Untersparrendämmung vor Bremse besser Holzfaser?

08.03.2015 oGGo



Um ein wenig die Raumfeuchtigkeit zu regulieren und damit das Wohnklima etwas positiv zu beeinflussen, spiele ich mit dem Gedanken, die Untersparrendämmung vor der variablen Dampfbremse mit Holzfaserplatten (SteycoFlex) anstelle der Mineralfaserdämmung herzustellen.

Macht das in den Augen anderer auch Sinn, oder ist das völlig sinnfrei?

Aufbau: RGB 12,5mm / 25mm Hinterlüftung /40mm Untersparrendämmung / Bremse 0,3 - 5m / 200mm Zwischensparrendämmung (Mineralwolle) / diffusuionsoffene Dachbahn



Die eigentlichen Fragen sind:



Hat eine Holzweichfaserdämmung unterhalb einer Gipskartonplatte (raumseits der Dampfbremse) eine Sorptionswirkung bezgl. der Raumluftfeuchtigkeit?

Und: Beinflusst eine solche Anordnung das Raumklima positiv (Feuchtespitzen werden zeitverzögert wieder abgegeben) ?

Vielen Dank im Voraus.



Dachdämmung



Der Luftspalt ist überflüssig, die Dämmung kann zwischen die Traglattung platziert werden:
Sparrenunterseite mit Dampfbremse
Traglattung mit dazwischen gebetteter Untersparrendämmung aus Holzfaser
Gipskartonbeplankung.
Eine Minute Lüften reguliert besser die Raumfeuchte als alle möglichen Baumaterialien an/in der Wand.



Holzfaserplatte zur Raumklimaverbesserung



An der Stelle machts wenig Sinn.
Dann würde ich die gesamte Dämmung sorptions- und diffusionsfähig gestalten, zB durch Zellulose, Holzfaserplatten, Hanf.

Auf Mineralwolle würde ich komplett verzichten, auch da schon eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme deren Dämmwirkung erheblich stärker reduziert als bei og Materialien, die Feuchtigkeit zudem problemlos abführen können.

Am stärksten wird das Raumklima von der inneren Raumbekleidung beeinflußt- da hätte eine mit Lehm verputzte Holzfaserplatte deutlich positivere Einflüsse.
Auf die Sparren die Dampfbremse,
darauf ggf eine Sparschalung/ Unterkonstruktion aus Holz-
dazwischen falls gewünscht zB mit dünner Holzfaserplatte dämmen
Darauf Holzfaserplatte mit Lehmputz oder Schilfmatte etc.

Die schwereren nicht hydrophobierten Holzfaserplatten von Steico können mehr Feuchtigkeit aufnehmen als die relativ leichte Steicoflex
Bestwood von Schneider u.a Fabrikate Verhalten sich dabei ähnlich

Andreas Teich



Vielen Dank für die Antworten.



Die Traglatten der Untersparrendämmung laufen horizontal im Abstand (lichte) von ca. 61cm. Da ich die Gipskartonplatten im Abstand von 41,6cm befestigen möchte, muss ich nochmals eine Lattung vertikal aufbringen, durch die der hinterlüftete Raum entsteht, welcher gleichzeitig als Installationsebene fungiert.

Die mineralische Zwischensparrendämmung, die Dampfbremse und die Traglattung für die Untersparrendämmung sind schon angebracht. Beim sd-Wert habe ich mich vertan: es ist keine variable Bremse, sondern eine Folie mit >100m.

"Eine Minute lüften reguliert besser die Raumfeuchte als alle möglichen Baumaterialien an/in der Wand."

Dieser Satz leuchtet ein und bringt es wohl auf den Punkt. Anscheinend wird es auf eine Lüftungsanlage hinauslaufen, denn auch beim Wandaufbau hat der Planer auf Mineralwolle vertraut. Dazu werde ich ein neues Thema schreiben.

"Die schwereren nicht hydrophobierten Holzfaserplatten von Steico können mehr Feuchtigkeit aufnehmen als die relativ leichte Steicoflex."

Das ist ein sehr wertvoller Hinweis - vielen Dank.



Dachaufbau



hallo Marco
du könntest auch einfach eine Latte dazwischen befestigen, evt Installationen noch unterbringen und den Zwischenraum dämmen.
Oder du nimmst 40 mm Nut und Feder Holzfaserplatten, nicht hydrophobiert und schraubst diese quer zur jetzigen Lattung auf- Abstand ist ok mit ca 60 cm.
darein noch ggf Installationen legen, ausdämmen und die Faserplatte Verputzen - mit Lehm- oder Kalkputz.

Das speichert dann eine Menge Feuchtigkeit die langsam wieder abgegeben werden kann.

Statt Lüftungsanlage können auch erst einmal Luftfeuchtigkeitsmesser und ggf CO2 Messer zur Kontrolle angebracht werden, damit überhaupt die Notwendigkeit/Sinn einer Lüftungsanlage geprüft werden kann.

Diese kostet nicht nur bei der Installation und im Betrieb sondern kann auch zu trockene Luft und Hygieneproblemen verursachen, wenn Filterwechsel oder Reinigung vergessen werden.

Bei Bädern und Küchen auf nicht zu hohe Feuchtigkeit achten und darauf, daß genügend sorptionsfähige, nicht verflieste Flächen bleiben.

Andreas Teich



Dachdämmung



Trockenbau mit Gipskarton ist ein System mit Systemmaßen. Daran sollten Sie sich halten und die VERARBEITUNGSRICHTLINIEN lesen bzw. beachten. Eigene Kreationen bergen die Gefahr von Bauschäden.



Wohnklima im Sommer



Ich würde mir eher Sorgen um die thermische Masse machen. Dämmung mit Mineralwolle ist da nicht so gut wie Zellulose oder Holzfaser.

Mit Gipsfaserplatte anstelle von Gipskarton lässt sich da noch etwas herausholen.

Der Abstand der Traglattung ist sowohl für Gipskarton als auch Gipsfaser zu weit.

Unser Dach ist anders herum - Zellulose zwischen den Sparren, Isover Untersparrenfilz zwischen den Traglatten. Abschluss mit Gipsfaserplatte. Isover liefert praktische Befestigungsbügel, die man einfach an die Latten hängt.



Sehr geehrter Herr Teich,



Sie schreiben:
Am stärksten wird das Raumklima von der inneren Raumbekleidung beeinflußt
Dies ist falsch.
Ebenfalls halte ich das Abraten zu einer nutzerunabhängigen Lüftungsanlage für nicht überlegt.

Ich muß feststellen, daß es gar nicht so einfach ist Ihre Firma im Netz zu finden. Bis ich Sie dann bei http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/firmendetail.asp?firma=453
gefunden habe. Ich bin beeindruckt über Ihr Tätigkeitsfeld. Was kostet denn so eine, wie Sie anbieten, Beurteilung/Gutachten zu Baupfusch?

MfG
Chris Heise



Raumfeuchtigkeit



Hallo Chris,
bitte genau lesen:
ich kann aus meinen Hinweisen kein grundsätzliches Abraten erkennen:

"Statt Lüftungsanlage können auch erst einmal Luftfeuchtigkeitsmesser und ggf CO2 Messer zur Kontrolle angebracht werden, damit überhaupt die Notwendigkeit/Sinn einer Lüftungsanlage geprüft werden kann."

Ich nehme an, daß jeder verantwortungsvolle Berater zuerst die Notwendigkeit einer kostenaufwendigen Maßnahme überprüfen sollte und dann- von diesem Ergebnis abhängig- die sinnvollste und effektivste Maßnahme empfielt.

Was ist denn entscheidender für den Feuchtigkeitsausgleich als die inneren Wandoberflächen?

Schreibe doch einfach was du für sinnvoll hälst, damit der Fagestelller sich eine Meinung bilden kann.

-dann würde sich von selbst ergeben, ob ggf ein anderer Vorschlag falsch sein könnte- obwohl es fast immer am Bau verschiedene Alternativen gibt und seltenst ausschließlich eine Möglichkeit die einzig sinnvolle ist-

Beim Raumklima ist der Feuchtigkeitsausgleich einer der wesentlichen Faktoren- die Schimmelwahrscheinlichkeit wird auch am allerstärksten von den letzten paar mm der Innenbekleidung beeinflußt.

Andreas Teich



Hallo Andreas,



vielen Dank für das schnelle Feedback.
Du schreibst Raumklima und nicht wie nun geschrieben Feuchtigkeitsausgleich.
Einen angenehmen Abend wünschend, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Chris Heise