Trockenbauwand mit Wandheizung und Lehmputz




Hallo,

vergebens suche ich nach einer Lösung meines Problems:
Ich möchte meine Trockenbauwand (Gipskarton) mit einer Wandheizung bestücken und diese dann mit Lehm putzen.
Womit kann ich die Gipskartonwand schützen, damit die Feuchtigkeit vom 4cm dicken Lehmputz nicht eindringen kann.
Der Tipp von einem Bekannten war, es mit Ceresit CP44 Dick & Dicht zu "versiegeln".
Ich weiß, dass es Trockenbausysteme gibt, ich habe aber Rohre noch zum selber verlegen, die ich verbauen möchte, um es dann mit Lehm zu verputzen.

Kennt jemand Alternativen zum Ceresit Produkt? Oder hat andere Vorschläge?

Danke
Gruß
Andreas



Das ...



...iiest sich alles sehr obskur. Wo befindet sich denn die Trockenbauwand? Ist es eine Vorsatzschale vor einer Außenwand? Wenn ja: Baufehler mit Durchfeuchtungsgarantie.

Ceresit CP 44 ist ein Produkt zur äußeren Bauwerksabdichtung im erdberührten Bereich gegen aufstauendes bis drückendes Wasser, also für Abdichtungen im Innenbereich absolut überdimensioniert und auch für innere Abdichtungen (Negativseite) nicht zugelassen.

Die Gipskartonbauplatte (GKB) ist als Untergrund für derartige Beschichtungen nicht erwähnt und auch nicht geeignet.

Grundsätzlich ist die GKB ein Gips-Trockenputz und oberflächenfertig. Stärkere Beschichtungen sind wegen der glatten Oberfläche nicht vorgesehen, vor allem nicht stärkere Putzschichten. Allenfalls kann, mit einigen Kunstgriffen und Aufwand, die Oberfläche so hergerichtet werden, das z.B. ein im Grunde widersinniger Lehm-Feinspachtel von max. 3-5mm aufgetragen werden kann.

Der Lehm geht mit dem Untergrund keine Verbindung ein. D.h. er haftet nur mechanisch auf einer möglichst rauhen Oberfläche. Die GKB ist das genaue Gegenteil davon, zudem höchst feuchteempfindlich. Auf der Beschichtung mit Ceresit hält erst recht nichts mehr, da müsste schon QuarzSand o.ä. aufgestreut werden Die 4cm Lehmputz werden Ihnen auf jeden Fall nach wenigen Wochen von der Wand rutschen. Spätestens nach dem ersten Anfahren der Wandheizung.

Lassen Sie sich fachkundig und unabhängig beraten. Dazu zählen nicht die dubiosen Ratschläge von "Bekannten" , sog. "Fachberatern" in Baumärkten oder die kostenlose "Beratung" durch Handwerksbetriebe, die ihr Produkt oder ihre Dienstleistung verkaufen wollen.



Mein...



Fehler, die Trockenbauwand ist nur innenliegend, die Fläche beträgt ca. 5m^2
Vielen Dank für ihre sehr ausführliche Antwort.
Verstehe ich das richtig, wenn ich mit QuarzSand arbeite, ich einerseits die GKB vor der Feuchtigkeit schützen und diese dann mit der Lehmschicht Verputzen kann?

Gibst es denn eine andere Möglichkeit, einen Wärmeträger für die Wandheizung herzustellen? Beispielsweise eine weitere GKB davor zu stellen, dann besteht allerdings die Frage, isoliert die GKB die Wärme zu sehr und lässt sie nicht nach außen dringen? Mit was könnte der Hohlraum gefüllt werden damit die Wärme nach außen abgestrahlt wird?



Metallständer oder Holzrahmen



wie ist die Wand insgesamt aufgebaut?
Vielleicht könnte man eine 15 mm OSB-Platte aufbringen, dann eine Lage Schilf und Wandheizung mit Lehmputz.
Ich finde das ganze aber sehr aufwändig und vermutlich auch nicht billig. Ich tendiere mittlerweile mehr zu den Trockenbauelementen von WEM, weil ich damit das gesamte Feuchteproblem elegant umgehen kann.



Der Markt



... bietet auch Systembauplatten zur nachträglichen eigenen Rohrverlegung, z.B. auf Basis Polystyrol mit eingelegten Omega-förmigen Wärmeleitblechen. Diese werden dann mit GK oder GF-Platten beplankt und mit geeignetem Finish behandelt, dies wäre dann auch, wenn gewünscht, mit Ach und Krach auch mit Lehmfeinputz möglich (wie geschildert). Im Prinzip ist das nichts anderes als die bekannten Trockenbau-Systeme für FB-Heizung. Diese sind i.d.R. für 14x2-Rohr ausgelegt.
Irgendwelche hypokaustischen Bastellösungen würde ich nicht anstreben, zumal die Fläche bei Verwendung eines "Systembaukastens" ja auch nicht gerade den finanziellen Kollaps in sich birgt.

MfG & Guten Rutsch,
Sebastian Hausleithner



Styropor



Styropor und Lehmbau passt nun aber überhaupt nicht zusammen. Ich habe aber auch schon andere ausgefräste Platten aus Holzweichfaser gesehen. ich weiß aber den Hersteller nicht mehr, vielleicht Naturbo?!



Bauphysikalisch



... spricht nichts gegen die Verwendung einer vorgefertigten Styroporträgerplatte für das Heizrohr an der INNEN-Wand.
Ersetzt man die im Trockenbau-System eigentlich angedachte abschließende GF-Platte durch eine nach Herstellerangabe zu montierende und zu behandelnde Lehmbauplatte, sollte das eigentlich problemlos funktionieren.

MfG,
Sebastian Hausleithner