Unterschiedliche Dämmsysteme an einem Haus anwenden

03.09.2018 Fellino



Hallo zusammen,

die Planung des Umbaues nehmen langsam formen an und bei der Dämmung der Gebäudehülle bin ich mir noch nicht einig. Das Bauernhaus ist im EG aus Natursandstein und Ziegel erbaut. im 1.OG baut sich das Fachwerk auf. Dieses wurde vor etwa 40 Jahren von meinem Opa frei gelegt (davor war es mal eine Zeitlang verputzt - original war es aber mal sichtbar).
Nachdem die Westseite durch das Wetter sehr in mitleidenschaft gezogen wurde (kaum Traufüberstand kaum vorhanden) muss hier wieder ein Putz drauf, um das intakte Fachwerk zu schützen. Weiterhin ist der Giebel auf der Südseite bereits bei der vergangenen Sanierung abgebrochen worden und durch ein Mauerwerk ersetzte worden. Die Süd- und Ostseite sind frei gelegt und in einem relativ guten Zustand. Das Fachwerk ist auch recht schön anzusehen.
Nun kommt die Frage der Dämmung von diesem Gebäude. Im unteren EG wäre ein mineralischer Wärmedämmputz von 6-8 cm kein Problem, welchen ich auch auf der West- und Südseite bis unters Dach führen möchte.
Jetzt stellt sich die Frage der Süd- und Ostseite bzw. das Fachwerk im 1. OG. Hier wäre eine Innendämmung angedacht. Konstruktion mit einer Vorsatzschale aus Holzfaserplatten oder Lehmbauplatte und einer Füllung aus Holzfasern.
Soweit die Theorie, aber wie sind die Übergänge zu gestalten, gerade da der Wechsel von Innen zu Außendämmung in den Ecken stattfindet. Neben diesem Problem gibt es auch das vom EG zum 1.OG, dort ist ebenfalls ein Wechsel von Innen- auf Außendämmung.
Schnittstellen die mir doch noch etwas Kopfzerbrechen bereiten, vielleicht hat das bereits jemand gelöst oder es ist gar nicht so problematisch. Bin über Hilfe, Referenzen o.ä. sehr Dankbar

Lg Linda



Innendämmung



Ich bevorzuge die Innendämmung mit in Lehm geklebten HW Platten. Damit ist das System ohne Trennschicht und kann so nach innen oder außen trocknen.

Anschlüsse sind immer problematisch, sowohl an den Balken als auch an den Innenwänden. Zu den Anschlüssen meinte mein Energiberater, dass eigentlich Decken und Böden geöffnet werden müssten um die Isolierung durchgängig zu machen. Aber, durch die nur mäßige Isolation der Innendämmschale die Gefahr an den Anschlüssen nur gering ist. In den entsprechenden Publikationen zur Innendämmung von Fachwerk wird nur eine Isolierung mit 4-6 cm empfohlen. Auch die KfW verlangt für Fachwerk bei der Förderung Denkmal nur eine Isolierung von ca. 0,8 W/qmK, was mit 4 cm HW erreicht werden kann.

Bei meinen gemauerten Wänden bin ich noch nicht fertig mit der Planung. 6-8 cm Wärmedämmputz außen reichen bei der derzeitigen EnEv in der Regel nicht aus.



Nach meiner Information,



kommt die ENEV beim Denkmal nicht zum tragen.

http://www.enev-online.com/enev_2014_volltext/24_ausnahmen.htm


Und bitte, entfernt die ""hübsch hässlichen"" Klinkerverblender im Sockelbereich, so bald als möglich.
Damit, kann das Mauerwerk darunter auch mal wieder austrocknen.

Viele Grüße
Hanno



Immer noch ratlos



Die Fliesen kommen natürlich auch weg ;)

beim Denkmal gibt es keine EnEV - zum Glück das wäre mit der Verschärfung auch schwierig zu erreiche. Ich möchte den KFW Effizienzhaus Denkmal erreichen und das wird weniger das Problem werden.

Das mit dem Übergang zur Balkendecke ist mir klar mir ist nur nicht klar wie der Übergang von außen zu Innendämmung aussehen soll. Wie viel cm Überlappungen von Innen zu Außendämmung in den Ecken benötige ich? Wie sieht es von unten nach oben aus? das sind so Fragen die mir Kopfzerbrechen bereiten. Wie die Dämmung ausgeführt wird ist nicht das Thema und mit welchen Materialien, nur die Knackpunkte.

Habe bisher nur Häuser geplant, welche ein einheitliches Dämmsystem hatten, also entweder Innen oder eben Außen.



Für solche Fälle,



gibt es z.B. bei "" Pavatex "" Broschüren mit Konstruktionsbeispielen.

www.pavatex.de/download/broschueren/


Sollte da nichts zu finden sein, würde ich mich an den jeweiligen Dämmstoffhersteller direkt wenden.
Die Sachbearbeiter können da sicherlich Auskunft geben.

Viele Grüße
Hanno



Wärmebrücke



Jetzt habe ich noch mal die Pavatex Hinweise zu Wärmebrücken und Wandsysteme durchgesehen, ob ich da vielleicht was übersehen habe. Aber auch da ist nirgends etwas zu Wechsel von Innen- zu Außendämmung zu finden. Die Beispiele funktionieren nur wenn die Dämmung sich überlappt. Für die Schwelle im Fachwerkhaus auf einem Steinsockel ist da nichts auch nur annähernd passendes zu finden. Die Konstruktionen dazu beruhen alle auf einer 12 cm Isolierung am Boden mit Estrich darüber. Wer kann so etwas schon in einem Bestandsbau machen.



Danke



Ich glaube so richtig weiterkommen werde ich mit den Hinweisen leider nicht. Eine Wärmebrückensimulation wird da wohl eher weiterhelfen bzw. eine Berechnung.
Dachte vielleicht hatte schon mal jemand das Problem :)



Dämmung innen / aussen



moin,
wir haben ähnliche Aufgaben gehabt , bis ins kleinste ist das nicht zu lösen ,
die Bausubstanz ist nunmal wie sie ist , hier vorallem die Balkenlage als Kältebrücke gesondert zu betrachten . Allerdings läßt sich diese idR in den Randfächern dämmen
zB Zellulose per Einblasdämmung , dann läßt sich ein Übergang darstellen zwischen
innen gedämmt oben bzw aussen unten