alte Türzarge ausbauen




Hallo,

wir haben die Option 6 alte Kassettentüren inkl. Zarge geschenkt zu bekommen. Allerdings müssten wir die Zargen selbst ausbauen.

Hat jemand Erfahrung damit, wie man die Zargen intakt bergen könnte? Wie viel Zeit würdet Ihr dafür einplanen (2 Personen)? Meint Ihr das könnte in einem Tag möglich sein?

Leider kann ich die Türen nicht im Vorfeld begutachten, da die Entfernung dorthin einfach zu groß ist.

Viele Grüße
Monika Fersch



Wie alt ist alt ?



Hallo Monika,

wie alt sind den die Türen und Zargen ?
5, 15, 25, 50, 100 Jahre ?
Kennst du den Hersteller oder weißt du ob sie aus Massivholz oder Holzwerkstoffen bestehen ?
Sind die Zargen farbig lackiert und sollen sie auch wieder farbig lackiert werden oder sind sie "Holzfarben" und sollen auch später so wieder verbaut werden ?
Wie wurden die Zargen montiert ? Genagelt, nur geschäumt, oder ggf zusätzlich verschraubt ?



Kassettentüren ausbauen



Ziemlich sicher ,wenn es sich um "alte" Türen handelt,sind die Zargen durchgenagelt an ins Mauerwerk eingelassene Holzstücke mit je 2-3 Nägeln in 3-4 unterschiedlichen Höhen .

Die Spiegel sind auf die Futterbretter genagelt und müssen auf der türabgewandten Seite vorsichtig von diesen getrennt werden . Dann könnt Ihr zb. mit einer Säbelsäge die Nägel durchtrennen .
Viel Erfolg , Jürgen Kube
ps.1 Tag sollte auch für Ungebübte reichen ..



Bei "Alten Kasettentüren"...



wird wohl der Hersteller unbekannt und schon lange verblichen sein, ohne je den Segnungen des Bauschaumes teilhaftig geworden zu sein :-)

Messt vorher genau, ob die vorhandenen Größen für Euch passen - nur dann lohnt sich der Aufwand.

Grüße

Thomas



Richtig,



ich würde die Türen so um die Jahrhundertwende ansetzen, Vollholz. Die Türen sind lackiert und werden dies auch zukünftig wieder sein. Hersteller gibt natürlich keinen mehr. Bauschaum kann man, gemäß des Alters ausschließen. Und wie sie montiert sind weiß ich nicht und kann ich auch aus der Entfernung leider nicht in Erfahrung bringen. Wie gesagt ich habe die Türen in einer Annonce gesehen und es wären so um die 100 km Fahrt für uns.

Messen werden wir das ganze sicherlich noch.

Grüße und Dank
Monika Fersch



Alleine



in Jahrhundertwendebauten hier in Wien gibt es da einige verschiedene Varianten... das kann also in einem größeren geographischen Raum noch viel unterschiedlicher sein.

Aber: der oben genannte Ansatz, sich der Sache von der türabgewandten Seite zu widmen ist schon einmal ausgesprochen gut. Dort entfernt man vorsichtig die genagelten Spiegel (Verkleidungen parallel zur Wand wenn ich den Fachbegriff richtig verstehe). Bei dünneren Wänden (bis etwa 30cm) war hier meistens ein ca. 5cm starkes Futter rundum eingemauert, das kann man dann rausstemmen. Bei zweifelhafteren Baustoffen wie Rabitz oder Gipsdielen wurden gerne auch mal noch rundum 100er-Nägel eingeschlagen um dem Futter besseren Halt im umgebenden Mörtel zu geben, die findet man beim Stemmen natürlich.

Bei dickeren Wänden wird die Sache komplizierter, da gab es normalerweise Zierfutter. Bei denen wird man fürchte ich nicht um eine Totalzerlegung herumkommen, zumindest falls es sich um Zargen mit genagelten Fitschenbändern und Türen mit umlaufendem Falz handelt. Die Fitschenbänder sind dann durch Ziefutter und Futter vernagelt, die Nägel sieht man üblicherweise, weil sie selten absolut perfekt verkittet sind. Die muss man rauskriegen (erfordert leider leichte Zerstörung rundherum bis man die mit der Zange packen kann, Durchschlagen wäre schöner, aber da ist die Mauer im Weg). Dann kann man die Bänder herausziehen und die Zierfutter abbauen (meistens an Futter und Holzstücken in der Wand angenagelt).

Der Spaß steht mir irgendwann in dem Zimmer bevor in dem ich gerade sitze, weil das Futter beim Anschlagen des obersten Bandes (oder im Lauf der Zeit) gebrochen ist... jetzt sitzt das Band locker und schief, die Tür hängt, schließt nicht ordentlich, fällt aber von selbst zu... Freude über Freude. Zwei Fülllungen der Zierfutter sind auch gebrochen.