Unterspannbahn von INNEN anbringen

26.07.2013 ADRORE1



Hallo , ichhabe ein älteres Haus , teilweise mit Fachwerk.Ich möchte gern den Dachboden zum Wohnraum ausbauen.
Das Dach / die Dachdeckung ist in guten Zustand und von Innen sind die Ziegel an den Fugen/Ansätzen mit Mörtel verfugt.
Ich will das Dach möglichst nicht erst abdecken , will aber auch die Dämmung vor Feuchtigkeit / Schnee von aussen schützen.

Frage:
-muss ich eine Unterspannbahn einbauen ?
-kann die Unterspannbahn von Innen an den Balken bzw an der Lattung/Konterlattung angebracht werden ?

schon mal Danke für evtl Tipps!



Dachdämmung



Wenn Sie den Dachraum zum Wohnraum ausbauen wollen, brauchen Sie einen baukonstuktiv und bauphysikalisch stimmigen Dachaufbau inkl Hinterlüftung, der der erhöhten Belastung aus Raumluftfeuchte und Konvektion (Heizung) gerecht wird.

Von innen kann die USpBahn nur ersatzweise angebracht werden in Form von Holzweichfaserdämmplatten zwischen den Sparren, auf Abstand zu den Pfannen. Dieser Abstand ist die neue Hinterlüftungsebene, ohne die es nicht geht, sofern Zu- und Abluft an Traufe und First ausreichend gegeben sind.

Ihre Dachkonstruktion besteht aus einer SParrenlage mit einem Achsabstand von bald 1,20m, wenn ich nach der Rollenbreite der Dämmung gehe, die im Foto davorliegt. Das ist gut die doppelte Breite des normalen Achsabstandes.
Dazwischen könnenSie keine Dämmplatte als Ersatz-USpBahn einbauen. Die Sparren werden höchstens 8/14 sein, unterdimensioniert und vielleicht auch verformt wegen zu großer Spannweite. Sie müssen zudem aufgedoppelt werden, um genügen Aufbauhöhe für die Dämmung zu bieten (EnEV-Anforderungen beachten)

Zudem wirft die Lattung der alten Eindeckung Wellen, hängt durch oder die Sparrenlage bzw. der Dachstuhl hat sich verformt. Die Lattung sollten Sie gründlich überprüfen, auch die alte Eindeckung auf z.B. Frostschäden und dann beurteilen, ob es sich wirklich lohnt, die alte Konstruktion mit einem neuen Dämmungsaufbau zu ergänzen.

So wie die Dachkonstruktion ausschaut, geht´s nicht ohne Ergänzungsmaßnahmen am Dachstuhl. Grundsätzlich sollten vor einem solchen Ausbau, der zudem bauantragspflichtig ist (Umnutzung, Brandschutz, 2. Fluchtweg, Eignung als Wohnraum nach BauO etc.) auch alle Holzverbindungen auf Kraftschlüssigkeit überprüft werden und die Decke über dem obersten Geschoss auf Tragfähigkeit und Eignung als Fussbodenkonstruktion für einen Wohnraum (höhere Flächenlast).



... sofern Zu- und Abluft an Traufe und First ausreichend gegeben sind ...



Neben der Statik wäre das für mich ebenfalls ein wichtiger Punkt.

Das ist ein schönes Beispiel wie ein Foto von der Situation recht schnell klärt, welche Punkte noch zu bedenken sind.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Kann mich dem Vorigen nur Anschließen. Vergessen sie das Projekt.
Was Sie machen könnten, das wäre unabhängig vom Dach, welches eine nicht ausreichende Statik für den Ausbau ausweist, frei aufgebaute Räume zu entwickeln. Meint: Ohne das sie am Dach herum doktoren müssen, die Wände, Decken und Böden aufbauen. Dies ist zwar eine Einschränkung zur Gesamtfläche, aber eine tragfähige Lösung. Es ist nicht immer so wie man es sich erhofft.Aber denkbar und machbar nach vernünftiger Planung wäre das. Warum nicht.



Unterspannbahn von INNEN anbringen



erstmal danke für eure Antworten.
Ich muss nochmal klären / feststellen:
das die Tragfähigkeit erst hergestellt sein muss ist mir vollkommen klar / in Planung .
Aufdoppeln ist ja da schoneine Lösung.
Das ausreichende Hinterlüftung gegeben sein muss ist auch klar.
Einzige Frage die ich wissen wollte ist eigentlich:
kann die Unterspannbahn von INNEN angebracht werden , suzusagen um die alten Balken herum / an den Alten Balken , dann Aufdoppeln , dann Dämmung dazwischen...weiterer Aufbau nach innen.
ZIEL ist auf das Abdecken des Daches zu verzichten , da die Unterspannbahn ja zum Schutz vor Wasser von aussen sowie Schnee dient?!

Auch das Bild ist nicht gerade das beste.



Wie Sie selbst sagen ...



... soll die Unterspannbahn dem Schutz der darunter befindlichen Dachbauteile dienen.

Gesetzt den Fall, dass die Sparren von drei Seiten "ummantelt" werden, kann davon ausgegangen werden, dass gegebenenfalls eindringende Feuchtigkeit sich dort konzentriert. Die "Überlebenschancen" des Holzes halte ich persönlich insoweit für recht gering.

Im Übrigen erachte ich das Risiko, dass die Unterspannbahn mit der zwischen den Sparren eingeschobenen Dämmung bis an die Dachlattung gedrückt wird, für relativ groß. Eine zwingend erforderliche Hinterlüftung der Dacheindeckung wäre dann nicht mehr gegeben.

Riskieren würde ich eine derartige Ausführung jedenfalls nicht.


i. V.

Dirk Meisinger



Dachausbau



Nach dem Foto zu urteilen scheint es kein Platzproblem zu geben. Wenn dem so ist brauchen Sie den Raum zwischen den Sparren nicht zur Unterbringung der Dämmung. Damit würde sich ein anderer Dachaufbau ergeben der die Belüftungsproblematik umgeht und bei dem eine durchgehende USB verlegt werden kann.

Viele Grüße



Bei



uns wurde das von Fachfirmen so gemacht (normale PVC-Baufolie von innen um die Sparren getackert) und nach 15 Jahren waren keine Schäden sichtbar. Riskieren würde ich es selber trotzdem nicht wollen.

Das Dach war Teil einer mit Biberschwanz gedeckten Mansarde, also ein Teil praktisch senkrecht und oben ein Teil mit sehr geringer Neigung. Offenbar wollten sie den Teil, der über 3/4 der Hausbreite und zwei Wohnungen geht damals nicht abdecken und schalen, das restliche Satteldach wurde nämlich sehr wohl erneuert.