nicht Fachwerk aber trotzdem alt...

13.03.2009



Moin, moin liebe Fachwerk.de Gemeinde. Ich habe mich eben hier angemeldet, da ich schon seit geraumer Zeit stiller Mitleser bin und denke, das sich hier viel Wissen versammelt.
Kurz zu mir:
Ich heiße Torsten, verh., 32J. und seit kurzen Hausbesitzer in Schweden.
Meine Frau und ich möchten das Haus (in den jeweiligen Ferien) selber sanieren (handwerkl. Fähigkeiten sind durchaus vorhanden). Es dient DERZEIT noch als Ferienhaus.

Zum Haus:
Es handelt sich um ein altes Missionshaus (100 J.), das vor ca. 20 Jahren für priv. Wohnzwecke umgebaut wurde. Der große "Gebetssaal" hat eine, ziehmlich schlecht ausgeführte, Holz-Zwischendecke bekommen, so das zwei Wohnebenen entstanden sind.
Der original-Zustand sieht wie folgt aus:
ein nicht frostrei gegründetes Granitblock Ringfundament für das Mauerwerk.
Satteldach mit Schalung, Schindeln und z.Zt. Betonpfannen.
Ein großer Saal und eine kleine Küche mit darüberliegendem Lagerraum. Der Fußboden ist auf gr. Steinen mit darüberliegenden Baumstämmen gegründet und liegt direkt auf dem Oberboden.
Daraus ergibt sich, dass innen und außen Bau z.T. voneinander getrennt sind.
Der Maueraufbau ist etwas schwierig zu erklären, aber ich versuche es einmal:
Es handelt sich um ein 2 schaliges Mauerwerk, welches jedoch bei jedem 2. Ziegel mit der Innen-, bzw. Außenschale verbunden ist.
Die Ziegel sind hochkant gemauert, es ist immer ein Läufer und dann ein Binder. Die Innenschale ist um genau um einen halben Stein versetzt, so dass die Binder immer übereinander stehen.
Aus diesem Verbund ergibt sich, das wir in dem Mauerwerk stehende Luftsäulen haben.
Von innen ist die Wand ca. 1-1,5cm Verputzt, Putzart unbekannt, vermutlich ein sehr magerer Zementputz, aber das ist nicht wirklich klar (hierzu gerne Tipps, wie mann das herausbekommt).
Soweit zum Bestand.
Nun die zwingend auszuführenden Arbeiten (mit dem Statiker abgestimmt):
Zwischendecke wird nachträglich über Fundamente in den Boden aufgefangen, ein kleines Ringfundament wird von innen gegen die Granitblöcke gegossen (wg. der zu erwartenden Massen durch eine Innendämmung) und es wird ein innenliegendes Ständerwerk entlang der Wände im 50-60cm Abstand errichtet, um die Lasten durch die "verpfuschte" Zwischendecke abzufangen.
Diese Maßnahmen werden definitiv durchgeführt.
Nun kommen wir zu dem eigentlichen Kern meines Anliegens:
Wir möchten das Haus gerne von innen dämmen, da derzeit ca. 1200 kW im Monat durch die Leitungen gehen (trotz Holzofen).

Nach vielen Überlegungen und dem "Studium" des Internets könnten wir uns zwei mögl. Wandaufbauten vorstellen:
Variante 1
-Vorhandenes Mauerwerk
-Altputz (sofern dieser trgfähig und ausreichend Diff.offen ist
-1-1,5 cm Lehm bzw. Leichtlehm als Kleber für:
-5 cm Reetmatte
-3-3,5 cm Lehmunterputz mit Armierung (z.T. mit Wandheizung)
-0,5-1 cm Lehmoberputz
-diff.offene Farbe

Variante 2:
-Vorhandenes Mauerwerk
-Altputz (sofern dieser trgfähig und ausreichend Diff.offen ist
-Leichtlehm (Holz oder Stroh Anteile)
-verlohrene Schalung (am liebsten 70-stängl. Reet aber aufgrund der Ständerabstände von 50-60 cm 1,5-2cm starke Bretter)
-3-3,5 cm Lehmunterputz mit Armierung (z.T. mit Wandheizung)
-0,5-1 cm Lehmoberputz
-diff.offene Farbe

Soweit zu unseren Überlegungen.
Hinweise div. Natur-Baustoffhändler haben sehr unterschiedliche Aussagen zu diesen Wandaufbauten gemacht, so dass wir ein wenig verunsichtert sind, was nun die bessere Wahl ist.
Hinweis zu Variante 1 war, dass mögl. Feuchtigkeit in der Reetschicht kondensiert und in dieser Schicht herunterläuft, was dann Schimmel zur Folge hätte.

Problem an Variante 2 ist, dass es sich hierbei um einen enorm hohen Material (Lehm) Bedarf handelt, dieser durch sein Gewicht durchaus kritisch zu betrachten ist (überschlagen kommen da so 150 kg/m2 zusammen) und wir evtl. sogar gezwungen sind, diesen aus D mitzunehmen. Derzeit haben wir noch keine Lehmquelle in Schweden gefunden.
Ganz nebenbei finde ich die Variante 1, warum auch immer, ansprechender, aber danach soll es ja nun nicht gehen.

Ich hoffe, ich konnte die Ausgangssituation einigermaßen verdeutlichen und würde mich über Antworten und Diskussionen hierzu freuen.

Vielleicht noch kurz zu der Fläche. Wir müssen ca. 180 m2 Wandfläche sanieren.


Torsten



Vielleicht hilft ja die Variante drei...



... und Ihr verwendet statt den Reetplatten Holzdämmplatten. Bei GUTEX wäre es die Thmermoroom. Ich bin mir aber unsicher, wieweit es eine Bezugsquelle in Schweden gibt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de