Satteldach dämmen / Drempel isolieren und die ewige Frage der Hinterlüftung

14.06.2009



Ein Hallo an das Forum, habe bereits viel gelesen hier im Forum, brauche dennoch Euren Rat:

Ich möchte gerne den Dachstuhl unseres Hauses ausbauen. Es handelt sich um ein Satteldach mit einer Sparrentiefe von 24cm. Ansonsten der übliche Aufbau mit diffusionsoffener Unterspannbahn (allerdings BJ 1990), Konterlattung, Dachlattung und Dachziegeln. Der Boden ist bereits mit einem Betonstrich versehen. Da der Vorbesitzer wohl nie richtig vorhatte, das Dachgeschoss auszubauen, wurde gewissermaßen lustlos( d.h. viele Spalten und Risse) eine alu-kaschierte 120mm dicke Glaswolle an die Sparren getackert. Die verbleibenden 120mm in der Sparrentiefe wurden hinterlüftet angelegt, es befinden sich Lüftungsgitter an den Traufen. Die Unterspannbahn endet 10cm unter dem First, wahrscheinlich um die Hinterlüftung über die Giebel (die Abschlusspfannen an den Geibeln sind ebenfalls gelocht) sicherzustellen.

Es ergeben sich zwei Fragen:

a) Nun habe ich eine anscheinend diffusionsoffene Unterspannbahn, ich könnte doch nun aus dem Kaltdach auch ein Warmdach machen, indem ich bis an die Unterspannbahn die vollen 24cm ausnutze und nach innen hin mit einer Dampfbremse weitermache. Nach der Lektüre einiger Beiträge hier und in anderen Foren bin ich allerdings über die vielen Schäden bei unsachgemäßer Anbringung der Folie erschrocken. Bringt das Warmdach gegenüber dem Kaltdach tatsächlich eine so hohe Energieersparnis, dass man die Risiken zunehmend in Kauf nimmt? Mir wäre wohler bei dem Gedanken, die Hinterlüfung zu belassen (etwa 4-6cm) und dann noch eine zusätzliche Untersparrendämmung aufzubringen. Macht eine Dampfsperre dann noch einen Sinn? Sie kostet ja nicht die Welt und schadet wohl auch nicht, zumal sie ja auch die Winddichtigkeit sicherstellt.

b) Die Dachneigung ist relativ gering und es gibt keinen Kniestock. Ich habe vor, eine Drempelwand an beiden Dachseiten zu installieren (evtl. Trockenbauwand). Wie sollte die Isolierung der Drempel aussehen? Das einfachste wäre, die Sparren bis auf den Boden zu dämmen incl. Folie und die Drempelwand selbst nicht zu isolieren. Hier scheint mir aber ein Auskondensieren an der dann offenen Folie im Drempel selbst vorprogrammiert zu sein. Wäre es nicht besser, die Isolierung nur über dem Wohnraum vorzunehmen und sie dann hinter der Drempelwand senkrecht bis zum Boden zu führen? Die verbleibende Bodenfläche im Drempel könnte dann ja wie eine normale Geschossdeckenisolierung (also einfaches Auslegen von Mineralwolle) geschehen.

Irgendwie scheint mir diese Vorgehensweise, also Hinterlüftung und Dach-Iso nur über Wohnraum transparenter zu sein, vorallem in Hinsicht auf kurz- oder langfristig entstehende Fehler. Oder bringt das Warmdach wirklich DIE entscheidenden Vorteile?

Bin für jeden Tipp oder Rat dankbar.



Die



Frage nach der Unterspannbahn ist wichtig.
Ist die wirklich Diffosionsoffen?
Wenn ja kannst du die ganze Sparrenhöhe zum dämmen nutzen.
Ist die Bahn es nicht dann mußt eine Luftschicht lassen.
1990 wahren noch die dichten Unterspanbahnen sehr verbreitet.



Um genaueres sagen zu können,



wären Bilder oder Vorortbegutachtung der Baustelle notwendig.
Derzeit kenne ich zwei Dämmverfahren, die sich ohne grossen Aufwand in solchen Fällen realisieren lassen und auch noch ein sehr vernünftigen sommerlichen Hitzeschutz bietet. Wichtig ist nur ein dementsprechender Aufbau, der genügend Rücktrocknungspotential bietet.

Grüsse Thommas



Satteldach dämmen.



Hallo,

ich halte Ihre Überlegungen für schlüssig. Man kann das kaltdach belassen und mit einer zusätzlichen Dämmebene auf der Unterseite der Sparren (quer dazu, also die Sparren ebenfalls überdämmend) verbessern. In diesem Fall sollte eine Dampfsperre mit Rücktrocknungsmöglichkeit eingebaut werden.
Es ist richtig, die Sparren bis zum Boden zu dämmen.

Grüße vom Niederrhein



Unterspannbahn



Hallo,

wollte Ihnen zunächst schon zum Warmdach raten, hab dann allerdings gerade noch rechtzeitig gelesen, daß die Unterspannbahn 10 cm unterhalb des Firstes aufhört. Wenn Ihnen also bei einem Warmdach ein Firstziegel kaputtgeht, dringt das Regenwasser direkt in die Dämmung ein und hat kaum eine Chance, wieder zu entweichen. Die Dämmung würde sozusagen "absaufen". Also bleiben Sie beim Kaltdach. Bei einem 24er Sparren und einem Luftspalt von ungefähr 3-4 cm haben Sie somit eine Restdämmdicke von 20 cm. Das ist doch reichlich, wie ich finde. Ich würde zweimal 10 cm einbauen, um die Stöße zu versetzen und so evtl. Wärmebrücken zu vermeiden. Unterhalb der Sparren würde ich nicht mehr dämmen, da sie ja erwähnten, die Neigung wäre recht gering und eh kein Kniestock vorhanden. Da geht Ihnen dann wertvoller Wohnraum verloren.

MfG Andreas



Vielen Dank



für Eure konstruktiven Antworten.

@Andreas Ich denke, ich werde tatsächlich genau aus diesem Grunde vorerst beim Kaltdach bleiben. Das Haus ist jetzt 20 Jahre alt und irgendwann werden auch mal die Betonziegel fällig. Bei der Gelegenheit könnte man dann eine neue Unterspannbahn samt Lattung aufbringen, die auch den First abdeckt. Den Zwischenraum, der jetzt die Hinterlüftung darstellt, könnte ich dann ebenfalls von oben auffüllen. Deswegen möchte ich auch jetzt schon, trotz Hinterlüftung, auch bereits eine gut ausgeführte Dampfsperre vorsehen. Spricht irgendetwas gegen diese Vorgehensweise?

Wäre nett, wenn noch jemand was zu der Isolierung der Drempel bei null Kniestockhöhe sagen könnte. Also
a) Zwischensparrendämmung samt Folie bis zum Kniestock und nicht isolierte Drempelwende oder b)Dämmung nur oberhalb des bewohnten Dachraums und hinter den Drempelwänden und auf dem Boden des Drempelraumes.

Nochmals Danke für dieses tolle Forum hier.