Türfutter restaurieren

10.03.2009



Hallo,

wir haben ein Fachwerkhaus mit ziemlich alten Holztüren aus Fichte. Es geht um die Innentüren.

Diese waren ehemals mit einer (Bierlack?) Technik braun lackiert mit einer Art Ziermaserung.

Der Vormieter hat alles abgebeitzt und die Türblätter und Futter/Bekleidungen ca.10 Jahre im Rohzustand belassen.

Die Türen sind in einem sehr schlechten Zustand/völlig heruntergekommen:

In die Rahmen der Türblätter sind oben und unten Holzfüllungen eingesetzt (In einer Art Nut- und Feder -Technik).

Das Futter rutscht jetzt lose im Rahmen herum und hat an allen Türen Risse von oben bis unten (z.T.5mm!). Z.T. besteht die Füllung jetzt aus 3 Einzelteilen.

Wir möchten die Türen einigermaßen Restaurieren und dann lackieren.

Kann uns bitte jemand raten,

a) wie wir diese Risse aus den Füllngen bekommen???
b) welche Grundierung, Lack etc. am besten zu verwenden ist.

Wir sind handwerklich begabt, aber nicht vom Fach. Maschinen oder eine Werkstat etc. haben wir nicht.

Wir dachten daran, die Füllungen irgendwie zusammenzuschieben und an den Rändern mit einem Profil zu fixieren. Dann Fülung ggfs. spachteln/schleifen und drüberlackieren.

PS:
Wir haben ein Türblatt zum Schreiner gegeben, der hat ein Stück Holz in die Füllung eingesetzt und verleimt. Sieht super aus.

Leider war das ziemlich teuer und unser Budget erschöpft.

Herlichen Dank für baldige Rückmeldungen!

Freundliche Grüße aus B.

Clemens





Du kannst mit einer Oberfräse den Rahmen auf der weniger heiklen Seite der Türe ausfräsen, die Füllung rausnehmen und reparieren oder durch eine bessere ersetzen. Dann mit Leisten, deren Querschnitt dem entspricht, was weggefräst wurde, und die in den Ecken auf Gehrung geschnitten sind, wieder befestigen.
Wenn die Tür in sich unstabil ist (d.h. wenn sich die rahmenverbindungen in Gelenke verwandelt haben), kann man sie auch zu zerlegen versuchen (die Holzdübel in der Rahmenverbindung ausbohren oder heraustreiben), die Füllung ersetzen und den Rahmen neu verleimen. Falls es Eisenbeschläge hat, die mit umgebogenen geschmiedeten Nägeln durch den Rahmen befestigt sind und die weg müssen, damit rechnen, dass die Nägel kaputt gehen.
Wenn Ihr das könnt, könnt Ihr soviel, dass Ihr dazu keine Anleitung braucht. Eine auch gute Oberfräse kann man damit allemal amortisieren. Ohne Schreinerwerkstatt (mindestens grosse Hobelbank und das übliche Inventar zur Hand) würde ich das nicht machen.
Wenn es die Tür wert ist, und Ihr Euch das nicht selber zutraut, also lieber zum Fachschreiner damit, auch wenns teuer wird - mit aufgeschraubten Profilen und "irgendwie fixieren" wird die Tür nur noch gänzlich hin.



Aha !---



--- wieder Etwas gelernt ! ! ---
- Danke Jens !
-
Wenn Du nägeln kannst, kannst Du bei uns anfängen !



Türfutter restaurieren



Danke Jens für die Rückmeldung.

Das mit dem Rahmen auseinander nehmen und Füllung austauschen haben wir auch schon mit "unserem" Schreiner besprochen. Der hat davon abgeraten, da die Türen ziemlich massiv sind und sich nur sehr schwer auseinander nehmen lassen.

Den Vorschlag mit dem rausfräsem überdenke ich mal, aber höchstwahrscheinlich ist es wirklich das Gescheiteste, nach und nach alle Türen fachmännisch ausbessern zu lassen, zumal wir weder Werkbank noch Fräse haben.

Grüße aus B.
Clemens