Umbau Schweinestallungen

05.07.2008



Hallo alle zusammen,
wer kann mir Tipps zum Umbau von alten Schweinestallungen geben? Mein Freund und ich wollen einen alten Schweinstall aus Sandstein mit darüberliegender Fachwerketage zu unserem Traumhaus umbauen. Immer häufiger werden wir durch Aussagen wie `ist das überhaupt gesundheitlich tragbar, wenn da Ammoniak und Salpeter in den Wänden sind?` verunsichert. Wir haben bis jetzt den Putz und den Kalk von Wände und Decken mit Hilti und Spachtel abgekratzt. Eine Sandsteinmauer in der Küche soll auf Sicht erhalten bleiben. Können irgendwelche chemischen Stoffe in den Wänden das Leben in dem Stall beeinträchtigen?



Umbau Schweinestall



Wie weit das Mauerwerk mit Nitraten aus der Tierhaltung belastet ist hängt vom Material, also dem Sandstein, ab.
Natursteine können durch ihre höhere Dichte und den geringeren Porenraum weniger Salze speichern wie Ziegel. Es gibt aber auch relativ weiche, poröse Sandsteine.
Ehe Ihr Euch entscheidet, solltet Ihr das Material auf Salzgehalt beproben lassen, zumindest da, wo es als Sichtmauerwerk erhalten werden soll.
Vorhandene Versalzungen im Mauerwerk können mit Opferputzen aus Lehm und Kompressen entfernt werden.
Wenn das Mauerwerk nicht durch Feuchte belastet wird, sind Nitrate und andere Salze nicht gefährlich.
Deshalb sollte weiterhin mit konstruktiven Maßnahmen versucht werden, möglichst kein Kondenswasser in die Wände einzutragen.

Viele Grüße



Schweinestall



Hallo Steffi,
Wie dick sind denn die Sandsteinwände und mit welchem Mörtel sind sie vemauert?
Gibt es aufsteigende Feuchtigkeit?
Die steinsichtige Wand wird wahrscheinlich die kälteste Stelle in der Küche werden. Hier wird der Dampf kondensieren.
Auch wenn sie die Sandsteinwand wärmedämmen , wird der Mauerfuß ein Problembereich bleiben.
Viele Grüße



Kalkputz auf Stallwaenden



Hallo Steffi,
grundsaetzlich war ja nicht gedacht den Stall zur Wohnung umzubauen. Also ist wegen den Salzen und der Feuchtigkeit mit mehr Aufwand zu rechnen.
Sehr gut ist die Idee von einem Opferputz. Dies ginge mit Lehm, der sehr viel aufnehmen kann und lange nass bleibt. Oder auch ein Kalkputz mit Cellulose. Der Vorteil vom Kalkputz ist dass Kalk ins Mauerwerk eindringt und verfestigt und die Salze in den Kalkputz wandern.
Dann den Opferputz abnehmen, nach ca. 2-3 Wochen und mit einem Kalk-Perlite Putz, z.B. klimasan oder selbst hergestellt verputzen. Die Perlite bringen Speicherplatz fuer weiter austretende Salze und daemmen zugleich. Der Kalk fuehrt zu einem guten Raumklima, auch bei feuchten Waenden. Dies waere der Unterputz und darueber dann ein Kalk-Oberputz.
Sehr gut ist auch im Vorfeld Muster anzulegen, dann erkennt Ihr wie gut die Massnahmen greifen.
Als Boden wuerde ich einen Kalkboden oder Kalk Terrazzo empfehlen. Einige Bilder hierzu sind auf meiner Fachwerk Seite.
Der Einbau einer Sockelheizung ist ebenfalls zu empfehlen. Infos gibts bei Peter Steinhausen www.steinhausen-naturbau.de
Gruss Norbert