Und immer wieder Schwamm?

08.07.2019 1zelner



Hallo und guten Tag,


letzte Woche wurde in unserem Bad die Wanne erneuert und ein Handwerker meinte, dass hinter der Wanne ein alter Hausschwamm wäre. Die Wanne stand auf Estrich und die Wände sind mit Ziegel gemauert. Eigentlich kein Holz in der Nähe. Ein Holzfachmann meinte, ja - das wäre Schwamm und man müsste nun im Umkreis von 1,5 m alles wegreißen - Fliesen, Mauerwerk, auf der Flurseite die Treppe, die Holzgesimse und Einiges mehr.

Wir haben das Haus vor 25 renovieren lassen und meine Vermutung ist, dass der Klempner, welcher damals die Wanne gesetzt hatte auf dieses Gespinst keinerlei große Rücksicht genommen hat.

Dass was ich dann letzte Woche zu Gesicht bekam, sah aus wie ein vertrocknetes graues Geflecht. Einen Fruchtkörper konnte ich nicht entdecken. Ich habe Proben genommen und will sie nach Dresden schicken zwecks Begutachtung.

Nun ist meine Frage: ich denke, werde, unabhängig davon, was bei der Untersuchung rauskommt, die Steine und den Boden abflammen und die Reste von diesem Geflecht (0,5 m x 0,2 m) entsorgen. dann werde ich sicherheitshalber noch ein Fungizid aufbringen.

Macht es dann eher Sinn, die Backsteine ordentlich mit Kalkzementputz zu Verputzen oder ist es besser mit Bitumenanstrich Sporen oder eventuelle sonstige mikroskopische Reste zu binden.

Je nach Befund würde ich dann die andere Seite der Wand eventuell mit einem Endoskop und durch Lösen einiger Paneele begutachten wollen. Sichtbar ist dort im Moment gar nichts und dieses Gespinst sieht nicht so aus, als sei es die letzten 25 Jahre gewachsen.

Der "Gut"-achter erschien mir, nicht nur aufgrund seiner starken Alkoholfahne eher an der Verbreitung von Panik interessiert - und weniger an einer maßvollen substantiieren Analyse.

Auf meine Nachfrage, ob er denn eine labortechnische Untersuchung durchgeführt habe sagte er nur: ich brauche kein Labor - ich weis das so.

Nun gut - ist mein Vorgehen so sinnvoll oder würdet ihr noch zusätzlich injizieren?


Danke - Karl



Hausschwamm



auf Ziegel habe ich noch nie gesehen.
Wenn jemand sagt ich weiß das, muss nichts prüfen, was soll mir diese Antwort sagen?
Ich habe / hatte auch Hauschwamm in verschiedenen Häisern.
Der erste Schritt war Proben zu nehmen und analysieren lassen, welcher Schwamm es ist und wie agressiv der ist.
Daher lass von einem Fachmann, also keinem Handwerker, der etwas Arbeit sich verschaffen will, Proben nehmen und untersuchen.
Dann wird dir jemand sagen, was die Ursache ist und was gemacht werden muss / soll.

Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Klaus



hatte noch alte Fotos



@klaus
danke für deinen Zeilen.

Habe dann auch noch alte Bilder von vor der Renovierung gefunden mich erinnert, dass wir im Treppenhau damals einige Paneelbretter gewechselt hatten, weil den Leuten wohl das Badewasser übergelaufen war und Bretter morsch geworden waren. Einen Fruchtkörper hatten wir damals nicht gesehen und es für hochtoxisch gehalten. Schließlich ist dort im Treppenhaus nun auch seit 25 Jahren alles ok. Werde die Bretter aber trotzdem sicherheitshalber vorsichtig lösen und dahinter schauen.

Habe jetzt mit diesem Holzinstitut telefoniert. Die meinten, sie würden mir für 200 € das Myzel charakterisieren und dann kann man weiter sehen und man sollte als Eigentümer erst einmal Ruhe bewahren...

Abflammen der Ziegelsteine wäre in jedem Fall gut - vielleicht hat ja hier jemand noch einen Ratschlag oder Tip.

es grüßt Karl



Schwammschwemme



Hallo
Ich habe meine Proben in Hamburg analysieren lassen.
War günstiger und detailreich.

http://www.ifholz.de/

LG
ole



Ich auch



unserem Haus sah auch ein Balken arg verdächtig aus. Unter Aufsicht eines Gutachters wurden verschiedene Proben entnommen und an das gleiche Institut nach Hamburg geschickt.

Die konnten innerhalb von 48h die Proben bestimmen und Entwarnung geben. Damit war die Sanierung wesentlich überschaubarer.



Moin,



so wie es beschrieben ist handelt es sich um den EH, ein Foto wäre sicherlich hilfreich
Nur weil der eine oder andere noch kein Mycel auf Ziegeln gesehen hat heisst es nicht das es das nicht gibt sondern eher das dieser unerfahren ist.
Richtig ist das allseitig 1,50 m um den letzten sichtbaren Befall alles Holz entfernt werden muss.
Weiterhin ist das Mauerwerk vom Putz zu befreien, die Fugen auszukratzen, abzuflammen und flächig mit einem zugelassenen Mittel zu behandeln (z.b. Adolit M-Flüssig von Remmers)

Nun kann man natürlich sagen, dass in den letzten 15 Jahren nichts passiert ist und man davon ausgeht, dass in den nächsten 50 ebenfalls nichts passiert, aber das ist nicht meine Entscheidung.