Hilfe bitte! Holzwurm in alter "Bauerntruhe"




Vor einiger Zeit (ca. 4 Wochen) hatte wir uns eine
alte nichtrestaurierte "Bauerntruhe" zugelegt. Nun
mussten wir feststellen, dass wahrscheinlich einige
Holzwürmer aktiv sind, denn unter und in der Truhe
befanden sich 4 kleine "Häufchen".
Nun haben wir gelesen, dass man die Truhe in die Sauna
stellen kann (bei 90°C) und das Holz für mind. 0,5 Std.
eine Temperatur von 60°C Haben soll.
Ist damit alles "erledigt"?? Oder sollten wir anders
mit unserem neuen Stück umgehen??



Übertemperierung



Bloß nicht bei 90°. Das wäre der sichere Tod für Truhe und Wurm.
60° reicht vollauf. Ab 55° gerinnt das Eiweiß - genau wie beim Eierkochen.

Grüße aus BS

Bernd



Danke, aber...



Lieber Bernd, danke für den Tipp. Habe eben gelesen das die Späne nur an den Ausflugslöchern der Würmer, die dann ja Käfer sind, fällt. Heißt das, dass die Käfer schon ausgeflogen sind? Da wir in einem alten Fachwerkhaus wohnen, gerate ich gerade leicht in Panik...



Hilfe bei dieser firma



hallo ein freund hat mir diese firma empfohlen die können ganze möbelstücke behandeln gegen Holzwurm und co
http://www.desinsekta.de/
das mit der sana finde ich nicht so gut da sich das haloz der Truhe verziehen kann. andere meionen das der holzwurm bei -15 °c stirbt kann ich aber nicht nachvollziehen da ein dachgebälk auch vom holzwurm befallen sein kann und dort die minusgrade auch nmicht helfen.

gruß detlef



@ Jenny



Mit der Metamorphose der Holzwürmer bin ich nicht so vertraut. Habe auch nur mal versucht, stellvertretend für die Spezialisten Lutz (Urlaub) und Uli zu antworten.

Insofern kann ich nur meine Erfahrungen einbringen. Bei altem Holz im Fachwerk ist die Gefahr m.E. gering, daß die Würmer/Larven da anfangen zu knabbern.

Ich hatte mir auch schon häufiger derartige Mitbewohner ins Haus geholt, bin sie aber in der Vergangenheit dann auch immer im Herbst mit meinem Eichel-Trick losgeworden.

Die Viecher lieben frische Eicheln. Also immer eine Handvoll in die Möbel packen und dann gucken, ob die Gäste schon eingezogen sind. Wenn JA, dann machst Du es Ihnen im Kamin (o.ä.) schön warm und plazierst die nächste Ladung Eicheln.

Vorbeugend kannst Du natürlich Dein Fachwerk noch mit Borsalz-Lösung behandeln. Das hatten wir hier im Forum schon häufiger (=> Suchfunktion oben rechts).

Viel Erfolg

Bernd





ich hatte das gleiche Problem mit meiner Truhe, die zudem noch lackiert ist und habe sie vom Möbelrestaurator fachgerecht wärmebehandeln lassen (Rainer Griep in Schleswig-Holstein, Reinfeld). Er ghat eine spezielle Kammer dafür, damit sich das Holz nicht verzieht und der Lack nicht tropft, die Viecher aber tatsächlich tot sind. Hat wunderbar geklappt und war bezahlbar.



@ Susanne



... Also eine Kammer, die im Privat-Haushalt eben "Sauna" heißt - nur ohne Aufgüsse etc.; aber mit breiterer Tür.

Liebe Grüße

Bernd



Keine übermäßige Panik



Guten Tag, bitte keine Übermäßige Panik aber durchaus Vorsicht.
Die Ausschlupfzeit der Gewöhnlichen Nagekäfer geht jetzt gerade los. Vermutlich sind also schon einzelnne Vollinsekten ausgeflogen, die sich dann paaren wollen und Eier ablegen. In normalen, zentralnbeheizten Wohnräumen ist die Gefahr einer Weiterentwicklung der Larven gering, da die Holzfeuchten sich um 9% einstellen und damit am untersten Limit für den Gewöhnlichen Nagekäfer sind. Holz in feuchteren Kellerräumen, Kellertreppen zugänglichen bewitterten Fachwerbalken usw. kann von der Feuchte schon interessanter sein. Die Truhe sollte also möglichst bald in "Quarantäne" und dan z. B. Wärmebehandelt werden. DIN 68800-4 sieht 55 C für 1 Stunde im ungünstigsten Holzquerschnitt vor. Das bedeutet nicht 1 Stunde aufheizen, sondern länger, da Holz die Wärme relativ schlecht nach innen leitet. Um Schäden zu vermeiden sollte nicht zu heiß geheizt werden, über 55 °C muss die Luft aber schon sein, kontrollierte Luftfeuchteregelungenn verringern das Risiko von Trockenrissen im Holz. In der Sauna oder anderen Trockenkammern ist die Bekämpfung oft erfolgreich durchgeführt worden.
Behalten sie Ihre anderen Holzgegenstände und Bauteile über die nächsten Jahre im Auge aber reagieren Sie nicht mit Panik und "Großangriffen" sondern unternhemen Sie erst etwas, wenn wirklich andere Teile befallen oder verdächtig sind. So ist es für Sie und die Umwelt günstiger.
Schaune sie mal auf Ihren Fensterbrettern ob dort die ausgeschlüpften Käfer zu finden sind.
Die Methode mit den Eicheln halte ich nicht für wirkungsvoll (Ich habe eben zu einer "Hausbockfrage" schon etwas dazu im Forum geschrieben)
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold