Alte Türen aufbereiten

22.10.2007



kürzlich hatte ich einen Schreiner bei mir, der meinte ich soll doch meine Türen behalten und aufbereiten. in unserem zukünftigem Schlafzimmer befindet sich eine Weiß lackierte Tür mit 6 Glaseinsätzen. die Einsätze sind in einem tadellosen Zustand und laut Schreiner sehr teuer. Ich finde sie auch toll und möchte die Tür behalten, doch wie behandle ich die Tür am besten? Zuerst muss die dicke Schicht Lack runter.
Mir wurde das mit Brezenlauge empfohlen, ein anderer meinte, das geht unglaublich schwer.

Welche Mittelchen benutzt ihr? Wie geht ihr vor?
vielen dank für eure Erfahrungsberichte. Bei interesse stelle ich auch gern ein bild ein.

Dann noch etwas:

im ersten Stock sind zum Teil auch noch alte Türen vorhanden, die toll aussehen, doch leider sind sie verzogen und nicht mehr schließbar. hat das was mit dem Türblatt oder mit dem Rahmen zu tun? Sorry bin absoluter Laie

danke



Es braucht Ausdauer



und einen Heissluftfön als das Mittel der Wahl. Was es so im Baumarkt ab 20€ aufwärts gibt, ist schon ganz brauchbar (Meist Steinel oder so).
Dann brauchts noch bevorzugt einen Schwingschleifer mit 80er Papier und feiner. Damit sind die Flächen ruck-zuck farbfrei und schon recht ansehnlich.
Ich habe mir dann aus einem Satz billigster Stechbeitel aus der Grabbelkiste und einem Schleifbock eine Reihe Schaber geschliffen, um die meisste Farbe aus allen möglichen Rundungen und Verziehungen rauszubekommen.
Ordentlich Zieheisen sind auch nicht zu verachten.

Und zum Schluss brauchts noch jede Menge Harthölzchen in jedweder Form um mittels drumgewickelten Sandpapier auch in jede Ritze der Zierleisten zu kommen und den Rest rauszuholen.
Ordentliche Zieheisen sind auch nicht zu verachten.

Achso, habe ich schon erwähnt, das es Ausdauer braucht?

Viel Freude mit den neuen alten Türen!
Und: nicht wieder mit Farbe drüber!





ja vielen dank, meine Mutter wünschte mir auch schon viel Spaß, sie hat die Erfahrung auch schon gemacht, ok nen schwingschleifer hab ich auf lager und so viel zierleisten hat die Tür zum glück nicht :)

ok, dann gibts wohl wirklich keine leichtere Lösung das Zeugs abzubekommen. Hab ich mir schon gedacht.
Und Farbe kommt da auf keinen fall mehr drauf





Hallo Stefanie

Wenn möglich die Glasscheiben vorher ausbauen. Je nachdem wie sie befestigt sind: entweder Leiste angenagelt (sieht man fast nicht , sind dann winzige Löcher) oder verschraubt - lösen und dann die Glasscheibe rausnehmen oder wenn das Glas mit Kitt (meist verhärtet, fällt einem dann entgegen- der Kitt!) eingesetzt ist diesen entfernen und Glasscheibe rausnehmen.
Und dann gehts los mit abschleifen, fönen, kratzen, Abbeizen etc..
Viel Spaß
Dorothée



nicht vergssen,



beim fönen, Schleifen etc. das glas zu schützen oder es besser noch vorher ausbauen. (ist vermutlich mit kleinen leisten eingenagelt.



Weitere Methode



Es gibt in größeren Städten auch noch Firmen, die das ablaugen.

Soll zum Teil Nebenwirkungen für die Türen haben aber könnte evt. interessant sein.

Ich habe in der Nähe keine Firma und wechsle zwischen Chemie und Heißluftfön. Es ist alles gleich unangenehm...





danke für den Tip, aber ich mach das lieber selber, das geld will ich mir sparen... die Geduld muss ich wohl selbst aufbringen. das ist ne tolle arbeit für die kalten wintertage, sobald die neuen Fenster da sind und die Küche fertig ist, kann ich mich dem Spaß widmen

vielen dank, über weitere Tipps freu ich mich



Wir wollten uns das Geld auch sparen,...



... und haben gefönt, geschliffen geschabt und gekratzt, scheissviel Arbeit das. Nun habe ich doch einige Türen zum Ablaugen gefahren und im nachhinein denke ich, das hätte ich gleich machen sollen. Die Türen sehen klasse aus die Farbe ist ab und es muss nur noch ein bisschen feingeschliffen werden. Die Türzargen bieten ja schließlich genug Beschäftigung für die kalten Tage, die kann man ja schlecht zum ablaugen bringen.
Unsere Türen hatten allerdings viele kleine Sprossen und Profile, das ist Sträflingsarbeit, die sauber zu machen.
Wegen der krummen Türen: das liegt wahrscheinlich am Türblatt, man kann aber probieren, vielleicht die Zarge oder zuerst mal nur die Bänder an die krumme Tür anzupassen, wenns nicht zu arg ist, geht's ja vielleicht.
P.S.:das Ablaugen kostet so zwischen 60 und 80 €
viel Spass beim Schleifen
herzliches Beileid äh Grüsse
Marcus





prima vielen dank, mal sehen, wer das bei uns in der Gegend macht- ablaugen.

danke schon mal



Die Ablaugerei...



sollte die Teile nicht in den großen Bottich schmeißen, sondern im Sprühverfahren behandeln.

Ablaufen hat den Vorteil, daß die Kanten und Profile wesentlich besser erhalten bleiben.

Risiko: Leimverbindungen können sich lösen, Türen müssen gerade gestellt werden, sie könnten sich ggf. verziehen. Gutes Neutralisieren erforderlich.

Gutes Gelingen

Thomas



so lange man aber dieTüren nicht in die Brezelbäckerei...



...sondern zu einem Ablauger bringt, der auch sonst Antiquitäten von alten Anstrichen befreit, sollte man davon ausgehen können, dass der weiß, was er macht.
viel Glück bei der Suche,
Marcus



Farbe entfernen



Hallo

ein altes Rezept zum selbstmachen....

Schmierseife und Sumpfkalk im Verhältnis mischen, auftragen und feucht halten...
nach einigen Stunden kann alles mit etwas warmen Wasser abgewaschen werden... allerdings zeitaufwändig wenn auch preiswert... geht auch für Zargen


MfG Andreas



Flache Düse für den Heißluftfön



Hi,

Ich habe so ziemlich alles probiert. Das Beste war: Flache Düse kaufen für den Heißluftfön und mit einem stumpfen Schaber die Farbschichten direkt vor dem Austritt der Düse abschälen. Das geht am besten. Und das Gebläse nicht zu lange auf eine Stelle halten, sonst gibt es häßliche schwarze Brandflecken (und noch mehr Schleifarbeit am Ende).

Gruß

Klaus



Egal wie man´s macht, es ist das Grauen...



Ich habe genau das gleiche Problem mit meinen Türen.
Seit ca. 2 Jahren knibbel ich so mittelmäßig motiviert an diesem dicken quasigen Zeug rum - mit wechselnden Erfolgserlebnissen. Ich weiss ja nicht, wie es bei Dir ist, aber die Methode mit Heissluftfön und Ziehklinge ist bisher die erfolgversprechendste. Aber immer schön aufpassen, sonst gibt es Brandflecken. Vom Billigfön aus dem Baumarkt rate ich aber entschieden ab. Die Dinger vibrieren beim arbeiten derart, dass Dir nach einzwei Stunden fönen die Flossen kribbeln, dass Du nie wieder irgendwas anfassen willst (bei mir ist das jedenfalls so). Ich hab da alles versucht - dicke Handschuhe, Lappen um den Griff, dann hab ich versucht, das Teil nur am Kabel festzuhalten, das vibriert aber auch. Zugegeben, das klingt erst mal komisch, ist nach einiger Zeit aber wirklich unaushaltbar. Vielleicht bin ich ja auch nur zu sensibel.
Darüberhinaus haben hochwertige Geräte aber auch noch den Vorteil, dass man da die Temperatur und die ...ähm... "Windgeschwindigkeit" einstellen kann. Das hilft, Brandflecken zu vermeiden.

Ich habe allerdings noch das Problem, dass immer so eine ganz dünne Schicht ichweissnichtwas zurückbleibt. Die sorgt bei mir für sehr hohen Schleif-Aufwand und Papierverschleiss. Hat da jemand einen Tip ?
Von einer zufälligen Baumarkt-Bekanntschaft wurde mir mal ein Tip gegeben, Salmiakgeist und Wasserstoffperoxyd zu mischen - das trau ich mich aber nicht. Das scheint mir eine gigantische Sauerei zu geben. Vom Gestank mal abgesehen...

Am interessantesten scheint mir bisher der Vorschlag von Andreas zu sein. Könntest Du das noch mal genauer erläutern ? In welchem Verhältnis ? Wo krieg ich Sumpfkalk ? Wie feucht halten ? Schmierseife mit oder ohne Orangenduft ?

Liebe Grüße und viel Spass beim Schleifen,
Sascha





Hallo, danke für die vielen antworten.
ich bin leider noch nicht dazu gekommen, das anzupacken. da ich in 3 wochen urlaub haben, werd ich mich da vll ranwagen.
eine bekannte hat mir Brezenlauge gegeben, sie meinte das funktioniert prima. ich werd das mal in den Weihnachtsferien anpacken. aber da es bei uns drunter und drüber geht mit dem Umbau, fallen solch "KLeinigkeiten" erstmal ins wasser.
trotzdem bin ich dankbar für jeden tip.
ich werde das zuerst mit der Lauge probieren. wenn das nicht funktioniert, teste ich die anderen sachen.

wie "angriffslustig" ist die lauge den? kann ich das in nem Zimmer machen? unsere Schuppen sind derzeit alle überladen und draussen in der Kälte will ich das auch nicht gerade machen.

Danke Steffi



Was ...



... ist denn Brezenlauge überhaupt? Werden da die (übersalzenen) bayerischen Brezeln durchgezogen?

Sächsische Grüße

Thomas





das ist wohl das abfallprodukt von der Brezenherstellung, so genau kann ich das auch nicht sagen :)



Wenn's denn...



...nur eine salzige Brühe wäre, besser sein lassen. Kochsalz entfernt keine Lacke. Wirkung wird nur durch starke Alkalien (Verseifung) oder durch Lösemittel erreicht.

Wenn ich etwas Zeit habe, werde ich der trüben Brühe auf den Grund googeln, oder weiß noch jemand was dazu?

Grüße

Thomas





wie gesagt, eine Bekannte hat damit schon gearbeitet und sie war sehr zufrieden damit.

ich werde berichten, sobald ich die sache in angriff genommen habe



Farbe entfernen



Hallo


Schmierseife (aus dem Fachhandel für Reinigungsmittel) und Sumpfkalk (Baustofffachhandel) ca 1:1 mischen, etwas Wasser rein, damit es geschmeidig wie Zahnpasta wird, das Ganze auf die alte Farbe schmieren und dann mit feuchten Tüchern abdecken. Ab und zu mal schauen, ob es wirkt...
Das Verhältnis 1:1 ist nicht starr, ich hab je nach Farbart unterschiedliche Mischungen gefunden, die variieren von Seife zu Kalk von 5:1 bis 1:5... ob mit Zitronenduft oder nicht... reine Geschmackssache. Alles dann mit einem Spachtel abziehen und sooft wiederholen, bis es ab ist. Dann mit Wasser abwaschen und trocknen lassen. Allerdings ist diese Sache bei Türrahmen eine Sauerei...




Andreas



Hallo Thomas,



ich komme ja aus dem Süden (Laugenbrezeln). Die Lauge ist wirklich Natronlauge und keine Kochsalzlösung. Ob's funktioniert, weiß ich nicht.

Gruß Patrick.



Farbe entfernen



Hallo

Natronlauge ist ein Reinigungsmittel, welches auch in der Getränkeindustrie zur Reinigung von Mehrwegflaschen verwendet wird.... Vorsicht, wer damit Holz bearbeitet, muß es hinterher neutralisieren, sonst ist nicht nur die Farbe weg sondern auch das Holz....



Also...



Natronlauge wirkt ohne Zweifel, ist aber schwer zu handhaben, besonders bei den senkrecht stehenden Rahmen. Wer gerne exprimentiert, kann die Lauge mit Tapetenkleister ansetzen.

Zum Neutralisieren eignet sich besonders Essigsäure (Überschüsse verdunsten). Trotzdem wird das Holz grauer.

Ich bevorzuge auf Nadelhölzern immer das "Abbrennen" mit der Heißluftpistole und Spachtel.

Wer sich nicht qüälen will für marginale Ersparnis, schafft mobile Teile in die Ablaugerei, da passiert das gleiche.

Grüße

Thomas





Achtung

Bei Verwendung von Brezen-/Natronlauge unbedingt an Schutzbrille und Handschuhe denken. Gerade bei Türzargen arbeitet man durchaus mal über Augenhöhe! Besser: auf die Leiter stehen.

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber ich wollte es doch nochmal erwähnen

Gruß Dorothée



Urlaubszeit ist Abeizzeit :)



Soo ich bin gerade dabei mit Lauge den Lack abzukriegen. Bis jetz siehts ganz gut aus, der Lack löst sich schon. Ich werde weiter berichten wie das Ergebnis aussieht

danke für die Tipps
steffi



Farbe entfernen



Hi


ich hab zwei Türen zum Abbeizen gebracht... 70 euro für beide, allerdings mit Quellschäden... und schlecht neutralisiert. also ca 3 Stunden Nacharbeit, allerdings sind mir 3 Stunden Nacharbeit lieber als tagelanges abbeizen... fg


Andreas





Klappt bis jetzt echt prima, habe nen halben Tag für eine Türseite gebraucht, morgen noch die zweite seite und dann noch ein bisschen nachschleifen und nachbessern, ich bin mit dem Ergebnis bis jetzt sehr zufrieden. Ich finde es gar nich mal so schlimm, die Sauerei hält sich auch in Grenzen.

Wenn ich fertig bin stell ich mal vorher-nachher Fotos ein

Steffi



Thema total vergessen :-(



Also, die Tür ist soweit fertig...leider bin ich die letzten Monate mit dem Raum kaum voran gekommen, aber das Ergebnis der Tür, hat mich echt überrascht.

Sie sieht aus wie neu. Das Ablaugen mit Brezenlauge geht sehr gut, ist aber eine Schweinearbeit. Einfacher ist es wirklich, den Lack mit einem Heißluftfön zu erhitzen und dann mit einer Spachtel abKratzen (habe ich dann am Rahmen getestet) da braucht man aber nen guten Magen, den das müffelt ganz schön. Dann schön nachschleifen- fertig.