Unterdeckplatten

11.12.2013 joerjen



Hallo Leute,

ich bin gerade dabei, meine oberste Geschoßdecke zu dämmen. Über der Dämmung soll eine Winddichtung angebracht werden, da sich darüber ein Kaltdach befindet. Um den Dachraum als Lager für Schnickschnack aller Art nutzen zu können, dachte ich daran, anstelle der Unterspannbahn nun Isolair L 22mm aufzulegen. Pavatex habe ich angeschrieben, aber die Antwort war wenig hilfreich. Der Techniker verweist darauf, dass die Platten nur bedingt begehbar sind, kann mir aber nicht sagen, ob man da nun drüberlaufen kann oder nicht. In den techn. Merkblättern ist dabei folgender Hinweis zu finden: Bei einer Verlegung direkt auf den Sparren gelten sie jedoch im freien Sparrenfeld als “nicht begehbare Bauteile” im Sinne
des § 11 der Unfallverhütungsvorschriften

Habt ihr denn irgendwelche Erfahrungen damit gemacht?

Die andere Alternative lautet Unterspannbahn und dann in den Bereichen, die begangen werden sollen, Schalungsbretter aufzulegen...wobei mir die ebene Fläche der Unterdeckplatten schon gefallen würde.





Irgendwie wäre der gesamte Aufbau der Geschossdecke schon hilfreich für eine Abwägung.



Aufbau



Es handelt sich um eine Holzbalkendecke (Balkenhöhe 20cm), die mit Hanf oder Holzfaserdämmung gedämmt ist...darauf sollte dann die Winddichtungsebene.

von unten nach oben...Lehmputz, Holzschalung 32mm, Dämmung 20cm, geplante Winddichtung





Hallo Joerjen,

wenn über der Dämmung eine begehbare Ebene errichtet werden soll, ist dies normalerweise ausreichend. Ein zusätzlicher Schutz hinsichtlich Winddichte wird eigentlich nicht benötigt.
Wichtig ist aber. dass zwischen Oberkante Dämmlage und der begehbaren Ebene etw 3cm Hinterlüftung verbleiben um Feuchtigkeit abführen zu können. Ebengleiches gilt für die Bereiche an denen die begehbare Ebene an der Wand anschließt: etwas Abstand halten.

Ein nicht begehbares Bauteil ist ein nicht begehbares bauteil.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Winddichtungsebene



Hallo Herr Kornmayer,

ich habe bisher immer gesagt bekommen, dass eine Winddichtung unbedingt erforderlich ist. Wenn ich das mit sägerauhen Brettern mache, so würde das nicht ausreichen. Weiterhin hieß es immer, dass die Winddichtung an der Dämmung anliegen soll - so wäre das ja auch bei der üblichen Unterspannbahn...?





Bei der üblichen Unterspannbahn ist das auch richtig, da diese tatsächlich bedingt dem Wetter ausgesetzt ist. Sie liegt auf der der kalten Seite einer Dachfläche, also unterhalb der eigentlichen Dachdeckung. Hier ist eine winddichte Ebene unerlässlich. Hier darf jedoch keine diffusionsdichte Folie verbaut werden.

Wenn im Regelfalle keine heftigen Luftbewegungen im Dachraum zu erwarten sind sollte die begehbare Ebene vollkommen ausreichen. Die Dämmung muss hohlraumfrei verarbeitet sein.

Folgendes findet in ihrer gedämmten Altbaudecke im Winter statt:
Aus dem Wohngeschoss diffundiert Feuchtigkeit durch die Decke in Richtung Dachraum. Irgendwo, möglicherweise im oberen Bereich der Dämmlage oder auch an deren ausgekühlten Oberseite kodensiert diese aus. Die an der Oberseite der Dämmung entlang streichende Luft transportiert die Feuchtigkeit ab.
Liegt nun oberhalb der Dämmlage noch eine Folie muss auch diese noch passiert werden.

Nach einigen Jahren lösen sich so einige Unterspannbahnen ohnehin von selbst auf. Das Bild zeigt eine Unterspannbahn aus dem Jahr 1996.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Kaltdach



Hallo Herr Kornmayer,

noch einige Details zu meinem Dach. Es handelt sich dabei um ein zweiseitiges Pultdach mit Bitumenbahnen als Belag. Der Dachraum zwischen Dach und Decke ist komplett belüftet - dazu sind Lüftungsöffnungen mit 6cm Höhe angebracht. Die einströmende Luft streicht direkt über die Dämmung und wenn ich auf dem Dachboden bin, merkt man schon, wie es dort zieht. Es handelt sich um einen Neubau.

Trockene Schaluungsbretter dort verlegen, wo etwas abgestellt werden soll und die restlichen Bereiche unbedeckt lassen, oder hilft die diffusionsoffene Unterspannbahn hier auch weiter?





Frag: Die Dämmung schließt derzeit mit der Oberkante der Balken ab, also OK-Dämmung = OK-Balken? Oder ist da noch etwas Luft dazwischen? Bilder wären gut, auch von der Zugangssituation.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Dämmung



Hallo...

ja, die Dämmung (20cm) schließt mit den Balken (20cm) ab. Bilder müßte ich am Wochenende mal machen - vielleicht kann ich heute Abend auch mal einen Querschnitt skizzieren.





Wenn es bündig abschließt ist es denkbar auf den Deckenbalken Konstruktionshölzer zu montieren um eine Hinterlüftungsebene herzustellen und dann eine Rauspundebene aufzubringen. Etwas Abstand zu den Wänden halten.
Im Regelfalle funktioniert so etwas, wobei ich die exakten Gegebenheiten/Besonderheiten bei Ihnen nicht kenne.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer