Feuchtes altes Haus in Ungarn

19.11.2009


Hallo,
wir haben ein altes zum Teil neu restauriertes Haus am Balaton gekauft. Die Restaurationen beschränken sich im Wesentlichen auf ein neues Dach, neues Bad, Fliesenfußböden in allen Räumen etc.
Meine Frage an Euch,
die Zwischenwände und die Außenmauern ziehen leicht Wasser, weil die Ungarn keine Sperrung eingebaut haben (übrigens ein weit verbreitetes Problem). Wie kann ich nachträglich die Wände sperren bzw. lassen. Für einen guten Rat wäre ich Euch dankbar.

Holly und Christel aus Pankow



Sperre



Hallo


Die Bausünde in Ungarn ist extrem verbreitet und hat mich vor ein paar Jahren davon abgehalten, dort ein Haus zu kaufen.
Es gibt zwei Lösungen für das Problem, Voraussetzung dafür ist allerdings eine gute Bausubstanz:

1. Horizontales Durchsägen der Wände und einschieben von Edelstahlblechen

2. meterweises Untergraben der Fundamente und mit Dichtbeton neue Streifenfundamente zu gießen.

Da in Ungarn die Wände alter Häuser oft aus Lehm/ Feldsteinen besteht, ist die erstere Variante dann nicht möglich. Und die zweite Variante gefährlich...


Eine Ringdrainage ums Haus hilft zuerst mal, um Wasser in Richtung Haus abzuhalten.


Fotos vom Haus und ev eine Besichtigung vor Ort bringen oft schon weitere Ideen....



Andreas



Feuchtes Haus am Balaton



Hallo,
ohne zu wissen , aus welchem Mauerwerk das Haus besteht, würde ich eine Bohrlochkette mit Sanosil vorschlagen.
Bei Interesse einfach mal nachfragen.
Mfg Frank Tabatt
www.bau-sanierung-tabatt.de





Holly und Christel
Mit diesen paar Informationen dürft Ihr nicht ernsthaft auf verwertbare Antworten hoffen.
Detailliertere Informationen zu Baumaterialien, der Nutzung (Foto) sind schon von Nöten.
Mit Sicherheit wird auch Herr Rupnow noch sein „Allheilmittel“ preisgeben. Die Elektroosmose Fraktion wird auch noch einsteigen.
Die haben alle eins gemein, sie brauchen das Objekt nie gesehen zu haben, die Baumaterialien nicht kennen, die Lastfälle spielen keine Rolle und dennoch können diese Ihnen die Funktion Ihrer „Waffen“ garantieren.



In Ungarn...


Ja im schönen Magyar-Lande

...haben wir viele solcher Fälle gesehen.
Doch jeder Fall ist auch einzeln zu bewerten und am besten vor-Ort zu besichtigen.
Ferndiagnosen gehen nach hinten los!!
Sicherlich wird es ähnlich dem nebenstehenden Foto aussehen.
Wichtig ist, dass die innenliegenden Bauteilanschlüsse nicht press und zementär ausgebildet werden sollten.
Eine entkoppelte Einbauvariante sollte es sein.
Vielleicht mit Kokosfaserstreifen möglich und denkbar.

Viel Glück,
Udo



Feuchtes altes Haus in Ungarn



Hallo,
danke für Eure Ausführungen. Aus allen Antworten ging hervor dass wir erst einmal die Substanz Freilegen sollten, welches wir auch tun werden. Im März werden wir dann also den Putz abklopfen und die Bausubstanz betrachten.
Danach melde ich mich wieder.

Danke an alle und voradventliche Grüsse aus Berlin

senden Holly und Christel



Es muß doch kein fester Putz



mühsam und zerstörerisch abgeklopft werden! Sondern die Sache muß auf Herkunft der Feuchte zutreffend begutachtet werden. Und dann geht es zielgenau mit geringstem Aufwand geldbeutel- und substanzschonend zur Sache.

Auf KEINEN FALL gibt es dort AUFsteigende Feuchte, der mit irgendwelchen ulkigen Horizontalsiolierungen beizukommen wäre. Aber das habe ich hier und woanders alles schon sinnloserweise erklärt.



AUFsteigende Feuchte



und da ist er wieder, der Mann, der zwar alles beschreibt, umständlich erklärt und für nix eine Lösung bietet...

oft widerlegt und unbelehrbar...


NEIN, Feuchtigkeit KANN nicht AUFSTEIGEN, Feuchtigkeit wird kapillar hochgezogen, insoweit hat mein geschätzter Erklär-Bär KF wieder mal recht....*sfg*



Andreas



Stimmt schon ...


Ein Bild fürs Buch?

Feuchtigkeit wird kapillar hochgezogen. Aber nur aus großen in kleine Kapillarporen und nie umgekehrt. Also vom Mörtel in den Stein, aber nicht vom Stein in den Mörtel. Kapitzko? Ansonsten, wenn Sie zufälligerweise Englisch können: The Rising Damp Myth. Bei Amazon.



AUFsteigende Feuchte



Lieber Herr KF

Tolle Versuchskonstruktion. Hat nur einen kleinen Schönheitsfehler... Korrekt ist, daß die Feuchtigkeit, von Grob in Fein- Kapillaren gezogen wird- oder in gleich große ( je feiner um so höher -Sch... Physik 7.Klasse POS). Nur, was passiert, wenn Sie im Versuchsaufbau die erste und zweite Lagerfuge mit fluten? Da geht dann aber ab die Luzie...


Erklären Sie doch mal in Venedig Ihre These, da werden Sie pöltzlich übers Wasser rennen können... so schnell werden Sie aus der Stadt verjagt...

Jaja, ich weiß, jetzt kommen Sie mit Hamburg als Gegenthese... aber dort wurden Sperrdichtungen verwendet in Form von Sperrmörtel...


Übrigends, mein Haus hat keine Sperrschicht im Horizontalen und trotzdem steigt kein Wasser hoch...
bäh, ausgetrickst... Sperre ist der Lehm im Feldsteinmauerwerk... durch die leichte Feuchte quillt der auf und sperrt.....



Andreas





Hallo Ihr Zwei,
wir spielen das Spiel schon ein paar Jahre.
Egal was Ihr macht, eines ist ganz wichtig. Wenn Ihr Euch Sand/Kies holt ( für Mischung ) in Ungarn, dürft Ihr auf keinen Fall den billigen kaufen. Der ist immer salpeterhaltig. Achtet darauf, dass der Kies gewaschen ist, auch wenn er teurer ist. Auch nicht die billige ungarische Fertigmischung ...

Gruß Andrea





Sie meinen sicher so Herr Kapitzke.

[pubimg 19778]



AUFsteigende Feuchte



@ Herr Struwe


so ähnlich...


Und unser "geehrter" Herr KF muss bei den Bildern seine These, daß die Feuchte nicht vom Mörtel in die feineren Ziegel übersteigt, mal eben revidieren...

In ein paar Wochen ist der ganze Block nass...



Andreas



Aber nee doch,


Auch nach 500 Jahren

es kommt doch auf die Porenunterschiede zwischen Mörtel und Stein an. Nach langwierigsten Versuchen ist es auch dem Jeff Howell gelungen, das Wasser im Mauerpfeiler steigen zu lassen. Um dann das Nichtfunktionieren gerade der beworbensten Injektage-Horizontalisolierungen daran herauszufinden.

Fragt nicht, wieviel feinstgemahlene Kreide in den Mörtel mußte, bis das gelang. Man kann Jeff anrufen, was ich z.B. getan habe.

Bei historischen Mauern sind aber grobporige Mörtel und im Fundament sehr feinporige Steine verwendet worden. Und deswegen haben die Buden gut funktioniert. Nicht nur das Bamberger Rathaus im Fluß, sondern auch jedes Wasserschloß, nicht nur in Mespelbrunn. Ganz ohne Sperre. Und auch die Kaimauern und Brückenpfeiler seit altersher.

Augen auf!




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