Verfügung Backsteinscheune, Basaltgartenmauer, Basaltsockel

18.06.2021 JK

Verfügung Backsteinscheune, Basaltgartenmauer, Basaltsockel

Hallo,

Ich habe schon in den Foren hier entsprechendel recherchiert. Aufgrund der sehr verschiedenen Meinungen und teils sehr speziellen Sachverhalte bin ich aber etwas verunsichert und würde mich über eine kurze Bestätigung oder Korrektur sehr freuen.

Das Haus ist ca 250 Jahre alt. Alle hier erwähnten Bauteile sind historisch. Da ich vermute das Sockel, Gartenmauer, und Scheune ursprünglich unverputzt waren und teilweise Mörtel, teilweise Zement oder was ähnlich hartes Material verwendet wurde, und der Putz in schlechtem Zustand war habe ich diesen entfernt. Der Dachüberstand ist vorhanden aber nicht sehr groß.

Ein Bild von Sockel im noch nicht ganz fertig abgeklopften Zustand ist angehängt. Teilweise sind Steine locker, teilweise sind größere Lücken/Fugenspalte drin.

Die Gartenmauer sieht ähnlich aus. Die hat kein Dach oder Schutz vor Regen.

Die Scheune war nur teilweise verputzt und verliert stark an Fugenmaterial. 3 von 4 Seiten haben keinen Dachüberstand. Sie ist nicht beheizt.

Ich möchte die Fugen ausbessern und alles unverputzt lassen. Aus finanziellen Gründen muss ich das selbst machen.

Aus Forumsbeiträgen habe ich herausgelesen das der Sockel mit Kalkmörtel wie zb SP 50 oder mit NHL 5 verfugen sollte. Gemischt mit 0/4mm Sand. Das scheint mir die Mehrheitsmeinung hier zu sein. Zwei Leute in Beiträgen hatten auch zu TrassKalkMörtel geraten, aber ich tendiere aktuell aber eher zu den anderen erstgenannten Alternativen. Macht das so Sinn?

Sollte ich für die Mauer etwas widerstandsfähigeres wie trassbasieres Material nehmen, da keine Trocknung durch Wärme und kein Dach vorhanden ist?

Bei Backsteinwänden hatten einige Leute zu Trass-Kalk-Mörtel geraten. Allerdings wurde auch Kalkmörtel erwähnt. Was macht in meinen Fall mehr Sinn?

Vielen Dank schon mal im voraus! :)

Jan



Erst die Schwelle



Hallo Jan,

bitte bemühe mal zu deiner Sockel-Frage die Suchfunktion dieses Forums (rechts oben, die Lupe). Das Thema wurde hier schon tausend mal besprochen.

Dem Foto nach hast du ein viel größeres Problem!
Bevor du den Sockel schön machst, kümmere dich erst um die Schwelle des Fachwerks.
Der erste Meter an der Ecke (im Foto links) sieht nicht mehr besonders gut aus!
Wie tief ist denn der schon verrottet?
Hole dir einen Zimmerer, der den Balken und evtl. den Eckpfosten prüft.



Balken



Danke! Genau, der unterste Balken ist völlig durch, einige andere stark beschädigt, und der Zimmermann schon beauftragt :)



Kein Sichtmauerwerk



meines Erachtens ist dieses Bruchsteinmauerwerk nicht als Sichtmauerwerk erstellt worden, ich würde es wieder verputzen.



Sockelkante abschrägen



Auf jeden Fall musst du auch die Sockelkante, die vor der Schwelle vor steht so weit abschrägen, dass die Unterkante der (neuen/reparierten) Schwelle als "Tropfkante" funktionieren kann, damit Regenwasser nicht (mehr) unter die Schwelle laufen kann!
Hier ein Anschauungsbeispiel: https://community.fachwerk.de/upload/opti/1920/fantastisches-lehmausfachungen-stampflehmboden-i27309_20211169651.jpg



Verputz



Danke schon mal für die hilfreichen Antwort.

Die Mauer war wahrscheinlich unverputzt weil auf der Rückseite der Mauer ein Teil nicht verputzt gewesen ist (auch keine Putzreste) und sich der Putz sehr hartnäckig wie Zement anfühlt.

Ich vermutete das der Sockel und die freistehende Mauer ursprünglich gleich aussahen.

Eventuell liege ich damit falsch. Wäre es denn ein Problem Sockel und Mauer nur zu verfugen?



Basaltmauer



meine Vermutung beruht darauf, dass sehr viele kleine " Zwickelsteine" mit verbaut wurden und die Steine recht unbehauen aussehen. Selbstverständlich kannst Du auch nur verfugen, wobei dann die Grenze zum Kitsch nicht ganz deutlich zu ziehen ist. Oft sieht das dann wie gewollt und nicht gekonnt aus.



Putz



Dann hast du wahrscheinlich auch recht mit dem ursprünglich verputzten Zustand.

Da die Steine darunter original sind finde ich eigentlich beide Lösungen für "echt" genug und ästhetisch vertretbar.

Wahrscheinlich bekomme ich eine ordentliche Verputzerleistung selbst nicht so perfekt hin und kann mir mit Verfugung Zeit (und evtl. Geld?) sparen.



Verfugen



Ich würde den Sockel an deiner Stelle auch verfugen. Schon weil er dann "pflegeleichter" ist.
Dem Foto nach gibt es praktisch keinen Bürgersteig. D. h., bei nasser Fahrbahn wird der Sockel von vorbeifahrenden Autos ziemlich verspritzt. Auf den dunklen Steinen sieht man das nicht so.
Davon abgesehen, kann aus dem unverputzten Sockel Feuchtigkeit optimal ausdünsten und evtl. auftretende Salzausblühungen können höchsten noch den Fugenmörtel angreifen, aber keinen Putz großflächig absprengen.