Unterputz begradigen?

07.08.2018 Fächermann



Hallo liebe Community,

ich habe eine Frage bzgl. des Unterputzes. Ich habe nun ein Zimmer komplett verputzt. Allerdings zeigen sich etwaige Unebenheiten.

1. Dellen. Diese kann ich noch auffüllen mit Putz.
2. Beulen. Da weiß ich nicht, was ich tun kann. Das Wort "Beule" trifft es nicht ganz. Es sieht aus, wie wenn man z. B. einen Teiglappen zur Hälfte auf eineen anderen Teig legt. Dann sticht das Ende des oberenTeiglappens vor dem Hintergrund des unteren hervor. Was kann ich hier tun, um das anzugleichen? Ich habe nochmal Putz aufgetragen und abgerieben, aber damit verstärke ich nur diese Rände.

Vielen Dank!
MSH





Da sollten wir mal die Technik überprüfen.

Das Beste wird sein den Putz zu rabottieren. Fehlstellen aufzufüllen und einen Feinputz aufzutragen.



Gitter-Rabo



Das ist nicht weiter schlimm. Verputzen ist eigentlich zu 100% Erfahrungssache. Was am Anfang noch nach fürchterlichem Geschmiere aussieht, wird im Laufe der Zeit automatisch immer besser. Zum Glück kann man fast alles, was beim Verputzen nicht gleich gelingt, wieder korrigieren.

Besorg Dir ein Gitter-Rabo und zieh damit die Überstände ab. Verfüll am besten vorher die restlichen Löcher, denn auch dort wirst Du vermutlich bei den Überlappungen wieder etwas abzutragen haben.

Letztendlich ist die Genauigkeit auch abhängig vom Deckputz, den Du auftragen willst. Nicht jeder deckputz erfordert einen absolut planen Grundputz.



Will gelernt sein



Sicherlich wird es mit der Zeit immer besser, aber um grundlegende Dinge von Anfang an richtig zu machen, ist es nicht schlecht, es sich mal zeigen zu lassen. Ein Richtscheit ist ein gutes Hilfsmittel, um gerade Flächen gleich hin zu bekommen. Da brauch man den Rabot dann nicht.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schimdt



Gitter-Rabo



Wie wird denn solch ein Gitter-Rabo angewendet?

Gezeigt hatte man es mir, allerdings damals nur mit Putzmaschine, die ich sleber natürlich nicht habe. Damals ging das zügig und aufgrund der vielen Masse, die an die Wand gespritzt wurde, wurde es auch schnell gerade. Ich habe nun alles mit Hand angeworfen oder aufgezogen.



Gitter...



Das Werkzeug kann man nicht bei jedem Putz einsetzen...und dann eigentlich auch immer nur eine gewisse Zeit lang. Ansonsten könnte man versuchen, die Dellen aufzufüllen, die Wand zu begradigen und dann einmal komplett dünn überputzen



Anwendung



Einfach kreisend abreiben. Dabei immer wieder den Winkel ändern, damit Du keine Wellen erzeugst. Wieviel Druck Du ausüben musst hängt vom Putz und der Zeit ab, die er schon getrocknet ist. Gerade zementhaltige Putze werden nach ein paar Tagen extrem hart. Diese sollte man möglichst frühzeitig rabottieren. Bei weichen Putzen solltest Du darauf achten, dass Du das Gitter-Rabo fest hälst, damit es nicht kippt, verkantet und dann eine Fuge in den Putz zieht. Letztendlich ist es genauso wie das Verputzen eher Erfahrung als spezielles Wissen. Den Dreh hast Du schnell raus.



Kratzer



Macht man mit dem Gerät Kratzer in den Putz?



Kratzer



...es kommt darauf an, welche Körnung der Putz hat und wie weit er schon abgebunden ist. Was ist es denn für ein Putz?



Anfeuchten?



Wäre es weiterhin gut, den Putz vorher anzufeuchten?



Lehmputz



Es handelt sich um Lehm-Unterputz von Conluto.



Lehm gutes Übungsmaterial



Hallo, ich würde mit Hilfsmitteln, Richtscheid hatte ich ja schon erwähnt, dazu gehören noch Putzlatten, diverse Aufzieher usw. versuchen den Putz gleich gerade abziehen. Bei Lehm ist das kein großes Problem, da er ja nicht abbindet. Wie gesagt youtube ist zwar nicht schlecht aber beim Zeigen kann man Fragen stellen und man kann es besser wiederholen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Lehm



Bei Lehm ist das relativ easy...feuchte die Wand ordentlich an, dann kannst Du mit einem Richtscheid die Buckel gut abkratzen....oder eben dazwischen auffüllen...je nachdem, was dir besser und einfacher gelingt, um die Wand lotrecht und eben zu gestalten



Gitter Rabo



Habe mir gestern ein Gitter Rabo gekauft und finde ds Werkzeug sehr gut. Habe es gestern gleich probiert und bin mehr als zufrieden, auf diese Weise die Beulen raus "hobeln" zu können.

Allerdings nimmt der Putz an den gehobelten Stellen eine andere Struktur ein als bei den benachbarten Flächen. Kann ich das durch Abreiben nochmal angleichen?



Wozu?



Kommt da kein Deckputz mehr drauf?



Deckputz



Nein. Ich möchte den Unterputz als Oberfläche belassen.



Unterputz



...also den Putz soweit einweichen, dass die Fläche in einem nochmal "übergerieben" werden kann - vermutlich NEIN...das saugt allein durch die andere Oberfläche anders, auch werden die Steinchen fehlen...

Ich würde mit dem Unterputzmaterial nochmal eine dünne Schicht aufziehen und die dann begradigt verreiben



Unterputz



Das hatte ich ja schon versucht, wodurch es dann zu diesen Beulen gekommen ist. Jemand meinte, ich solle Unterputz mit Feinputz vermengen und anwerfen, aber da bin ich mir auch unschlüssig.



Unterputz



Ich habe bei mir ALLES mit selbst gemischtem Unterputz gemacht.....Wand ordentlich vornässen....Putz in einer dünnen Schicht aufziehen (zwischendurch immer mal nachfeuchten), die Wand mit dem Richtscheid oder einer 2m Kardätsche prüfen und begradigen und dann erst abreiben....



Unterputz begradigen



Hallo MSH! :-)

Um eine homogene Struktur hinzubekommen (nach dem Begradigen mit dem Rappo) empfehle ich, dir noch ein Nagelbrett zu kaufen, oder Edelputzkratzer oder wie auch immer man das nennt.
Die Struktur ist etwas rustikaler, je nach Körnung, aber hat was! Wenn dir das nicht gefallen sollte kannst Du die Wand dann immernoch abreiben / filzen.

"Es sieht aus, wie wenn man z. B. einen Teiglappen zur Hälfte auf einen anderen Teig legt."
Das klingt nach Ansätzen, weil der Putz zu schnell gezogen hat. Bei "manuellem Auftrag" passiert das schnell, deswegen den Untergrund ordentlich anfeuchten und zügig arbeiten.
Ich selbst schaue mir vor dem Reiben die Wand immer nochmal an und kratze mit dem Fuddelchen (Stuckateureisen) kleine Ansätze weg, sodass ich eine ebene Oberfläche erhalte. Bei großen Ansätzen kommt auch mal der Rappo in Spiel. Über diese Stellen muss man dann teilweise öfter drüberreiben (nicht zu oft, sonst hat man schnell wieder eine andere Struktur). Die Richtung, in die man reibt, kann auch entscheidend sein, aber sowas muss man ausprobieren.

Viele Grüße

Lehmbauer Marc



Struktur



Habe heute alle stellen mit diesem "Hobel" bearbeitet, die zu bearbeiten waren. Bei Dellen habe ich mit einer Mischung aus Unterputz und Feinputz ausgeglichen. Lotrecht soll die Wand nicht werden, aber so im Groben schon ... also mein Anspruch ist nicht die "perfekte Wand".

Morgen will ich dann nochmal an den neu getrockneten Stellen mit dem "Hobel" ran und dann würde ich nochmal alle Flächen gleichsam abreiben, also Wand anfeuchten und dann Putz wieder verreiben. Würde ich so die verschiedenen Strukturen angleichen können, also die abgehobelten Stellen, die mit Feinputz aufgefüllten und die, die so schon in Ordnung waren?



Struktur Lehmunterputz



Wenn man nach dem Reiben eine homogene Oberfläche haben möchte ist es ganz gut, wenn man vor dem Reiben schon eine halbwegs homogene Oberfläche hat ;-) Deswegen der Tipp mit dem Nagelbrett.

Ich nehme an, dass Du den Unterputz noch Streichen wirst? Das macht die Sache ein wenig einfacher

Dein Vorhaben ist schon im Rahmen des Möglichen, aber nicht so ganz easy. Der Lehm muss dafür auf jeden Fall gut vorgenässt sein. Achte mal beim Reiben genau darauf, wie sich der Lehm bei unterschiedlichem Druck oder unterschiedlichen Bewegungen verhält und probier etwas rum ... dann wirst Du das schon irgendwie hinkriegen!

Viel Erfolg! :-)

Lehmbauer Marc
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putz begradigen



Moin,,
mit welchem Werkzeug wurde und wird denn die Wand Endbearbeitet?
Hier wird immer von Abreiben geredet,aber Nie vom Werkzeug mit dem der TE es machen soll.
Mit einem Gitterrabbo allein kann man ja auch nicht die Welt retten.

das Homogene abreiben einer wand mit einem Kunststoffbrett,Z.b geht nur im Frischen zustand ,wirklich gut.weil man mehrere Kornstärken übereinander benötigt die alle noch Frisch und beweglich sein müssen um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Man wird diese Feuchte in der "tiefe"nicht mit Vornässen erzeugen können.

also ist es wahrscheinlich Ratsamer die wand erstmal zu begradigen,und dann mit einer weiteren,gleichmässig dicken ,mindestens 3 Kornstärken betragenden Deckschicht zu versehen und dann Homogen ünd Zügig abzureiben,oder aber auf ein Schwammbrett und einen Handschwamm zurückzugreifen,dann gibt es auch keine ansätze…


aber da ich ja nicht mal weiß welches Werkzeug verwendet wurde ,wie die Wand aussieht (Foto?)kann ich natürlich auch nur mutmaßen.

und eine Putzmaschine mit eingespielter Truppe lässt auch bei der Endbearbeitung mehr zeitspielraum um eben solche Unebenheiten "zeitgerecht"zu beseitigen,die Arbeitsweise ist im Prinzip allein ,ohne Maschine,gar nicht 1 zu 1 kopierbar.

gutes gelingen wünscht Flakes..



Fachmann suchen



Hallo, Leute, Leute, stellt Euch vor, das war mal ein Beruf und stand unter Meisteraufsicht. Wenn ich mich nicht ganz irre war er neben dem Zimmermann ein sehr gut bezahlter obendrein, weil es erheblicher Übung bedarf, bis man es gut kann. Wer in den ZTV nachliest wird feststellen ein Putz, also auch ein Lehmputz, sollte mind. 1 - 1,5 cm Stärke haben, weil er verschiedene Funktionen ausüben muß. Er muß u.a. Stöße abhalten können und die Wand an sich begradigen.
Das Reiben ist so verschieden,wie die Oberflächenstruktur die man sich wünscht. Auch gibt es Techniken, die besser im frischen Zustand gehen (z.B. Glätten/jap. Putztechnik) und andere die sich besser machen wenn er schon ein wenig trocken oder ganz trocken ist.
Ich würde empfehlen, probiert es ein fach aus oder laßt es Euch zeigen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt