Balkendecke ausfachen, wie am besten?



Balkendecke ausfachen, wie am besten?

Hallo,

auf dem Bild ist (hoffentlich gut) zu erkennen was nach abreissen der Deckenpaneelen zum Vorschein kam. Eigentlich wollte ich nur gegen Nut und Federdielen tauschen, da mir Paneele zu "unecht" wirkt, nun würde ich allerdings gern die Holzbalken sichtbar lassen und dazwischen Verputzen bzw. ausfachen.
Hat dazu vielleicht jemand Tipps zu Material und Vorgehensweise ?



Heraklit...



...wäre da als Putzträger gut geeignet.

Zu Details z.B. Udo Mühle vom LehmHandWerk konsultieren.

Grüße

Thomas



Aufbauvariante 1


Deckenfelder & Wandputz aus Lehm

Bei Ihrer gewählten Variante, die Balken sichtbar zu belassen, würden wir nach Betrachtung Ihres Fotos folgendermaßen verfahren.
Balken begleitend ein Schalbrett zugsicher und halbwegs gerade an den Deckeneinschubstaken mechanisch befestigen.
Darüber dann in Abständen von ca. 10 cm wiederum Schalbretter quer anbringen (Schrauben!!) und nun 15 mm oder besser 25 mm magnesithgebundene Heraklithplatten darauf schrauben. Die Stärke des Aufbaus hängt davon ab, wieviel der Balken bei Ihnen herausschauen soll oder kann.
Das ganze dann mit einem 2-lagigen Lehmputz (incl. Glasfasergewebeeinlage) verputzen. Balkenseits eine ganz leichte Schattenfuge ziehen.
Vorher die Balken komplett bürsten (säubern) und nach Ihren Wünschen farblos oder farbig ölen.

Frohes Schaffen

Udo Mühle



Aufbauvariante 2


Lehmdecke: Endergebnis

Bis zu den Längsschalungsbretter verbleibt es gleich, doch statt der Querschalungsbretter einfach mit einer 35 mm starken Lehmbaupaneele mit N+F arbeiten. Dazwischen dann etwas auf Einpressdruck eine Hanfdämmplatte einlegen.
Dünn mit Lehm und Gewebe überspachteln und farbig gestalten.

U.M.



Eindruck


Lehmoberputz zwischen Deckenbalken aufbringen

Zum Nachvollziehen.

U.M.





Vielen Dank für eure Vorschläge.

Ich hab nach langem hin und her, nun doch einen Lehmbauer in der "Nähe" gefunden, dieser empfiehlt allerdings Schilfrohrmatten ohne Schalbrettkonstruktion und ist von Heraklith überhaupt nicht begeistert.

Danach, da geht er mit Ihnen, Herr Mühle, konform, ein 2-lagiger Putz mit Armierungsgewebe.

Die Variante mit Schalbrettern scheint mir zwar durchaus plausibel, wäre an dieser Decke allerdings schwer zu realisieren, da die Tiefe der Balken also der Abstand von Balkenunterseite zu Deckeneinschubstaken unterschiedlich ist, und zwar von 3 bis 10 cm, so würd es also bei 10 cm Tiefe gehen, bei 3 cm, würd später alles ewig überstehen.

Was haltet ihr also von Schilfrohrmatten und dann darauf putzen?



Ob die Matten...



...wohl leichter zu fixieren und in ein Niveau zu bringen sind?

Ich vermute hier einen höheren Aufwand. Was hat denn Ihr Lehmbauer gegen Heraklit?

Grüße

Thomas



Wenns ja "nur"...



der höhere Aufwand ist, ists ja noch ok :-)

Der Lehmbauer meinte, dass sich Heraklith zu stark verziehne würde und dass eigentlich kein Lembauer gern darauf putzen würde ???!!???

Also, er meinte die Schilfrohrmatten an die Einschubstaken schrauben und dann drauf putzen.
Ich denke der Nivauausgleich kann hier auch nur bedingt stattfinden, da die Decke alles andere als gerade ist.

Ich habe mich nur gefragt ob es grundsätzlich einen Unterschied in der Putzhaftung bzw. Haltbarkeit gibt.



punktionales Ausgleichen



Auch ein punktionales Ausgleichen mit Schalbrettern ist denkbar, denn die Lösungen erarbeiten wir uns stets am Objekt selbst erst. Wir arbeiten nie nach Schema, sondern suchen funktionale Lösungen, die rationell, kosteneffizient und auch haltbar sind.
Schilfrohrputzträgergewebe ist schon okay, doch bedarf es auch hier einer guten tragfähigen Unterkonstruktion, sonst ergibt die verputzte Ebene ein hohle Variante. Denn bei den ersichtlichen Unebenheiten, sollte es schon eine sensibelere Ausarbeitung geben.
Außerdem man wünscht eine sehr bergige und lebenmdige Oberfläche, dann ist es okay.

Und was ist die Erklärung Ihres konsultierten Fachmannes hinsichtlich der Abneigung zu magnesithgebundenem Heraklith?

Lehmige Grüße

Udo



@Stephan



Woher nimmt Dein Lehmbauer diese Weisheit?
Wir arbeiten bereits seit einigen Jahren mit Heraklith (magnesithgebunden!) und erstellen mittlerweile ganze selbsttragende Wände aus diesen Material (100 mm) und beputzen diese im Dünnschichtverfahren mit faserarmierten Lehmputzen (z.B. von EMOTON).
Bisher können wir diese in den Raum gestellte Aussage leider so nicht stehen lassen.

Fachhandwerkliche Grüße

Udo





Hallo Herr Moers,
habe Ihren Beitrag aus 2007 gefunden. Wir haben in unserem Fachwerkhaus fast eine identische Ausgangssituation und möchten die Balken freilassen und dazwischen verputzen. Darf ich fragen für welche Lösung Sie sich entschieden haben und ob sich die Entscheidung bewährt hat ?

Vielen Dank

Rene Schneider