Unbekanntes Material im Keller



Unbekanntes Material im Keller

Hallo zusammen!

Worum handelt es sich bei diesem schwarzen Material, zwischen Steinmauerwerk und Putz? Es ist hart und glänzend wie Stein, aber teilweise wie eine Schicht angeordnet.

Wir sanieren ein Lohtringerhaus BJ 1750. Im Keller wird der Putz abgeschlagen und soll mit Sumpfkalk und Sanierputz ersetzt werden, da das untere Drittel des Mauerwerks ein wenig feucht ist.

Grüße, Esther



Keller verputzen



Was wollen Sie mit dem Sanierputz erreichen?
Um eine verlässliche Bestimmung des Unterputzes durchzuführen fehlen einfach die informationen. Möglich das dies ein wasserdichter Putz war. Damals gängige Zusätze waren gemahlene Schlacken, Goudron und Zement.
Wenn der Altputz noch fest und stabil an der Wand hängt sehe ich keinen Grund ihn abzuschlagen. Neben der sinnlosen Arbeit wird auch noch das Kellermauerwerk geschädigt. Einzelne Schadstellen kann man ausbessern.



Nun eventuell will man einen Keller der feucht werden soll



Wenn nicht sollte man wissen für was der Keller dienen soll.
Richtig ist jedenfalls wenn der Putz fest ist sollte er keinesfalls abgeschlagen werden!
Aber erst mal hören welche Nutzung angestrebt ist.



Ziel ist die Genesung des Hauses von alten Renoviersünden



Die obere Schicht dieses Putzes ist stark angegriffen, bröckelt und sandet. Die untere, schwarze Schicht ist steinhart und schwer lösbar.

Das Endziel ist dem Keller die Feuchtigkeit zu entziehen und zur Lagerung von Geräten, Werkbank, Heizkessel etc zu nutzen. Es wird kein Wohnraum.

Vielleicht noch als Hintergrund: Am ganzen Haus kann man beobachten wie die Renovierungsmaßnahmen aus den 70ern (Abdichtungen, Holzverkleidungen, Fliesen) die Substanz angreifen und Schimmelbildung hier und da begünstigt haben. Wir sind also gerade am "restaurieren" um wieder diffusionsoffene Flächen zu schaffen.

Gleiches im Keller: Durch unzureichende Belüftung, und diverse, mehrschichtige Wandverkleidungen ist das Raumklima dort miserabel. Belüftung ist jetzt eingebaut. Mauerwerk soll freigelegt werden zum Austrocknen, eventuell mit Horizontalsperre behandelt werden, anschließend Mit Sumpfkalk/Sanierputz diffusionsoffen streichen/verputzen. Fertig.

Allerdings ist jetzt natürlich unbedingt erforderlich zu wissen, was das für ein Material ist, was wir da abschlagen und welchen Zweck es erfüllen sollte. Meine Angst auch, dass ich eine stützende Schicht wegnehme, denn das Material ist steinhart.



Fachwerksanierung



Hallo Esther,
nichts gegen Ihr Vorhaben ein altes Fachwerkhaus historisch korrekt zu erhalten, aber bei Ihrem Vorhaben sollten Sie sich nicht allein von ideologischen Vorstellungen leiten lassen. Man verhindert keine Bausünden indem man nur ideologisch korrekte Baumaterialien verwendet. Es kommt immer auf den Einzelfall und auf die bauphysikalisch und statisch richtige Wahl eines Baumaterials an. Dafür ist der Grundsatz "Hauptsache diffusionsoffen" nicht immer die richtige Wahl.



Das ist doch einfach..



..entnehmen Sie doch einige Proben und bitten einen Putzhersteller ob Sie auf diesen Untergrund mit einem z. B. Sanierputz weiterarbeiten könnten. Dabei fragen Sie halt nach dem Untergrund-Putz.
Ich bin sicher dann erfahren Sie auch um welches Material es sich handelt.
Eventuel kostet es ein paar Euro.
Aber was können Sie dann damit anfangen?
Und bedenken Sie dabei was alles kaputt geht. Ob sich das lohnt?
Weiter wegen was wollen Sie das Mauerwerk (innen oder außen) freilegen?





Vielleicht ist das ja eine Bitumenpampe aus der benachbarten Montanindustrie. Ich habe mal in einem alten Handwerksbuch gelesen, wie da das Aufragen von Pech empfohlen wurde.

Also ich würde das ganze erstmal dran lassen und schauen wie sich das mit der Lüftung verhält.

Was lose ist kann abgefegt werden. Für die Optik kann man ja eine Kalkschlämme streichen, dass schadet nichts.

Der Sumpfkalkputz wird nur langsam trocknen und hierbei schon viele Salze aufnehmen, der ist dann schnell hinüber. Das nennt sich dann "Opferputz".

Bemustert das doch mal irgendwo und wartet ab was passiert.

Mit der Horizontalsperre legt ihr ja eine "neue Renoviersünde" an.



Warum



Schätzen Sie eine Horizontalsperre als eine Renoviersünde ein? Die Wände werden ja durch die aufsteigende Feuchtigkeit beeinträchtigt, die Entlüftung kann ja nur die Symptome mindern?

Eine Probe einzuschicken schadet sicher nicht, beantwortet aber auch nicht die Frage, zu welchem Zweck das rätselhafte Material dort haftet und ob es der feuchten Wand nun gut tut oder nicht.





Aufsteigende Feuchte gibt es nicht, bestenfalls in besonderen Situationen.

Jedenfalls hat sie ihrem Haus 267 Jahre nicht geschadet.

Die ganzen kostspieligen Maßnahmen Schaden im Zweifel mehr als sie nutzen. Die "Sanierputze" kaschieren den "Misserfolg" über die Gewährleistung.

Beschäftigen sie sich intensiv mit dem Erfahrungsschatz der Handwerker aus der Bauzeit ihres Hauses, da bekommen sie ein Gefühl was sinnvoll ist. Was passiert wenn die Mauern ins Erdreich gesetzt werden, war den Handwerkern auch dazumal gegenwärtig.



Kellersanierung


Kellersanierung

"Die Wände werden ja durch die aufsteigende Feuchtigkeit beeinträchtigt..."
Sehen Sie da geht es schon los, Esther.
Ich glaube nicht das Ihre Schadensanalyse auf objektiven, geprüften Fakten beruht sondern Sie haben einfach geraten. bzw. Sie haben das so gehört. Im Keller gibts aufsteigende Feuchte, so ist das nun mal, Punkt.
Ist es nicht, Esther.
Zu einer Ursachenforschung gehört etwas mehr als das zu schreiben was die anderen schreiben und erzählen. Ob der Keller feucht ist, wie feucht er wo ist und wo die Feuchte herkommt sollte man vorher feststellen denn nur auf einer gesicherten Informationsbasis kann man Sanierungsmaßnahmen festlegen. Immerhin geht es hier um Tausende Euro. Feuchte kann viele Ursachen habenwie von außen eindringendes Regenwasser durch fehlerhafte Sockelputze, defekte Grundleitungen, ungünstige Geländeprofilierung, kurzzeitig aufstauendes Wasser, dann Kondensatausfall, hygrische Feuchte usw.
Dann sollte man sich vorher Gedanken machen was mit dem Keller nutzungsmäßig geschehen soll. Auch davon hängt es ab was mit dem Keller passieren wird. Bei normaler Kellernutzung reicht es aus wenn er trocken ist, also kein Wasser in flüssiger Form auftritt. Ob die Wand ein etwas höheres oder niedrigeres Feuchtelevel (nennt sich Durchfeuchtungsgrad) aufweist spielt da erst einmal keine Rolle.
Solche Werte wie Feuchtegehalt, Durchfeuchtungsgrad und Salzgehalt kann man übrigens nicht mit irgendwelchen Piepsdingern messen sondern nur durch Beprobung, Laboranalyse und Berechnung feststellen.
Oder man kann auf dem Teppich bleiben wenn der Keller eben nicht nass ist sondern "das untere Drittel ein wenig feucht".
Der alte Dichtputz deutet darauf hin das eventuell eine Schadensusache vorliegt die es schon beim Bau des Kellers gab. Wenn der jetzt zerstört ist/wird könnte es dazu führen das vermehrt Feuchte auftritt wenn man die Ursache nicht findet und abstellt.
Aufsteigende Feuchte ist es jedenfalls nicht.
Eine "Bitumenpampe aus der benachbarten Montanindustrie"
ist der Putz sicher auch nicht.
Fassen Sie meine Hinweise bitte nicht als Ursachenanalyse auf. Ich bin kein Hellseher sondern wollte Ihnen nur zeigen das es noch andere Ursachen geben kann. Was genau vorliegt und was genau zu tun ist kann man nur vor Ort feststellen.

Auf dem Link finden Sie einige Informationen zu trockenen Keller, wann eine Wand nass ist oder zu atmenden Wänden.

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/allgemeines.html



Vielen Dank



für die verlinkte Seite, die Informationen sind sehr hilfreich.

Ich dachte Kellerfeuchte steigt tatsächlich immer aus dem Erdreich aus. Anhand Ihrer Aufzählung kann ich allerdings schon gleich einige andere zutreffenden Faktoren finden: fehlender Sockel, Hanglage, benachbarter Kellerraum in den es reinregnet.

Die Energien sind wohl besser auf die Beseitung dieser Ursachen (erste und letzte) zu verwenden, als den Dichtputz abzuschlagen. Proben habe ich entnommen, es interessiert mich brennend, woraus dieses Material besteht.



Herr Mario sie schreiben es gibt keine aufsteigende Feuchte



dann schauen Sie doch mal auf dieser Seite vorbei:
https://www.youtube.com/watch?v=0QUFnc1Cs1s



Aua!



Tja so was kann einem schon Angst machen. Hat wohl mehr etwas mit Glaube zu tun als mit Wissenschaft.





Nichts gegen Naturforscher und Parawissenschaftler.

Aber ob man für ein Steampunk-Designobjekt im Keller, so viel Geld ausgeben muss, sollte gut überlegt sein.