Innendämmung

21.04.2008



Hallo zusammen,

habe mich ganz neu hier bei Fachwerk.de angemeldet und ehrlich gesagt ist es erst mal super anstrengend sich hier durchzukämpfen. Bitte nicht falsch verstehen, aber hier gibt es so viele Fachleute die sich Gott sei dank gut auskennen, viele Tips, Probleme, Fragen etc.. Alles doch ein bißchen viel aufeinmal, zumindest für einen Anfänger.

Wir wohnen nun seid 01.01.08 in unserem Haus. Der eine Teil des Hauses besteht aus ausgemauerten Fachwerk. Dieser Bereich war damals Schweinestall und Scheune und wurde von den Vorbesitzern zum Wohnraum umgebaut. Der andere Teil ist komplett gemauert.

Eigentlich waren wir der Meinung, das unser Haus in einem relativ guten Zustand ist, aber nachdem ich angefangen habe, hier durchzulesen, wird mir ganz schlecht. Zudem hatte der Vorbesitzer anscheinend keinerlei Ahnung und sich auch nicht schlau gemacht, sondern einfach mal drauf los gedoktert.

Im Obergeschoß des Fachwerkbereichs hat der Vorbesitzer den Wohnraum von innen gedämmt. Leider kann ich den Aufbau der Dämmung nicht genau erklären, da wir noch nicht selbst nachgesehen haben. Laut Erklärung des Vorbesitzers hat er einen Freiraum zwischen dem Fachwerk und seiner Dämmung gelassen. Dann hat er mit Styroporplatten gedämmt und darauf
Rigipsplatten gesetzt.
Kann man laut dieser Erklärung (mehr wissen wir leider auch nocht nicht) ansatzweiße erläutern, ob unser Fachwerk einen Schaden davon getragen haben kann? Wenn ja, mit welchen Schaden müssen wir rechnen?

Wir möchten, sobald das Wetter es zulässt, die Dämmung entfernen und dann mit Lehm dämmen. Aber auch hier wissen wir noch nicht, wie wir das am besten meistern, ohne unseren Haus noch mehr Schaden zuzufügen.

Ich hoffe ganz einfach, das ich hier Leute finde, die

1. uns Auskunft geben können, welcher Schaden bei so einer
Dämmung enstehen kann

2. Ob es in unserer Nähe Fachleute gibt, die uns mit Rat und
Tat zur Seite stehen können oder wohin ich mich wenden
kann

3. Infos über richtiges dämmen im Fachwerkbereich.

Ganz lieben Dank im Vorraus

Lg Svenja





Zunächst mal: keine Angst, das Haus steht ja noch.
Aber falsche Innendämmung kann sehr schnell ein Problem werden. Das haben Sie richtig erkannt.
Wiesbaden ist, glaube ich, bei Ihnen in der Nähe > den Kollegen Kornmeier mal fragen.
Sonst: Ig-bauernhaus hat eine Auskunft über regionale Zuständigkeitsbereiche.

Grüße vom Niederrhein



Hallo Svenja,



wir sind mit unsere Firma die sich auf die Beratung rund um das Fachwerk spezialisiert hat in Koblenz ansässig.

Gerne beraten wir Dich hier bei uns mal unverbindlich.

In unserem Profil finden sich die Kontaktdaten.

Viele Grüße aus Koblenz Gerd



So kann



ein innengedämmtes Holzhaus nach ein paar Jahren Nutzung aussehen. Dabei handelte es sich um eine kalkverputzte Heraklithverkleidung. Es kommt immer etwas Feuchte hinter die Dämmung, und die gedämmte Wand ist halt kälter, und dann kondensiert es - abhängig von der Raumluftfeuchte, die in dicht gedämmten Buden gerne höher ist, ein. Von außen kommt fallweise der Schlagregen dazu. Die Wand kann folglich auffeuchten, die Feuchte wird dann in der kalten Jahreszeit nimmer richtig rausgeheizt.

Eine zusätzliche Lehmschale halte ich für ebenso falsch. Wichtig ist doch, daß die Fachwerkwand in der Heizperiode genug Wärme bekommt, um eben ausreichend auszutrocknen. Und genau dem steht jegliche Art von Dämmung entgegen. Die hohe Schule des Nichtdämmens steht ja auf meiner Homepage, das will ich hier nicht wiederholen.

Wichtig: Richtig (!) heizen und lüften, also stetig und nicht ständig rauf und runter bzw. unsinnige Stoßlüfterei. Dann bleibt auch der Energieverbrauch niedrig.

Und: Ein funktionierendes System wie die historisch bewährte Fachwerkwand bitte nicht zu Tode dämmen, egal ob industriemäßig mit Schaum/Gespinst, mit mondscheingestampftem ÖKO-Leichtlehm oder handgezupft- pobedrückten BIO-Haschischplatten. Nebenbei stehen die Dämm-Kosten nie in einem akzeptablen Verhältnis zu den (theoretischen) Einspareffekten - das sage ich als EnEV-Sachverständiger, der ständig - streng nach EnEV, versteht sich - Wirtschaftlichkeitsberechnungen betr. EnEV-Befreiung vornimmt.

Viel Erfolg!

Konrad Fischer
Dämmskeptiker

PS: Örtliche Fachwerkbastler kann ich leider nicht empfehlen. Mit der richtigen Zielstellung kann es doch fast jeder ...

PPS: Das war keine Bauberatung, sondern meine unmaßgebliche Meinung nach 30 Jahren Fachwerksanierung und Schadensanalyse.

PPPS: Wenn es mal dauerhaft keine Schäden durch Fachwerk-Innendämmung geben sollte, ich will das ja nicht abstreiten, liegt das

- an der dank guter Dauerlüftung ausreichend trockenen Raumluft,
- an fehlender Bewitterung der Wand von außen, bzw.
- Dauerbetrieb einer Hüllflächentemperierung.

Doch damit wird die Innendämmung noch lange nicht wirtschaftlich. Und bleibt ein Risiko, wenn die genannten Voraussetzungen irgendwann mal nicht mehr funktionieren, sei es durch Leerstand oder sonstige bauliche Änderungen.



Sie angesprochen als EnEV-Sachverständiger



Herr Fischer: Ich glaube nicht, dass mit EnEV-Befreiungen in den nächsten Jahren Energie eingespart wird.
Und eine aufgedübelte Heraklithplatte als Innenverkleidung im Fachwerk wird hier auch niemand allen Ernstes als das Optimum empfehlen.

Immer mit Negativbeispielen zu operieren überzeugt am Ende auch nicht, im Gegenteil. Sie haben vermutlich mit ihrem 30-jährigen Sachverstand auch schon wärmegedämmte Häuser gesehen, die i.O. waren, bloß erzählen Sie uns das leider nie.
Und ich frage mich warum es die Firmen Meurer/Jannasch/etc z.B. immer noch gibt, obwohl hier regelmäßig mit Innendämmungen gearbeitet wird...



Innendämmung



Schließe mich da inhaltlich voll und ganz an: meine Innendämmungen funktionieren seit anno Tobak.

Grüße vom Niederrhein



Da hab ich doch glatt noch jemand vergessen,



Herr Beckmann.

Aber vermutlich bereiten Sie, wie alle anderen Genannten und Ungenannten der Innendämmfraktion bereits den Einstieg ein Abbruchunternehmen für gedämmte Fachwerkbauten vor, den Sachverständigen zur Beurteilung haben wir ja schon gefunden ;).



Eristik würde uns hier mehr bringen denn Polemik



Lieber Herr Göb,

es gibt halt mehr Häuser bei denen es nicht funktioniert als welche bei denen die innenliegende Styropor- oder Sonstwasdämmung keine Probleme macht. Dies gibt uns Arbeit und Brot. Wäre dem nicht so würde ich etwas anderes machen.

Klar gibt es auch Gebäude bei denen keine Schäden auftreten - hat wohl auch schon jeder gesehen. Nur wenn es halt mal gut geht ist es nicht unbedingt förderlich für Häuser und Gebäudesubstanzen unter Laien den Finger auszustrecken und zu rufen "Da, schaut her!" So auch die von Svenja beschriebene Konstruktion. Das kann bestens funktionieren – habe ich zu Beginn des Jahres bei einem Kommunarden gesehen – aber eben auch vielfach schon mit Stockflecken, Pilzbewuchs und Schimmelflaum.

Es kann genauso viele Gründe geben warum eine Dämmung funktioniert wie Gründe zu finden sind, warum alles schimmelt und fault. Bevor Stift und Taschenrechner angesetzt werden, sollte sich der aufmerksame Planer und Handwerker zunächst einmal verinnerlichen, welchen Wegen, physikalischen Eigenschaften usw. Raumfeuchte und Kondensation folgen, welche Einflüsse feuchte Dämmstoffe, feuchte Wände, Gebäudeausrichtungen, Temperatur- und Lüftungsvorlieben der Nutzer haben, was Kleber, Dampfbremsen und Dampfsperren in diesem Gefüge wirklich bewirken – bevor irgendein Fitzelchen Dämmung, Lehm, OSB, Styropor oder was auch immer an die Wand (Innen oder Außen) gefummelt wird. Einfach Lehmplatten dranpatschen kann auch furchtbar in die Hose gehen.
Wie steht es eigentlich mit solaren Gewinnen aus gedämmten Außenfassaden?

Wenn nur einer der zuvor genannten Parameter nicht richtig funktioniert, falsch dimensioniert ist, falsch eingebaut ist, Vorschäden nicht bemerkt oder fehlerhaft behoben wurden – dann komme ich zurück auf meinen ersten Satz: Dies gibt mir Arbeit und Brot.

Ungedämmte und ungedämmt bleibende Grüße aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer





Wann war denn "Anno Tobak", Herr Beckmann? Verglichen mit richtigen Häusern sind wir doch alle junge Gesellen. Zwanzig Jahre sind doch keine Referenz.

Von der Dämmerei würde ich dei Finger lassen, ausser sie haben nur gerade eine Bretterwand. Ansonsten gibt es ein paar Dinge über das Wohnraumklima zu wissen: Warme Farben heben das subjektive Temperaturempfinden. Ein roter Raum wirkt bei 18° wie ein zwanziggrädiger, mit blau braucht's 22°. Es muss ja nicht gleich knallebunt sein, dem Weiss etwas Farbe beigemischt bewirkt schon viel. Wichtig ist dann auch die Wandtemperatur. Stein ist kalt. Holz ist warm. Eine Holztäferung macht einen Raum schon viel angenehmer, auch angenehmer als Lehm.

Und zum Schluss: Wenn etwas gemacht wird, dann mit baubiologisch vertretbaren Techniken und Materialien. Aber nicht alles, was die Baubiologen tun, ist auch gut.


P.S.: Das war keine Bauberatung, sondern meine unmassgebliche Meinung nach 30 Jahren intensiver Naturbeobachtung und etwas bautechnischem Interesse.



Ehrlich gesagt, komme ich momentan keinen Schritt weiter



Also zuerst bin ich mal froh, das es Fachleute in unser Nähe gibt und ich werde mich auch auf jeden Fall bei diesen melden. Aber mit vielen Beiträgen kann ich als Laie ehrlich gesagt, nichts bzw kaum was anfangen.
Ich bin nun immer noch auf dem gleichen Stand wie gestern. Wenn ich das richtig verstehe, sollte man die Finger von der Wand bzw. der Dämmung lassen und hoffen das es gut geht?????? Bei diesem Gedanken bekomme ich Bauchweh!!!!
Würde es Sinn machen, die Feuchtigkeit zwischen Dämmung und Wand zu messen? Und lassen sich die Balken bzw. der Zustand der Balken beurteilen, ohne die Wand zerlegen zu müssen?
Wieviel Wärmeverlust könnte man im Ernstfall von der Fachwerkwand mit Bimsausmauerung erwarten ohne Dämmung? Wäre
es vielleicht Denkbar, ganz auf die Dämmung zu verzichten und nur die Gefache mit Lehm auszuputzen (wegen der Optik)?

Lg Svenja



Selbstverständlich



macht es Sinn, die Feuchte zu messen. Noch mehr Sinn machte es, anhand einer Freilegung an einer kritischen Partie wie Außenwandecke sich die Sache mal genauer anzusehen.

Und ansonsten wette ich, daß der historische Oberputz ein Luftkalkmörtel war, auf welchem Gefachaufbau auch immer (Ziegel, Bims, Lehm). Und genau das würde ich ggf. wieder so machen, denn er kann im Unterschied zum Dichtbaustoff Lehm (ideal für Fundament- und Teichabdichtung) wirklich Raumluftfeuchtespitzen puffern und bestens wieder abtrocknen.

Viel Glück!

Konrad Fischer



Der Mensch ist das Maß der Dinge und nicht der U-Wert



Hallo Svenja,

natürlich sollte man n i c h t die Finger von der Wand bzw. der Dämmung lassen und hoffen das es gut geht.

Jetzt geht es in die richtige Richtung. Erstmal hinter Rigips und Styropor schauen. Das geht auch mit einer Teilöffnung ohne die ganze Wand zu zerlegen. Dann wird man sehen, was man sehen wird. Auch eine Feuchte und Temperaturmessung kann dann sinnvoll vorgenommen werden. Die Messungen und Beobachtungen sollten unmittelbar nach der Öffnung geschehen um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.

Dann bekommen Sie einen Rat und eine Vorgehensweise geschildert und dürfen dann selbst entscheiden, was Geschmack, Vernunft und Geldbeutel zulassen.

Es ist im Übrigen durchaus denkbar die Innendämmung wegzulassen. Lehmputz im richtigen Aufbau gehört hier verm. zur besseren Wahl.

Grundsätzlich: Untersuchen & Messen => Analysieren & Interpretieren => Lösungsansatz & Umsetzung => Bewohnen & Genießen

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



@Svenja



Das läuft hier im Forum leider immer so, das hier die Anti-Dämm- und Dämmfraktionen sich eingraben und mit den ewig gleichen Statements den Anfrager verunsichern. Ich würde mir an Ihrer Stelle jemand holen der sich mit Dämmungen im Fachwerk auskennt und das öfters macht, Referenzen dazu gibt es hier ja jede Menge. Schauen Sie sich auch mal ein paar Beispiele live an. Styropor hat in einem Fachwerk nichts zu suchen, nicht weil es nicht aus Holz ist, sondern einige unerwünschte Eigenschaften besitzt.

Alles einfach im alten Zustand lassen ist natürlich immer das einfachste, nur war vor 500 Jahren auch nicht alles besser und heute ist auch nicht alles schlechter.
Mir persönlich wäre eine 14er-Fachwerkwand nach alter Väter Sitte schlicht und im Winter einfach zu ungemütlich.



@Herr Kornmayer



Ihre Frage: Wie steht es eigentlich mit solaren Gewinnen aus gedämmten Außenfassaden?
Das hätte ich gerne mal von Ihnen genauer erfahren - wie steht es damit?



Muss



ich auch meinen Senf dazugeben.
Mal ganz grundsätzlich ist eine Innendämmung machbar. Auch die Standardvariante mit GK-Schale und Dämmstoff ist bei korrekter Ausführung funktionstüchtig. Allerdings ist Styropor als Dämmstoff völlig ungeeignet. Als Alternative bietet sich ein diffusionsoffener Aufbau mit Holzweichfaser und Lehmputz zum Beispiel an. Was dann letztendlich eingebaut wird, sollte unter Beteiligung eines Fachmannes festgelegt werden, wobei eine Menge Aspekte berücksichtigt werden müssen. Finanzrahmen, Eigenleistung, ob in Abschnitten gearbeitet werden muss etc.
MfG
dasMaurer





Mit meinem Eintrag, die Finger von der Dämmerei zu lassen, meinte ich nicht, die Styroporplatten drin zu lassen! Ich würde die ohnehin rausnehmen, und dann eben nicht wieder eine Dämmung reintun.

Wenn Sie sich einen Dämm-Fachmann anlachen, dann wird der Ihnen sagen, wie Sie dämmen sollen. Nicht-Dämm-Fachmänner machen ja eben gerade keine Dämmung, auch wenn sie mindestens ebenso fachmännisch. Die Fragestellung ist eben eine Grundsätzliche. Baubiologische Dämmung ist vom Übeln einfach das am wenigsten Schlimme. Da kann ich Ihnen nur raten, sich über Dämmschäden zu informieren. Meist wird dann von falscher Dämmung gesprochen, von mangelhaftem Einbau - nur ist das vielmehr die Regel als die Ausnahme. Und wenn's ohne Schäden abgeht, ist das eher ein Glücksfall denn technisches Geschick. Und kein sichtbarer Schaden heisst nicht, dass der Schaden nicht existiert.



Und die Biodämmstoffe



sind in Bezug auf Schimmel keineswegs besser als Industrieware: Sie halten Feuchte gräßlich zurück mangels Kapillarsystem - vergleichbar Mineralwollfilz oder machen dicht wie z.B. Lehm. Wenn nun Feuchte da ist, schimmelt's eben. Und Holz rottet dann. Habe selbst in diesem Forum schon irgendwo Schimmel auf Bio gesehen, und zwar nicht nur in meinen Bildern ...

(Herrlich, diese Streitkultur! Arme Fragesteller, muß man sich doch wieder selbst eine Meinung bilden. Und das ist gut so.)

Viel Spaß weiterhin

Konrad Fischer



1 Quadratzentimeter...



...ist nicht viel. Da passt knapp ein Finger rein. Dämmung ist fast immer mit einer Dampfbremse verbunden, und wenn da drin ein 1 cm2 grosses Loch ist, dann gehen pro Jahr etwa 3 Badewannen voll Wasser durch; einfach aus der Raumfeuchte. Es braucht also nicht Pfusch am Bau, um sich Probleme aufzuhalsen. Klitzekleinigkeiten reichen da schon.
Die Folien können sogar ganz dicht verlegt worden sein. Es kann auch geprüft werden, ob das Haus dicht ist. Aber die Montage der Folie geht nahezu nie ohne irgendwo ein paar Stellen auf Zug zu haben. Und die Klebbänder mögen 10 Jahre schön kleben, aber dann? Vielleicht nach 20 Jahren? Wie finden Sie dann die Stelle? Dann heisst's alles rausreissen, die ganze Inneneinrichtung, und neu verkleben, und neu schalen, täfern, putzen etc.



Fachmänner & Taxifahrer



da hat Herr Göb aber recht damit,

das es manchmal auf Grabenkämpfe hinausläuft und dem Fragesteller so manches mal nicht geholfen wird. Ebenso mit dem Hinweis, dass man sich lieber jemanden besorgen sollte, der das schon öfters gemacht hat.

Es geht mir hier nicht um das generelle Verteufeln einer Wärmedämmung sondern um den gezielten, wirtschaftlichen, ja technisch richtigen Einsatz des Materials jenseits der Sondermülldeponie. Beschwichtigen und hoffen alleine bringt nichts.
Kenntnislos Lehm an die Wände zu bringen ist genauso unsinnig wie ein 16er Polystyrol-WDVS an das Fachwerk zu tackern. Beides führt auf Dauer wohl zum Totalausfall, wahlweise durch Schimmelbefall oder schlichtes Absaufen.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der wird sehen wie viele Fachmänner Dämmsysteme an Häuser gebracht haben, die nach wenigen Jahren offenbaren, dass der Fachmann kein Fachmann sondern eher Schwachmann war. Entgegen jedem physikalischen Gesetz, widerstehend jedem Dampfdruck, Taupunkt und mächtig schwitzenden U-Werten zeigt sich entweder fachliche, planerische oder handwerkliche Unzulänglichkeit durch fleckige, zur Vermoosung neigende Fassaden, Frostschäden, Schimmelproblemen im Gebäudeinneren .... usw.

Nach 20-Jahren längst durchfeuchtete Dämmsysteme, mit diffusionsdichten Kunstharzanstrichen – dadurch ohne weiter dämmende Eigenschaften – neigen dann im Winter zu Erfrierungserscheinungen und sehen dem kubikmeterpreisteuren Lebensende auf der Deponie entgegen.
Heizkosten gespart? Mit feuchten WDVS-Systemen gewiss nicht. Ob sich diese Investitionen gelohnt haben kann nur der Eigentümer selbst ergründen. Was sich nach höchstens 10 Jahren nicht gerechnet hat, wird sich wohl auch nicht rechnen. Bei Mietshäusern erübrigt sich der Berechnungsansatz, es sei denn es gäbe steuerliche Beweggründe.

Wie auch immer: Aus Fehlern sollte noch immer gelernt werden, und nur, weil das technische Ende der Dämmstoffe erst nach Ablauf der Gewährleistung erfolgt müssen Fehler nicht wiederholt werden. Vernünftiger Einsatz und vernünftiges Material ist hier gefragt!

So bitte ich die Zweifler sich Samstagvormittags einmal in die Baustoffabteilung eines Obi, Bauhaus, Hagebau, Hornbach oder besser noch Praktiker zu stellen und dem dort beratenden Ex-Taxifahrer zuzuhören, wie dieser Dämmstoffe, Beschichtungen usw. an nichtsahnende, in das Verderben laufende Bauherren zu verkaufen. Und: Alle sind zufrieden! Der Bauherr fühlt sich gut beraten und hat an der Kasse noch 5% gespart, der Ex-Taxifahrer, weil er sicher sein kann, dass der Kunde wieder kommt, und wieder und wieder ...

Hier will ich neben dem Bauherren auch nicht die Planer, Ingenieure, Handwerker, Trockenbauer und sonstige Fachleute ausnehmen: Es ist oft Unwissenheit, Unkenntnis, Unbedarftheit, Faulheit und manchmal auch der ewig eingespielte Trott, der vor Erkenntnis schützt und Fehler provoziert.

Auch ist nicht alles nur schwarz und weiß. Da gibt es noch einige Nuancen zwischen "Die EnEV ist sinnvoll" und "Dämmen ist Teufelzeug" - mmh.

Ach ja, die solaren Gewinne, Herr Göb, dazu schreibe ich noch etwas extra.


Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



@Herr Züger und die Dampfbremse



Dämmung ist fast immer mit einer Dampfbremse verbunden
So? Wirklich?

Oder hat hier jemand eine Dampfbremse empfohlen? Sie werden unter den Mitdiskutanten vermutlich niemand finden, der das ohne Not tun würde.



innendämmung



ich hab in meinem haus dei innendämmputz der fa klimasan eingebracht und hab die wande auch noch mit sumpfkalkfarben gestrichen und wenn mich hier alle lünchen sage ich das dieses material allen konstrucktionen weit überlegen ist in dämmwirkung und kapilarität ein kalkperlt Putz der auch eindringendes wasser vom holz fernhält nachweislich das gefüge trocken hält und ein super wolfühl Klima erzeugt so !! und nun können sich alle über meine rechtschereib fehler und meine meinung das maul zerreißen .



Innendämmung



Wohin sind die 19 angezeigten Antworten verschwunden ?



Beiträge verschluckt?



Hallo.
da waren doch noch mehr Beiträge zum Thema da, oder?. Sind diese Beiträge von der Forumssoftware "verschluckt" worden?
Ein fleißiger Mitleser
Paul Börner



Nö,



es war lediglich ein Anzeigeproblem (statt der Antworten, wurde nochmal die Frage angezeigt). Hat nichts mit dem Datenbestand zu tun. Was war ist.



Hallo Svenja,



wie schon gesagt wimmelt es hier gerade zum Thema Innendämmung von kontroversen Beiträgen!

In unserem Haus von 1679 haben wir eine Innendämmung eingebaut.

Ich lade gerne jeden mal ein, eine Feuchtigkeitsmessung durchzuführen!!

Grüße aus Koblenz



@ Herrn Fischer



Grundsätzlich bin ich auch der Meinung weniger ist bei der Innendämmung manchmal mehr. Aber was Sie hier teilweise zu Lehm schreiben ist schlicht falsch.

Sie schreiben:

...Und ansonsten wette ich, daß der historische Oberputz ein Luftkalkmörtel war, auf welchem Gefachaufbau auch immer (Ziegel, Bims, Lehm). Und genau das würde ich ggf. wieder so machen, denn er kann im Unterschied zum Dichtbaustoff Lehm (ideal für Fundament- und Teichabdichtung) wirklich Raumluftfeuchtespitzen puffern und bestens wieder abtrocknen....

Verwechseln Sie hier evtl. Lehm mit Ton bzw. Bentonit?
Ein üblicher Lehmmörtel hat einen Tonanteil von max. 15% der Rest besteht aus Schluff, Sand und Stroh. Würde ich einen Teich mit Lehmputz bauen, würde man Ihn mit einem normalem Wasserschlauch wahrscheinlich gar nicht voll bekommen da alles gleich wieder durchsickert... soviel zum Dichtbaustoff Lehm.

...Und die Biodämmstoffe

sind in Bezug auf Schimmel keineswegs besser als Industrieware: Sie halten Feuchte gräßlich zurück mangels Kapillarsystem - vergleichbar Mineralwollfilz oder machen dicht wie z.B. Lehm. Wenn nun Feuchte da ist, schimmelt's eben....

Wollen Sie dem Lehm etwa sein Kapillarsystem absprechen?
Was bewegt Sie zu der Aussage das Lehm eine Wand "dicht" macht?

Es gibt keinen vergleichbaren Baustoff der Holz besser schützt als Lehm. Durch die geringe Ausgleichsfeuchte (0,4-ca6%) wird dem Holz mit seiner Ausgleichsfeuchte um 10% regelrecht Feuchtigkeit entzogen. Tierische Schädlinge brauchen mindestens 15%. Wenn dauerhaft Feuchtigkeit vorhanden ist, ist dies natürlich ein Problem, und natürlich kann Lehmputz bedingt durch seine organischen Bestandteile Schimmeln. Aber da ist dann doch ein Feuchteproblem. Bitte nicht dem Lehm die Schuld in die Schuhe schieben.

Gegen eine Leichtlehminnenschale ist Bauphisikalisch meiner Meinung absolut nichts einzuwenden, wenn keine Feuchtigkeitsproblematiken wie z.B. Aufsteigende Feuchtigkeit / Salzbelastung etc. vorliegen.

Die Vorteile liegen ja nicht nur in einer Energieeinsparung.
Zu beachten währe hier auch die positive Beeinflussung des Raumklimas (Regulierung der Luftfeuchtigkeit), erhöhte Speichermasse, besserer Schallschutz etc.

Im übrigen stehe ich in vielen Dingen hinter dem was Sie auf Ihrer HP. schreiben. Einiges hinterfrage ich allerdings kritisch und manches habe ich in meiner Ausbildung eben auch anders gelernt.

Mein persönliches Fazit:
Dämmen nicht um jeden Preis, schon gar nicht auf drängen der Baustofflobby. Aber im Rahmen der bauphisikalischen Möglichkeiten und nach den ganz individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten energetisch und raumklimatisch das beste rausholen.
Und eben bei allen Veränderungen auch irgendwo die Baukultur bzw. das historische Kulturgut im Hinterkopf behalten...

Viele Grüße



Lieber Herr Josef,



probieren Sie doch mal die Feuchteaufnahme und -abgabe eines Lehmputzes mit dem eines Luftkalkmörtels zu vergleichen. Das kann man auf einer Küchenwaage machen, mit der Küchenuhr als Zeitmesser. Und dann wird der Unterschied klar.

Davon abgesehen ist mir kein Beispiel bekannt, wo sich die gar nicht mal so geringen Kosten einer Leichtlehmzusatzschale durch damit erzielbare Energieeinsparungen wirtschaftlich gegenrechnen würden.

Freilich haben dickere Wände besseren Schallschutz. Doch die heizungsbedingte Austrocknung der winterlich beregneten Fachwerkwand wird dann ein Problem. Warum nicht die Erfahrung usnerer Vorväter nutzen? Die Meister des Fachwerkbaus haben auf derlei Späßchen verzichtet - aus Armut oder Blödheit oder weil eh der Knecht das Holz gehackt und verschürt hat?

Aber das ist eben mein begrenzter Erfahrungshorizont und ich gönne jedem seinen - sei er auch noch so gegenteilig.

Jeder muß es halt für sich herausfinden ...

Dabei viel Erfolg wünscht

Konrad Fischer



Innendämmung mit Naturbaustoffen



Viele Grüße aus dem Norden, wwir haben bei den Sanierungsmaßnahmen bisher gute Erfahrungen mit Holzwollwplatten oder Mineralschaumplatten in Verbidung mit Lehm gemacht. Allerdings ist die Begutachtung des Untergrundes (hier Fachwerk)natürlich maßgeblich für die weitere Bearbeitung.-
Damit der Wind von Anfang an von der richtigen Seite bläst.
Viele Grüße vom Steinhuder Meer....



Noch nicht überzeugt, Herr Fischer



So einfach geht das nicht. Lehm ist kein genormter Baustoff genausowenig wie wohl die meisten Luftkalkmörtel.

Die Wasseraufnahme und die kapillare Leitfähigkeit hängt beim Lehm im wesentlichen von der Tonart bzw. dem Tongehalt und den jeweiligen Zuschlagstoffen ab.
Genauso hängt es beim Kalkputz auch von der jeweiligen individuellen Zusammensetzung und den Zuschlagstoffen / Sanden ab.

Ihre Behauptung: Lehm macht "Dicht" und hat kein ausreichendes Kapillarsystem kann ich so jedenfalls nicht akzeptieren.
Lehm hat eine sehr gute kapillare Leitfähigkeit und transportiert Feuchtigkeit, z.B. durch Schlagregen durch homogene Anbindung an die Fachwerkwand nach innen und auch wieder nach außen ab. Vielleicht sollten Sie sich zu diesem Thema einmal mit Prof.Dr. Gernot Minke von der Universität Kassel auseinandersetzen. Er leitet dort das Forschungslabor für Experimentelles Bauen und hat viele Forschungsergebnisse veröffentlicht, die Ihre Theorie zum Lehm wiederlegen.

In diesem Sinne einen schönen Abend. Auf weitere konstruktive Beiträge gespannt grüßt
Mathias Josef



...nach alter Väter Sitte.



Bin doch eben nochmal über ein Zitat von Ihnen gestolpert:

"...Freilich haben dickere Wände besseren Schallschutz. Doch die heizungsbedingte Austrocknung der winterlich beregneten Fachwerkwand wird dann ein Problem. Warum nicht die Erfahrung usnerer Vorväter nutzen? Die Meister des Fachwerkbaus haben auf derlei Späßchen verzichtet - aus Armut oder Blödheit oder weil eh der Knecht das Holz gehackt und verschürt hat?..."

Zumindest hier in Nordhessen haben sehr viele Fachwerkhäuser ein Strohlehmpaket von manchmal über 10cm an den Außenwänden. Teils wohl auch zum Ausgleich. Aber sparsam wahren Sie nicht mit dem Lehm. Wenn man dann noch bedenkt alles per Hand ohne maschinelle Hilfe rangekarrt und hochgebuckelt...
Ich denk halt auch: Die wussten schon was Sie taten...

Und bitte nicht böse sein, das ich hier Ihre Beiträge zerpflücke, Herr Fischer. Im allgemeinen lese ich diese sehr interessiert. Bin halt manchmal etwas i-tüpflerisch...(...grad bei Lehm :-) )

Ps.:
Die Balken, die richtig dick in Lehm eingepackt sind oder um Lehmausfachungen herum sind nach meiner Erfahrung fast immer in Ordnung, Bei Backstein, Naturstein usw. ist der Schwund größer. Ganz zu schweigen von Gipskarton und Glaswolle. Aber ich denke da sind wir uns ja einig...


Gruß vom Edersee



Dämmung



Guten Tag Zusammen!

Ich lese die Beiträge mit großem Interesse, jedoch vermisse ich ein wenig den Bezug auf die Fragestellung.
Da ich kein Fachmann oder Experte im Thema Fachwerk bin sondern nur ein einfacher Nutzer, kann ich natürlich nur meine Erfahrung wieder geben.
Die Beschreibung von Svenja könnte auch auf unser Haus passen.
60er Jahre Innendämmung mit einem Finger dicken Styroporplatte verkleideten Rigipswand. Die Gefache wurden mit allem ausgemauert, was vorhanden war – vor allem Zement. Von Außen gab es Wassereinlaufrinnen, jedoch kein Auslauf. Um dem entgegen zu wirken, wurde dann Silikon in rauen Mengen verwendet.
Als Resultat habe ich nun ca. 10m³ Eichenbalken, 15 Pal. Leichtlehmsteine, einige BigBag’s Lehmmörtel bzw. Lehmputz und etliche m² Schilfrohrmatten verbaut.

Die Schilfrohrmatten sind in Lehm gesetzt um die, in einem Beitrag oben genannte, Homogenität zu erreichen. Der gesamte Wandaufbau ist Diffusionsoffen gestaltet. Ich denke dass ich mit der Schilfrohrdämmung einiges erreiche um meine Heizkosten, jedoch nicht das Wohngefühl, zu senken.
Klar gibt es viele Möglichkeiten und auch viele Meinungen aber irgendwann muss man einen Weg einschlagen. Ich für meinen Teil habe mich für Lehm, Eiche, Schilfrohr und Reinkalk entschieden. Hauptsache mein Wandaufbau ist Zugluftsicher- aber nicht dicht - sonst hätte ich mir auch ein Fertighaus kaufen können.

Materialien die einen Jahrhundert andauernden Test durchlaufen haben können nicht wirklich falsch sein. Es geht auch nix über ein offenes Fenster zum Lüften.
Und nicht zu vergessen – arbeiten mit Lehm macht Spaß und greift die Haut nicht an wie Zement.

;-)

Dies hier ist nur meine persönliche Ansicht und hat natürlich kein Recht der Vollständigkeit.

Schönen Gruß aus Hennef

Jörg Friedrichs



Besser spät dabei, als nie...



Marcel, deine Badewannen (ich gehe mal davon aus, das wäre deine Überschlagsrechnung für den Feuchteeintrag in einer Heizperiode) durch den Quadratzentimeter würden voraussetzen, daß eine gesamte Heizperiode lang nicht gelüftet wird, keiner die Haustüre benutzt (vorher viele Konserven kaufen, man darf ja nicht einkaufen gehen) usw.
Das ist so ja etwas realitätsfern. Ein Schwachstelle in der Dampfbremse ist schon ein kleiner Bauschaden, aber der Feuchteabtransport verteilt sich neben dem Loch auf noch ein paar andere...

Gruß Patrick.





Die Zahl habe ich von einer weiterbildung bei Ampack.



Mal ne Frage an Herrn Fischer!



Ich weiß, das gehört wohl nicht mehr so ganz zur eigendlichen Thematik der Frage. Aber ich will´s trotzdem mal loswerden.
Herr Fischer. Sie sind hier im Forum ja mittlerweile für polarisierende Beiträge bekannt.
Nein, das soll keine Kritik sein. Polarisierende Beiträge halten das Ganze hier ja auch ein Stück weit am Laufen (mal ganz abgesehen von einem Administrator, der sich fast "ein Bein ausreißt", damit es läuft) und dienen durchaus der Meinungsbildung.
Die Anzahl der Beiträge zu Threads an denen Sie sich beteiligen spricht ja für sich!

Bei Ihren Ausführungen zum Thema Lehm stelle ich mir aber doch ein paar Fragen.
Wenn Lehm, so wie sie schreiben alles "dicht" macht, warum wurde ein Großteil der Häuser um die es hier geht, mit Lehmbaustoffen erstellt?
Lagen damals vor, sagen wir, 200, 300, 400 Jahren "Berechnungsfehler" beim "bauphysikalischen Gutachten" vor?
Ich glaube kaum!
Wohl eher, weil es der erste Baustoff am Platze war, vor der Haustür gewissermassen. Und sicher auch, weil den damaligen Handwerkern Dinge von ihren Vorfahren "mitgegeben" wurden.

So, und nun, nach Jahrhunderten, stellen viele Fachleute fest, diese Häuser sind möglicherweise nur deshalb so alt geworden, weil Lehm verwendet wurde.
Warum schaffen es, im Gegenzug, moderne Baustoffe ein solches Haus binnen 30 oder 40 Jahren oder schon eher dahinzuraffen?

Ich denke, dass sie mit diesen Statements die heutigen Fachleute (auch die hier anwesenden), aber auch die früheren Fachleute, die durch ihr Wirken dazu beitrugen diese Häuser "haltbar" zu machen, in gewisser Weise diskreditieren.
Nein ich bin kein "Fachleut" (fühle mich daher auch gar nicht betroffen) sondern nur einer der vielen Laien hier. Habe mir aber, aufgrund meines eigenen Hauses und diesem Forum eine Meinung zu diesem Thema gebildet.

Waren die Leute früher einfach nur blöd? Haben sie am Ende Lehm verwendet weil sie es nicht besser wussten?

Aus meiner Sicht, hilft beim Umgang mit einem alten Haus, "Augen aufmachen" und "Sehen" schon eine ganze Menge.

In diesem Sinne: schönen Abend noch (....Amen)
Martin Wittwar



innendämmung?



ok ich hab nun genug gelesen wollen wir nun wirklich das ganze auf die spitze treiben? 1 warum wurde lehm zum bauen genutzt; antwort weil es vor ort vorhanden war weil man sich damals keine weiten transporte leisten konnte . glaubt denn wirklich noch jemand das die heute hergestelten industrielehmputze noch was mit den alten materialien zu tun hat wie dumm sind wir denn alle? ok zweitens lehm hin und her natürlich wurde lehm damals zum Abdichten der grundmauern verwendet . sollte jedem bekannt sein! im gefache wurden mischungen eingebaut die mit den heutigen mischungen nur noch den namen gemein haben (mir hat mal ein wissenschaftler gesagt dass wenn wir heute die mischungen des mittelalters herstellen wolten würden uns die gesundheitsämmter die werkstatt schließen ) was jetzt? ich denke das wir ein gesundes mittelmaß finden und nutzen müssen um altes zu erhalten . noch eins was mir auf dem herzen liegt im mittelalter wurde immer innen mit kalkputzen oder farben der lehm abgedeckt warum? weil eien kalkabdeckung vor schimmel schützt durch seine eigenschaften .so nun lehne ich mich mal zurück und erwarte eure antworten



Lehm oder Ton?



Herr Dahlbüdding, ich wiederhohle mich gerne nochmal.
Zum abdichten von Gebäuden bzw. zum herstellen von Teichen wurde und wird TON verwendet! Das was in aller Regel an Baulehm zum Verputzen Mauern, als Bewurf etc. verwendet wird, hat damit nichts zu tun. Üblicher Lehmputz und Lehmbewurf sind für solche Zwecke vollkommen ungeeignet.
Wenn Sie schon gegen Lehm wettern wollen doch bitte mit Wissenschaftlich erwiesenen Fakten. Wenn man mit diesen nicht vertraut ist sollte mann auch keine Halbwahrheiten über Lehm verbreiten...

Viele Grüße



Im Übrigen...



... habe ich auch nicht vom Mittelalter geredet!
Beispiele zur "nachhaltigen" und sinnvollen Verwendung von Lehm als Baustoff sind weitaus jünger!
Die Jahresspreiten die ich einwarf, beziehen sich, rein geschichtlich, tatsächlich auf die so genannte "Neuzeit".

Auf die "Spitze" treiben??? Ja, warum eigentlich nicht?

Schauen wir mal, was dabei herauskäme!

Grüße in die Nacht
Martin



nochmal



wenn sie sich alles mal durchlesen würden war ich geschrieben hab dann solte ihnen aufgefallen sein das ich nicht gegen lehm wettere soll doch jeder seine meinung haben aber bitte so wie hier aufeinander herun gehackt wird ist auch nicht in ordnung jeder hat seine erfahrungen der eine mit Kalk der andere mit lehm aber ich habe noch nie auf kalk schimmel gesehen auf lehm schon!!! kann mir einer das mal erklären???? noch was wissenschaftlicher fackten? wissenschaft?? wer weis denn wirklich alles



Nun...



...KEINER weiß Alles! Wer KEINER ist, weiß ich aber auch nicht!;-)

Ich empfinde es auch keinesfalls als "aufeinander rumhacken". Im Gegenteil!

Es könnte sich, mal wieder, eine gehaltvolle, grundlegende Diskussion entwickeln. (Ist ja eigentlich schon der Fall)

Grüße
Martin



ok



jeder zeit gerne ich denke jeder hat seine erfahrungen wenn wir die zusammen bringen könnten und auf eine gemeinsame grunglage stellen wird sich aus erfahrungen und wissen etwas endwickeln, für mich steht im vordergrung der mensch und seine gesundheit.also damit auch das umfeld in dem er lebt es giebt schon genug schimmelkranke in deutschland. oder??



Wollte auch...



auf niemandem rumhacken. Mir geht nur diese durch Herrn Fischer ausgelöste "anti Lehm Phobie" langsam auf die Nerven...
Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten warum Lehmmörtel oder eine innere Lehmschale "dicht" sein sollte und einem Fachwerkhaus schaden zufügt.
Und was ist denn daran schlimm wenn ein Lehmputz beim Trocknen mal etwas Schimmel ansetzt? Dieser hat nach dem austrocknen keinerlei Lebensgrundlage mehr auf Lehm.

Viele Grüße



oha



ich bin fassungslos also wirklich ich denke das schimmel in jeder weise gesundheitsschädlich ist .schimmel auf oganischem Untergrund ? lehm ?? und was soll dann wenn er (der lehm) ausgetrocknet ist mit dem schimmel passieren?? wir bestehen zu 70% aus wasser wir umgeben und mit wasser also was hindert den schimmel dann dran weiter zu leben



???



Die Gleichgewichtsfeuchte des Lehms?
Wie soll denn Schimmel auf einem Untergrund mit einer Ausgleichsfeuchte zwischen 1-6 % gedeihen können?



Schon mal..



..Camembert gegessen?

Wenn Schimmel in jeder Weise gesundheitsschädlich sein soll, sollte man das besser nicht machen!

Okay, das war jetzt, im Hinblick auf "Baussubstanz" grenzwertig. Und der Disskussion nicht angemessen. Ich gelobe Besserung ;-)

"Polarisierende" Grüße
Martin



warum?



im algemeinen wird es ja wohl funktionieren aber was ist wenns feucht wird?? wie haben immer fälle in denen es pasirt im algemeinen bin ich ja nicht gegen lehm aber wenn auf kalk verzichtet wird ist die gefahr wesendlich größer ich für mich hab die lösung lehm gefache mit kalkdämmputz gewählt und nicht bereut



Wenns feucht wird...



... Lehm und Feuchtigkeit vertragen sich aus meiner Sicht nur bedingt. "A bisserl" macht nichts.
Insbesondere dann, wenn die Feuchtigkeit (zeitlich bedingt)von außen eindringt (vertikal sozusagen). Da könnte Lehm sogar (nun aber wirklich, Herr Fischer) dichtende Eigenschaften übernehmen. Denn er quillt und "dichtet" die Gefache nach außen ab.
Aufsteigende Feuchtigkeit ist aus meiner Sicht "einer geringen zeitlichen Toleranz" unterworfen. Dann wird es problematisch, schimmelig, und übel.

Klar kann Lehm einmal Schimmeln. Ist ja organisch.
Sollte man aber nicht mal die Ursachen in Betracht ziehen und sie dann sogar beseitigen?

Grüße
Martin



Schluff, Sand und Ton



Also nur, damit es nicht ganz durcheinander geht: Lehm ist keinesfalls ein organischer Baustoff, sondern zählt ganz klar - neben Kalk und auch Zement - zu den mineralischen Baustoffen.

Da schimmelt nichts weil der Lehm plötzlich organisch ist, sondern weil - soweit ausreichend Feuchte vorhanden - der gute Schimmel ausreichend Nahrung in der porigen Struktur der Oberfläche findet. Damit die kleinen Sporen ordentlich wachsen können muss ein ausreichendes Nahrungsangebot (Kohlenhydrate, Fette, Proteine, usw) an der Oberfläche des an sich mineralischen Baustoffes angelagert sein (Hausstaub kann da schon ausreichen). Kein Futter => kein Schimmel.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Lehm...



ansich ist mineralisch, jedoch ist in den meisten Lehmmörteln eben Stroh enthalten und schon haben wir unsere organische Komponente.
Genau Herr Kornmayer, Ihr Hinweis auf den Haus bzw. Baustellenstaub lag mir gestern auch noch auf den Tasten, war mir jedoch schon etwas zu spät um noch lange Texte zu schreiben...
Fakt ist doch, dass dies wenn es überhaupt auftritt während der Bauphase nur eine vorübergehende Erscheinung ist, welche man mit richtigem Lüften / Heizen und ggf. Raumluftentfeuchtern in den Griff bekommt.
Trockene ggf. auch gereinigte Lehmwände sind in keinster Weise bedenklich. Im Gegenteil. Ich wage gar zu behaupten das Lehm Luftfeuchtigkeit wie kein anderer Baustoff regulieren kann. Nach einem Versuch des FEB. Uni KS. kann dieser bis zu 300g Wasser aus der Raumluft pro m² innerhalb 48St aufnehmen. Zum Vergleich: Gebrannte Ziegel liegen hier bei 10-30g "andere" Putze lagen zwischen 26-76g. ob ein reiner Luftkalk auch dabei war weiß ich nicht. Möchte hier ja auch keinen Wettkampf "welcher ist besser " gewinnen.
Jeder Baustoff hat seine vor und Nachteile. Kalk ist ein wunderbarer Baustoff und einer seiner großen Vorteile liegt zweifelsohne in seiner alkalischen, antibakteriellen Wirkung.
Der Lehm ist einem gesundem Wohnklima durch seine extrem hohe Feuchtigkeitsregulierende Wirkung zuträglich wenn Er Feuchtigkeitsspitzen (z.B. Bad Küche) abpuffert und für eine gleichmäßige, konstante Luftfeuchtigkeit im gesamten Wohnbreich sorgt. Und es gibt noch viele weitere Vorteile und Eigenschaften von Lehm, dessen Aufzählung hier wohl den Rahmen sprengen würde.
Dank der kontroversen Diskussion stehen der Fragestellerin jetzt doch einige Infos zur Verfügung.
Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall eine gute Entscheidungsfindung, und ruhig noch ein bisschen im Forum stöbern,(...und immer kritisch hinterfragen!) wahr ja nicht die erste Frage zur Innendämmung.

Viele Grüße



Nochwas zum Lehm:



Wenn der Lehm ins Fachwerkgefache eingebaut ist, ist er bedeutend nasser als das Holz.

Folge: Das trockenere Holz nimmt Feuchte an und - quillt.

Dann kommt die Trocknungsphase:

1. Das Holz schwindet.
2. Der Lehm schwindet.

Folge: Eine zwischen Lehm und Holz klaffende Fuge. Diese ist kapillar aktiv und kann bei Beregnung Unmengen Wasser reinsaugen. Das nimmt nun aber nicht der (dichtere) Lehm auf, sondern vorzugsweise das Holz.

So kann es zu Überfeuchten im Holz kommen, abhängig von der Bewitterungssituation. Deswegen haben die alten Meister bzw. die geschädigten Hausbesitzer die stark bewitterten Fachwerkfassaden entweder gleich oder nach Schadenseintritt durch entsprechende Schutzkonstruktionen (Dachvorsprung, Abweisbrettgesimse, Vollverkleidung mit Vorsatzschale) geschützt. Wenn der Lehm irgendwelche Holztrocknungseigenschaften und nicht diese vermaledeite Neigung zur schwundbedingten Fugenbildung gehabt hätte, wäre das natürlich nicht notwendig gewesen.

Und zweitens:

Die frühere Lehmbauerei hatte Zeit. Die brauchte der Lehm unbedingt zum ordentlichen Durchtrocknen der eingebauten Lagen. Heitzutage fehlt es nicht an teurem Lehmpamp, sondern an Zeit. Und so geht eben so einiges beim Lehmbau schief.

Kommt nun die typische Innenkondensation durch überfeuchtes Energiespar-Raumklima zustande, ist die äußere raumseitige Zone des Lehms ein Problem. Seine organganischen Zuschlagsstoffe und die typischen Methylzelluloseanstriche / Bioanstriche sind perfektes Substrat für den Schimmelbefall. Und seine vergleichsweise dichte Struktur saugt eben nicht das ankommende Kondensat schnell weg, wie es ein Kalkmörtel im Vergleichsfall könnte. Das dürfte inzwischen klar sein, daß es ein bedeutendes Schimmelrisiko bei Lehmputzen gibt.

Was mich befremdet, ist das Propagieren der Lehmerei ohne ausreichendes Risikobewußtsein und Beachtung der Reaktionen der beteiligten Konstruktionen bei Feuchte. Märchen wie unübertreffbare Feuchtepufferung (sehen wir mal von der schnell erreichten Auffeuchtung der Oberzone und extrem sandhaltigen/abgemagerten Mischungen ab), Rauchverzehrung und Holzaustrocknung / Trockenhaltung durch Lehm sollten wir uns als Fachleute sparen.

Lehmbau - gegen den ich freilich garnix habe, setzt eben wie alle anderen Bauweisen konstruktive Kenntnisse voraus, um Material und Verarbeitung sowie den späteren Gebrauch in den Griff zu bekommen.

Das war's.

Und noch viel Erfolg beim Lehmen!

Konrad Fischer



Haben Sie evtl. doch Vorurteile gegen Lehm, Herr Fischer?



"...Wenn der Lehm ins Fachwerkgefache eingebaut ist, ist er bedeutend nasser als das Holz...."

Das ist wohl bei allen Mörteln ob Lehm oder Kalk so.


"...Dann kommt die Trocknungsphase:

1. Das Holz schwindet.
2. Der Lehm schwindet.

Folge: Eine zwischen Lehm und Holz klaffende Fuge. Diese ist kapillar aktiv und kann bei Beregnung Unmengen Wasser reinsaugen. Das nimmt nun aber nicht der (dichtere) Lehm auf, sondern vorzugsweise das Holz...."

Natürlich schwindet Lehm und es ist wie immer. Man muss wissen was man tut im Lehmbau. Die Anschlussfugen der Gefache müssen natürlich nachverdichtet werden, dann klafft auch keine Fuge zwischen Holz und Ausfachung.
Ist jetzt Holz kapillaraktiver als Lehm?





"... Und seine vergleichsweise dichte Struktur saugt eben nicht das ankommende Kondensat schnell weg, wie es ein Kalkmörtel im Vergleichsfall könnte. Das dürfte inzwischen klar sein, daß es ein bedeutendes Schimmelrisiko bei Lehmputzen gibt..."

Ich denke die Ergebnisse des Forschungslabors für Experimentelles Bauen sprechen für sich, oder sind diese etwa gefälscht?
Lehm kann Kondensat und Luftfeuchtigkeit in großen Mengen aufnehmen und gibt dieses nach und nach wieder ab. Dies ergibt den "Puffer Effekt".

Natürlich muss man viel beachten und kann auch viel falsch machen im Lehmbau. Aber kann ein Baustoff etwas dafür wenn man ihn nicht beherrscht?

Ich werde der Diskussion langsam müde und werde mich aus dieser auch so langsam zurückziehen. Bis jetzt haben Sie noch keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis oder zumindest eine Quelle für Ihre Behauptungen gebracht. Manchmal muss man auch mal über den Tellerrand schauen...

Viele Grüße



Auch



wenn man dolle nachverdichtet - mit nassem Lehm - bleibt der Quell- und Schwundeffekt. Die gefachauffeuchtende Kapillarwirkung der Fuge steigt sogar mit geringerer Fugenbreite!

Selbstverständlich ist die Fuge auch bei allen anderen Naßmörteln existent. Profimäßig macht ja man extra einen Kellenschnitt als "Bewegungsfuge". Nur trocknen Kalkmörtel selber weitaus schneller und besser als Lehm.

Was dann bei Beregnung noch dazukommt:

Kalkmörtel entlastet die Fuge am Schwellholz/unterem Rähm um Weltklassen besser, da er von vornherein in seiner Fläche mehr Wasser "kurzfristig" wegsaugt - um es baldigst wieder abzugeben. Es sei denn, ein Heini hat das Gefach mit wasserabweisenden Farben nach Künzelscher Fassadentheorie zugepappt.

Freilich, auch Holz ist nicht der Renner betr. Feuchteaufnahme und -abgabe. Und ist deswegen ein bewährtes und auch dichtes Dachmaterial (Schindel). Aber das steht hier nicht zur Diskussion.

Wissen sollte man nur betr. Innendämmung, daß Holzweichfaserplatten

- bedeutend mehr Kondensat (und selbstverständlich auch Wasser) reinsaugen, als Massivholz, und
- mangels Kapillarität dann äußerst lange zurückhalten können.

Deswegen schimmelt das Zeugs ja auch nicht schlecht, sobald die Umgebungskonditionen passen.

Was die Wissenschaft betrifft, muß man immer fragen, wer sie finanziert bzw. veranlaßt. Haben sie eine zuverlässige Tabelle der Desorptionsfähigkeiten von Lehm und Kalkmörtel im Vergleich bei identischen Ausgangsbedingungen? Das könnte die anstehende Frage im Sinne von "Wissenschaft" beantworten.

Ihre so fleißig zitierte Laborforschung liegt mir inkl. der den Versuchsaufbau bestimmenden Randbedingungen nicht vor. Vorstellen könnte ich mir schon, daß unheimliche Mengen Raumluftkondensat auf einer kalten Lehmschicht in der obersten (raumluftnächsten) Zone niederklatschen und dann deren Feuchtegehalt massiv erhöhen, bis es von der Wand rinnt.

Nebenbei ist die Feuchtebeaufschlagung einer Konstruktion vorwiegend abhängig vom Verhältnis Raumluftfeuchte-Lufttemperatur-Oberflächentemperatur. Und der Anstieg der Oberflächentemperatur eines Raumes ist beim Aufheizvorgang mit Heizluft von der Materialdichte (Rohdichte).

Ein schwerer Baustoff wie Lehm wird also viel langsamer erwärmt als ein leichter Porenziegel oder gar ein Dämmstoff. Bleibt also zunächst wesentlich kälter und verschlingt unter Laborbedingungen gegen eine kaltbleibende Außenluft (Klimakammer) auch mehr Nachheizbedarf, um seine Oberflächentemperatur zu halten.

Womit wir bei den möglichen Parametern wären, die bei einem Absorptionsversuch von Kondensat in Raumoberflächen zu beachten sind, neben so einigen weiteren. Warum das alles? Weil ich den Versuchsaufbau nicht kenne und es eben genau darauf ankommt, wenn man faire Vergleichsuntersuchungen machen will.

Ansonsten ist es die leichteste aller Übungen, durch geeignete Versuchsaufbauten so gut wie jedes gewünschte Versuchsergebnis vorzuprogrammieren.

Aber die Transportleistung des Kalkmörtels, der Kondensat ins Innere wegtransportiert, es nicht an der Oberfläche schimmelriskant anreichert und danach ohne Anstrengung schnell wieder abgibt, KANN Lehmputz niemals erreichen. Na gut, im Mischungsverhältnis Sand/Lehm = 99/1 schon, aber das ist Illusion.

Wenn Sie mal die Pettenkofermethode anwenden und Baustoffe "durchpusten", werden Sie schnell selber herausfinden, welches Material für Dampfdiffusion und auch (flüssige) Sorptionsfeuchte um Weltklassen durchströmbarer ist. Meine unwissenschaftliche Prognose:

Lehm kann nur der zweite Sieger sein.

Wichtig ist allerdings auch zu wissen, wie die Feuchtigkeit in Baustoffen überhaupt transportiert wird: 1000:1 in flüssiger gegenüber dampfförmiger Form. Deswegen sage ich manchmal: Diffusion gibt es gar nicht, bzw. nur als Kondensateffekt in den Baustoff hinein. Die dampfförmig vereinzelten H2O-Moleküle (ein 'magnetisches' Dipol: mit vom neg. geladenen O abgespreizten pos. H's) kühlen in der Baustoffpore rapide ab, verlieren dabei Bewegungsenergie und krallen sich mit ihren H's dann ruck-zuck am nächsten Oxid in der Baustoffpore fest. So beginnte die sog. Tröpfchenkondensation, die sich bei ausreichend hoher Raumluftfeuchte wg. Anlagerung weiterer Wassermoleküle dann schnell zur gefüllten Pore aufschaukelt. Und nur noch kapillar an die Oberfläche zum Abtrocknen an der Luft transportiert werden kann. Was dann ungeeignete Anstriche auf Gefachen - mit besten Diffusionswerten, aber Null Sorptionsfähigkeit (quasi alle modernen Papp-Farben) - bestens zu verhindern wissen.

Oft muß man sich auf den begrenzten Verstand und die Erfahrung und nicht auf die Auftragswissenschaft verlassen.

Das wäre ja auch eine Methode. Und vielleicht nicht die schlechteste.

Besten Gruß

Konrad Fischer
Lehmliebhaber

PS: Ich zitiere auszugsweise aus einer Abdichtanleitung für Teichbau:

"Es gibt prinzipiell mehrere Möglichkeiten einer Teichabdichtung mit Lehm. ...:

1. Stampflehmabdichtung
Fetter Lehm (mindestens 30% Tonanteil) wird in erdfeuchter, krümeliger Konsistenz in einer Schichtstärke von 15-18 cm auf dem Teichboden aufgebracht und festgestampft. ...

2. ... Verlegen von ungebrannten Lehmsteinen - sogenannten Grünlingen.
Am besten verwendet man hier das Doppelformat mit 12x12x25 cm. Die Fugen zwischen den Steinen sollten möglichst klein sein und werden ebenfalls mit krümeligem Lehm verfüllt. Sie können aber auch mit einer Lehmschlämme, die Sie sich aus den aufgeweichten Grünlingen herstellen, zugegossen oder zugestrichen werden. Anschließend wird die Lehmoberfläche mit Wasser besprüht, sodaß die Lehmsteine noch etwas aufquellen können und sich eventuelle Fugen noch schließen. ...

3. Am einfachsten ist es, Fertigteil-Lehmelemente zu Verlegen oder die Abdichtung mit tonhaltigen Vliesen ..."


Soviel zum profimäßigen Dichten mit Lehm&Ton. Reimt sich doch geradzu unheimlich gut mit meinen obigen Aussagen zusammen - oder?

Hier der Link zur Quelle: http://www.nawaro.com/cgi-bin/forum.pl?action=show&groupid=2

PPS: Dieser Thread wird ja geradezu zum Lehmbaukurs, wa?



Hallo, Svenja,



...also nach diesem regen Meinungsaustausch zwischen den Fachleuten möchte ich mal fragen, was jetzt eigentlich geschieht mit der Styropor/Rigipsplatten-Innendämmung. Wird diese Innendämmung jetzt herausgenommen? Wird gedämmt, oder nicht?
Grueße von einem fleißigen Mitleser
Paul Börner



Teichabdichtung mit 30% Ton?



Da wollte ich als Verarbeiter keine Gewährleistung für die von Ihnen zitierten Methoden geben...
Die Profis verwenden reine Tonmischungen bzw. Bentonit.
Z.B.

http://www.dernoton.de

oder

http://fradimat-mueller.de/seite-1.htm



Im übrigen lässt sich selbst die 30% Mischung nicht annähernd mit den in einer Außenwand verarbeiteten Lehmmischungen vergleichen. Ein solch fetter Lehmputz würde wahrscheinlich vor lauter Schwund in tausend Fetzen wieder von der Wand fliegen. Und dass Grünlinge nicht im Außenbereich verwendet werden dürfen, wird in jedem Anfängerlehmbaukurs vermittelt.
Ein normaler Lehmputz enthält wie schon einmal erwähnt einen Tonanteil von Max. 10-15%! Für übliche Ausfachungslehme ob als Lehmstein oder Bewurf gilt das ebenso. Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen...

Ich empfehle Ihnen von ganzem Herzen einmal die Lektüre: "Das neue Lehmbau Handbuch" ISBN 3-922964-86-9 von Prof. Dr.-Ing. Gernot Minke. Dort sind viele Forschungsergebnisse der Universität Kassel nachzulesen, unter anderem auch das von mir zitierte.

http://www.asl.uni-kassel.de/~feb/forschung/forschung.html#schwerpunkte


Viele Grüße
Mathias Josef



Schon wirklich erstaunlich...



...was man aus Lehm/Stroh/Holz so alles bauen kann!

http://www.asl.uni-kassel.de/~feb/galerie/galerie.html

Gruß, Pauli Börner



Rückmeldung



Also, wir wachten jetzt ab, bis es wirklich warm ist und auch warm bleibt. Dann werden die Wände geöffnet und die Stryopurdämmung sowie die Rigipsplatten entfernt. Mal schauen was uns dahinter erwartet. Je nach dem wie groß der Schaden ist, wird dann die weitere Vorgehensweise überlegt.
Werde euch auf dem laufenden halten, wie die Fachwerkwand nach dem Öffnen aussieht.

Lg Svenja



Innendämmung



Hallo Svenja,

Ich habe dreieinhalb meiner vier Aüßenwände in Küche und Wohnzimmer mit Xella multipor innengedämmt und bin bis jetzt damit sehr zufrieden.
Ich habe ein denkmalgeschütztes Steinhaus von 1700etwas, in dessen in den 50ger Jahren ausgebautem ehemaligen Dachboden ich im ersten Jahr nach dem Kauf fast erfroren wäre.
Die Wände sind ca 16cm dick und bestehen aus einer merkwürdigen Gips/Bruchsteinmischung auf Holzständern.
Die Innentemperatur stieg trotz heftigen Heizens nicht über 9°C und die Wände strahlten furchtbar Kälte ab.
Jetzt fühlen sich die Wände auch bei 20° Temperaturunter-schied gemütlich warm an und ich erreiche locker 20° Innentemperatur.
Weil in der Produktinformation stand, man sollte auf trockenes Raumklima achten, lüfte ich öfter mal und habe mir auch einen Kaminofen zugelegt.Ich hoffe, dass mir nicht irgendwann, wie wir in der Berufsschule für Tischler mal gelernt haben, die Außenwänd steifgefroren wegbröseln, aber im Moment (nach zwei Jahren), genieße ich die moderaten Sommer-und Wintertemperaturen in meinen Hauptaufenthalts-räumen.