.....und schon wieder eine Fußbodenfrage



.....und schon wieder eine Fußbodenfrage

Ich traue mich ja kaum, aber ehrlich hole ich mir hier lieber eine heftige Antwort, als weiter in einer Gedankenwolke festzuhängen.

Nichtunterkellerter Altbau von 1880, Feldsteinfundamente, Ziegelmauerwerk außen, Grünlinge innen ab 3. Reihe. Lehmputz.Lehmdecke..
Bisher:
Dielung mit N+F, alt
Balken
Reichsbrandziegel als Auflager
lehmiger, harter, trockener Sand
Belüftungsziegel in der Aussenwand und zu den Nachbarräumen
Geheizt wird dieser Raum kaum - nur bei Anwesenheit über einen Kachelofen.
Diese Dielung musste leider schweren Herzens der Verlegung der Wasser und Abwassererschließung des Hauses weichen. Mir hat da echt das Herz geblutet, diesen alten noch guten Boden rauszuwerfen. Leider war er auch noch so genagelt, dass er sich nicht völlig zerstörungsfrei ausbauen ließ....seufz...

Aus verschiedenen unguten Erfahrungen möchte ich den Boden hier nicht betonieren. Nicht wegen des bösen Betons ;) ( den werden wir im Nachbarraum einbringen ) sondern, weil wir vermutlich in einigen Jahren wieder den Schacht öffnen müssen und ich dann einfach ungern erst eine Betonplatte entfernen möchte...

Ich würde den Boden eigentlich genau so wieder aufbauen, wie er 130 Jahre lang funktioniert hat ....aaaber
Der Handwerker vor Ort sagt:
Klar, machen wir - aber leg zumindest eine Folie unter die Ziegel.

Watt nu ?
Ich habe nix gegen Folien, wenn sie Sinn machen.
Ist der Absperrfaktor gegen den Untergrund höher zu bewerten als die damit abhanden kommende Fähigkeit des Bodens, die eventuell über die Pumpenwirkung eintretende Feuchtigkeit zu absorbieren ??

Es handelt sich um einen Schlafraum in einem WE Haus, das im Winter eher selten benutzt und geheizt wird. Frostfrei dürfte es meist sein - es ist ein mecklenburger Dorfreihenmittelaus mit wärmeliebenden Nachbarn ;)

Ich bin auf eure Überlegungen gespannt
anna



Pflicht und Ehre



Der Handwerker ist verpflichtet darauf hinzuweisen das eine Abdichtung zu erfolgen hat. Ggf. sogar unter Zeugen oder als Hinweis schriftlich. Er überträgt die Verantwortung damit an dich.

Das ändert aber nichts daran, das ich, bei den beschriebenen Randbedingungen, den Boden wieder, wie gehabt neu aufbauen würde.

Viel Spaß an dem Wochenendhaus - Ingenieurbüro Bergisches Land - M. Mattonet



Danke



Herr Mattonet,
ich tendiere ja auch eindeutig dazu in diesem Fall wirklich originalgetreu zu rekonstruieren.... Unsere Nutzung ist ja im Winter wirklich eher überschaubar - und wir nehmen lieber ein 2. Federbett, 2 Katzen oder Nachbars Hund mit ins Bett, als die (nicht vorhandene ... ) Heizung auf 20 Grad im Schlafraum für 2 -3 Tage hochzudrehen...



Bodenaufbau



Warum nicht gleich überlegen was später evt noch installiert werden muß und ggf nur eine Klappe, Leerrohre oä einbauen?

Gleichzeitig dann einen dauerhaften Bodenaufbau herstellen, der nicht von vornherein ein Provisorium darstellt, welches später entfernt werden muß?

Es müßte natürlich bekannt sein, was später geplant ist und inwieweit dies jetzt schon berücksichtigt werden kann.

Als Handwerker ists rechtlich schwierig, solche Provisorien haftungstechnisch eindeutig zu formulieren

Andreas Teich



Leider



ist genau DAS der Knackpunkt. Ich kann nicht genau einschätzen, was noch zu machen sein wird - und es ist die einzige Möglichkeit in den Teilkeller zu kommen, da Leitungsrechte UMS Haus herum fehlen..
Die Arbeiten werde ich schon selber durchführen....also ists nur meine Zeit und ein gewisser Kostenfaktor, der aber bei der Fläche von 12 qm doch vernachlässigbar ist.
Es geht mir halt darum, es so optimal wie möglich in diesem Provisorium zu gestalten.
Und nichts ist so dauerhaft, wie ein funktionierendes Provisorium ;)



Providurium



Ja, in Zürich haben wir ein Warenhausprovisorium das sich schon seit über 50 Jahren hält...

Mein Vorschlag:

nicht armierter Beton als Sauberkeitsschicht + Höhenausgleich (das lässt sich ohne weiteres wieder rauskloppen)

Abdichtungsfolie, seitlich hochgezogen

geeignete Dämmung (z.B. Holzweichfaser)

Fertigparkett (Klicksystem) schwimmend verlegt, oder Dielen geschraubt



Boden als Provisorium



Wenn's ganz einfach werden soll:
Verstellfüße aus dem Terrassenbau auf einzelne Betonplatten stellen,
darauf KVH-Balken Verlegen und die Dielen verschrauben.

Bei etwas besserer Ausführung:
Über den Betonplatten Feuchtigkeitssperre verlegen und nach der Befestigung des KVH
die Zwischenräume mit Perlite oder Zellulose etc dämmen.
Dann kann später alles verlustfrei aufgenommen und wieder verarbeitet werden.
Oder Doppelböden aus dem Bürobau verwenden

Andreas Teich



Hmpfgr



Da steh ich nun wieder....

Mit oder ohne Folie...das ist hier die Frage......die nun wieder offen zu sein scheint ;)

Also ist es vermutlich egal, welchen Tod ich sterbe ?

Oder ist es so zusammenzufassen:

Ohne Folie ---- ohne Dämmung

Mit Folie ------dann besser mit Dämmung


yogumon....Providurium....ein Begriff den ich mir merken werde....



Bodenaufbau



Ohne Folie werden die Dielen eine höhere Feuchtigkeit bekommen und sich evt mehr verziehen, was die spätere Neuverlegung erschwert.

Notfalls nur eine billige 0,2 mm PE-Folie Verlegen genügt für ein Provisorium. Kosten und Aufwand sind ohnehin nur minimal und Schaden tuts eh nicht

Andreas Teich