Unterspannbahn undicht, normal ?

05.09.2009



Hallo,

ich habe ein Mehrfam.-Haus von 1908 daß zur Zeit ein neues Dach bekommt.

Der Dachdecker hat die Unterspannbahn(Deltamax +) und Konterlattung angebracht.

Nun regnet es zeitweise stärker und überall tropft es.
Besonders im Bereich der Kehle.

Zur Erklärung:
Auf den Sparren sind ca. 2,5cm starke Kehlbohlen aufgenagelt.

Die Unterspannbahn ist auf dem Sparren verlegt und hat daher konstruktionsbedingt eine Kante vor dieser Bohle.
Das Wasser läuft an dieser Kante in Richtung Rinne ab.
D.h. Die Kehle hat zur Zeit also keine Funktion, da das Wasser ja nicht bergauf fließen kann.

In dieser Kante vor der Bohle ist die Unterspannbahn getackert und Die Nagelung der Konterlattung durchdring die Unterspannbahn in diesem momentan wasserführenden Teil noch zusätzlich.

Das Wasser läuft mir nun als Rinnsal vom Dachboden in Richtung darunterliegendem Wohnraum am Sparren entlang.

Zusätzlich leicht ähnliches Bild an allen Konterlattungen auf dem Sparren.

Laut Dachdecker normal.
Spätestens wenn alles Eingedeckt ist hat sich dieses Problem erledigt.

Was soll ich nun glauben ?
Muß das Dach auch ohne Eindeckung nicht dicht sein ?

Wer haftet für den mir entstandenen Schaden ?
Die Tapete an einer frisch renovierten Wohnung wird nun braun fleckigt.
Das Wasser scheint nun auch schon durch die Rigibs-Decke gekommen zu sein.

Grüße



Hallo Thomas,



wenn es wirklich so schlimm ist, wie Du hier berichtest und Du nicht einer dieser Bauherren bist, der kurz vor Bauende eine Kleinigkeit benutzt, seine Rechnung nicht zu bezahlen...such Dir einen geeigneten Anwalt. Vorher dokumentierst Du den entstandenen Bauschaden mit ordentlichen, gerichtsfähigen Bildern, die Du von einem von Dir bestellten und bezahlten amtlich anerkannten Bausachverständigen unterschreiben und notfalls stempeln lässt.

Zahlungen an den Dachdecker erfolgen nicht.

Der Dachdecker hat sich an seine Aufgabe zu halten: Dach erneuern, ohne das darunterliegende Gebäude zu zerstören - sagt einem aber auch der gesunde Menschenverstand...

Gruß...J.





Eine Unterspannbahn soll Regensicher sein, d.h. es darf kein Niederschlagswasser eindringen.
Bei einer Sanierung sind besondere Maßnahmen bei der Unterspannbahn zu berücksichtigen, da allein schon die Sparren nicht so schön Plan sind wie es beim Neubau der Fall ist, dafür gibt es sogenannte Dichtbänder die unter die Konterlattung geklebt werden und die Nagelstelle abdichtet.
Im Fall der Kehle, hier darf weder offen getackert noch genagelt werden. Auch die Konterlattung sollte in diesem Breich der "Kante" einige CM Abstand haben um eben dieses Problem zu umgehen.
Selbst wenn nach der Eindeckung alles dicht ist, was passiert denn wenn im lauf der Zeit mal eine Ziegel defekt ist?

Davon abgesehen hat die Deltamaxx eine dünne Flieskaschierung die das Wasser wie ein Schwamm weiterleitet.

Was man jetzt rechtlich dagegen machen kann verrate ich nicht, das ist sache zwischen dir und dem Dachdecker.
Ich würde ihm aber nahelegen die Mängel zu beseitigen.
Und lass dir nicht einreden mit Klebeband würd das problem behoben, das hält nie.



unterspannbahn undicht



Ist denn ein Nageldichtband Vorschrift ?
Im Angebot steht nichts davon.
Das Dach hat ca. 45° Neigung.

Hab mal bei google gesucht.
Angeblich sind leichte Undichtigkeiten normal.
Eine Unterspannbahn muß nicht regendicht sein.
Zelteffekt ?

Weiteres Problem im Bereich der Keilbohle.
Die alte Rinne soll bleiben !
Die Rinneisen sind auf einer Keilbohle aufgenagelt.
Die Keilbohle ist auf den Sparren genagelt.
Da die Unterspannbahn auf den Sparren liegt bildet sich vor der Keilbohle eine ca. 2cm hohe Kante.
Dort sammelt sich das Wasser und sorgt auch dort für leichte Durchfeuchtungen.

Wie sollte dort der Aufbau erfolgen.
Hätte die Rinne runter gemußt ?

Grüße



Hast Du geGooglet...,



"angeblich sind solche Undichtigkeiten normal"

...im netz wird viel erzählt...



Behelfsdeckung



Nach Rücksprache mit meinem Dachdecker folgendes:

Wenn der Dachboden als Wohnraum ausgebaut ist oder dieser schon wärmegedämmt ist ist eine Behelfsdeckung vorgeschrieben.
Damit wäre auch ein Nageldichtband vorgeschrieben.

Wenn dieses nicht zutrifft ist ein Nageldichband nicht vorgeschrieben, da bei einer Enddeckung mit Pfannen die Dichtheit gewährleistet ist bzw. nur noch tropfenweise Wasser eingebracht wird.

So steht es auch auf der Herstellerseite der Deltamax Unterspannbahn.

Da hat er wohl recht oder ?
Im Angebot des Dachdeckers vom Mai steht nichts über ein Dichtungsband.

Grüße



Es muß



ja nicht im Angebot stehen.Wenn dann wird es mit in die Position eingerechnet.Oder auf Wunsch als Nachtrag.
Es gibt aber schon eine Unterspannbahn bei der man keine Dichtbänder mehr braucht.
Für die Fachleute oder Zweifler ( Difflex Thermo SK).
Die wenigsten benutzen das Dichtband.Kein Wunder bei ca1€/m.
Im Traufbereich sollten aber eigentlich keine Wassersäcke entstehen dürfen.





Im Traufbereich sollte die Unterspannbahn so verlegt werden das sich dort kein Wasser ansammeln kann, d.h. die Konterlattung sollte nicht so weit runtergehen das sich ein Wassersack bilden kann, Folie sollte "fließend " zur Rinne übergehen. Das kann verhindert werden wenn über der Keilbohle eine Dreikantleiste den übergang ausgleicht.
Ob das Dichtband im Sanierungsbereich Pflicht ist oder nicht, darüber wird noch gestritten, jedenfalls emphelenswert, besonders wenn die Sparren alt und teilweise abgerundet sind.

Das sind jedoch alles nur Theoretische Pflichtangaben, die Praxis sieht immer anders aus, da solche Maßnahmen Zeit und Geld kosten und kaum ein Bauherr bereit ist solche sachen zu bezahlen.
"Wenn der Dachboden als Wohnraum ausgebaut ist oder dieser schon wärmegedämmt ist ist eine Behelfsdeckung vorgeschrieben.
Damit wäre auch ein Nageldichtband vorgeschrieben.

Wenn dieses nicht zutrifft ist ein Nageldichband nicht vorgeschrieben, da bei einer Enddeckung mit Pfannen die Dichtheit gewährleistet ist bzw. nur noch tropfenweise Wasser eingebracht wird."

Was ist denn wenn der Dachboden später doch noch ausgebaut wird und durch unwetter o.ä. die Ziegel defekt sind, dann dringt Wasser "Tropfenweise" in deine Dämmung ein.

Eine Unterspannbahn muß immer so verlegt werden das Sie für eine gewisse Zeit Wasserabweisend ist (etwa 6 monate), und auch ohne Eindeckung nichts reinkommt.



Thomas



bevor Du jetzt Alarm schlägst bei dem Vorarbeiter oder Meister und es zu Stress kommt,mach Ihn darauf aufmerksam das Du keine Wassersäcke im Traufbereich haben möchtest.
Gegen den Schaden ist der ja wohl versichert denke ich mal.
Im Kehlbereich wird man ja nachsehen ob sich da ein Nagel durchdrückt oder eine Konterlattespitze für ein Loch gesorgt hat.
Ich kenne Deinen Bau nicht also halte ich mich mit Ausführungstips zurück.
Und Nageldichtband nehmen wir auch erst unter 30° Dachneigung.
Also ruhig bleiben.