Trockenschüttung notwendig?

20.07.2020 Stefan87


Hallo zusammen,

ich möchte gerne im OG Parkettboden verlegen. Als Untergrund dienen alte Fichtedielen, die auf die Holzbalkendecke genagelt sind. Da diese mir optisch nicht gefallen und schwer aufzuarbeiten wären, möchte ich gerne einen Holzboden (am liebsten Eicheparkett) hierauf verlegen.

Nun ist es so, dass der alte Boden zur Raummitte hin etwas durchhängt (auf ~3m ca. 8mm). Nur eine bestimmte Ecke in 1 (von 3 Räumen) ist deutlich angehoben (~2,5cm?). Insgesamt verzeichnet der Boden aber ebenfalls ein gewisses Gefälle (also ist nicht nach Wasserwaage gut ausgerichtet), das mir persönlich jedoch nicht viel ausmachen würde.

Muss man hier mit Blick aufs Parkett (soll ja planeben sein) mit Trockenschüttung ausgleichen? Das würde ich gerne wegen der Aufbauhöhe dringend vermeiden. Ist es möglich bei diesen Unebenheiten noch Parkett zu Verlegen (sofern einem das insgesamte Gefälle optisch nichts ausmacht)?

Falls eine Schüttung notwendig wäre, kann man das Parkett theoretisch schwimmend hierauf verlegen oder MUSS man mit z.B. OSB Platten arbeiten? (Estrich Elemente sind mir zu teuer und zu schwer für den Aufbau).



Das Parkett ist...



...auf Unebenheiten nicht verlegbar.

Eine Trockenschüttung ist zum Ausgleich ungeeignet.

Ein Auskleichsspachtel auf einem lt. Verarbeitungsanweisung vorbereitetem Untergrund wäre z.B. die faserarmierte Spachtelmasse Ardex FA20.

Grüße

Thomas



Verstehe ich nicht so ganz...



gerade die Trockenschüttung wird doch immer zum Ausgleich auf alten Dielenböden empfohlen?!

Eine auf Zement basierte Spachtelmasse scheidet für mich aus, aufgrund des Gewichts und da es nicht diffusionsoffen ist (z.B. Küche im Raum darunter).

Unebenheiten sind ja prinzipiell erstmal bis zu 3mm auf 1m bzw. 6mm auf 2m im Toleranzbereich von so ziemlich allen Parketts (zumindest um die Garantiebestimmungen einzuhalten). Meine Frage zielte eher darauf ab, ob es zu Problemen führt. wenn insgesamt ein Gefälle im Raum herrscht (Beispielsweise ist von einer Raumseite zur anderen insgesamt meinetwegen ein Unterschied von 4cm, jedoch auf 1m Raumlänge nicht mehr als besagte 3mm Differenz).

Zudem die Frage, ob auf eine Trockenschüttung zwangsläufig Platten gehören oder direkt das Parkett drauf kann?



Sie müssen...



...auch nicht alles verstehen. Es reicht, wenn Sie richtig bauen.

Niemand empfiehlt Trockenschüttung direkt unter Parkett, richtig? Das hat Gründe, die ich hier nicht ausbreiten will. Schauen Sie sich die Krümeln und Ihr Fertigparkett an. Dann verstehen Sie das, oder auch nicht.

Die empfohlene Spachtelmasse wiegt im Millimeterbereich (völlig unwichtig) weit weniger als Ihre OSB - Platten. Und Sie ist (obgleich das auch unwichtig ist) aufgrund ihrer geringen Stärke sogar St. Diffusius angenehmer als eine kunstharzverklebte OSB - Platte.

Grüße

Thomas



Danke?



Ich finde unabhängig von ihrer Antwort den gewählten Ton etwas unfreundlich und von oben herab (Vielleicht hab ich das auch in den falschen Hals bekommen?). Diesen oberlehrerhaften Unterton brauche ich nicht...

Alles muss man nicht verstehen, das ist korrekt. Aber Nachfragen ist niemals verkehrt.

Trockenschüttungen werden sehr wohl in sämtlichen Ecken des Internets zum Ausgleich von Höhendifferenzen empfohlen. Mir geht es um die konkreten oben beschriebenen Fragestellungen. OB eine OSB Platte von Nöten ist, war ebenfalls Bestandteil der Frage. Ggfs könnte man auch Lagerhölzer zum Ausgleich verwenden und dazwischen mit Trockenschüttung auffüllen.

Eine Spachtelmasse von wenigen Millimetern zum Überbrücken besagter 4cm Höhenunterschied? Kommt es nicht auf den Ausgleich des 4cm Höhenunterschieds an, wären wir wieder bei meinen Startfragen. Ich versuche in meinem Fachwerkhaus sofern möglich alles Zement Basierte fernzuhalten, da hierbei in der Vergangenheit sehr viel der Bausubstanz zerstört wurde.



Letzer Versuch:



Sie wollen Aufbauhöhe sparen. Das ist sinnvoll. Also sind weder OSB - Platten noch Latten eine gute Option. Sie fragen, ob die Fläche waagerecht werden muss, oder nur Unebenheiten in der Fläche nivelliert werden müssen. Letzteres hängt im Wesentlichen von Ihren Ansprüchen ab und davon, wie weit die Fläche aus der Waage ist. Dem Parkett ist es egal, ob eine geneigte oder eine waagerechte Verlegefläche vorliegt, solange diese in sich nur geringe oder keine Unebenheiten aufweist. Ich halte diese Unebenheiten gern kleiner, als das Hersteller von Parkett vorgeben. Die empfohlene Spachtelmasse ist für das Ausspachteln von Unebenheiten geeignet. Deshalb heißt sie Spachtelmasse und nicht Fließestrich.

Und nein, zum dritten Male nun denn also, DIREKT unter Parkett sind Schüttungen nicht einsetzbar. Schüttungen wandern zudem unter Last. Vielleicht desertieren sie gar durch Dielenfugen? Es wird Hohlstellen geben, und die Federchen des immer dünner werdenden Parkettes werden das nicht tolerieren. Unter OSB werden Schüttungen eingesetzt, ich ich verbaue Derartiges aus guten Gründen nicht. Da Ihnen die originale Bauweise Ihres Fachwerkhauses am Herzen liegt, sollten Sie sich nicht auf eine Zementallergie fixieren. Ihr Haus würde gänzlich ohne Parkett, Schüttungen, OSB, ..., ... errichtet. Statt all dieses Gedöns könnte ja auch eine neue Dielung anstelle der alten Dielung eine Alternative sein?

Große Erfolge wünscht

Thomas



Vielen Dank



DAS war eine Antwort, mit der ich sehr viel mehr anfangen kann! Ggfs. werde ich dann die Schieflage in Kauf nehmen, da sie ohne Hilfsmittel zu nutzen, nicht sonderlich auffällt/stört. Hier werde ich aber noch einmal alle Räume exakt nachmessen.

Die Erneuerung des Dielenbodens habe ich auch schon in Betracht gezogen, ist aber meine ultima ratio.