Trockenlegung Kamin / Keller

20.08.2014 Ralf



Wir suchen zum einen Empfehlung für die Trockenlegung einer Kaminwand (Backstein) im Fachwerkhaus von 1716, wo das Wasser offenbar von unten aufsteigt. Außerdem eine Lösung für die Eindämmung des Wassers, das unter dem Fundament durch in den Keller eindringt.

Hat jemand entsprechende Erfahrungen?

Bzw. kennt jemand im Großraum Köln/Aachen eine Firma/einen Sachverständigen, der sich mit historischen Gebäuden auskennt?

Danke & viele Grüße
Ralf Kuhn



Feuchtigkeit



Feuchtigkeit kommt in der Regel von oben bzw. von außen, nicht von unten.
Wenn ein Schornsteinzug nicht abgedeckt ist regnet es rein, wenn er nicht in Betrieb ist trocknet er nicht aus. Wenn an reichlich dimensionierte Schornsteinzüge im Altbau moderne Einzelöfen angeschlossen werden kann Kondensat entstehen. Alte Schornsteine können salzbefrachtet sein und ob der Schornstein wirklich feucht ist und nicht nur so aussieht muß man messen.
Ihr Ansatz sich einen Fachmann ins Haus zu holen ist erst mal richtig. Es sollte aber jemand sein der kein wirtschaftliches Interesse hat Ihnen ein bestimmtes Trockenlegungsverfahren zu verkaufen.



Feuchtebelastungen ...



an Bauwerken, speziell im erdberührten Bereich sollten sorgfältig untersucht werden, bevor Maßnahmen zur "Trockenlegung" im weitesten Sinne beschlossen werden. Keinesfalls empfiehlt es sich, ohne diese Voruntersuchungen und einer Analyse mit eindeutiger Schlußfolgerung und einem nachvollziehbaren Wirkungszusammenhang , derartige Arbeiten direkt an die ausführenden Firmen zu beauftragen. Die Investition unnötiger und großer Summen in unwirksame Bauwerkstrockenlegungen sollten vermieden werden.

Nach der Bestandsanalyse lässt sich der Lastfall nach DIN bestimmen, die auch die entsprechende Vorgehensweise für die BAuwerksabdichtung vorgibt.

Nicht selten sind solche Feuchtebelastungen auch auf defekte Grundleitungen oder Fallrohre, auf Kondensatausfall der feuchten Raumluft an kalten Bauteilen oder auf eine Salzbelastung in den Bauteilen aus früherer landwirtschaftlicher Nutzung (Tierfäkalien etc) zurückzuführen.
Kondensatausfall in alten, versotteten oder unzureichend abgedichteten Schornsteinen findet im oberen Bereich statt.

Bei Interesse kann ich mir die Situation im Sinne einer Bauberatung gerne einmal ansehen. Kerpen -Sindorf ist nicht besonders weit entfernt, zumal ich wegen einer Baustelle in Köln mehrmals in der Woche in der Region bin.

Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur"

Will Pickartz | Architekt | Bad Münstereifel



Kamin



80 cm hoch Kapillarfeuchte wäre sehr ungewöhnlich.
Stellen Sie ein oder zwei Fotos ein, dann sieht man mehr.
Bei kapillarer Feuchte gibt es einen deutlichen, sich scharf abgrenzenden Übergang zwischen feucht und trocken, meistens mit einem hellen Salzrand.
Dann vergessen Sie Profi- und Baumarktgerät.
Nehmen Sie einen langen 8 mm Steinbohrer und bohren Sie langsam ohne Schlagbohrmodus in die Wandung. Beobachten Sie das Bohrgut. Bei kapillarer Wassersättigung haben Sie eine teigige Masse ähnlich Knete die sich um die Spiralen wickelt. Bei größerem Druck und hoher Drehzahl dampft es aus dem Bohrloch. Wenn das Bohrgut staubfein aussieht und einfach weggeblasen werden kann ist der Stein trocken. Zwischen diesen beiden Extremen liegen je nach Wassergehalt mehr oder weniger feine Krümel. Bohren Sie so tief wie möglich bis zum Schornsteinzug und beobachten Sie eventuelle Veränderungen im Feuchtegehalt des Bohrgutes.