Trockenlegung Altbau

10.10.2016 Uphelia



Hallo,

wir haben vor ca. 1 Jahr ein schnuckeliges Altbauhaus erworben. Nun haben wir über den Sommer hinweg festgestellt das eine Seite des Kellers immer mehr Feuchtigkeit zieht. Ich als Leihe gehe davon aus, das die Nässe bis in die Decke (Tonnengewölbe) zieht.
Über Ratschläge/Vorschläge wäre ich dankbar.
Zur Veranschaulichung habe ich hier Bilder angefügt :-)



Feuchte Wand



1. Stellen Sie fest ob es sich wirklich um einen erhöhten Feuchtegehalt der Wand handelt und ob die Feuchte in der Wandtiefe zu- oder abnimmt.
2.Stellen Sie die Ursache der Durchfeuchtung fest. Entweder kommt es von außen oder von innen (Kondensat).
3. Auf dieser Grundlage können Sie ein Sanierungskonzept entwickeln.
4. Wenn Sie das nicht selber können suchen Sie dafür einen Fachmann.
5. Schmeißen Sie jeden sofort raus wenn der was von aufsteigender Feuchte von unten erzählt.



Trockenlegung Altbau



1. außen sieht die Wand trocken aus... wie kann man das feststellen?
2. Da das Haus nicht isoliert ist, gehe ich von Wasser das auf die Außenwand drückt aus
3-4. geplant ist es mit einem sauberen Lösungsansatz das Problem selbst zu beheben... 20.000 € für den *Fachmann* der dann eine Horizontalsperre empfiehlt möchte ich mir gerne sparen ;-)
5. Ja Aufsteigend ist es bestimmt nicht bis in 3 Metern Höhe, daher der Gedanke das wir von außen was machen müssten?





Na da wird es wohl das allseits beliebte Kondenswasser sein.
War der Raum denn im Sommer wenigstens Luftdicht verschlossen damit nicht noch mehr Feuchte dazu kommt?



Feuchtephänomen



Kondensat ? Möglicherweise. Dazu müsste bekannt sein, wie die übrigen Kellerräume ausschauen. Aussenflächen, die fälschlicherweise zum Haus hin entwässern, statt das Wasser davon wegzuleiten ? Eventuell; muß vor Ort geprüft werden. Defekte Grundleitungen, die die Kelleraussenwand bewässern ? Eher wahrscheinlich. Bei einer anstehenden Sanierung ist eine Inspektion der Grundleitungen (Kamaerabefahrung) eine der erste Maßnahmen, die ich durchführen lasse.

Bei einer Bauaufnahme in St. Augustin/Bonn habe ich heute eine vergleichbare flächige, aber vereinzelte Feuchtebelastung gefunden. Nach den Schilderungen des Bauherren ist eine alte, unsanierte Gundleitung als Schadensursache wahrscheinlich.

Welche Feuchtebelastung bei Ihnen vorliegt, kann nur vor Ort und nur im Gesamtzusammenhang des Objektes untersucht werden. Ob Sie die Sanierung selbst vornehmen können, hängt von der Art der Schadensursache und Ihren Möglichkeiten ab.

Sie haben sich übrigens ein sog. "Krotzenhaus" zugelegt, das aus Lavabrocken gemauert worden ist - jedanfalls nach dem Foto zu urteilen. Ein solches Mauerwerk kann nicht mit einer "chemischen Mauerwerkssperre" injiziert werden. Sollte Ihnen das jemand verkaufen wollen, stimme ich zu: schmeißen Sie ihn raus. Die Situation sollte ein unabhängiger Gutachter prüfen, kein Verkäufer eines Wundermittels.

Davon abgesehen wäre ein Sockelputz anzuraten, der auch die Situation der einbindenden Kellerdecke = Fussboden EG mit berücksichtigt.



Trockenlegung Altbau



Hallo Herr Pickartz,

ich gehe nicht davon aus, das es sich um Kondensat handelt, da die Außenwände nicht komplett betroffen sind.
Das mit der Abwasserleitung ist denke ich wahrscheinlicher, da hatte ich mir auch schon Gedanken gemacht. Wie man erkennen kann wurde dieses Jahr bereits das Fallrohr erneuert, da das alte einen größeren Riss zur Hauswand hin hatte. Leider hatte das auf die Feuchtigkeit im Keller keinerlei Auswirkung :) Da das Abwasserrohr höchst wahrscheinlich direkt am Haus lang läuft und dann links durch den Kellerraum abgeleitet wird...ist dies die Ursache.
Die Überraschung sehen wir im kommenden Jahr wenn wir den Boden aufnehmen und das Buddeln anfangen. Wir hatten evtl angedacht das Haus von unten her frei zu legen und abzudichten. Abdichten im Sinne eine Isomatte und Kies davor?? Den Sockelputz haben wir diesen Sommer entfernt, da er schadhaft und sehr unschön war. Das Regenwasser läuft eher vom Haus weg, daher kommt sehr wenig Wasser unten an die Hauswand.
Das mit der Kamera scheint mir eine sehr gute Idee zu sein, können Sie mir sagen welcher Fachmann sowas anbietet und wieviel das kosten könnte?

Ich habe mal ein Bild des tollen Sockelputzes beigefügt. Leider muss die Vorderseite auch noch entfernt werden ...



Kompetent und zielorientiert ?



Sehr geehrter Herr Struve,

ich weis nicht warum hier in meinem Post Leute persönlich angegangen werden!!! Ich erwarte hier lediglich Unterstützung und Anregungen. Sollten Sie der Meinung sein, dass Herrn Pickartz Aussage inkorrekt ist, dann können Sie sehr gerne eine Alternative aufzeigen.



Was denn nun?



flächig oder vereinzelt? Die Feuchtebelastung...
Oder Beides???



Kondensation



Ich habe auch eine feuchte Stelle im Haus. An einer Wand trocknet mir mein Lehm trotz Dauerlüften im Sommer nicht. Ich kann jedoch relativ einfach ausschließen, dass Wasser durch die Wand läuft, da es keine Außenwand ist und die einzigen Wasserleitungen im Bereich erstens neu sind und in deren Umfeld (sie liegen direkt im Lehmputz) keine Feuchtigkeit auftritt. Das andere trifft bei mir auch zu. Es tritt nur an einzelnen Stellen auf und nur im unteren Bereich.

Aus geologischen Gründen ist die Wahrscheinlichkeit von aufsteigender Feuchte praktisch Null ebenso steht das Haus auf einem Sockel und die Bereiche die ausgegraben wurden waren trocken, auch wenn die Hölzer im Boden teilweise feucht waren.

So habe ich diesselben Symptome, kann aber kapillarfeuchte komplett auschließen. Die Wand an der die Probleme auftreten ist ca. 45 cm dick und einen massive, recht sauber gesetzte Sandsteinwand. Diese Wand wurde auch durch Lüften im Sommer nicht warm und zusammen mit der Kondensationsfeuchte kam immer wieder Feuchtenachschub.

Ausserdem wundere ich mich über das Bild von einem angeblich feuchten Keller mit trockenen Holzbrettern in dem sogar Pappkartons auf dem Boden stehen.

Vielleicht gibt eine Temperaturmessung bessere Hinweise als eine Feuchtemessung.

Gruß Herbert



Temperatur



Hallo,

die Temperatur lag im Sommer bei ca 15 C. Die Luftfeuchtigkeit bei 75-80%. Aufgrund dessen habe ich auch einen Luftentfeuchter aufgestellt, eine Besserung an der Nassen Wand wurde hierdurch nicht erzielt. Die Kartons ziehen tatsächlich Feuchtigkeit :-) Das Regal mit den Holzbrettern stand bereits da als wir das haus gekauft hatten. Aktuell kann ich noch keine Pilzkultur entdecken.
Ich habe das Messgerät mal in den Keller gestellt, die aktuell Werte folgen :-) Anbei ein Bild aus dem Nachbarraum. Meines Erachtens ein ganz anderes Bild!