Sandstein-Fassaden-Verblendung

20.05.2012 stob



Hallo !
Meine Aufgabe:
Fassadenverblendung eines Poroton-Neubaus mit (Bruch-) Sandstein.
Die Bauherrschaft legt großen Wert auf natürliche Materialien.
Die Innenwände werden mit Kalkin RK 39 Kalkputz verputzt.
Zur Befestigung der Sandsteine an den Außenwänden soll nach Möglichkeit kein zementhaltiges Material verwendet werden, um den weitgehend natürlichen Aufbau des Mauerwerks nicht zu stören.
Meine Fragen:
1.
Mit welchem Mörtel befestige ich die Sandsteine auf dem Poroton-Mauerwerk ?
2.
Kann die Verfugung der Sandsteinverblendung mit Kalkin RK 39 vorgenommen werden ?

Danke.
STOB



Sandsteinverblendung



Soll der Sandstein in Form von Mischmauerwerk, einer vorgeblendeten Wandschale, als vorgehängte oder als aufgemörtelte Verblendung angebracht werden?
Wie dick sind die Steine/Platten?
Wie ist ihre Form, quaderförmig oder polygonal?
Was ist mit der Wärmedämmung, wie wird die gelöst?

Viele Grüße





Hallo Georg !
Hier die Antworten:
Soll der Sandstein in Form von Mischmauerwerk, einer vorgeblendeten Wandschale, als vorgehängte oder als aufgemörtelte Verblendung angebracht werden?
--> Mörtel
Wie dick sind die Steine/Platten?
--> 2-3 cm
Wie ist ihre Form, quaderförmig oder polygonal?
--> polygonal, 2-5 qdm
Was ist mit der Wärmedämmung, wie wird die gelöst?
--> gelöst durch Perlite im Poroton.

Danke für Deine Antworten.

STOB



Verblendung



Erst mal Grundsätzliches:
Normalerweise sollte man so einen Auftrag ablehnen.
Das Risiko das die relativ schweren und dicken Platten von der Wand abschüsseln ist zu groß. Als Fliesen gehen die nicht mehr durch.
Ursachen dafür können noch zu erwartende Verformungen des Mauerwerks durch:
- Kriechen unter Last,
- Schrumpfen/Quellen bei Annahme der Gleichgewichtsfeuchte des MW,
- Verformung des Ansetzmörtels,
- Salztreiben und Frostschäden im Sockelbereich
sein.
Was ich nicht einschätzen kann ist die Haltbarkeit der Platten, die ja nicht lagerhaft, sondern senkrecht dazu verlegt werden.
Um diese Verformungen zu verhindern müsste man die Verblendung von der Wand entkoppeln. Mit einem weichen, elastischen Mörtel wie Flexkleber geht das nicht da die Platten zu schwer sind.
Eine weitere Möglichkeit wäre die Platten als selbst tragende Schale vor die Wand auf ein kleines Fundament zu stellen. Dann tragen die Platten sich über die Stoß- und Lagerfugen selber, nur noch die Aussteifung über den Verbund zur Wand könnte über einen elastischen Mörtel und zusätzlichen Ankern gesichert werden. Das geht bedingt durch die polygonale Plattenform nicht, da es kaum waagerechte Lagerfugen gibt. Schräge Lagerfugen führen zum Abgleiten von Flächen zuerst an den Enden wie an Hausecken oder Laibungen.

EIN KOMPROMISS
wäre die Verlegung im Dickbett an der Wand mit Kalkzementmörtel unter Zusatz von Flexkleber. Die Platten müssten zusätzlich über Anker z.b. rostfreie Schrauben oder Nägel in der Fuge) an der Wand gesichert werden. Die Verlegung ist ein Geduldsspiel, da mehr wie eine Platte aufeinander wohl nicht halten wird, erst wenn der Mörtel abgebunden ist kann man weiter setzen.
Ob das funktioniert weiß ich nicht, das wird wohl eher eine abenteuerliche Fummelei mit ungewissem Ausgang werden.

Ich empfehle Ihnen:
Den Auftrag abzulehnen oder nur mit Bedenkenanmeldung auszuführen, da die Platten für eine Verklebung zu dick und schwer und für eine Vormauerung zu dünn und polygonal sind.

Unabhängig davon glaube ich das so etwas schlichtweg Sch... aussehen wird, insbesondere bei Fenster- und Türlaibungen sowie an Ecken.

Viele Grüße