Türbänder falsch gesetzt - Änderung sinnvoll




Hi!

Ich habe meine alten Türen durch neue ersetzt und diese extra maßanfertigen lassen (mit Ausmessservice, allerdings über einen Baumarkt). Nun haben wir die Türen bekommen und feststellen müssen, dass das untere der beiden Scharniere bei allen Türen nicht wirklich passt(ist um ca. 1 cm zu hoch bei jeder Tür gebohrt). Nun wurde mir auf meine Beschwerde hin mitgeteilt, dass jemand (Tischler) vorbeikommt und die unteren Schaniere auf der Tür um 1 cm nach unten versetzt.

Nun meine Frage dazu - ist das so üblich und vor allem hält das oder klingt das eher nach einem "Pfuschversuch" um eine Neuanfertigung der Türen zu verhindern?



Es wird...



... nach Anzeige eines klaren Mangels der Versuch gemacht nachzubessern... Das ist soweit erstmal OK...

Ob sich nach dem Nachbesserungsversuch ein bleibender Mangel im Gebrauchsnutzen einstellt, bleibt abzuwarten, scheint aber unwahrscheinlich... Jedenfalls hast Du ohne eigenes Verschulden nicht das erhalten, was Du bestellt hast, insofern wäre ein Entgegenkommen des Baumarkts sicher eine nette Geste, aber wohl nicht unbedingt einklagenswert; ich würde den Laden trotzdem mal darauf ansprechen... selbst wenn "nur" ein Einkaufsgutschein dabei herausspringt.

Lass' den Tischler erst mal machen, er wird das Band versetzen, das alte Loch spachteln und farblich anpassen... im Alltag wird es wohl nicht zu Beeinträchtigungen kommen. Auch zum Thema Garantie/Gewährleistung wirst Du keine Abstriche hinnehmen müssen.

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Profi Reparaturservice



Wenn es ganz normale V0020 Einbohrbänder sind und es ein Service Wagen des Herstellers ist, kann es durchaus sein, das er die Bänder nur gegen Baugleiche mit versetzt angeschweißte Stiften tauscht. Dann sieht man überhaupt keinen Unterschied.



Der willkürlichen Lochbohrerei...



...würde ich widersprechen. Wer schon nicht ausmessen kann, verhebt sich auch beim "Restaurieren".

Die Lösung mit den versetzt angeschweißten Stiften wäre ok. Ansonsten würde ich auf einer Neufertigung bestehen.

Beim nächsten Mal: Türen kauft man beim Tischler.

Grüße

Thomas





Tischler verkaufen heute auch zum ganz großen Teil die Produkte der Industrie und fertigen selten noch eigene Türen an. Der Preisunterschied ist einfach zu groß und da muss man schon eine dicke Brieftasche und viel, ja sehr viel Enthusiasmus für handwerklich gemachte Produkte haben, wenn man eine normale Innentür vom Tischler anfertigen läßt. Aber Respekt, wenn dem so ist.

Zum Neubohren und Verschließen des alten Bohrlochs nur so viel, wenn das ordentlich gemacht ist und ich wieder hier von handesüblichen Einbohrbändern ausgehe, die 90 % der verwendeten Bänder im Innentürbereich ausmachen, dann verdeckt das neue Band das alte Bohrloch vor der direkten Einsicht. Eine saubere Nacharbeit ist da also durchaus möglich und zulässig.

Wenn man als Gutachter eine solche Nacharbeit beurteilen müßte, wäre sie nur Wert mindernd, wenn sie auf der Grundlage der ift Richtlinie zur visuelle Beurteilung von Innentüren aus mehr als 1 m Entfernung vom stehenden Sachverständigen als visueller Mangel erkannt werden kann.
http://www.ift-rosenheim.de/presse_pressemitteilungen.php?id=370

... und das kommt selten vor.

Also erst mal die Nacharbeit abwarten und dann unter Berücksichtigung der oben erwähnten Vorgehensweise ggf mal ein Bild von der nach gearbeiteten Stelle hier einstellen. Dann Wissen wir alle mehr.



Ich würde...



mich in Grund und Boden schämen, wenn ich mit solchem Mist beim Kunden auftauchen würde. Aber scheinbar muß man bei "McBilligtür" ja nehmen, was kommt?

Wenn direkt neben dem neuen Bohrloch nur etwas Papps reingeschmiert wird (gespachtelt), hält das Ganze auch nicht lange.

Schreib doch 'mal, wie es ausgegangen ist.

Grüße

Thomas



Industrietüren vom Tischler



Nachfragen kann sich trotzdem lohnen:

wir hatten ein paar Türen, die konnte der Türen-onkel wegen der ungewöhnlichen Maße nicht liefern.

Die hat dann ein ortsansässiger Feld-Wald und Wiesen-Tischler gemacht.

Ergebnis: Die sind von den von den paar verbliebenen Originaltüren nicht zu unterscheiden und waren billiger als die Industrietüren.





Selbst Industrietüren vom Großhändler, Baumarktpreise kenne ich jetzt nicht, sind nicht billig. Wird etwas außerhalb der Norm hergestellt, dann kostet es auch schon einmal richtig was. Die LKW-weise türenausspuckende Fabrikation ist darauf oftmals nicht eingestellt.

Bernd Kibies



@ GE



Das ist auch meine Erfahrung. Meine Werkstatttüren habe ich alle nach Vorbild bauen lassen (4 Füllungen, reich profiliert, kein Maß wie das andere). Je Türblatt habe ich 300 EUR investiert. Erstklassig ausgesuchte Kiefer kam, für wenig Geld somit. Ich habe mir die Türen selbst gestrichen.

Mit dem Selbst-Anstrich kann der Bauherr ggf. anfallende Mehrkosten kompensieren, und er bekommt, was er haben will und nicht, was irgendwo auf Lager steht.

Grüße

Thomas



Meine Güte, wo lebt Ihr alle?



Vor 25-30 Jahren gab es vielleicht noch Wald- und WiesenschTischler, aber heute werden die doch wie ein Geheimtipp gehandelt und man muss sie mit der Lupe suchen.

Auch auf dem Dorf sind meisten doch längst Industrie-Konfektionäre, auch wenn auf dem Werbeschild Fenster oder Türenbaubau steht. Ihr Hauptmaterial ist die Spanplatte, wenn man Glück hat, arbeiten sie mit vielen Lieferanten zusammen, sodass die Auswahl der angepassten Systemtüren- oder Fenster einigermaßen umfangreich ist.

Richtiges Glück hat man, wenn ein Pensionär von der alten Schule seine alte Leidenschaft und Werkstatt nicht aufgegeben hat, und sich ab und zu überreden lässt, die eine oder andere Einzelfertigung zu machen.



Es gibt...


Es gibt auch gute Pilze!

...und nicht nur hier im Forum, sondern auch im echten Leben nach wie vor viele Handwerker, die Ihr Handwerk ausüben (statt zum Teileeinbauer degradiert zu sein). Die sind auch nicht gerade 80 Lenze. Ich kenne einen Haufen junge Kerle im Holzbereich, die bewusst traditionell arbeiten. Wer freilich mit Kopf und Füssen unbeweglich ist, findet weder Handwerker noch Steinpilze.

Der faule und geizige Durchschnittskonsument ist auch ein Grund dafür, daß das Handwerk nun nicht gerade eine boomende Branche ist.

Grüße

Thomas



Klar, dass man...



... eine Menge Handwerker kennt, wenn man selber aus der Branche ist, aber der nicht faule und nicht geizige nicht Durchschnittskunde schaut in die gelben Seiten und natürlich ins Internet, hört sich um und macht bei 18 von 20 Betrieben in der Nähe die o.g. Erfahrung.

Egal, wer suchet, der findet. Zum Glück ist noch nicht alles verloren.





Wenn Konsumethik nicht interessiert, dann wird man natürlich nur im filiasierten Einerlei fündig. Das kann ich beliebig auf alle Konsumbereiche übertragen und betrifft nicht nur Tischlerarbeiten und Pilze. Ob die Massenware dabei immer die preiswertere Variante ist? Auch ich mußte erst kürzlich wieder diese Erfahrung bei einem Thema machen, daß mich nur alle Jahre wieder mal tangiert. Mit halbwegs offenem Blick und den heutigen Suchmöglichkeiten findet man oftmals für sich die gewünschte Ausführung bzw. werden nicht für möglich gehaltene Varianten aufgezeigt. Engagierte Handwerker, Kaufleute usw. findet man mittlerweile vielerorts.

Bernd Kibies