Unterspannbahn unter Schalung Dach?

13.09.2015 udew



Hallo allerseits,
ich stehe gerade vor der Aufgabe, das Dach eines Fachwerkhauses zu dämmen. Vorhanden ist eine (relativ neue) Verschalung aus Fichtenholz, darüber die (ebenfalls neuwertige) hinterlüftete Dachhaut. Gedämmt werden soll es als Zwischensparrendämmung mit 16 cm Steicoflex Dämmmatten. Statt einer Folie als Dampfsperre möchten wir OSB-Platten mit abgeklebten Stößen einsetzen.

Die Frage ist nun: Ist es sinnvoll und technisch umsetzbar, zwischen die Sparren als Windschutz und zusätzliche Hinterlüftungsebene noch eine diffusionsoffene Unterspannbahn zu tackern, ehe die Dämmung eingesetzt wird? Die Schalung ist wie gesagt zwar ziemlich neu, aber wenn's zieht, kommt natürlich schon Wind in die Dämmebene.

Ich freue mich auf konstruktive Antworten. Vielen Dank!



Winddichtung nachträglich verlegen



Wenn die Dämmung gegen Winddurchströmung und evt eindringende Feuchtigkeit geschützt werden soll wäre eine diffusionsoffene Unterspannbahn/Winddichtung günstig, die in die Felder und innenseitig über die Sparren gezogen werden sollte (Berg-Tal-Verlegung)

Darauf achten, daß die Folie voll in die Ecken geht und hier keine Hohlräume bildet, die zu Wärmebrücken führen würden.

Wenn der Dachraum zu Wohnzwecken verwendet werden soll müßte die Dämmung verbessert werden, zB durch auf die Sparren geschraubte dicke Holzweichfaserplatten, die verputzt werden können oder Aufdoppelung der Sparren, wobei bei größeren Dämmstärken und bei unebenen, schiefen Balken Zellulose als Einblasdämmung besser wäre.
Danach wäre eine Luftdichtung mit Folien möglich ( oder ggf innenseitig mit OSB-Platten)
Zur Wärmebrückenreduzierung können dann zusätzlich Holzfaserplatten auf die Sparren geschraubt werden- ggf zwischen eine Holztraglattung für Innenverkleidungen aus Plattenwerkstoffen.
Bei innenseitigem Putz und eingeputzen Luftdichtungsbändern können Dampfbremsen entfallen- übliche Raumluftfeuchtigkeit vorausgesetzt.

Andreas Teich



Eine Winddichtung



mittels Unterspannbahn ist hier nicht notwendig, da eine zusätzliche Hinterlüftung der Dämmung geplant ist.

Gerhard Schobig



Hinterlüftungsebene?



Ich würde keine Hinterlüftungsebene vorsehen,
die diese die mögliche Dämmstärke reduziert,
da wegen der Winddurchströmung der äußeren Dämmschicht deren Dämmwirkung reduziert wird
und da die dauerhafte Einhaltung eines bestimmten Hinterlüftungsabstandes ohne Zusatzmaßnahmen zweifelhaft ist.

Ich denke es wäre sinnvoller, die Dämmung vor Durchströmung und vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen- mittels Folie oder zB auch Unterdachplatte

Andreas Teich



HInterlüftung notwendig



Hallo zusammen,

danke schon mal für die Antworten. Wie ich leider jetzt erst festgestellt habe, ist auf der Schalung außen eine bituminierte Dachpappe verlegt. Wir brauchen also in jedem Fall eine Hinterlüftung und werden nun klären, wie wir diese realisieren können. Es müssen vor der Verschalung oben und unten entsprechende Öffnungen geschaffen werden, die Dämmung muss dann tatsächlich durch eine zwischen die Sparren getackerte diffusionsoffene Folie vor Wind geschützt werden. Vor diesem Hintergrund haben wir uns auch entschlossen, statt einer OSB-Platte als Dampfsperre eine Folie als Luftdichtung und Dampfsperre innen einzusetzen. Eine diffussionoffene Konstruktion wäre mir zwar lieber gewesen – so ist es aber sicherer. Das wäre jetzt mal der Plan – wenn jemand im Forum noch eine andere Idee hätte, wäre ich natürlich dankbar.



Diffusionsoffene Dämmung



Es gibt bei genügend besonnten Dachflächen auch die Möglichkeit,
bei außenliegender Dampfbremse/-Sperre innen mit kapillaraktiven Dämmstoffen wie Zellulose zu dämmen wenn raumaeitig eine feuchtevariablen Dampfbremse verwendet wird.
Die verwendeten Hölzer müssen trocken sein und die Luftfeuchtigkeit innen muß sich im üblichen Bereich bewegen und Bedingungen zur Dachausrichtung und Nichtbeschattung eingehalten werden.

Bei solchen Konstruktionen kann dann durch Rückdiffusion im Sommer die im Winter aufgenommene Feuchtigkeit zum Innenraum hin abgegeben werden.

Andreas Teich



Hinterlüftungsebene



In ihrem geschilderten Fall würde ich in die Zwischensparrenfelder eine 16 mm Unterdeckplatte passig einbauen und mittig leich schüsselnd ausbilden und dann nach innen eine Sparrenaufdopplung mittels Hufer-System ausbilden, um die neue Dämmstärkenebene zu bekommen.
Dann die Steico passig einbauen und mit pro clima DB+ bespannen und Kreuzlattung und Fermacell beplanken.
OSB würde ich verwerfen, da es als fast dampfdicht definiert ist.