Holzfassade mit Dämmung, Dämmmaterial und Ausführung

03.09.2008



Liebe fachwerk.de-Mitglieder,

ich möchte an meinem Fachwerkhaus eine Holzfassade mit Dämmung anbringen lassen. Nun gibt es noch einige Fragen zum Material und zum Aufbau. Es sollen als Dämmmaterial Mineralwolleplatten verwendet werden, darüber eine diffusionsoffene Unterspannbahn als Feuchte- und Windschutz.

Ich hab nun von verschiedenen Zimmereien Fassadendämmplatten mit wasserabweisender Oberfläche angeboten bekommen, z.B. FSP 2 von Isover. Ist das nicht unnötig, wenn sowieso eine Unterspannbahn vorgesehen ist? Kann man da sparen, indem normale Trennwandplatten verwendet werden, bzw. indem bei Verwendung einer Fassadendämmplatte (mit Glasvlies kaschiert) auf die Unterspannbahn verzichtet wird?

Ich finde die Variante "einfache Trennwandplatte und Unterspannbahn" eigentlich o.k., weil hier die Spalte zwischen den Dämmplatten und die Fugen zwischen Dämmplatten und Holz mit der Unterspannbahn überdeckt werden.

Noch zwei andere Fragen:
Eine Zimmerei hat eine winddichte Verklebung der Unterspannbahn mit der Grundlattung und fachgerechtem Anschluß angeboten, sonst bekäme man die Winddichtigkeit nicht hin und es zieht aus den Steckdosen und Fensterlaibungen. Davon habe ich noch nie gehört und halte das für Unsinn. Was meint Ihr?

Außerdem müßte man drauf achten, daß die Fassade so hinterlüftet ist, daß die Luft nicht nur unten hineinkommt, sondern oben wieder hinauskommt aus dem Luftspalt. Es muß ein Lüftungsgitter auch im Bereich der oberen Fassadenkante, wo die Fassade an den Dachkasten stößt, vorgesehen werden. Das klingt nicht unlogisch, aber wie man das konstruktiv hinbekommen soll, ist mir ein Rätsel. gibt es dazu Tips?

Hoffe auf Meinungen von Fachleuten und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus dem Harz
Michael W.



Außendämmung



Ich rate Ihnen ganz von einer Mineralwolldämmung auf Fachwerk ab.
Das Thema ist komplex und wurde schon oft im Forum diskutiert
Anbei 2 Links, zwar bezgl. Styropordämmung aber die Problematik ist ähnlich.


http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/aussendaemmung-aussen-92735.html


http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/platte-wdvs-89927.html


Ich empfehle Ihnen eine kapillar leitfähige, homogen im Lehmmörtelbett eingebaute Holzweichfaserdämmung.
Gründe dafür werden Sie unter anderem in den beiden Links oder über die Suchfunktion finden. Im Grunde ist schon alles ausgiebig diskutiert worden.

Gruß vom Edersee



Außendämmung



Hallo

Wir verpassen unserem 80 Jahre alten Haus seit einem eine Fassadenaussendämmung und das wird auch noch bis 2010 andauern (es sind viele Pojekte). Weil wir Holz mögen, kommt eine vorgehängte Fassade aus Lärchenholz ran.
Das bedeutet also: Isolierung (16cm), diffussionsoffene Unterspannbahn in schwarz (der Optik wegen), Konterlattung und dann die Fassade mit Fugen (Bretter quer).
Die Wahl der Isolierung ist eine Philosophiefrage. Für uns fiel sie auf ein Steinwoll-Produkt (Preis, teilweise wasserabweisend, unbrennbar, formstabil). Aber selbst wenn es heißt: Wasserabweisend, bedeutet das nicht wasserfest. Das Material nimmt auf und transportiert, Fugen sind niemals dicht. Trennwandplatten haben nicht die Eigenschaft, wasserabweisend zu sein. Ausserdem sind diese zu instabil, sie sacken leicht in sich zusammen. Nur für Innen verwenden.
Eine Unterspannbahn einseitig wasserabweisend ist unbedingt notwendig. Ansonsten hat man bei feuchtem Wetter den "Schwamm-Effekt" und feuchte Isolierung ist keine Isolierung, sie transportiert Wärme.
Windichtigkeit ist ebenfalls ein Faktor. Wir können unsere Aussenwand Isolieren soviel wir wollen, die Fugen bekommen wir niemals weg.
Durch die Winddichtigkeit, die windichte Verklebung der Bahnen untereinander und der Anschlüsse der Unterspannbahn gegen Fenster, Sockel oder Dachsimms wird eine Abkühlung minimiert. Ist also sinnvoll und energiesparend.
Eine mangehafte Winddichtigkeit und Isolierung habe ich in einem schlecht gebauten Fertighaus erlebt. An einer Aussenwand schimmelte es um die Steckdosen herum. Hier war eine undichte Durchführung zu einer Ausensteckdose.

Wie so etwas gemacht wird: Anschlüsse, Be- und Entlüftung einer Vorhangfassade und so weiter, .... Auch hier gibt es diverse Philosophien und Quellen. Vergleichen und eigene Meinung bilden ist hier die Devise.
Nachsatz:
Ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Weisheit und Purismus.
Mit Links untermauerte Aussagen, wie zum Beispiel: "Das Thema ist komplex und wurde schon oft im Forum diskutiert
Anbei 2 Links, zwar bezgl. Styropordämmung aber die Problematik ist ähnlich"
Grenzt für mich schon an gelangweil- und überheblichheit. Selbst wenn man schon mittendrin oder gar erfolgreich fertig ist, muß man sich erinnern wie einer selbst angefangen hat.
"Im Grunde ist schon alles ausgiebig diskutiert worden." Schön, damit haben wir der Weisheit Entgültigkeit erreicht.
Gibt es da denn wirklich nichts zwischen schwarz und weise?
Auch Erkenntnis erweitert sich und damit die Machbarkeit. Aber das dann in ihrem Rahmen. Und dann kommt der Kompromiss
Und auch der Selbstzweifel.

Ein gutes Leben in Euren 4 Wänden
wünscht
Dirk



Außendämmung



Hallo

Wir verpassen unserem 80 Jahre alten Haus seit einem eine Fassadenaussendämmung und das wird auch noch bis 2010 andauern (es sind viele Pojekte). Weil wir Holz mögen, kommt eine vorgehängte Fassade aus Lärchenholz ran.
Das bedeutet also: Isolierung (16cm), diffussionsoffene Unterspannbahn in schwarz (der Optik wegen), Konterlattung und dann die Fassade mit Fugen (Bretter quer).
Die Wahl der Isolierung ist eine Philosophiefrage. Für uns fiel sie auf ein Steinwoll-Produkt (Preis, teilweise wasserabweisend, unbrennbar, formstabil). Aber selbst wenn es heißt: Wasserabweisend, bedeutet das nicht wasserfest. Das Material nimmt auf und transportiert, Fugen sind niemals dicht. Trennwandplatten haben nicht die Eigenschaft, wasserabweisend zu sein. Ausserdem sind diese zu instabil, sie sacken leicht in sich zusammen. Nur für Innen verwenden.
Eine Unterspannbahn einseitig wasserabweisend ist unbedingt notwendig. Ansonsten hat man bei feuchtem Wetter den "Schwamm-Effekt" und feuchte Isolierung ist keine Isolierung, sie transportiert Wärme.
Windichtigkeit ist ebenfalls ein Faktor. Wir können unsere Aussenwand isolieren soviel wir wollen, die Fugen bekommen wir niemals weg.
Durch die Winddichtigkeit, die windichte Verklebung der Bahnen untereinander und der Anschlüsse der Unterspannbahn gegen Fenster, Sockel oder Dachsimms wird eine Abkühlung minimiert. Ist also sinnvoll und energiesparend.
Eine mangehafte Winddichtigkeit und Isolierung habe ich in einem schlecht gebauten Fertighaus erlebt. An einer Aussenwand schimmelte es um die Steckdosen herum. Hier war eine undichte Durchführung zu einer Ausensteckdose.

Wie so etwas gemacht wird: Anschlüsse, Be- und Entlüftung einer Vorhangfassade und so weiter, .... Auch hier gibt es diverse Philosophien und Quellen. Vergleichen und eigene Meinung bilden ist hier die Devise.
Nachsatz:
Ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Weisheit und Purismus.
Mit Links untermauerte Aussagen, wie zum Beispiel: "Das Thema ist komplex und wurde schon oft im Forum diskutiert
Anbei 2 Links, zwar bezgl. Styropordämmung aber die Problematik ist ähnlich"
Grenzt für mich schon an gelangweil- und überheblichheit. Selbst wenn man schon mittendrin oder gar erfolgreich fertig ist, muß man sich erinnern wie einer selbst angefangen hat.
"Im Grunde ist schon alles ausgiebig diskutiert worden." Schön, damit haben wir der Weisheit Entgültigkeit erreicht.
Gibt es da denn wirklich nichts zwischen schwarz und weise?
Auch Erkenntnis erweitert sich und damit die Machbarkeit. Aber das dann in ihrem Rahmen. Und dann kommt der Kompromiss
Und auch der Selbstzweifel.

Ein gutes Leben in Euren 4 Wänden
wünscht
Dirk





Hallo Dirk,

vielen Dank für die sachlichen Tips. Der Beitrag davor vom Edersee hat mir nicht geholfen.

Seit meiner Anfrage sind ja schon fast 6 Wochen vergangen, ich hab mich inzwischen selbst etwas mit der Materie beschäftigt.

Daß Trennwandplatten ungeeignet sind, habe ich inzwischen schon bemerkt und werde wohl Fassadenkassettendämmplatten von Ursa verbauen lassen, die sind wasserabweisend und günstiger als Isover. Auf die winddichte Verklebung werde ich achten, danke.

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei Eurem Sanierungsprojekt bzw. den vielen Teilprojekten. Ist beruhigend zu hören, daß sich auch bei anderen die Sanierung etwas hinzieht.

Herzliche Grüße
Michael



???



Sachliche Tipps?
Sorry, aber der Dirk hat ja nicht einmal geschrieben was er für einen Wandaufbau hat.
Habt Ihr Euch die Links und die Suchfunktion mal eingehend zu Gemüte geführt? Hier geht es ausschließlich um Fachwerk.
Glas/Steinwolle und Polystyrol haben keine ausreichende kapillare Leitfähigkeit. Was bei Massivbauten keine negativen Auswirkungen hat, kann bei Fachwerk u.u. zum Totalschaden führen. Aber jedem das seine, ich red mir den Mund hier nicht fusselig.

Viel Spaß beim Dämmen.



!!!!!



Meine Güte
Begreif doch mal, das pingelige detailversessenheit nicht immer zu einem bewohnbaren Dach über dem Kopf verhilft. Es gibt nicht die absolute Weisheit.
80 Jahre alt, Ziegelmauerwerk, 2stöckig, plus Dachstuhl, einfache aber gute Zimmermannarbeit. OK?
Viele Grüsse
Dirk





Na, ich weiß nicht, aber wenn es stimmt, daß die geringere kapillare Leitfähigkeit von Mineralwolle im Vergleich zu Holzweichfaserplatten auf Dauer zur Zerstörung des Fachwerks führt, sind 99 Prozent der Fachwerkhäuser bei uns im Harz falsch gedämmt und werden zum Sanierungsfall durch die Dämmung.

Das ist zwar nicht ausgeschlossen, aber doch schwer vorstellbar.

Außerdem würde die Untere Denkmalbehörde (da sitzen übrigens lauter Lehmbaufans, aber keine Fanatiker) eine erhebliche Mitschuld tragen, da sie auch auf Nachfrage nach der Problematik von Mineralwolle nicht abrät.


Michael



Es geht auch ein wenig um die Qualität der Ausführung....



... nicht nur um Philosophie.

Einmal ist nicht exakt angegeben welche Platte von Ursa da verwendet wird. Es sieht jedoch ganz danach aus, dass zwischen der Tragkonstruktion der Holzverschalung diese Dämmplatten eingesetzt werden sollen.

Eine Alternative möchte ich wenigstens genannt haben:

Holzdämmplatten
Die Vorteile der Holzfaser zur Steinwollefaser sollten klar sein - wenn gewünscht, dann gehe ich gerne noch näher darauf ein.

Die Grundlattung kann dann bei gleicher Dämmdicke etwas schwächer ausgelegt werden. Dafür kommt dann als Winddichtung keine Unterspannbahn sondern eine Holzdämmplatte mit Nut und Feder zum Einsatz. Diese gibt es mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis bis zu 40mm stark (preisaufwendiger dann bis 80mm). Darauf dann Konterlattung und Lattung für die Holzfassade.

Folgende Vorteile sehe ich gegenüber der Steinwolle-Lösung:

- Holzfaser (dazu gerne mehr)
- homogenes, natürliches Material zum Fachwerk
- Durchgehende Dämmung auf der Grundlattung durch die Nut- und Federplatten (keine Gefahr von Wärmebrücken)
- deutlich besserer Schallschutz
- höhere Rohdichte

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Da wir für relativ wenig Geld ein schon stark verbasteltes Haus gekauft hatten, welches auch noch ca. zwei Jahre unbewohnt und leer stand, haben wir bis auf die Mauern und das Dach alles frisch gemacht. Nach heutigen Energiegesichtspunkten hätte man alles "wegschieben" müssen. Das Gebäude selbst hatte auch nichts, was hätte historisch erhalten werden müssen. Uns hat allerdings die Grösse und die Lage selbst gereizt. Ebenso das Potential, alternative Techniken zu verwenden. Energie und CO2 Sparprogramme haben uns da geholfen. Bedeutete gleichzeitig allerdings auch, einen Architekten hinzuzuziehen. Das dieser dann auch Baustatiker und Energieberater ist, war (und ist immer noch) für uns ein grosses Glück. Wir haben die (sowieso verfrohrene) Heizungs- und Wassertechnik rausgerissen, ebenso die gesamte Elektrik. Aussentüren und Fenster sind energetisch auf dem (letzten Jahr) neuesten Stand. Das Ziel ist, aus dieser Hülle ein zehn-Liter-Haus zu machen.
Wir haben unter anderem in diesem Forum recherchiert, um Hilfe und Tips für die Umsetzung zu erhalten. Nicht nur für jetzt, sondern auch schon vorbereitend für die Zukunft. Das Dach haben wir zum Beispiel von Innen isoliert, die Sparren aufgedoppelt u.s.w. Die Eindeckung kommt zwar erst in einigen Jahren, aber was kann ich jetzt schon richtig machen um später .... Hierfür gibt es auf dieser Seite etliche Anregungen.
Die Umsetzung ist aber immer eine Gratwanderung zwischen was will ich und was ist möglich.
Wie dämme ich zum Beispiel ein 2stöckiges (plus Dachgeschoß) Gebäude von 6,5mx20m so das es den heutigen CO2 Richtlinien entspricht? Das Gebäude wird mittels Solarthermie und Holzherd mit integriertem Wärmetauscher beheizt, 240qm!. In unserem Fall bedeutet das 20cm Isolierung im DG Zwischsparrendämmung (45°) und 16cm Außenwanddämmung. Wie würde das ein "Traditioneller" machen? Was würde das kosten?
Vielleicht ist das hier das "falsche Portal". Aber uns hat es unheimlich weiter geholfen. Das wir keinen Lehm oder nur geringe Rücksicht auf die Kapilaren genommen haben, ist für uns allerdings kein Fauxpas. Wir wollen ein energetisch schlecht gebauetes Gebäude nach heutigen Gesichtspunkten bewohnbar machen. Nichts anderes als das, was andere schon Jahrhunderte vor uns wollten. Und was andere in der Zukunft machen werden.

Viele Grüsse
Dirk



Vielleicht eine Parabel ....



... als unserem alten, wohlbeleibten Stadtpfarrer das tägliche Leben immer schwerer wurde, so manches Zipperlein ihm Nöte beitete, suchte er doch mal seinen Hausarzt auf.

Der fragte nach seinem Wohlbefinden. Der Pfarrer erzählt ihm von seiner Jugend und daß er früher wesentlich leistungsfähiger war und daß es jetzt hier und dort nicht mehr so recht gut geht.

Der Hausarzt schaut ihn prüfend von oben bis unten an. Dann sagt er: "Naja, Herr Pfarrer, einen Windhund können wir nicht mehr draus machen....

... höchstens noch einen Bernhardiner."

Grüße,

Frank