Unterbeton??




Hallo liebe Forumsnutzer,

wir haben ein Bauernhaus (BJ. ca. 1900) erworben und sind seit fast einem Jahr fleißig am sanieren. Der Abriss ist soweit erledigt. Es soll jetzt an den Aufbau gehen.
Im Moment stellt sich uns die Frage des Fußbodenaufbaus. Bisher lagen Kanthölzer und darauf Dielen in Kies (Zuckersand) gebettet. Durch zu großen Abstand zwischen den Kanthölzern kam es zu Absinkungen. Der Fußboden wurde leicht uneben. Es ist alles trocken. Wir liegen mit dem Fußboden ca. 80-90 cm über dem Erdreich. Das Fundament besteht aus Felssteinen, wie gesagt 80-90 cm über dem Erdreich, dann Ziegel (30-50 cm) und im Anschluss Lehmziegel. Unsere Überlegung ist jetzt: alles glatt abziehen, evtl. Geovlies aufbringen, dann 10 cm Kies (16-32 mm), verdichten, Lagerhölzer auf Ziegel (Abstand ca. 40 cm), dann 25 mm OSB, später Diele oder Kork.
Wäre das machbar, sinnvoll, oder doch lieber Unterbeton?

Vielen Dank für eure Hilfe.





Hallo,

Sie liebäugeln mit warmen Socken oder kalten Füßen. Wie sieht es mit einer geplanten Wärmedämmung des Bodens aus?





Es soll eine Schüttung zwischen den Lagerhölzern geben. Gibt es Empfehlungen hierfür?

Danke





Schaumglasschotter, unempfindlich gegen Feuchte, brennt nicht, wird nicht von Insekten gefressen, ist billig.
In diesem Fall wäre das Geotextil Pflicht.





Schaumglasschotter als Dämmung zwischen den Lagerhölzern oder anstelle von Kies? Oder für beides?





Statt Kies oder für beides ? o.K.
könnte sogar billiger werden als Kies.
Mindestens 30 cm einschottern und mit der Rüttelplatte
abziehen.



Fußbodenaufbau



Hier eine mögliche Alternative:


"...das mit der Schachterei war überflüssig und kann gefährlich werden, dann wenn es tiefer als Oberkante Fundament geht.
Das mit dem Fels (oder Bruchstein?) habe ich noch nicht verstanden, es erscheint mir merkwürdig.
Ich kann mich daher zum konkreten Fall nicht äußern aber zur Problematik Schaumglas:
Immer wieder geistert das Material in Fußbodenaufbauten von Altbauten obwohl es dafür weder besonders gut geeignet ist noch entwickelt wurde. Es liegt wahrscheinlich daran das eine Bodenplatte- eine Gründungsart im Neubau- mit einem Fußbodenaufbau im Altbau verwechselt wird.
Was solls- soviel zu Ihrem Problem: Der übliche Aufbau für einen FUSSBODEN im Erdgeschoss bei der Altbausanierung ist:
Planum (das anstehende, gewachsene Erdreich bzw. eine Auffüllung (Kiessand),Trennlage (falls Sand oder Kies ansteht)
ca. 5 cm Beton als Sauberkeitsschicht, eben und in Waage eingebaut und geglättet
Abdichtung (Schweißbahn, Folie)
Wärmedämmung (EPS, XPS) ca. 100 mm
Schrenzlage (Folie)
Estrich, ca. 50 mm.
Wenn Sie das zusammenrechnen kommen Sie auf ca. 200 mm.
Um die Dämmirkung von ca. 100 mm Schaumpolystyrol zu erzielen müssten Sie etwa 400 mm Schaumglasschotter verbauen!
Falls Sie Dielung einbauen wollen wird auf die Abdichtung statt EPS/XPS eine mehrlagige Dämmung aus trittfesten Holzfaserdämmplatten (Steico, Doser, Homatherm...) eingebaut. In der oberen Lage wird die Traglattung (40/50) eingebettet, so das die Oberfläche Holz und Dämmplatte gleich ist. Dann erfolgt die Montage der Dielung die jetzt vollflächig aufliegt.
Schaumglasschotter hat eine jämmerliche Wärmedämmung, ist dafür aber sehr stabil, leicht und wasserdurchlässig. Es wird als Bodenaustausch unter Fundamentplatten, als Überschüttung von Parkhäusern oder Gründächern usw. eingesetzt und nicht als Unterbau für Fußböden. Da verpuffen seine tragenden Eigenschaften. Falls jemand von kapillarbrechender Schicht herumlallt: nehmen Sie ihm das Bier weg. Unter einer Abdichtung und innerhalb eines Hauses brauche ich keine kapillarbrechende Schicht. So etwas können Sie unter Ihren Garagenfußboden einbauen. 20 cm Kies, 10 cm Beton, so hat man sich früher die Abdichtung gespart.
Die 5 cm Sauberkeitsschicht ist keine FUNDAMENTPLATTE, sie soll nur als Arbeitsebene zum Herumlaufen und als Träger für die Abdichtung dienen, mehr nicht!"
(Das war eine Antwort auf eine Anfrage in meinem Profil)





zwar bin ich Tradionalist, experimentiere aber auch gerne.
Letztes Experiment war die Dämmung und Tragschicht für ein 25m-Schwimmbecken, es hat funktioniert. Da der Wärmeverlust ans Erdreich, rsp. der Wärmeeintrag aus dem Erdreich, wenn mal nicht geheizt wird, ziemlich gleichmäßig und niedrig ist, genügen die 40 cm ja auch (mindestens 30 hatte ich geschrieben). Und mit der korrekten Ausführung von einem halben Dutzend Schichten hab ich nichts zu tun.

Grüße vom Niederrhein



Fußbodenaufbau



Hallo Herr Beckmann,
beim Bau eines Schwimmbeckens hätte ich auch zu Glasschaumschotter gegriffen. Bei der Fläche wirkt der Schotter auch als Gründungspolster der eine gleichmäßige Setzung gewährleistet.
Auf den Schotter ein paar cm Sauberkeitsschicht, dann WU- Beton, Fliesen.
Warum eine Sauberkeitsschicht?
Diesmal um die Mindestbetondeckung und eine ordentliche Ausrichtung der Bewehrung zu sichern sowie ein Auslaufen des Zementleimes zu verhindern.
Das ist aber nicht vergleichbar mit einer Altbausanierung.