Unbekanter Putz 1923

22.06.2014 Timm

Unbekanter Putz 1923

Hallo zusammen, ich als neuer Altbausanierer :) habe das Problem das ich den alten (teilweise defekt u. sandigen) Putz nicht 100% identifizieren kann.
Nachdem ich nun einige Std Google befragt habe(ohne erfolg) hoffe ich hier hilfe zu finden.

Es handelt sich um ein Haus Bj 1923 Aussenfassaden aus Schiefer. Der Keller ist aus Naturstein.
Der Wandaufbau: Ziegelmauer mit einer dünnen sandschicht, dann ein unbekannter grauer Putz der mit Maschendraht durchzogen ist, wobei die Oberfläche allerding bräunlich ist.
Daruf weiße flächen in div größen. Auf den Bildern ist einmal einer der vielen defekten Stellen zu sehen, und als übersicht eine Wand die noch ok ist.

vielen Dank schon mal im vorraus



Innenputz



1923 war Wirtschaftskrise und Inflation, kein guter Jahrgang für Häuser.
Wahrscheinlich hat hier jemamd improvisiert oder Ihre Angaben sind etwas unpräzise.
Möglich wäre eine Wand (könnte Fachwerk sein) aus Trockenlehmziegeln und einem Kalkzementputz (oder Carbidkalk?)und Putzbewehrung.
Wenn der Putz fest und einigermaßen eben ist- abwaschen und Fehlstellen nachspachteln. Ihr Vorgänger hatte da schon angefangen. Dafür können Sie einen gipshaltigen Flächenspachtel (das weiße Zeug) oder eine Kalkglätte nehmen.



Ohne



dafür irgendeine Garantie zu übernehmen: sieht aus wie der in Wien lange Zeit (zumindest bis zum 1. Weltkrieg) gängige Aufbau Lehmgrundputz und Kalk(zement)feinputz mit minimalem Bindemittelanteil. Kann man ganz gut leben damit, nur bei Stemmarbeiten kann es passieren, dass handtellergroße Plachen des Feinputzes abplatzen.



Zechenhaus


Unbekanter Putz 1923

Vielen dank für die schnellen Antworten !! Heute habe ich erfahren das es ein Zechenhaus ist.
Jetzt hätte ich noch zwei Fragen zu den Antworten.
Wird alter Lehmputz grau ? Und wie pack ich die sache am sinnvollsten an? die hohl klingenden verputzten flächen entfernen, alles sandige was lose ist weg und dann mit Tiefengrund dran ? oder lieg ich da falsch ?

besten dank für die Hilfe



Nein



sofern nicht in irgendeiner Form Dreck im Spiel ist, wird Lehmputz nicht grau. Deswegen ja meine Vermutung bezüglich Zement-Feinputz. Der ist nämlich definitiv so grau.

Meine Vorgehensweise wäre: die gröbst losen Teile entfernen, dann mit Gipsspachtel glattziehen, fertig. Gipskalkputz tut es meiner Erfahrung nach auch ganz gut und ich hege die heimliche Hoffnung (noch nicht ausprobiert), dass er sich beim nächsten Entfernen von Leimfarbe nicht so gründlich verflüchtigt wie Gips-Spachtelmasse. Die wird wieder weich wie sonstwas so bald sie mit Wasser in Berührung kommt.

Wenn man hohl klingende Teile alle weg haben will, treibt man sich nur unnötig in den Wahnsinn. Tiefgrund habe ich auch noch nie verwendet, ich hasse das Zeug (sorry, persönliche Meinungsäußerung). Eventuell leicht vornässen (mit der Malerbürste bespritzen). Mache ich bei Spachtelmasse aber auch nicht. Ich bin allerdings der Trial&Error-Heimwerker, Georg Böttcher ist hier der Maurer und Bautechniker, warten wir mal ab was er sagt.



OK



Ich versuch es mal genauer zu beschreiben, die Aussenwände sind aus Ziegelstein ähnlich wie auf diesem Foto

http://gesunex.de/wp-content/uploads/2014/01/3zechenhaus.jpg

Die gemauerten bögen über den Fentern sind bei mir auch vorhanden. (hab ich heute gesehen) Allerdings wie hier auf dem Foto (bei Trennwänden zwischen zwei Räume) bin ich an verschiedenen Stellen auf Balken gestossen mal quer mal von oben nach unten. Allerdings auch nur bis ca 1,40m ab da ist wieder gemauert ?!?! Auf dem Bild sieht man einen von diesen Balken, darauf ist dann dieser ca 2-3cm dicke graue Putz (sandig) und darüber eine hauch dünne schicht brauner Putz o.ä. Ich habe heute erst bemerkt das es 2 verschiedene Schichten sind.
Ein älterer Nachbar erzählte etwas von Asche im Putz ?!



Innenputz



Mit dem Foto kann man nichts anfangen solange es nicht Ihr Haus ist und das hat eine Verschieferung. Dahinter kann alles mögliche als Wandaufbau stecken.
Das Foto zeigt ein 1 Stein dickes Mauerwerk. Das kann massiv aber auch zweischalig sein. Lehm als Untergrund fällt an der Außenwand aus, bei Innenwänden ist das möglich da damals noch Fachwerkwände auch mit Trockenlehmsteinausmauerung zum Einsatz kamen. Asche? Ein latenthydraulischer Zuschlag zum Bindemittel ist nichts Ungewöhnliches. Zementsorten der Klassen III (Hochofenzement), IV und V erhalten heute solche Zusätze bereits in der Herstellung zugemischt.



Unbekanter Putz 1923



Hallo Timm,

also ich habe ein Haus das in etwa auch aus diesen Jahren stammt.
Der Originalputz sieht ähnlich aus nur etwas dunkler und mir wurde gesagt das es sich um Schlackeputz handelt. Da in unserer Gegend früher viel Eisenerz gefördert wurde, war die Schlacke eine günstiger Baustoff.

Viele Grüße