Untersparrendämmung nach Handwerkerpfusch i.O. bringen



Untersparrendämmung nach Handwerkerpfusch i.O. bringen

Hallo Community,

ich habe mich eben angemeldet, da ich ein Problem mit meinem Dachstuhl habe und nicht weiterkomme.

Zur Vorgschichte:
Wir haben 2013 ein Haus Bj 1947 gekauft. Es hat einen Sansteinsockel, Holzbalkendecken und ein Walmdach mit insgesamt drei Gauben.
Das Haus war von vornherein als Restaurationsobjekt vorgesehen und wir haben uns vor dem Kauf einen Gutachter genommen, um vor Überaschungen, gerade finanzieller Art einigermaßen sicher zu sein. Was dem Gutachter leider entganen ist, war die Notwendigkeit, das Dach neu decken zu lassen.
Die Firma, die den Auftrag bekam sollte auch gleich isolieren. Das hat sie auch getan, allerdings konnte ich die Ausführung der Arbeiten nicht beurteilen, da das Dachgeschoss schon ausgebaut war. Im Rahmen der weiteren Renovierung habe ich dann im DG von innen die alten Rigipsplatten entfernt und das Elend gesehen. Die verbaute Dampfsperre war nicht wirklich an irgendwelche Teile des Hauses angeschlossen, auch die Verklebung der einzelnen Bahnen war eher rudimentär. Nach Einschaltung eines Gutachters hat der Dachdecker zugesagt, nachzubessern. Allerdings ist der Dachdecker nun pleite (hat wohl seinen Grund) und ich werde die Restarbeiten in Eigenleistung erbringen müssen.
Leider sind wir durch die nicht eingeplanten Dacharbeiten sehr nah an unser finanzielles Limit gekommen, so dass sich mir an dieser Stelle nicht nur die Frage nach der korrekten sondern auch nach der kostengünstigsten Vorgehensweise stellt.

Der aktuelle Aufbau ist der folgende (von aussen nach innen):
Biberschwanzziegel
Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn Braas Divoroll Kompakt 2s
Dämmung Knauf Therm 040 WI/DI (80mm) als Zwischensparrendämmung
Dampfsperre OWOLEN DIN EN 1350 /-1/E
Die Dampfsperre ist von aussen aufgebracht, d.h. aussen um die Sparren geführt, zwischen den Sparrren ist sie jedoch soweit eigerückt, dass die Dämmung Platz hat (s. Bilder)

Mir ist bewusst, dass die Dämmung zu dünn ist, das gehört auch zu den Dingen, die der Dachdecker hätte nachbessern sollen.

Ich habe mir das weitere Vorgehen wie folgt vorgestellt:
Aufdoppeln der Sparren um 8cm.
Entfernung der Dampfsperre zwischen den Sparren. Die vorhandene Dämmung bleibt drin.
8cm Holzweichfaser verbauen.
Aubringen einer Dampfsperre/-bremse (?) von innen.
Konterlattung mit weiteren 3cm Holzweichfaser
Rigips

Und nun zu den Fragen:
Kann ich das grundsätzlich so machen?
Welche Dampfbremse/-sperre soll ich nehmen oder kann die sogar wegbleiben?
Gibt es Alternativen die einfacher von der Ausführung und/oder günstiger sind?
Holzweichfaser habe ich gewählt, da der Erhalt eines kühlen Klimas im Sommer hier effektiver sein soll. Ist dies auch im Mix mit Mineralwolle gegeben?

Was den Anschluss der Dampfbremsolie an das Haus angeht habe ich das gleiche Problem wie in diesem Beitrag:
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/dampfsperre-der-dachdaemmung-richtig-anschliessen-an-holzbalkendecke-243486.html
Ich würde gerne die zweite Alternative umsetzen, allerdings liegt der Balken, der parrallel zur Aussenwand verläuft und auf dem die Sparren aufliegen (hier fehlt mir leider der Fachausdruck)nicht vollflächig auf der Aussenwand auf so dass Luft die vom darunterliegenden Stockwerk in die Decke eindringt unterhalb des OSB-Rohbodens nach aussen gelangen könnte. Könnte ich den Balken an der Aussenseite mit dauerelastischem Kartuschenschaum abdichten oder gibt es eine bessere Möglichkeit?
Ist das überhaupt notwendig? Leider gab es im o.g. Thread keine finale Antwort.

Und als letztes eine eher juristische Überlegung.
Selbst wenn der Dachdecker pleite ist, müsst doch für Pfusch eigentlich seine Haftpflicht geradestehen? Zumindest zum Baubeginn bei mir hat er eine gehabt, das habe ich mir auf Anraten eines Arbeitskollegen von seiner Versicherung bestätigen lassen.



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Hallo,

irgendwie bin ich nicht in der Lage, mehrere Bilder anzuhängen. auch das angezigte Bild zu ändern hat nicht geklappt. Daher hier nochmal ein Bild, wie es aktuell aussieht.



Dachdeckerpfusch



Ein Gutachter, der die Notwendigkeit einer Erneuerung der Dachdeckung nicht erkennt muß allerdings auch gepfuscht haben oder sehr oberflächlich vorgegangen sein- das ist fast das erste was ich überprüfe.

Der Dachaufbau war von vornherein Pfusch- besser vorher kurz die Möglichkeiten und Angebote von einem Planer überprüfen lassen-
das kostet nur ein paar hundert € und spart dafür 1000e €.
Ich hätte für die Prüfung eines Angebots und telefonische Abklärung sicher nicht mehr als 100,-€ berechnet- wenn überhaupt.

Dampfsperren sind schon lange nicht mehr Stand d. Technik- eine Dampfbremse mit 2-3 m Sd-Wert genügt völlig und kann bei entsprechendem nach außen diffusionsoffenerem Aufbau auch ganz entfallen.
Wenn Dampfbremsen einen niedrigen Sd-Wert haben ermöglicht dies bei warmen Außentemperaturen Rückdiffusion und schnellere Austrocknung nach innen.
Nur die Luftdichtigkeit muß gegeben sein.

Du meinst die Fußpfette, auf der die Sparren am Fußpunkt befestigt sind.
Zwischenräume würde ich gut ausstopfen, zB mit Hanf.
Am besten von innen und außen ausstopfen- außen mit Holz oä abdecken-
bei uns haben die Vögel gerne die Hanfdämmung um die Fenster für den Nestbau herausgezogen.

Allenfalls ist Weichzellenschaum geeignet- keinesfalls normalen PU-Schaum verwenden. Den auch abdecken, da nicht UV-beständig.

Man könnte natürlich die vorhandene Dämmung drin lassen- wenn nach der Aufdoppelungen der Sparren mit Zellulose ausgeblasen werden würde machst aber Sinn, diese zu entfernen, da Mineral- und Glaswolle nicht kapillaraktiv sind und einen schlechten Hitzeschutz bieten.

Quer auf die Sparren könnten zB Holzfaserplatten geschraubt und anschließend mit Kalk- oder Lehmputz versehen werden.
Die Ränder und Durchdringungen gut abdichten.

Die Handwerker-Haftpflichtversicherung ist nur für unbeabsichtigte Schäden zuständig aber nicht für Planungs- oder Ausführungsmängel.
Dagegen sind nur Architekten oder Bauing. durch ihre. Versicherungen geschützt.
Trotzdem versuchen einen Titel zu erwirken- vielleicht ist später etwas zu holen. Hatte er eine GmbH? Am besten Baurechts-Anwalt befragen.

Evt übernimmt er unentgeltliche Arbeitsleistungen zur Nachbesserung.

Andreas Teich



Super schnelle Antwort



Hallo,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Was den Baugutachter und die Prüfung des Angebots angeht ist das alles leider Heckwasserbetrachtung. Es sei denn, der Gutachter müsste dann für die Sanierung aufkommen? Das kann ich mit allerings nicht vorstellen, zumal das Gutachten auf Grundlage einer In-Augenschein-Nahme zustande kam. Mehr hätte der Verkäufer gar nicht zugelassen. Wie gesagt, das ist passiert.

Über das Angebot des Dachdeckers habe ich auch niemanden hinzugezogen. Ich hatte direkt nach dem Kauf einen Energieberater im Haus in der Hoffnung ein sinnvolles Konzept zur Sanierung, orientiert an meinen finanziellen Mitteln, zu bekommen.
Das lief in etwa so ab:
- wass können wir tun?
- Vollsanierung 140.000 EUR
- Soviel kann ich jetzt nicht, was ist am wichtigsten?
- Vollsanierung 140.000 EUR
- Kann ich davon etwas weglassen?
- Vollsanierung 140.000 EUR
...

Nachdem der zweite Energieberater ziemlich ähnlich reagiert hat, allerdings zusätzlich noch die Moralkeule geschwungen hat, wie ich es wagen könnte, die Vollsanierung in Frage zu stellen und ob ich weiter die Umwelt verschmutzen wolle etc. war mir klar, dass ich das nicht brauche. Die beiden kamen mir jedenfalls vor, wie von der Baustoffindustrie gesponsort.

Trotzdem habe ich meinerseits auch Fehler gemacht und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich hätte schon erkennen können, dass mein Dachdecker mit Vorsicht zu genießen ist. Allerdings hatte ich plötzlich Kosten in mittlerer fünfstelliger Höhe an der Backe und wurde langsam panisch.

Zum Behebung:

-Ich möchte die Mineralwolle eigentlich aus Kostengründen drinlassen. Erstens ist sie neu, zweitens habe ich Sie bezahlt, drittens müsste ich für die Entsorgung aufkommen und viertens denke ich, dass ich bei Weiterverwendung am meisten spare. Es herrscht hier schon ein gewisser Kostendruck.

- Es wird also eine Dampfbremse mit entsprechendem SD-Wert benötigt.

- Zwischenräume mit Hanf ausustopfen sollte ebenfalls möglich sein. Von innen kann ich allerdings schlecht ausstopfen, da hier die Deckenbalken ins Mauerwerk ragen und die Fußpfette soweit eingerückt ist, dass sie nach innen über das Mauerwerk übersteht (verständlich erklärt?). Die Vögel sollten eher kein Problem sein, da der Dachüberstand verkleidet ist.

- Daher kam ich auf die Idee mit dem Schaum, um die Fußpfette auf der Aussenseite an das Mauerwerk luftdicht anzuschließen. Es gibt welchen, der bleibt dauerelastisch wie das Kompriband beim Fensterbau, allerdings ist dieser aus der Dose.

- Wenn ich die Mineralwolle entferne und dann mit Holzfaserplatten von innen gegenschraube, dann habe habe ich den Platz zwischen den Sparren zur Dämmung verschenkt und würde nach innen viel Lebensraum verschenken. Von daher würd ich die Dämmung gerne zwischen den Sparren belassen.

- War keine GmbH, er ist persönlich haftbar. Das mit dem Titel und der anwaltlichen Beratung steht noch aus. Allerdings wird er selbst nicht mehr nachbessern. Er bekommt in 2 Wochen 5 Bypässe, in die Krankenversicherung hat er anscheinend bis zuletzt einzahlen können...



Sieht



doch gut aus. Zweifelhaft ist nur die Eignung einer PE - Folie über den Sparren.
Wo ist der weitere Dachdecker-pfusch? Regnet es rein?
Der Dachdecker konnte garnicht von außen alle Anschlüsse ans Gebäude vernünftig anarbeiten, dass funktioniert nie und wenn nur in der Theorie.



Dachdeckerpfusch



Viel Gutes kann ich auf dem Foto nun nicht gerade erkennen.

Leider gibt's in jeder Berufssparte Pfuscher und inkompetente.
Im Nachhinein zu spät- hilft aber vielleicht anderen oder beim zweiten Haus, so es denn irgendwann kommen sollte..

Ich würde bei Energieberatungen zuerst auf notwendige Sanierungen zum Substanzerhalt achten und erst dann Möglichkeiten zur Energieeinsparung ins Auge fassen.
Bei diesen die effektivsten zuerst anraten, wie oberste Geschoßdecke dämmen, Kellerdecke dämmen und dann in der Reihenfolge der möglichst wirtschaftlich durchzuführenden Arbeiten vorgehen-besonders wenn klar ist, dass nicht aus dem Vollen geschöpft werden kann- was eher selten ist.

Jeder Energieberater sollte doch in der Lage sein, einen Sanierungsfahrplan aufzustellen, der sich nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Auftragsgebers richtet.

Wurde die Tragfähigkeit des Dachstuhles geprüft?

Ich meinte nicht keine Dämmung zwischen den Sparren einzubringen.

Wenn komplette Erneuerung der Dämung nicht möglich ist würde ich die südlich gelegene Dachhälfte komplett mit der bisher verwendeten Dämmung der anderen Seite dämmen (also mind 16 cm dick) und dieses dafür komplett mit Zellulose, Hanf oä.
Zusätzlich Innenseitig Holzfaserdämmplatten vollflächig unter den Sparren anbringen.
Bei diesen Sparrenzwischenräumen muß sicher eine Unterkonstruktion oder Traglattung zwischen den Platten befestigt werden.

Wenn der Hitzeschutz wichtiger ist als der Wärmeschutz dann die komplette neue Dämmung bei der Südseite.

Die Frage ist ohnehin wie bei den Sparrenbreiten die bisherige Dämmung vernünftig eingebracht werden kann-
bei der momentanen Ausführung verbleiben jede Menge Wärmebrücken bei Sparren und Pfetten.
Auf Dauer hätte der fast zwangsläufig dabei entstehende Kondensatausfall zum Ruin der Dachkonstruktion geführt.

Bei persönlicher Haftung des Dachdeckers besteht immer noch die Möglichkeit, dass irgendwo Vermögenswerte auftauchen und ein Titel evt später nützt.

Andreas Teich



Wer hat



überhaupt festgestellt, dass das Dach neu gedeckt werden muss? Sagen Sie bitte nicht, dass Sie den Dachdecker gefragt haben.
Normalerweise kann ein Dach immer repariert werden.
Mit dem Neudecken von Dächern ist es eine Seuche, fast so schlimm wie Haus freibuddeln und Dränage legen.



Auch interessant zu erfahren



- aber jetzt auch leider zu spät.

Gibt's Fotos der Dachfläche?
Als Gesamtansicht und von Nahem?

Vor etwas umfangreicheren Arbeiten kann deren Vorstellung in Bauforen wie diesem sinnvoll sein-
auch wenn's dann jede Menge widersprüchliche Aussagen geben mag.

Zumindest wird die Bandbreite der Möglichkeiten klarer und zusammengenommen
gibt's dort jahrhundertelange Erfahrungen von kompetenten Planern und Ausführenden.

Andreas Teich



Danke


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für die rege Beteiligung und die Ideen.

Die offenen Fragen würde ich mal versuchen, der Reihe nach zu beantworten:
@Daniel
- Der weitere Pfusch tut im Rahmen meiner Fragestellung nichts zur Sache und würde an der Stelle auch zu weit führen.
- Allerdings kann ich sagen, dass nicht einmal versucht hat, die Folie an das Mauerwerk oder die Fußpfette anzsuschließen. Die Folie endet irgendwann einfach hinter der Fußpfette. Auch die Verklebung der Folienbahnen untereinander ist mangelhaft. Es gibt keinen Meter, der wirklich durchgehend geklebt ist. Entweder ist die Folie in Falten verlegt, nicht angedrückt oder das Klebebeband fehlt ganz.
- Sollte es wirklich so sein, dass der Dachdecker die Folie nicht korrekt anarbeiten kann, hätte ich mir einen klaren Hinweis darauf gewünscht. Weder im Angebot noch nach Abschluss der Arbeiten bin ich darauf hingewiesen worden. Der Dachdecker wusste, dass ich das Dachgeschoss fertig ausbauen will, ohne die Verkleidung von innen neu zu machen. Dass es dann anders gekommen ist, hat anderen Gründe und war eigentlich mein Glück, sonst wäre ich bis heute davon ausgegangen, dass alles i.O. ist. Wenn ich abdends von der Arbeit kam, war die Unterspannbahn auf den einzelnen Bauabschnitten sochon drauf.

@Andreas Teich
- Die Tragfähigkeit des Dachstuhles wurde nicht explizit geprüft. Ich hatte drei Dachdecker da, die ein Angebot abgegeben haben. Zusätzlich hat der Gutachter, der sich die Arbeiten des Dachdeckers angesehen hat, hier auch keine Zweiel angemeldet. Ausserdem war ursprünglich der Teil des Dachgeschosses, der schon beim Vorbesitzer bewohnt war, zwischen den Sparren mit Bimssteinen ausgemauert. Ich gehe davon aus, dass das so passt.
- Als Unterkonstruktion sollten die Sparren 8cm Aufgedoppelt werden, was der Dachdecker bei 70% der betroffenen Fläche als Beginn der Nachbesserungsarbeiten auch schon getan hat. Halt solange, bis er kein Material von seinen Lieferanten mehr bekam...
- Hitzeschutz ist ein wichtiger Punkt, meine Mädels sollen hiher ihre Zimmer bekommen, diese wären nach SSW und WSW ausgerichtet.
- Sowohl Sparren als auch Pfetten sind hier Wärmebrücken, allerding nicht durchgängig. Die Pfetten (Fußpfette und die Pfette, die den Boden des Spitzbodens hält) sind ja aktuell von aussen mit Mineralwolle gedämmt. Dann hatt ich gem. ursprünglichen Plan ja noch vor, nach der Dampfbremse zwischen die Lattung der Rigipsplatten weiter 3cm Holzfserplatte einzubringen, womit bis auf die Kreuzungspunkte Sparren(aufdopplung)/Rigipslattung, jedes Bauteil über eine Isolierschicht verfügen würde.
- Ich habe von der gesamten Renovierung ca. 3500 Bilder gemacht. Welche wären hier interessant, der Urzustand oder nachdem der Dachdecker da war? Gibt es eine Möglichkeit, mehr als ein Bild pro Beitrag einzustellen?

@Methusalem
- Ursprünglich wollte ich nur die Firstziegel ersetzen lassen, die waren eingespeist aber der Speis an vielen Stellen gebrochen.
- Während der Renovierung haben wir festgestellt, das das Dach regelmässig mit Ziegeln "um sich wirft". Die sind einfach gesprungen und die Brocken dann die 3 Stockwerke runtergergefallen. Ich habe 2 Mädchen, zu dem Zeitpunkt 3 und 6 Jahre alt. Das war mir irgendwann zu heikel. Anfangs hat uns ein Dachdecker die Ziegel ausgetauscht, es waren ja noch welche im Dachspitz gelagert, aber es sind auch Ziegel direkt unterhalb der eingespeisten Firstziegel gebrochen, da wurde dann mit Blei gearbeitet.
- Als wir dann im Dachspitz festgestellt haben, dass hier schonmal mit Isolierung gearbeitet wurde, diese jedoch mittlerweile an einigen Stellen schimmlig war und auch nur lose eingelegt (keine Dampfsperre/-bremse, nur OSB grob davorgenagelt) haben wir uns dazu entschlossen, das von aussen machen zu lassen. Wie gesagt, ursprünglich sollte die Rigipsverkleidung innen erhalten werden.

Natürlich ist mir mittlerweile klar, dass ein Aufsparrendämmung hier das Mittel der Wahl gewesen wäre, aber ich hatte meine Erfahrung mit den Energieberatern zu diesem Zeitpunkt schon gemacht und es herrschte ein enormer Kostendruck sowie mangelhafte Kenntnisse. Aber da sind wir wieder bei der Heckwasserbetrachtung...
Und wenn es keine Probleme gäbe, wäre so ein Forum ja auch nur halb so interessant. Wie A. Teich schon geschrieben hat, vielleicht hilft es anderen, da weniger blauäugig dranzugehen. Für mich wird es kein weiteres Haus geben. Das ist unser zweites, welches wir eingetlich nur gekauft haben, um meinen Schwiegervater zu uns nehmen zu können, nachdem er ein Pflegefall wurde.

Jetzt habe ich ganz viel Text geschrieben, will aber auch die Fragestellungen nicht aus den Augen verlieren, um mein Problem lösen zu können:

- Wie schließe ich unter den gegebenen Umständen die Dampfbremse dicht an die Fußpfette? Ich habe nochmal versucht, ein Bild zu malen, um die Situation darzustellen.
- Welchen Aufbau soll ich wählen, wenn die Prämissen auf den Kosten (möglichst Verwendung des vorhandenen Materials) und Hitzeschutz liegen (dauerhafte Bewohnbarkeit, eins der Zimmer soll ein Bad werden)?

Für den Fall, dass das ebenfalls wichtig ist: der Dachspitz ist ebenfalls isoliert, den würde ich entsprechend ebenso behandeln wollen.

Wenn auch spät vertraue ich jetzt auf "jahrhundertelange Erfahrungen von kompetenten Planern und Ausführenden" hier im Forum.



Sorry


Sorry

Ich komm mit der Bilderfunktion nicht zurecht. Hier nochmal die Skizze



Dachdämmung ändern



Wenn der Hitzeschutz wesentlich ist würde ich das bisher auf der Südseite verbaute Dämmmaterial in die Nordseite einbauen und die Südseite dafür mit Holzfaser, Zellulose etc versehen.
Innenseitig durchgehende Holzfaserdämmplatten Verlegen verbessert den Hitzeschutz, reduziert Undichtigkeiten und Wärmebrücken.

Bei der Fußpfette den Raum dahinter und davor bzw darunter gut mit kapillarfähigen Dämmstoffen gut ausstopfen.

Wenn keine direkte Konvektion möglich ist und bei außenseitig diffusionsoffenen Aufbau muß nicht unbedingt eine Dampfbremse verlegt werden. Soweit möglich kann es versucht werden.
Also auf die Decke vor die Fußpfette eine Dampfbremse legen, mit Lehm, Sand,Plattenstreifen etc auf dem Boden halten und dann nach oben ziehen.
Als unterste, innere Lage im Dachspitz zB eine Holzfaserplatte auflegen,
darauf die vorhandene Glaswolldämmung auflegen wenn genug vorhanden ist.
Ansonsten nur Rieselschutz auslegen-sofern nötig und alles mit Zellulose ausblasen.
Das Bad mit neuem Dämmmaterial dämmen.

Statt Aufsparrendämmung hätte ich in solchen Fällen außen eine dickere Holzfaser-Unterdachplatte verwendet, zwischen den Sparren nach Aufdoppelung Zellulosedämmung eingeblasen und innen dann nochmals eine dicke Holzfaserplatte je nach Wärmedämmanforderung verlegt.

Andreas Teich



Guten Abend,



waren vorher auch schon Biberschwänze auf dem Dach.
Ist die vorhandene Zwischensparrendämmung auf 80mm zusammengedrückt eingebaut wurden?
Nochmal 8 cm Holzweichfaserplatten von Innen, ist nochmal ganzschön Gewicht, die sie an die Sparren hängen + Innenausbau mit nochmal Holzweichfaser.
In welcher Region befindet sich ihr Bauvorhaben.

Mit besten Grüssen Danilo



Hallo und vielen Dank für die weiteren Antworten



@Andreas Teich:
Das mit dem alten Dämmmaterial auf die Nordseite verstehe ich nicht ganz, wenn es hier einen Feuchtigkeitseintrag gibt, trocknet der doch nie wieder weg? Alles auf die Südseite geht natürlich auch nicht , wegen Hitzeschutz. Wäre da nicht die Ursprungsidee besser, die Dämmung zu lassen , wo sie ist und den übrigen Platz mit Holzfasern aufzufüllen? Auch was das Argument des Gewichtseintrags angeht, wäre damit zumindest eine gleiche Verteilung gewährleistet.

Oder aber, ich dämme zwischen den Sparren komplett mit Holzfaser oder Hanf...

Ich habe den ganzen Tag darüber gegübelt und hin zu der folgenden Lösung gelangt, von innen nach aussen:
- GK-Platte (kann man die ohne weiteres auf Holzfaserplatte schrauben/kleben?)
- Gutex Multitherm 40mm
- Pro Clima Intello (passt die zum Dämmmaterial und zur Unterspannbahn?
- Steico Flex 160mm
- Braas Divoroll Kompakt 2S (schon verbaut, hier ist keine Änderung möglich).
- Konterlattung
- Lattung
- Ziegel

Die Fußpfette wird mit Hanf so gut abgedichtet, wie ich es kann. Ich kann nicht jeden Bereich direkt einsehen, komme aber überall mit den Händen hin.

Die Dampfbremse wird an den Rohboden (OSB) angeschlossen.

Mir ist wäre vor allem wichtig, dass Dampfbremse, Isoliermaterial und Unterspannbahn zusammenpassen.

Beszüglich des Spitzbodens muss ich noch ein Missverständnis ausräumen. Das Dach ist komplett auf die beschriebene Art isoliert, also incl. Spitzboden. Das würde ich gerne so beibehalten, die geänderte Isolierung auch bis zum First gehen lassen. Mich beschäftigt in diesem Zusammenhang nur die Frage, ob ich die Decke des zukünftigen Badezimmers auch mit einer Dampfbremse versehen muss, da der Spitzboden ja nicht geheizt ist.

@Danilo Conraths
Ja, die Bieberschwänze waren vorher auch drauf und wenn die nicht so gut zum Stil des Hauses gepasst hätten, hätte ich mich an dieser Stelle bestimmt für eine günstigere Lösung entschieden.

Was die vorhandene Zwischensparrendämmung angeht muss ich mich tatsächlich korrigieren. Es handelt sich tatsächlich um die im ersten Bild abgebildete Dämmung mit einer Stärke von 12cm. Bei den 8cm hatte ich mich vertan. Die Sparren sind zwischen 9,5 und 12,5 cm stark. Die Isolierung ist tatsächlich stellenweise komprimiert. Bei einer Aufdopplung der Sparren um 8 cm, die ja zu 70% abgeschlossen ist, kann unkomprimiert 16cm-Faserpaltten oder im o.g. Materialmix die Dämmwolle und 5-6cm Holzfasermatte als Zwischensparrendämmung verbauen.

Das Gewicht war wie beschrieben nie Thema, auch bei dem Gutachter, der sich die Arbeit des Dachdeckers angesehen hat, nicht. Und der vom Vobesitzer bewohnte Teil des Dachgeschosses war wie gesagt vorher ausgemauert.

Das Haus befindet sich im Rhein-Main-Gebiet am Fuß des Spessarts.



Dachdämmung



So unterschiedlich ist das Gewicht der hier in Frage kommenden Dämmmaterialien nicht- bei einem Pfettendach spielt das ohnehin nicht die Rolle wie bei Sparrendächern.

Alle üblichen Dampfbremsen können hier verwendet werden, solange der Sd-Wert innen wesentlich (ca 10 x oder mehr) höher ist als der außen-
oder die Konstruktion ist insgesamt diffusionsoffen.

Ich würde keine kapillaraktiven und nicht kapillare Dämmstoffe in einem Gefach mischen- besser alles ist in diesem Fall kapillar oder alles nichtkapillar.
Auch bei Glaswolle wird bei dichtem Dach und funktionierender Dampfbremse kein Schaden entstehen.

Wenn ein Bad an einen ungeheizten Raum angrenzt müssen diese Flächen luftdicht sein (konvektionsdicht) und mit einer Dampfbremse versehen werden oder komplett diffusionsoffen sein.

Andreas Teich