lösemittelbasis). Spachteln Sie die Fläche sehr sorgfältig mit einem Gemisch aus 120er Schleifstaub und wasserbasierter Kittgrundmasse. Als Versiegelung weder Öl, noch einen Ölkunstharzlack. Verwenden Sie einen Wasserlack (zu diesem Mistzeug habe ich hier noch nie geraten) oder eine 2K PU-Lack. Schleifen der Fläche nur mit hochwertigem Atemschutz.


Grundgedanke des Ganzen: Wenige Lösemittel (Lösen auch Schadstoffe und fördern Freisetzung), deckende Beschichtung auf dem Holz (Einschluss Schadstoffe).

Mit sich selber kann man ja machen, was man will. Aber Ihre Familie müssen Sie ja nicht unbedingt gefährden. Nochmal: Hände weg davon. Oben Dargestelltes verringert die Risiken nur.

Kopfschüttelnde Grüße

Thomas





vielen lieben dank für ihre antwort thomas und die sorge; ich hab auch noch etwas herausgefunden:

der berufsverband deutscher baubiologen stellt ein gesünder wohnen telefon kostenfrei unter 0800 2001 007 zur verfügung. falls das nicht geht, erreicht man unter 04181 2039450 die geschäftsstelle und erhält einen ansprechpartner.

mir wurde garaten vorab hoblereste in einem Glas mit etwas wasser auf die Heizung zu stellen, falls gerüche abgesondert werden, die an alte mottenkugeln erinnern, wäre das ein zeichen für naphtalin und das sei eine art worst case und dann sei so zu verfahren, wie von ihnen, thomas, geraten; in meinem fall roch es nach nichts, auch nicht beim erhitzen. um sicher zu gehen kann man eine analyse des materials machen lassen, diese dauert in meinem fall ca. 3 wochen und kostet ungefähr 95.- euro.

ich werde dennoch vorsichtig die wenigen reste von der untnerseite des parketts hobeln und den von ihnen empfohlenen kleber benutzten und sitzte hier noch über weihnachten dran. vielen dank noch einmal und viele grüße

foresthills



Das klingt ja sehr...



...nach einem Jux.

Die Gruppe der PAK umfasst mehrere hundert Verbindungen, Napthalin ist deren einfachste Form. Viele PAK sind wesentlich gefährlicher als Napthalin (z.B. kanzerogen).

Vor diesem Hintergrund ist der "Rat" der bezeichneten Quelle ein gefährlicher und verharmlosender Unfug.

Völlig unabhängig davon noch mal ganz langsam zum mitdenken:

Venn die Stäbe auf der Unterseite abgehobelt werden, wird deren Passgenauigkeit durch die nicht gleichmäßige Spanabnahme noch mehr verringert, weil die Nuthöhe stärker als vorher schwanken wird. Das Abhobeln ist somit keine überflüssige, sondern eine kontraproduktive Heimwerkerbastelei.

Neues Stabparkett gibts ab ca. 30 EUR netto. Und es passt. Ist nicht giftig. Muss nur sehr leichr geschliffen werden...

Es gibt schönere Beschäftigungen als völlig Überflüssiges. Baum schmücken, Glühwein trinken...

Grüße

Thomas



vielen dank für die antworten



nach der guten nachricht seitens der baubiologen, hab ich mir dennoch die mühe gemacht und die wenigen mm abstehenden stellen weggehobelt, mit einem handhobel; ja es ist viel arbeit, aber ich hatte zeit und es hat spaß gemacht; das mit dem kleber funktioniert (stauff puk470), die stäbe Kleben tatsächlich fest auf dem untergrund; natürlich hab ich noch keine weihnachtsbaum, kümmere mich montag drum. auch fehlen mir noch federn von 3mm dicke. frag ich gesondert nach.

herzlichen dank für die antworten, ich habe die bedenken sehr ernst genommen, mißverstehen sie mich da nicht, und glück gehabt, viele grüße an sie thomas, fröhliche weihachten und alles gut

foresthills



Die Federn...



... können aus Sperrholz gesägt werden.

Früher wurden die Federn aus diagonal geschnittenem Nadelholz hergestellt.

Grüße

Thomas



@ Thomas ---



--- sehr richtig bemerkt . Früher wurden die Federn aus
diagonal geschnittenem Schälfurnier hergestellt. Nur, wo
bekommt man so etwas heute noch ? -- Daher mein Tipp
mit dem billigen Sperrholz.
--- Gruß - A.Milling