Guten Abend Forumsbesucher,

25.03.2013 Dachdenker



habe da mal ein Bild von einer Pfostenanschuhung (Stuhlsäule) in meinem Dachstuhl.
Hat eine Zimmerrei (Spezialgebiet Denkmalpflege und Preisträger in der Denkmalpflege) gemacht.
Was haltet Ihr davon?

Mit freundlichen Grüßen
Dachdenker



Das Bild ist unvorteilhaft.



Haben sie noch andere Ansichten? Weitsichtiger? Man bekommt es auch nicht vergrößert. Der Hinterschnitt sollte beidenseitig nach außen um 10° hinterlaufen. so kann er rausrutschen.



Längsverbindung



Traditionell würde an diesen Stelle eine Verbindung gehören, die nicht zur Seite wegdreht und auch nicht nach vorne aus dem Verbund schert. Also ein Gerades Blatt mit Gratschnitt oder -etwas kunstfertiger- ein schräg eingeschnittenes Gerades Blatt mit Gratschnitt.

Grundsätzlich also falsch ausgeführt, von der Verbindungsart her. Über die Sorgfalt der Ausführung ist schwer zu urteilen, vor allem, wenn´s um Reparaturen an eingebauten Teilen geht. Da muss man schon mal Abstriche machen.



Klar kann



man sich da noch mehr dran verkünsteln.....wenns bezahlt wird!!!!
Aber es ist sauber gearbeitet und es wird halten. Das Altholz arbeitet nicht mehr und die Bolzen verhindern ein Auseinandergehen der Verbindung.
Ich meine das ist korrekt!!!
Ralph Schneidewind



Das Blatt



ist falsch ausgeführt.
Die schrägen Einschnitte hätten spiegelverkehrt sein müssen, damit das Blatt auch ohne Leim und Schrauben halten kann.
Auch die Kanten hätte ich ein wenig angeglichen.

Viele Grüße



Nachtrag,



habe ich vergessen zu schreiben.
In der Überplattung ist kein Leim, keine Schraube und kein Bolzen.
Nur zwei Eichenholznägel.
Mit Grüßen
Dachdenker



Keine Bolzen?



Dann isses Scheiße! Ansonsten: Herr Schobig hat recht!
Ralph
Schneidewind



Dann ...



... sollten Sie den preisgekrönten Zimmerer nochmals auf die Baustelle bitten und ihn auffordern, nachzubessern oder Ersatz zu leisten. Die LÖsung ist statisch bedenklich, weil nicht kraftschlüssig.



Noch ein Bild.



Befestigung-Holznägel.
Mit Grüßen



Nachbesserung ...



... oder zwei GEwindebolzen M16 mit 3-4mm U-Scheiben, am besten verdeckt im Holz mit eingeleimten Deckplättchen. Die Überblattungslänge ist auch ein wenig zu kurz geraten. Ich nehme an, das die Säule die Firstpfette trägt: Gibt´s mehrere solcher Verbindungen im Dachstuhl?



Statisch



gesehen, die beste Nachbesserung:
Vier SFS-Doppelgewindeschrauben unter 45° eingeschraubt.

Viele Grüße



Es ist zwar nicht ganz i.O.,



aber sehr sauber verarbeitet.
ich Denke mit 4Stk. 24 Holzdollen diagonal von oben, in verschiedenen Richtungen, von der Rüchseite verbohrt werden helfen. Da wirken die Dollen als Scherkeil gegen abrutschen und verhindern durch Ihre Richtungen das auseinandertreiben.

LG



Worte sind Schall und Rauch



Hallo

diese Prädikate:
Spezialgebiet Denkmalpflege und Preisträger in der Denkmalpflege
sind für die Katz'

Wenn so einer daherkommt, schrillen bei mir die Alarmglocken … wahrscheinlich noch kostümiert mit schwarzer Schlaghose und Charlottenburger und Ohrring …

Die meisten sind Schlitzohren …!

aber diese "Spezialisten" mit Prädikat gibt es auch und gerne im Lehmbau … mit Sandalen und Lehm verschmiert … evtl Ziegenbärtchen … macht sich auch gut vorm Bauherrn …

So ein Pfusch gehört zur Kammer getragen … früher hat die Zunft solche Handwerkszerstörer abgewatscht … und raus geschmissen …

Ein Handwerk muss man können - nicht nur machen!
Wenn die Schnitte richtig gesetzt wären, hätte das auch nicht länger in der Herstellung gedauert … Pfusch entsteht im Kopf …

Der Hinweis mit den Gewindebolzen, den Scheiben und den Abdeckungen ist auch reine Theorie bei den Abmassen … da bleibt nicht mehr viel übrig an Holz … hält das dann noch …?

Bei solchen "HandWERkern" kann man nur sagen: Rette sich wer kann …!

Florian Kurz



Herr Kurz



können Sie Ihre Vorurteile und Polemiken nicht mal für sich behalten? Das geht mir tierisch auf den Sack!!!
Unsereiner blökt ja auch nicht immer rum, dass ein Großteil der Theoretiker bloß Oberschlaule sind!
Eben weils nicht stimmt! Genauso wenig wie Ihre Verallgemeinerungen den Praktikern gegenüber! Anzustreben ist von beiden Seiten eine Balance von Theorie und Praxis!
Gottseidank kenne ich solche Leute!
Ob die irgendwelche Titel haben, ist völlig Wurscht. Unsereinem geht manchmal auch der Rolladen runter, wenn der Herr Ingschenör oder der Herr Arschitekt im Nadelstreifenanzug über die Baustelle stolziert und wir Pläne vorgesetzt kriegen, wo die Maßketten nicht stimmen, ohne Detaillösungen, oder mit Detaillösungen die nicht durchführbar sind!
Sodele, ich musste das jetzt mal loslassen!
Streben wir doch lieber an vorurteilsfrei miteinander umzugehen! Da haben alle was davon: Der Planer, der Handwerker,der Kunde!
DAS WAR MEIN SCHNACK!
Tschüßle
Ralph Schneidewind
P.S.: ...und wenn ich mitkriege, dass ein Planer oder Bauherr solche Vorurteile gegen Handwerker hat, wie Sie öfters äußern, verliere ich ganz schnell das Interesse an dem Auftrag. Ich habe da so meine Erfahrungen.



Ich



würde den Zimmermann erstmal fragen warum er das so ausgeführt hat.
Handwerklich sieht das sauber gearbeitet aus.

Grüße Martin

Ps,jetzt im Nachhinein biste unsicher geworden,sowas könnnte man auch vor ausführung zeichnerich darstellen und hier zur diskussion rein stellen,is jetzt ein Schlaumeiertipp ,ich weiß.



Herzlichen Dank,



für die vielen fachlichen Antworten.

Also die ganze Sache ist jetzt schon drei Jahre alt.
Es wurden zwei Stuhlsäulen, auf denen eine Mittelpfette aufliegt, so saniert.
Mit der Zimmerfirma gab es Diskusionen vor Ort, soviel dazu.
Die Firma hat Ihre Arbeit gemacht eine Rechnung geschrieben, die ich bezahlt habe und gut . Lediglich neue Aufträge von mir, hat die Firma nicht mehr erhalten.

Was die vorherige zeichnerische Darstellung angeht, die ist erfolgt. Sogar mit Kreide hatte ich eine Anschuhung auf die Balken gemalt, die sah allerdings nicht so aus wie jetzt ausgeführt.
Unsicher war ich von Anfang an...bei zwei schrägschnitten in die selbe Richtung.

Nochmals Danke für die Antworten. Dann werden die Stuhlsäulen dieses Jahr zum zweitenmal saniert.

Mit Grüßen
Dachdenker



Handwerkersuche



Ich bin mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen ,das man fachlich/traditionell arbeitende Firmen nur dann erkennen kann ,wenn man sich selber fachliches Wissen aneignet.

Die Kurzsche Handwerkerrealität is mal wieder nur blabla...hier in der Bildergalerie finden sich etliche Gegenteile,Erfahrungsberichte,Ausführungsbeispiele.....naja die Bilder könnten alle Fotogeshopt sein.

Wenn man keine(theoretische) Ahnung von Fachwerksanierung hat ,kann die Suche allerdings ein Glücksspiel werden.
Mir nützt das bunteste Bild nix,wenn ich nicht in der Lage bin das auch fachlich zu beurteilen.
Meine Frage was der Zimmerer dazu sagt,war dahin gehend,das er vielleicht nach besten Wissen und Gewissen gehandelt hat.

Am Pranger landet man schnell;-)

Grüße Martin



Kollege Schobig



hat mMn. alles richtig dargestellt, auch die Möglichkeit der nachträglichen Sicherung der Verbindung mittels Doppelgewindeschrauben.
Grundsätzlich wäre diese Verbindung nachträglich auch mit zwei Gewindebolzen zu sichern...ob man die dann versenken muß, laß ich mal dahingestellt. Ich persönlich hätte sie nicht versenkt, um das Holz nicht noch zusätzlich zu schwächen. Richtig ist allerdings, daß man das Blatt etwas länger hätte wählen sollen.
Und der unvermeidliche Herr Kurz hat sich also auch mal wieder fachmännisch zu Wort gemeldet...zwar wieder nix zum Thema, dafür ne sinnfreie Verunglimpfung der Zimmermannstracht...same procedure as every year, James...vermutlich ist daran die Industrie schuld, weil sie Zunfthosen en masse produziert und diese dem unwissenden und unreflektierten Zimmermann aufschwatzt.

Eine Frage hätte ich noch an den Threadersteller:

Solche Fragen drängen sich einem dann nach drei Jahren auf ? Das find ich interessant. Wie hat denn ihre Skizze für den Faschingsprinzen ausgesehen ?
Auf alle Fälle brauchen Sie die Verbindung nicht nocheinmal machen lassen...Lösungsvorschläge haben Sie ja jetzt genug.

@Martin:

Richtig...es schadet ganz sicher nix, sich als Bauherr schon vorab über den Sachverhalt zu informieren...ansonsten gilt:

Mundpropaganda ist sicherer als Zeitungsannoncen und Internet. Außerdem kann man die Firma durchaus auch mal nach Referenzprojekten fragen und sich diese dokumentieren lassen...eine vernünftige Firma wird dagegen nichts einzuwenden haben.

Gruß Andreas



Wer ne Kluft...



... als Tracht bezeichnet , hat ne Tracht verdient!;-}

zünftige Grüße



Das stimmt natürlich



ich habe den Begriff jedoch absichtlich so gewählt...um die Kluft zwischen Architekten und Handwerkern nicht noch zu vergrößern :-)

Zünftigen Gruß zurück

Andreas





Da wo ich wohne, hat in Vorzeiten der ortsansässige Schmied Holzverbindungen, die sich nicht so einfach ertüchtigen oder reparieren liessen, mit einer Schelle aus Bandeisen versorgt.

Wenn man den noch fragen könnte, hätte er sicher auch einen Vorschlag!

Gruß G

p.s.

könnte es nicht sein, dass der Zimmermann diese Vebindung gewählt hat, um eine größere Reparatur mit Anheben / Abbau der darüberliegenden Anteile des Daches zu vermeiden?



Guten Abend,



Nachtrag 2,diese beiden Pfostenanschuhungen sind die letzten Überbleibsel von der bereits beschriebenen Zimmerrei.
Da wurden noch mehr Arbeiten im Zusammenhang ausgeführt.
Die gesamte Konstruktion wurde angehoben und der darunterliegend Deckenbalken einschließlich darunterliegender Fachwerkwand wurden saniert. ( Sanierungsgrund war ein älterer Schornsteinbrand, bei der die Wand, Deckenbalken und Pfostenfußpunkt teilweise stark zerstört wurden. Der Brandschaden war schön verkleidet und wurde erst beim Rückbau der Verkleidungen entdeckt.)
Bis auf die Pfostenanschuhungen wurden alle Zimmerreiarbeiten bereits nochmal nachgearbeitet. ( diesmal aber von einer Tischlerrei die nur durch erwähnte "Mundpropaganda" beauftragt wurde und auch wirklich vernüftige Arbeit abgeliefert hat)

@ GEhlerding: Eine Reparatur mit Bandeisen entspricht nicht so ganz meinen Vorstellungen, zumindest nicht in Wohnbereichen mit fachwerksichtigen Wänden, Deckenbalken usw.

@ Andreas, meine Skizzen, zumteil Kreidezeichnungen, waren einmal höher (1/2 Pfostenhöhe) angesetzt und wie Herr Schobig schon schrieb, spiegelverkehrt ausgeführt.
So wie man es auch häufig bei sanierungen sieht.

Warum erst nach 3 Jahren?
Die Sache kommt erst jetzt ins Spiel weil ich gerade die Dachsanierung für dieses Jahr plane.
Durch eventl. entstehende größere Dachlasten befürchte ich das diese Holzverbindungen versagen könnten.
Daher diese Forumsfrage.

Mit freundlichen Grüßen
Dachdenker