Dachdämmung ohne Unterspannbahn?

08.05.2008



Hallo,

wir möchten bei einem denkmalgeschützten FW-Haus mit sehr komplexer Dachform die Dachschrägen dämmen. Die Eindeckung ist in Ordnung und wird nicht erneuert. Eine Unterspannbahn ist nicht vorhanden, lediglich eine Traglattung unter den Ziegeln. Da mir nicht klar war, wie man in diesem Bestand mit dem Thema "fehlende Unterspannbahn" umgeht, habe ich bei ISOVER angerufen und mir wurde gesagt, man brauche keine, das eingedrungene Wasser verdunste wieder. (Aufbauvorschlag: "Konterlattung" unter der Traglattung anbringen, Dämmung zwischen den Sparren einbringen, Dampfbremse und GK drauf und fertig!). Nun scheiden sich hier ja die Geister: Was macht man bei einem solchen Haus? Ohne Unterspannbahn dämmen, auch wenn der Dachdecker dagegen ist? Neueindeckung kommt wie gesagt nicht in Frage...
Vielen Dank und Grüße,
Xenia



Dämmen ohne Unterspannbahn



Recht hat er, der Dachdecker. Aber Sie können die Gefahr für Ihre Dämmung mindern, wenn Sie kaschierte Dämmplatten bzw. Bahnen einbauen.
Ich verstehe Sie ja, aber Sie müssen wissen, daß das Risiko eines kapitalen Feuchteschadens nicht gering ist.

Grüße



Hier finden Sie eigentlich alles



Wir hätten da auch Bauchschmerzen!
Ohne Unterspannbahnen oder Unterdeckplatten würden wir erst garnicht nachdenken.
Die bessere Variante wäre hier wirklich die Lösung mit einer zwischen den Sparren eingebauten Unterdeckplatte und dann mit einer Vollsparrendämmung arbeiten.

www.gutex.de/planen/index.html

Man kann auch eine Zellulose sich einblasen lassen.
Doch dann sollte innenseitig ein Baupapier kommen und darauf eine Kreuzlattung zur späteren Aufnahme der Beplankung.

Frohe Pfingsten

Udo Mühle





Hallo,
ich denke das die Jungs von Isover nicht ganz unrecht haben.
Das Wasser das bei ihrem Dach eigentlich entstehen kann ist Schwitzwasser, dem mit einer gut abgedichteten Dampfsperre schon mal der garaus gemacht wird, und noch Wasser das von oben kommt sprich , Flugschnee und Regenwasser bei undichter Dacheindeckung". Da ihre Dacheindeckung nach eigener aussage in Ordnung ist und die menge an Wasser bei Flugschnee sehr gering ist , und schnell wieder verdunstet, kann man auch auf die Unterspannbahn verzichten. Man sollte allerdings dann darauf achten das zwischen Dämmung und Traglattung ca. 2-3cm Luft bleibt.
Sie können auch noch eine diffusions offene Unterspannbahn von Innen anbringen indem sie sie etwas breiter schneiden wie das Balkenfeld ist (ca. 15 -20 cm) und seitlich gegen den Balken tackern (am besten nichts an der Traglattung befestigen), aber darauf achten das die Usb. nicht straff ist sondern etwas durchhängt und das die Überdeckung so ist das evtl. anfallendes Wasser von der oberen Bahn auf die untere Bahn laufen kann. Außerdem muß die Usb. unten über den Querbalken nach außen geführt werden. Dann kann die Dämmung mit etwas Abstand zur Usb. (ca. 2-3 cm)
eingebaut werden.

Hoffe ich hab das nicht zu kompliziert verfasst und kann damit weiterhelfen .

Gruss Daniel



@ Daniel K.



Sie scheinen ein guter Kenner von Isover zu sein?
Ihre Fachlichkeitsbemerkung in allen Ehren, doch was ist, wenn ohne die Unterspannbahnempfehlung ein Bauschaden entsteht?
Übernehmen Sie die Haftung dann?
Probieren Sie einmal folgenden Versuch.
Nehmen Sie ein Stück neue MiWo und lassen darauf über einen längeren Zeitraum Wasser tröpfeln.
Noch besser wird es gehen, wenn Sie das Stück schräg stellen.

Gute Erfolge

Udo Mühle



Ich habe es so gemacht



MiWo zwischen die Sparren und 5-6cm Luft zu den Pfannen gelassen . rauminnenseitig war bzw ist eine 7cm Schilfrohrmatte , welche verpuztz ist . Von aussen habe ich in jedem Sparrenfeld unten an der Traufe eine Lüftungspfanne verbaut . dasselbe auch oben im First .
Wichtig mir war , keine dampfbremse zu verbauen , sodass ich bei einer defekten Pfanne sofort das Leck finden kann .
Und sie da , es funktioniert alles Prima .



@ Michael



...und wenn ein Leck entstanden ist und Wasser in Deine ominöse Konstruktion gedrungen ist und in Deinem Objekt zum Schaden führt, wird Hurra-klatschend Deine Gebäudeversicherung prompt das Regulierungsgeld überweisen!
Selbstbaukonstruierende Ideenfinder in allen Ehren, doch MiWo und auch sämtliche anderen verbauten Dämmstoffe sollten unbedingt vor eindringendem Wasser geschützt werden.
Und innenseitig hast Du auch noch auf die Dampfbremse verzichtet?
Damit dringt Deine raumseitige Warmluft ja sofort in die beschi..... gelbe Wolle ein.
Na dann gute Fuhre bei Deiner waghalsigen Lösung!

Leider nur schade, daß solche Lösungsvorschläge viele tausend Mitleser und Selbstbausichüberschätzendeeigenlösungserfinder lesen und dann sicherlich wie aus ihrem Herzen sprechend auch umsetzen.

Winddichtung und Energieverlust lassen grüßen!!


Haare zerraufende Grüße

Udo Mühle



Sie...



scheinen es wohl leider wiedermal nicht verstanden zu haben . Aber erst schön alles schlecht reden . Den Grund dafür kann ich mir auch denken .
Als erstes . Ich habe mir hier (den Namen möchte ich nicht nennen , da es kostenlos gemacht wurde ) eine Berechnung machen lassen .
Der Aufbau funktioniert einwandfrei .
Woher wollen Sie bitteschoen wissen , Wie dicht meine Putzschale ausgefuehrt ist ? Koennen sie nicht , also bitte reden sie nicht von großen Mengen Warmluft welche in die MiWo zieht . Sicher ist dies im gewissen Sinne richtig ,das mehr Warmluft in die Wolle geht wie mit Bremse , aber Sie haben sicher die Hinterlüftung vergessen , welche ich verbaut habe . Winddichtigkeit ist natürlich auch nicht optimal gegeben , aber lieber etwas Wind in der Konstruktion , als Schimmel . Mein System funktioniert soweit seit 5 Jahren sehr gut . Meine Gasabrechnungen beweisen es . und durch Sichtkontrollen kann ich einen Schimmelbefall ausschliessen .
Auch das mit der fehlenden Dampfbremse scheinen sie nicht verstanden zu haben . begreifen sie nicht , wenn eine Pfanne "undicht" ist , sich binnen kürzerer Zeit Flecken im Rauminneren abzeichnen ? Anscheinend nicht . Was wäre wohl , wenn ich eine Bremse verbaut hätte . Und zweitens kann nicht jeder so vom Reichtum befallen sein wie Sie , daher eine gute Lösung für mich , womit ich hervorragend leben kann . Hauptsache Sie reden gleich alles schlecht , denken an Ihr eigenes Geschaeft und verbreiten hier schlechte Stimmung mit Ausdrücken wie "SCHEISSE" .
Naja sojemanden würde ich schon weniger glauben schenken .

Und nun verbreiten Sie bitte weiter Stress hier im Forum .

sonnige Grüße



@ sperling01@freenet.de)



Vorsicht mit Ihrer Tonlage!
Wir können gern am Telefon miteinander streiten, aber bitte nicht auf diesem niederen Niveau.

Ich stelle mich gern Ihren Ansichten zur Anhörung, doch mit meinen Ansichten denke ich auch stets als Kunde und Mensch.

Ihre Berechnungen (von welchem Fachmann auch immer!) würden mich dazu sicherlich interessieren.

Leider bin ich Einzelkämpfer und kann mir eigentlich nicht leisten, derartige waghalsige Konstruktionslösungen meinen Kunden zu empfehlen.

Gewisse Fachkompetenzen lasse ich einfach gelten.

Stressfreier Gruß



Dachdämmung ohne Unterspannbahn



An Michael Sperling:

Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie Leute wie Sie mit doch recht komplexen technischen Problemen umgehen.
Da fährt man (so welche wie ich) zu Lehrgängen und hört sich erfahrene Leute zu solchen Themen an, liest Fachbücher und die einschlägigen Normen, ehe man sich dazu äußert oder Kunden als Baubetreuer Empfehlungen gibt.
Ohne Unterspannbahn ein Dach neu zu decken ist vorsichtig ausgedrückt grob fahrlässig bis grob vorsätzlich.
Sicher wurden früher Dächer ohne Unterspannbahn gedeckt, weil man keine entsprechenden Materialien hatte.
Der Dachboden als Kaltdach bot natürlich die Möglichkeit, Leckstellen in der Dachhaut zu finden und bis zur Reparatur einen Eimer darunter zu stellen.
Bei Ihrem gewählten Dachaufbau geht das garantiert nicht.

Und über Eines sollten Sie sich klar sein:
Es gibt kein regen- und schneesicheres Ziegeldach!
Selbst bei vollständiger Eindeckung dringt Wasser ein.
Und bei Schäden ist die Leckstelle eben nicht so einfach von unten zu sehen, wenn eine Dämmung und eine Putzschale darunter sind.
Wenn ein Schaden sichtbar wird, dann Tage oder Wochen später und an einem anderen Ort wie der Schadensstelle.
Bis dahin hatte die Dämmung Zeit, sich richtig mit Wasser vollzusaugen.
Die Folgeschäden sind dementsprechend hoch.

Viele Grüße