Zimmertüren aus Vollholz




Hallo,

die Sanierung meines Häuslein geht nun langsam dem Ende entgegen (zumindes der innenausbau) und es steht die Frage nach Zimmertüren an.
Da ich das Haus schon in einem entkernten Zustand gakauft habe waren leider keine originalen Türen vorhanden und ich weiß auch nicht wie diese aussahen.
Von der Optik her gefällt uns im Moment die Variante mit 4 Füllungen gut und ich glaube auch das diese gut ins Haus passen.
---> siehe Bild
Gerne möchte ich rohe Vollholztüren kaufen und diese selbest Ölen ... vieleicht mit leicht weißem Öl.
Nun finde ich aber nur eine Hand voll Hersteller die überhaupt Vollholztüren anbieten, Jeldween z.b. aber diese wirken mir nicht sehr wertig ... bzw. so dünn und nicht besonders masiv.
Gut gefallen tun mir Türen von Brüchert und Kärner, allerdings gibt es dort nur weiße Türen und diese sind nicht aus Vollholz sondern MDF.
Also was tun? anfertigen lassen?
Hat einer Tipps.

liebe grüße der Tobias



Da...



wäre dann doch eher ein Tischler der Ansprechpartner. Das wird dann wohl auch in Größenordnungen besser als diese zweifelhafte Leimholzfüllungstür im Bild. Achte auch auf richtige Beschläge. Billige Einbohrbänder mit Messingzierhülsen drüber sollten vermieden werden.

Grüße

Thomas



Türen



Schreiner. Auf jeden Fall. ODER- das Glück hatte ich- jemand in der Gegend verkauft alte Türen. Die muss ich zwar noch entlacken, umbauen und Zargen machen, aber dafür sind es Türen von 1905. Freu...

eine oder zwei davon könnten sogar ggf. übrig bleiben- bei Bedarf kannst Du Dich ja melden



Alte Türen...



...gibt es zu Tausenden. Sie kosten aber meist viel Geld, passen nur selten, und wenn, ist der Aufwand unverhältnismäßig im Vergleich zu einer maßgefertigten neuen Tür mit Zarge.

Also vorrangig etwas für den Liebhabersektor, wo Zeit und Geld eine untergeordnete Rolle spielen, oder für diejenigen, die mit viel Glück genau auf das (mit Zarge!) stoßen, was zu ihrem Hause passt, in Größe und Form.

Grüße

Thomas





Für vom Tischler angefertigte Innenholztüren muss man sich auf Preise ab 1000,- Euro pro Tür einstellen.

Angesichts der Preise industriell hergestellter Türen sollte man seine Ansprüche passend einordnen.



...und deswegen



baue ich lieber die alten Türen um, wie ich sie brauche.
Ja, das kostet Zeit. Dafür habe ich es gemacht :0), alte Türen vor dem Feuer gerettet und Material eingesetzt, das schon eine Geschichte hat.
Darf aber jeder halten, wie er will





Wer passgenaue und dicht schließende Türen wünscht, für den ist die Massivholztür vom Tischler auch nicht unbedingt eine Empfehlung.

Massivholz arbeitet, so dass sich Türen und Zargen verziehen, Verleimungen aufgehen, Risse bilden oder Harzgallen aufbrechen können.



danke für die vielen antworten



Ich habe viel umgebaut und auch die tür öffnungen geändert somit haben nun
alle Wand öffnungen eine din größe von: 885mm / 2130mm

muss ich da unbedingt was anfertigen lassen? da muss es doch auch was von der "stange" geben?

liebe grüsse der tobias



@ Erwin



Noch mehr aus der Schauerecke? Gute Materialwahl und -verarbeitung können Sie von einem Tischler erwarten, und dann passiert das alles nicht. Die Rahmen/Füllungskonstruktion wurde genau dafür gemacht, das Arbeiten des Holzes zu ermöglichen, ohne daß sich die beschriebenen Phänomene einstellen.

Und: Es müssen auch keine Tausend Euro pro Stück sein.

Grüße

Thomas



@ tobber



Lies doch noch 'mal Dein Eingangsposting.

"Von der Stange", aber in handwerklicher Qualität? Das traurige Exemplar auf Deinem Foto ist vermutlich einfach zusammengedübelt. Das stirbt eher, und das kostet weniger.

Grüße

Thomas



@thomas



ich meine eine qualitäts vollholztür im din maß ...
da muss es doch firmen geben die sowas anbieten?

ps: verteufelt ihr mdf türen oder ähnliches auch so wie ich oder gibt es auch gründe dafür?

der tobias





@Herr Böhme

Ja, ich kann noch mehr aus der Schauerecke erzählen. Bei mir wurden/werden gerade zwei Türen von einem Tischler eingebaut. Die sind Massiv Kiefer, stumpf einschlagend, 1m breit und 2,13m hoch und haben 5 Füllungen. Eine Zarge ist 18cm und die andere 32cm breit. Die Zargen haben eine Gummidichtung. Das ganze ist 2mal farblos geölt. Laut Angebot soll mich das incl. Einbau 2400 Euro kosten. (Das Angebot weist Kosten für Holz und 40 Arbeitsstunden aus.)

Der erste Einbauversuch war vor 14 Tagen. Dabei sah eine der Türen auf den ersten Blick recht korrekt eingebaut aus. Die andere Tür konnte nicht eingebaut werden, da sich das Türblatt in den 4 Tagen zwischen Herstellung in der Werkstatt und Einbautermin bereits so weit verzogen hatte, dass es neu gebaut werden muss.

Die erfolgreich eingebaute Tür ließ sich nach 3 Tagen nicht mehr ohne klemmen schließen. So weit ich das beurteilen kann, verzieht sich hier die Zarge an der Schlossseite, so dass es wegen der ohnehin nicht ganz gerade eingebauten Zarge an der engsten Stelle zwischen Türblatt und Zarge klemmt. Nach 1 Woche trat Harz aus einer Harzgalle in einer Füllung aus und außerdem fasst der Schnapper nicht richtig ins Schließblech, weil die Höhe von Schloss und Schließblech um vielleicht 5mm nicht zusammen passen.
Jetzt sollen das Türblatt an der klemmenden Stelle abgehobelt, das Schließblech ausgefeilt und die Harzgalle ausgekittet werden.
Noch kenne ich das Ergebnis nicht.

Die Türen und Zargen sind im Übrigen recht massiv ausgeführt. Sowohl Türblatt und Füllungen als auch Zargenholz sind deutlich dicker als die alten Massivholztüren (ca. 100 Jahre alt). Der Tischler hatte mir dies empfohlen, da sich ein verbesserter Schallschutz ergibt, wenn auch im Bereich der Füllungen noch eine ausreichend große Materialstärke (28mm) gegeben ist.

Sollte jemand einen Tischler kennen, der individuell hergestellte, massive Kiefernholztüren incl. Einbau unter 1000 Euro anbietet, dann würde ich mich über die Kontaktdaten freuen.

Für meine beiden Türen gab es übrigens auch ein Angebot von einem deutschen Türenhersteller über Massivholztüren aus seinem Katalog. Der Angebotspreis war genau so hoch wie beim Tischler, da man "zufällig" bei meiner Anfrage feststellte, dass die Tür in dieser Größe gar nicht mehr angeboten und deshalb als Einzelstück angefertigt werden muss. Trotzdem habe ich den Auftrag erteilt, da mir die Kompetenz und die Gewährleistung des Herstellers dies zu rechtfertigen schien. Auf eine Auftragsbestätigung musste ich 10 Wochen warten. Nachdem man sich meinen Auftrag angesehen hatte, wollte man sich außerdem nicht mehr an den Angebotspreis halten und die Türen nur unter Ausschluss von Gewährleistung bauen. Das war mir dann Anlass genug, den Auftrag zu stornieren und mir einen Tischler in der näheren Umgebung zu suchen.



Da kann...



ich nur mein herzliches Beileid aussprechen. Wenn Ihre Erfahrungen aber verallgemeinerbar wären, gäbe es das Tischlerhandwerk schon lange nicht mehr. Statt dessen nur Blech- und Papptüren. Davon kann momentan jedoch nicht die Rede sein.

Aber Ihren "Meister"-Tischler gibt es, wenn er seine Aufträge alle so abwickelt, ganz sicher bald nicht mehr.

Grüße

Thomas



Fahr nach...



... Holland oder Dänemark,

oder bleibe in Nordsachsen und wende Dich für die Türen vertrauensvoll an Meister Milling (Forumsmitglied).





@Tobias

Leider kann ich mein denkmalgeschütztes Haus nicht immer so frei gestalten, wie ich es mir wünsche. An Hand dessen, was ich gerade bei der Beschaffung der Holztüren erlebe, kann ich mir aber immer mehr vorstellen, warum im großen Maßstab keine Holztüren mehr hergestellt werden. Mit Holztüren in klassischer Bauweise lassen sich die gängigen Anforderungen an Innentüren nicht sicher gewährleisten.
Ich würde dir auch empfehlen, dass du bei in Frage kommenden Herstellern einmal ein Angebot einholst. Nach meinen Erfahrungen nimmt man es mit der Überarbeitung der Kataloge nicht immer sehr genau, so dass da auch Modelle enthalten sind, die längst vom Markt genommen wurden.





@Herr Böhme

Meines Erachtens hat sich das Tischlerhandwerk mit den "Papptüren" arrangiert.

Von den 3 Tischlern, die ich angefragt habe, habe ich zwar jeweils ein Angebot bekommen, allerdings hatte ich nur bei einem den Eindruck, dass er das gern machen wollte. Er hat mir von ihm gebaute Türen vorgestellt. Die anderen beiden haben mir die Kataloge der Türenhersteller vorgelegt.

Auf welcher Basis kommen Sie zu einem Preis von unter 1000 Euro für eine individuell gefertigte Tür von einem hiesigen Tischler?



Ganz einfach,


Es gibt auch gute Pilze!

meine Basis sind die Preise, die ich bisher für Eigenes gezahlt habe bzw. von denen ich im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aufträgen gehört habe.

Wer von "Katalog-Tischlern" und "Teileeinbau-Meistern" Individuelles erwartet, wird wohl zwangsläufig enttäuscht werden. Tip: Die Entäuschung wird i.d.R. billiger, wenn man gleich zum Hausmeisterservice geht. Das ist wie mit den Steinpilzen: Wer auf der Fernverkehrsstraße zügig von A nach B donnert, sollte in B aussteigend nicht mosern, daß es keine Steinpilze gibt. Dazu muß man nämlich nicht nur zwischendurch anhalten, sondern auch mit dem Körbelein durch den Wald streifen.

Grüße

Thomas





Meine Erfahrung:

Unsere Innentüren vom Türenhersteller sehen aus wie neu, schließen wie neu, sie sind ja auch neu! Sicher ist da irgendwo auch MDF drin.
Sie sind ebenso lackiert, wie die erhaltenen alten Türen aus den 20ern im Wohnbereich, die übrigens auch immer lackiert waren.

Die paar vom Tischler nachgebauten Türen (wegen der ungewöhnlichen Maße) sehen aus wie alt, schließen trotzdem gut, wurden in die alten Zargen eingebaut und sind selbstverständlich auch lackiert - und haben bei weitem keine 1000€ gekostet, teilweise waren sie billiger als die Industrietüren.

Die wenigen erhaltenen alten Zimmer-Türen sind rissig (obwohl aufgearbeitet) und schließen manchmal nur unwillig.
Türen aus dem Baujahr des Hauses gibt es schon lange nicht mehr, außer den alten Stalltüren. Diese sind allerdings sehr schön.

Eine tatsächlich alte Tür an die modernen Erfordernisse anzupassen ist sehr aufwändig und teuer, m.E. ist es dann auch keine alte Tür mehr.
Eine neue Tür darf neu aussehen und muss auch so funktionieren. MDF ist dafür nicht notwendig, ist aber auch kein Drama. Ordentliche Tischler können das.


Gruß

GE



sowas



ähnliches gabs hier : http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/behandeln-fichte-205306.html

Meine Zimmertüren und Zargen sind von Kilsgard
bezogen vom Bauhaus
preis (ohne Eigenleistung) war akzeptabel - 5 Türen~1000 euronen, meine ich im kopf noch zuhaben
eigenaufwand ist hoch - grundieren, weiß ölen, Zwischenschliff, Hartöl, polieren

schließen immer noch ohne klemmen....allerdings sind die Zargen sichtbar geschraubt und nicht klebschgeschäumt

grüße
ole





Tischlerei Milling
Großtreben



Solche



Türen verirren sich zu meiner Überraschung ab und an sogar in Baumärkte, ich hab vor ein paar Jahren mal eine für knapp 500 Euro gesehen. Qualität kann ich nicht beurteilen, das Ausstellungsstück hing in ca. 4 m Höhe. Bevor ich weiße Papptüren nehme wäre das allemal noch meine Präferenz.

Für meine eigene Baustelle hab ich jahrelang Türen gesammelt und mir dann passende Zargen gebaut. Allerdings konnte ich mir die Öffnungen relativ frei in der Größe zu den Türen passend machen statt umgekehrt, das vereinfacht die Sache erheblich.



danke



@thomas
Tischlerei Milling Großtreben sieht gut aus und ist nicht weit ... werde ich mal kontaktieren.


@kellergassenkatze
die robauöffnungen hätte ich im prinzip auch frei gestallten können ... nur dachte ich vor 2 jahren als diese arbeiten anstanden noch das ich einfach papptüren nach din kaufe und gut ... und nun sind die löcher so wie sie sind

ansonsten bin ich für weitere tipps dankbar und werde euch auf dem laufenden halten

der tobias



Türen



Abgesehen davon, dass auch ich schon vorher die Tischlerei Milling empfohlen habe, machte ich tatsächlich die Erfahrung, dass in Deutschland in Sachen Türen zwischen billigen leichten Baumarkt-Papptüren, den langweiligen Katalogtüren der Großhersteller und handwerklich gemachten vom Tischlereibetrieb (die zumindest in unserer Region bei Ausführung als Kassettentür mit 4 Segmenten inkl. Zarge mit Zierprofil u. Einbau nur weit jenseits von 1000€/St. (eher doppelt soviel) zu haben sind) eine riesige Lücke klafft.

In den Niederlanden fanden wir Großhersteller, die von fast jedem Türenmodell wahlweise die Ausführungen billige hohle Leichtbauweise, MDF-massiv oder Massivholz anbieten. Letztere auch optional unlackiert. Optisch-stilistisch für alte Häuser fast durchweg passender, als das, was bei uns als "Landhaustür" oder "Stiltür" angeboten wird, sogar inkl. der dazu angebotenen Beschläge. Zur Dauerqualität kann ich nichts sagen, die ausgestellten Türen wirkten jedoch sehr wertig und sind natürlich vom Preis her nicht wirklich billig, von 600€ bis knapp unter 1000€ als Hausnummer muss man schon investieren.

Eine andere Alternative sind Türen aus Dänemark, die hier in Deutschland ähnlich wie die typischen Dänemark-Fenster über verschiedene Reseller (einige auch hier im Forum vertreten) vertrieben werden. Hier bekommt man außer der Option aus einheimischen Hölzern auch problemlos unbehandelt oder mit Standöl lackiert, was bei vielen Handwerksbetrieben, warum auch immer, nicht möglich war.

Es mag sein, dass es in Sachsen noch mehr wirklich handwerkliche Betriebe gibt, aber bei uns war die Suche danach von Enttäuschungen geprägt. Fast alle Tischler, die Fenster- u. Türenbau auf ihre Fahnen geschrieben hatten, waren letztendlich Konfektionäre von Industrieartikeln mit eingeschränkter Profil- und Formauswahl oder gaben die Aufträge gleich außer Haus, sagten aber nicht, wohin...

Ich wünsche viel Erfolg bei der Suche!

(auch wir haben uns letztendlich in Sachen Türen noch nicht entschieden, ist bei uns noch zu früh, aber angesichts des Auftragsvolumens würden wir dafür ggf. auch bis nach Sachsen fahren, wenn es hier nichts gibt…)





Gestern Abend konnte ich die fertig eingebauten Türen bewundern. Das sieht soweit alles ziemlich gut aus. Die Türblätter sind übrigens 45mm stark und so weit ich das im vorbeigehen gesehen habe, wurden die Zargen in der gleichen Stärke ausgeführt.
Nun bin ich auf die Rechnung gespannt.

Die ca. 200 Euro Kilsgard Tür in weiß mit 4 Kassetten war auch mein Vergleich als ich schrieb, dass man seine Ansprüche überdenken sollte, bevor man den 5 bis 10-fachen Preis in eine Tür vom Tischler investiert. Die Kilsgard Türen sind seit ca. 10 Jahren im Eigenheim eines Freundes und zeigen bisher keine Schwächen.

Holztüren aus dänischer Industriefertigung für 600 bis 1000 Euro wären vielleicht eine Alternative, wenn sie vom hiesigen Tischler angeboten und eingebaut werden. Bzgl. Massivholz bleibe ich dabei, dass man bei klassisch gebauten Zimmertüren damit rechnen muss, dass das Holz so arbeiten kann, dass die Tür nachgearbeitet werden muss. Diesbezüglich kann man z.B. gezielt nach den 5 Jahren Gewährleistung fragen. Ich habe niemanden gefunden, der mir die für die von mir gewünschten Türen gewähren wollte. Das war übrigens auch ein entscheidender Grund, mir einen Tischler aus der Gegend zu suchen. Selbst wenn ich keine Gewährleistung im üblichen Umfang habe, ist es doch eine andere Basis, wenn der Tischler seine eigene Tür reparieren soll als wenn ich mit der Reparatur einer Tür von irgendwo zu ihm komme.



Holztüren



Gute und erfahrene Tischler wissen um die Geheimnisse in der Fertigung und Materialwahl, um dem Arbeiten des Holzes bei Türen so weit entgegenwirken kann, dass diese nicht nach kurzer Zeit quasi unbrauchbar werden.
Dafür wäre sicherlich Herr Milling die richtige Adresse.

Die 600-1000€ sind für Türen aus niederländischer Industriefertigung, die Dänischen sind ein gutes Stück teurer, dafür werden sie aber von den deutschen Tischlerbetrieben, die sie verkaufen, fachgerecht eingebaut und man hat bei evtl. Problemen einen hoffentlich kulanten Ansprechpartner vor Ort. Die Türen aus Holland sind für Abholer ab Werk in NL, nur auf Wunsch wird ein Installationsbetrieb vermittelt, üblicherweise nur in den Niederlanden. Als Material wird für diese Massivholz-Industrietüren wohl schichtverleimtes Holz verwendet, das ist relativ formstabil. Im Gegensatz zum "übersichtlichen" aber recht ansprechenden Angebot der dänischen Türen ist die Auswahl in Holland erheblich größer, vor allem in Bezug auf Glaseinsätze mit Bleiverglasung, Facettenschliff etc., auch gibt es Türen für Einrichtungen im Stil der klassischen Moderne, in den Niederlanden "De Stijl" genannt, bei uns eher Richtung Original-Bauhaus, auch schöne Schiebetüren. Ist trotzdem nur etwas, für Leute, die so eine Tür selber fachgerecht einbauen können oder jemanden dafür kennen. Außerdem muss man bedenken, dass in Holland die üblichen Wandstärken nur 70, 90 und 110 mm betragen, dass also Zargen für unsere viel dickeren Wände unter Sonderanfertigung laufen würden.

Ich weiß nicht, ob ich solche Türen selber nehmen würde, aber viele Leute hier im grenznahen Gebiet haben sich ihre Türen dort geholt und sind zufrieden. Rein handwerkliche Fertigungen dort sind übrigens erheblich teurer als in Deutschland. Das niederländische Angebot für unsere Denkmalfenster war fast doppelt so hoch wie die ganzen deutschen Angebote (zwischen denen sich nicht sehr viel tat).

Wenn man Zeit und ein wenig Glück hat, findet sich aber auch im Markt für historische Baustoffe gelegentlich eine passende Tür inkl. Zarge in einem akzebtablen Zustand. Ich habe letztens so eine historische Tür gekauft und bin begeistert, zum Glück konnte ich auch eine alte Bestandstür aus unserem Haus retten, die zwar ein paar Macken hat, aber trotz des Alters nicht verzogen ist und sauber schließt. Leider wird unter der Rubrik historische Baustoffe aber auch zunehmend überteuerter Schrott angeboten, wo man mit einer handwerklichen Neufertigung in jeder Hinsicht besser gefahren wäre.





Heute werden viele Tischler auf das Material angewiesen sein, das der Holzgroßhandel aktuell anbietet. Mein Türblatt hatte sich beim Trocknen des Ölanstrichs noch in der Werkstatt verzogen. Der Tischler sagte, dass er die Tür eigentlich gar nicht erst hätte mit zu mir bringen sollen. Er hat im letzten Jahr ca. 25 Türen gebaut, dabei war das bisher der einzige Fall.

Wenn eine Tür nicht nach historischem Vorbild aus Massivholz sondern aus modernen Holzwerkstoffen gefertigt wird, dann ergeben sich wahrscheinlich deutlich weniger Probleme in Bezug auf dauerhafte Maßhaltigkeit.

Wie kann man sich die niederländischen Türen aus schichtverleimtem Holz vorstellen? Schichtverleimt klingt nach Sperrholz bzw. Multiplex und nach Plattenwerkstoff. Dabei wäre der konstruktive Aufbau dann sicher ein ganz anderer als bei der historischen Tür.

Wenn von Preisen die Rede ist, dann übersehen viele gern die Zarge.



Soso:



"Heute werden viele Tischler auf das Material angewiesen sein, das der Holzgroßhandel aktuell anbietet. "

Keinem Tischler wird die Lagerhaltung verboten, und auch das Holz des Holzgroßhandels darf der Tischler besichtigen und seine Holzfeuchte messen. Ein guter Tischler kann selber auch nachtrocknen, statt die Bretter wie zu Opas Zeiten wochenlang in die Bommelage über dem Ofen zu schieben.

Kurzum: Die Bäume, die heute im Wald stehen, sind keinen Deut schlechter als die früherer Zeiten. Und was man draus macht, ist jedem selbst überlassen.

Grüße

Thomas





@Herr Böhme
Außer beim Preis, für den die nach Ihren Vorstellungen gefertigte Tür beschaffbar sein soll, gebe ich Ihnen in der Theorie überwiegend recht.
Allerdings sieht die Praxis der Tischler, zumindest in meiner Gegend, anders aus