Umweltfreundliches Heim: Bau eines ökologischen Holzhauses


In einer wachsenden Weltbevölkerung wächst die Nachfrage nach Ressourcen mit. Das wirkt sich auf die Preise im Baugewerbe aus. Der Abbau von Ressourcen wirkt sich zudem nachteilig für die Natur aus. Immer mehr Menschen denken in Zeiten von Klimakrise und wachsenden Umweltschutz über ihren ökologischen Fußabdruck nach, den sie auf der Welt hinterlassen. Längst hat ein Umdenken stattgefunden. Die Wahl fällt immer häufiger auf nachwachsende Rohstoffe.

In der Bauwirtschaft ist das mit einer steigenden Nachfrage nach Häusern aus Holz verbunden. Bei einem Öko-Holzhaus kommen nur gesundheitlich unbedenkliche Baustoffe zum Einsatz. Der Bau eines solchen Hauses weist eine sehr viel bessere Umweltbilanz als Gebäude aus konventionellen Baustoffen vor.


Der Baustoff Holz

Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch den Rohstoff Holz. Schon die ersten Menschen nutzten den Baustoff für die Herstellung von Waffen und als Brennstoffen. Einfache Behausungen aus Holz dienten Menschen schon vor Jahrhunderten als Zuhause. Der technische Fortschritt macht es möglich, heutzutage moderne Häuser aus Holz zu errichten. Sie werden den aktuellen Anforderungen an ein modernes und energiesparendes Wohnen gerecht. Die größte Anforderung bei diesem Rohstoff besteht darin, die Balance zwischen Verbrauch und Nachwachsen zu halten. Erforderlich ist eine nachhaltige Forstwirtschaft in bewirtschafteten Wäldern. Dabei geht es nicht nur um die Sicherstellung von notwendigen Holzmengen. Nachhaltig bedeutet in diesem Kontext auch, die Regenerationsfähigkeit des Waldes zu erhalten und die ökologische Vielfalt zu bewahren.

Holz lässt sich zur Fertigung von verschiedenen Haustypen verwenden. Blockhäuser, Fertighäuser und Holzhäuser werden aus dem nachwachsenden Rohstoff gebaut. Bei der Verarbeitung ist weniger Energie aufzuwenden, zudem ist Holz biologisch abbaubar, wiederverwertbar und sehr lange haltbar.

Das Fertighaus aus Holz

Höchsten Ansprüchen der Architektur genügen heutige Holzhäuser in Fertigbauweise. Bauherren, die sich ein ökologisches Holzhaus bauen lassen, profitieren von der extrem kurzen Bauzeit. Alle Elemente des späteren Hauses wurden in einer Holzwerkstatt vormontiert. Wand- und Deckenelemente sowie die Dachkonstruktion werden vorgefertigt zur Baustelle transportiert und dort von erfahrenen Bauarbeitern millimetergenau zusammengesetzt.

In der Fertigbauweise sind sowohl Holzhäuser wie auch Blockhäuser von erfahrenen Herstellern planbar. Der Baustoff Holz verspricht naturverbundenes und nachhaltiges Wohnen. Die Kosten für den Bau eines Hauses aus dem Rohstoff Holz hängt im Wesentlichen von den Wünschen und Bedürfnissen der Bauherren ab. Bei der Gestaltung hat der spätere Besitzer der Immobilie Mitsprachrecht. Er kann seine individuellen Wünsche und Ansprüche an das Holzhaus stellen. Auf dieser Grundlage wird das Holzhaus am Computer vorgefertigt und der endgültige Kaufpreis bestimmt.

Alles aus Holz

Holzhaus

Ein ökologisches Haus aus Holz besteht nahezu komplett aus dem nachwachsenden Material. Hinter der Holzfassade werden Materialien verbaut, die ebenfalls aus Holz bestehen. Für einige Materialien werden Holzabfälle verwendet. Das wertet die Ökobilanz eines Holzhauses erheblich auf. Das ökologische orientierte Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen ist an Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit nicht zu schlagen.

Bewohner eines Holzhauses profitieren von dem hohen Wohnkomfort. Holz ist ein atmungsaktives Material, das für eine gute Qualität der Raumluft sorgt. Konstant hohe Oberflächentemperaturen und eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit tragen zum Komfort bei. Die Fassade besteht aus Echtholz, dass eine sehr gute Wärmedämmung vorweist. Es zeichnet sich durch seine lange Lebensdauer aus. Für die Dämmung werden Holzfasern verwendet, die aus Resthölzern gewonnen werden. Zellulose als Dichtmaterial in den Wänden sorgt für eine hohe Winddichtigkeit. Das Material ist beständig gegen Schimmelpilze und Parasiten. Zudem kann Zellulose sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und speichern.

Die Gesamtkosten beachten

Eine exakte Nennung des Kaufpreises ist schwer möglich. Der niedrige Einstiegspreis der Hersteller entspricht lediglich der einfachsten Ausführung. Bauherren haben jedoch individuelle Wünsche, die den Kaufpreis nach oben treiben. Beim Fertighaus ist es wie mit der Planung eines Neuwagens von BMW oder Mercedes – die Basisversion ist preiswert, aber Extras kosten.

Auswirkungen auf die Kosten hat auch der zu erfüllende Energiestandard. Bauherren können entscheiden, welche Heiztechnik zum Einsatz kommt und wie autark das Haus vom öffentlichen Energienetz sein soll. Für ein ökologisches Holzhaus, das den Energiestandard KfW-Effizienzhaus 70 erfüllt, sind mindestens 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu berücksichtigen. Dieser Preis beinhaltet den Bau des Fertighauses auf einer Bodenplatte, die Planung im Vorfeld sowie notwendige Bauabnahmen.

Nicht berücksichtigt sind bei diesem Preis die weiteren Kosten, die der Bauherr zu tragen hat. Dazu zählt der Kaufpreis für das Grundstück, der Anschluss an das öffentliche Netz oder der Bau des Fundaments.

Ablauf beim Bau eins Holzhauses

Vom ersten Kontakt zum Hersteller eines Holzhauses in Fertigbauweise bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Hauses vergehen einige Monate. Zwischen zehn Monaten und einem Jahr nimmt der gesamte Ablauf in Anspruch. Grob skizziert verläuft der Bau eines Holzhauses in folgenden Phasen:

Die eingehende Beratung interessierter Käufer eines Holzhauses leitet den Prozess ein. In den Gesprächen werden grundsätzliche Themen zum Neubau eines Gebäudes erläutert. Wichtige Fragen, etwa zur Finanzierung und dem Baugrundstück werden ebenso geklärt wie die Ansprüche an das Haus. Auf Basis der Daten wird eine erste Kostenschätzung ermittelt. Die Schätzung erlaubt ein Abgleich mit dem eigenen Budget. In dieser Phase sind Änderung jederzeit möglich. Zwei bis vier Wochen vergehen für diese Phase.

Es folgt die Erstellung eines individuellen Entwurfes des Holzhauses auf Basis des verfügbaren Budgets und der Wünsche des Bauherrn. In mehreren Gesprächen werden die fertigen Entwürfe so lange diskutiert, bis eine grundsätzliche Einigung besteht. Steht bereits ein Baugrundstück zur Verfügung, wird der Bauantrag gestellt. Für die Planung und Anpassung des Entwurfes sowie die Stellung des Bauantrages sind sechs bis 10 Wochen einzuplanen. Die Genehmigung eines Bauantrags kann bis zu drei Monate in Anspruch nehmen.

Ist der Bauantrag genehmigt, werden die Fertigbauteile des Holzhauses im Werk geplant. Dabei werden Details im Vorfeld besprochen. Mögliche Arbeiten in Eigenregie sind möglich und wirken sich senkend auf den Endpreis aus. Nach der Einigung wird das Haus in Auftrag gegeben.

Es folgt der Bau des Hauses. Die Erstellung des Fundaments mit oder ohne Keller nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Für die Errichtung des Holzhauses in Fertigbauweise sind nur wenige Tage notwendig. Innerhalb kürzester Zeit steht das Haus und die Arbeiten an der Technik können beginnen. Für die Werkplanung und den Bau vergehen weitere fünf bis sechs Monate. Anschließend ist das Haus bezugsbereit und wird schlüsselfertig übergeben.

Holzsorten für den Bau

Kiefernwald

In den heimischen Breitengraden kommen im Wesentlichen zwei verschiedene Holzarten zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Nadel- und Laubhölzer, die in inländischen oder ausländischen Wäldern durch nachhaltige Forstwirtschaft gewonnen werden.

Geeignete Hölzer für den Bau eines Holzhauses sind folgende Laubhölzer:

  • Eiche
  • Buche
  • Merbau
  • Bongossi

Folgende Nadelhölzer sind geeignet:

  • Tanne
  • Kiefer
  • Fichte
  • Douglasie

Nicht jeder Baum dieser Arten eignet sich automatisch für die Verarbeitung zu einem Holzhaus. Die Qualität des Holzes muss stimmen. Astlöcher oder Risse im Holz schließen eine Verarbeitung aus. Gleiches gilt für Bäume, die zu schnell gewesen sind. Erkennbar ist das an den Jahresringen eines Baumes. Sind sie zu weit auseinander, spricht das gegen die Verarbeitung.

Bei der Auswahl der Hölzer für den Bau wird unter anderem die Feuchtigkeit ermittelt. Maximal zwanzig Prozent Feuchtigkeit sind erlaubt, ideal ist ein Wert um 18 Prozent. Die Hölzer werden vor der Verarbeitung befeuchtet und langsam erhitzt. Dabei sterben die Eiweiße im Holz und Schädlinge ab. Ohne Eiweiß nisten sich später auch keine neuen Schädlinge ein. Dieses Verfahren garantiert eine lange Lebensdauer des Hauses.

Alles wird verarbeitet

Für ein Fertighaus aus Holz wird je nach Größe unterschiedlich viel Holz benötigt. Grob gesagt sind 30 bis 35 m³ Holz für den Bau eines Einfamilienhauses mit einer Wohnfläche von 125 m² notwendig. Für diese Menge Holz sind vier voll beladende LKW erforderlich. In einem einzigen Holzhaus sind etwa 22 Tonnen CO2 gebunden. Die Umweltbilanz von Gebäuden aus anderen Materialien fällt deutlich schlechter aus.

Holzabfälle fallen bei der Produktion nicht an. Das gesamte angelieferte Holz wird weiterverarbeitet. Selbst Sägespäne und Hackschnitzel werden aufgefangen und erhalten ein neues Leben. Sie werden an Hersteller von Zellstoffen, Pellets oder Spanplatten verkauft. Holzfaser sind zudem ein beliebter Dämmstoff, der in Fertighäusern zum Einsatz kommt.

Wissenswertes zur Lebensdauer

Renaissance-Fachwerkhaus

Die Lebensdauer eines Holzhauses ist länger als oftmals vermutet. Es existieren Häuser aus Holz, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Gegenüber Häusern aus anderen Materialien besteht kein Nachteil. Es kommt auf die Pflege und den richtigen Unterhalt des Gebäudes an. Nach einigen Jahren der Nutzung fallen übliche Arbeiten wie ein Austausch der Heizungsanlage oder der Fenster an. Dabei handelt es sich jedoch um Baumaßnahmen, die auch bei einem Haus aus Stein erforderlich sind.

Die Stabilität von Holzhäusern ist ebenso hoch wie bei Gebäuden aus Stein. Das ist allein schon der Tatsache geschuldet, das die Bauordnungen der Länder die gleichen Ansprüche an ein Haus bezüglich der Statik stellt. Fertighäuser aus Holz sind auch pauschal nicht anfälliger für Stürme. Werden beim Bau eines Hauses die Regeln der Statik eingehalten, trotzt ein Holzhaus selbst Stürmen mit hohen Windstärken.

Gefahr durch Wasser und Feuer

Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der in der freien Natur allen Witterungsverhältnissen ausgesetzt ist. Extreme Temperaturen im Sommer und Frost im Winter mit Eis und Schnee ist ein Baum gewohnt. Das Thema Feuchtigkeit in einem Holzhaus ist daher kein Problem. Wichtig ist einzig die korrekte Dämmung der Fassade. Auch hier gelten ähnliche Anforderungen, ganz gleich ob Holz- oder Steinhaus.

Feuer ist für jedes Haus ein Problem. Die Gefahr eines Schadens ist bei einem Holzhaus nur unwesentlich größer. Meist ist es die Inneneinrichtung, die Feuer fängt. Die verbauten Holzelemente tragen erst bei sehr hohen Temperaturen Schaden. Feuer beschädigt aber auch die Stahlkonstruktion eines gewöhnlichen Gebäudes und kann es unbewohnbar machen. Eine größere Gefahr bei einem Feuer ist das Löschwasser. Es schädigt die Holzfassaden erheblich.

Versicherungsschutz für ein Holzhaus

Sicherheitsbedenken aufgrund der Bauart sind nicht notwendig. Bei der Wahl einer Wohngebäudeversicherung spielt es für einige Versicherungsgeber dennoch eine Rolle, aus welchem Material das Gebäude herrichtet wurde. Bauherren sollten vor Abschluss der Versicherung auf die korrekte Eingruppierung in eine Bauartklasse achten. Nicht alle Versicherer unterscheiden zwischen einem Haus aus Holz oder Stein.

Früher war es üblich, eine höhere Prämie für die Versicherung eines Holzhauses zu verlangen. Inzwischen orientiert sich die Prämie meist an den Baukosten, die bei Holzhäusern im Vergleich zu einem Massivhaus aus Stein deutlich weniger gestiegen sind. Es gibt kaum noch Unterschiede, aus diesem Grund differenzieren auch die meisten Versicherer nicht mehr. Wer dennoch mehr Geld für sein Haus aus Holz bezahlt, sollte über den Wechsel der Wohngebäudeversicherung nachdenken.

Das Holzhaus als Energiesparhaus

Klimaneutral ist der Bau eines Hauses mit Holz zu realisieren. Darüber hinaus können Bauherren einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leisten und Standards eines Energiesparhauses umsetzen. Dabei handelt es sich um Gebäude, die ein Teil der benötigten Energie aus regenerative Quellen selbst erzeugen. Durch Solar- oder Windanlagen wird Strom erzeugt oder Wasser erhitzt. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) legt gesetzliche Vorgaben für ein energieeffizientes Wohnen vor. Im Bauantrag ist nachzuweisen, wie Energie aus regenerativen Quellen erzeugt wird.

Wer langfristig denkt, wird auch ohne gesetzliche Vorgaben an ein energieeffizientes Eigenheim interessiert sein. Strom- und Heizkosten tragen zum großen Teil zu den laufenden Ausgaben bei. Energie wird in Zukunft immer teuer. Ein Haus mit einer positiven Energiebilanz macht sich daher zunehmend bezahlter.

Arten von Energiesparhäuser

Kein Energiesparhaus gleicht dem anderen. Bei der Planung des Gebäudes wird festgelegt, wie energieeffizient das Haus arbeiten soll. Abhängig von der Masse an verbrauchter und erzeugter Energie wird das Fertighaus aus Holz eingruppiert.

Das Null-Energie-Haus benötigt theoretisch keinen Stromanschluss. Es produziert die Menge an benötigter Energie komplett selbst. Der Stromanschluss dient dem Schutz vor jahreszeitlichen Schwanken. Zu viel produzierter Strom wird im Sommer ins öffentliche Netz transferiert. Im Winter bezieht der Eigentümer zum Heizen Strom.

Eine Steigerung stellt das Plus-Energie-Haus dar. Es erzeugt so viel Energie, dass es das ganze Jahr über Strom in das öffentliche Netz einspeist. Der eigene Verbrauch ist geringer als der selbst produzierte Strom.

Passivhäuser sind so gestaltet, dass möglichst viel Wärme durch die Sonne in der Wohnung entsteht. Eine gute Dämmung und dreifach verglaste Fenster fördern die Energiebilanz. Holzhäuser sind sehr beliebte Passivhäuser. Der Rohstoff Holz kann Wärme sehr gut speichern und gleichmäßig wieder abgeben.

Die Kraft der Sonne ist der Antrieb für ein Sonnenhaus. Mehr als die Hälfte der benötigten Energie für Strom und Wärme wird durch Sonnenenergie erzeugt. Diese Häuser erzeugen über eine Photovoltaikanlage Strom für den eigenen Bedarf. Warmwasserspeicher werden mit der Sonne erhitzt. Sie dienen als Pufferspeicher und geben selbst nach langer Zeit ohne Sonne warmes Wasser ab.