Dachstuhl umbau möglich, Statik???

02.04.2007



Hi,

wir würden gerne in unserem Dachgeschoss die Raumaufteilung gerne ändern. Probelm ist hierbei, dass das Dach ein Pfettendach ist mit einer Fuß und Mittelpfette und 4 Pfosten, die momentan noch in den Wänden versteckt sind. Den Spitzboden würden wir gerne auch noch zum Wohnraum umbauen.
Nach der neuen Raumaufteilung wären die 4 Pfosten recht ungünstig im Raum verteilt (vorm WC, im Bett, etc), die wir gerne entfernen würden ohne dass das Dach gleich zusammenfällt.

Gibt es eine kostengünstige Möglichkeit das dach zu einem Kehlbalkendach umzubauen, dass auch noch die Last eines bewohnten Spitzbodens aushalten würde?

Das Haus hat 10 x 10 Meter Grundrissfläche.

Den Winkel des Daches kenne ich leider nicht, ist aber recht steil. DG hat Raumhöhe von 2.60 m und der Spitzboden hat ca 3,70 m Raumhöhe und ist am Boden noch ca 5 Meter breit.
Anbei noch ein Bild von dem vorhanden Dachstuhl (damals im Bau).

Wäre über jede Tipps dankbar.



Nachtrag 01



Hab noch eine Zeichnung im CAD Programm erstellt. Allerdings fehlen hier die Dachgauben, 3 Fenster in der mitte des Dachstuhls. Der Fußboden besteht aus Holzbalken (habe ich in der Zeichnung weggelassen).



Nachtrag 02



So sollte er evtl ausschauen wenn möglich.
Die grünen Kehlbalken müssten rein und zur Stabilisierung würde fast jeder Kehlbalken einen Pfosten noch haben der mehr oder weniger mittig ist.
Auch zwei Balken als Unterzüge hätte ich mir vorgestellt, einem über einer Türe auf zwei Pfosten um die Last von oben abzufangen und einen komplett über 3,50 m Länge aufs Mauerwerk durchs Zimmer um auch hier die Last von oben abzufangen.



Prinzipiell geht vieles.



Die angedachte Variante mit Kehlbalken und Mittelstützung (besser durch einen Mittelunterzug mit weniger Stützen) kann funktionieren. Maßgebend sind die vorhandenen Querschnitte der Dachbalken und die Tragfähigkeit der Anschlüsse an Traufe und First. Ggf. müssen Sparren und Anschlüsse verstärkt werden.
Alternativ könnte man die vorhandenen Stuhlsäulen auch durch liegende Stühle ersetzen (schräge Stützen parallel zu Sparren mit zusätzlichem Druckriegel unter dem zug. Kehlbalken).
Ohne statische Berechnung wird das ganze Vorhaben nicht zu klären sein.
Schöne Grüsse.



Statiker



Guten Tag, ohne Statiker geht das nicht!
Vieles ist möglich. Spricht etwas dagegen, dass der Tragwerksplaner, der die alte Statik erstellt hat über einen Umbau naxchdenkt? Er kennt sich schließlich schon mit diesem Bau aus. Sobald Sie ein Kehlbalkendach daraus bauen, haben Sie ein Widerlagerdach erzeugt. Das bedeutet, Sie erzeugen Schub in Richtung der Sparren nach außen. (Auch bei einem Kippstuhl mit Unterstützung der Kehlbalken.)Es wäre u. a. zu prüfen in welcher Weise die Traufpunkte den Schub aufnehmen können und wie die großen Gauben zu verstärken sind.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Ich schließe mich meinen



Vorrednern an. Das Wort kostengünstig bringt mich aber zu dem Ergebnis, dass ein Umbau zum Kehlbalkendach wohl eher uninteressant ist. Die vorhandenen Sparren und Kehlbalken werden nicht ausreichen und samtliche Anschlüsse müssen mit Sicherheit aufwändig verstärkt werden.
Hinzu kommen die horizontalen Kräfte, die in der Geschossdecke untergebracht werden müssen. Nach dem Foto vermute ich eine Balkenlage, die hoffentlich in die gleiche Richtung gespannt ist wie die Sparren, sonst wird es noch schwieriger.
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Meiner Meinung nach liegt die kostengünstige Lösung in der Umplanung des Dachgeschosses, unter einbeziehung der vorhandenen Stützen.
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Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich noch der Einbau von Stahlrahmen. Dies wäre aber mit Sicherheit nicht meine Wahl und dürfte auch dem Charakter des Hauses widersprechen. Auch aus baubiologischer Sicht keine gute Lösung. Ich würde es jedenfalls vermeiden in direktem Umfeld einer Stahlkonstruktion zu schlafen.



Bei diesen "Umbauten"



... würde ich auch vorsichtig sein und nichts überstürzen.
Bei diesen statischen Systemen passt eigentlich alles und ist "einfach" - solange man nichts ändert.
Je mehr man nun ändern will - desto grösser der Eingriff desto komplizierter wird alles (wie ja auch schon beschrieben: Aufdopplungen, Verstärkungen, etc.)

Da sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen!

mfG

FK



Umbau bedingt möglich



Also ein Umbau zu einem Kehlbalkendach halte ich nicht für sinnvoll (aus den selben Gründen wie meine Vorredner ((oder sagt man Vorschreiber?)). Allerdings könnte man durch eine seitliche Verstärkung der Mittelpfetten die Stützweite vergrößern damit man die Stützen evtl in Zwischenwänden verstecken kann. Laß doch mal einen Zimmermann dein Vorhaben anschauen und überdenken vielleicht hat der auch so einen Gedankengang oder evtl eine bessere Idee.

MfG
Michael