Trockenbauwand bei Holzbalkendecken




Hallo zusammen,

wir sanieren aktuell unser neues Haus, hier ergeben sich natürlich einige Fragen. Leider kann ich meine letzte Frage nicht mehr aufrufen, wollte mich hier noch für Eure Hilfe bedanken.

Nun aber zu meiner aktuellen Frage:
Ich möchte ein paar Trockenbauwände errichten, Schall- und Wärmeschutz ist hier absolut irrelevant. Die Holzbalkendecken liegen unten frei, hier kann ich das Ständerwerk also sehr einfach befestigen, am Boden würde ich diese auf die alten Dielen Schrauben (2,8cm dick) durchgehend auf die Balken. Kann es hier Probleme geben, da Holzbalkendecken ja im allgemeinen arbeiten? Nicht, dass Risse entstehen...

An einer Trennwand soll später ein WC angebracht werden, habt Ihr hier Tipps? Wie, woraus sollte ich die Wand errichten? Am Dienstag kommt der Installateur, mit ihm spreche ich die Details, möchte aber vorbereitet sein.

Vielen Dank und viele Grüße



Trennwand



Eine Trockenbauwand lässt sich normalerweise problemlos auf eine Holzbalkendecke setzen wenn die Decke dafür ausgelegt ist. Eine Holzbalkendecke (HBD) sollte eine Last von 3,5 kN/m² tragen können. Bei Belastung mit einer leichten Trennwand sollte sie für eine Last von 4,25 kN/m² ausgelegt sein.
Die Decken in Altbauten sind in der Regel überbemessen und verfügen über genügend Sicherheitsreserven. Ob die Decke ausreicht kann man überschläglich ermitteln. Nennen Sie mir den Balkenquerschnitt (Höhe x Breite), die Länge und den Abstand der Balken und ich kann Ihnen sagen ob die Decke noch im sicheren Bereich ist. Steht die Trennwand längs oder quer zur Balkenspannrichtung?
Da Trockenbauwände im Vergleich zu Mauerwerk relativ biegeweich sind und an allen 4 Seiten befestigt werden bleibt genug Spiel um kleinere Verformungen der Decke abzufangen.
Was mir mehr Sorgen bereitet ist das Fehlen der Deckenfüllung und damit der Vorspannung. Wurde das durch eine schwere Auflage (Rechteckpflaster, Gehwegplatten...) von oben kompensiert?
Unter einem Bad ist eine offene HBD keine gute Lösung.
Ein wandhängendes WC wird an einer Halterung bzw. einer Standkonstruktion aus Stahl befestigt die in der Trockenbauwand aufgestellt werden kann.
Dafür gibt es fertige Systemlösungen der Markenhersteller.



Die Balken



sind 20x12 cm, Spannweite 4m. Die Trockenbauwand steht quer zu den Balken. Durchschnittlicher Abstand der Balken 50cm.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Die Füllung auf dem Einschub haben wir noch nicht entfernt, lediglich die Lehmfüllung auf den Spalieren.

Freue mich über deine Antwort der möglichen Tragfähigkeit.

Jetzt hat sich eine weitere Frage für mich ergeben:
Ich war lange mit dem Fliesenleger vor Ort und haben den möglichen Aufbau für die Verfliesung des Bodens besprochen. Er schlägt hier einen mehrschichtigen Aufbau aus OSB-Palatten ZWISCHEN den Balken, Harz zur Abdichtung (welches genau weiß ich gerade nicht) Streckmetall zur Verbindung der Balken (Schwibentragwirkung), Ausgleichsmasse und Entkopplungsplatte vor. Der gesamte Aufbau ist sehr aufwendig aber logisch nachvollziehbar. Die OSB-Platten kommen zwischen die Balken, damit der Bodenaufbau nicht zu hoch wird. Diese werden oben bündig mit den Balken angebracht. Nun zu meiner Frage: müssen die OSB-Platten schwimmend - also mit Abstand zu den Balken angebracht werden, oder ist hier nicht mit Verformungen zu rechnen?

Danke an Euch!



Bodenaufbau Bad / Befestigung WC



bei uns:

Fliesen 30x30 cm
teils Abdichtung mit Lastogum
Trockenestrich Fermacell Powerpanel TE
OSB nivelliert zwischen den Balken, dazwischen etwas Ausgleichsschüttung auf den unebenen Balken

An die Balken wurden seitlich Bohlen angelascht, an denen die OSB Platten befestigt sind. Der Trockenestrich ist schwimmend verlegt.

Die Frage ist immer wie gross die Fliesen sein sollen. Bei einer Holzbalkendecke würde ich keine zu grossen Formate nehmen.

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Beim WC war der Duofix in Verbindung mit einer Lage Fermacell zu flexibel. Wir mussten doppelt beplanken damit sich die Schüssel nicht bewegt. Also bitte das Kleingedruckte lesen, und Holzständer links und rechts vom Ständer vorsehen...

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Für die Ständerwände sollte 80x60 Rahmenholz reichen.

Ich würde die Gefache trotzdem mit Steinwolle (z.B. Sonorock) füllen, nicht teuer.



Holzbalkendecke



Die Tragfähigkeit der Decke ist gesichert; die Balken sind reichlich bemessen.
Das mit dem Streckmetall kann man weglassen.
Die Deckenfüllung sollte verbleiben und wenn möglich noch gewichtsmäßig erhöht werden (z.B. mit Betongehwegplatten).
Die OSB- Platten werden passgenau auf Leisten verschraubt, die vorher ausnivelliert an die Balkenflanken geschraubt werden.
Eventuelle Hohlstellen über den Balken kann man mit Nivellerspachtel ausgleichen. Darauf dann Tockenestrich, Abdichtung, Entkopplungsmatte, Fliesen. Die Verarbeitungshinweise vom Trockenestrich beachten.
Die Trennwand nicht mit Kanthölzern sondern mit Metallprofilen aufbauen.

Falls die Oberseiten der Balken eben liegen dann geht kann man direkt 2 Lagen OSB aufbringen.
Weiteres siehe hier:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Fu_b_den_im_Altbau_Teil3.pdf



Vielen Dank für die Antworten...



und vor allem natürlich für die Veröffentlichung der umfangreichen Ausarbeitung.

Dann weiß ich nun, wie ich vorgehen muss, zur Schüttung allerdings noch eine Rückfrage:
Ich nehme erstmal an, dass das Gewicht der Betoneinlage keine Probleme bereitet für die Tragfähigkeit? Immerhin erhöhe ich damit ja noch weiter das Eigengewicht der Decke. Ist es hierbei wichtig, dass die Platten "gerade" auf dem Einschub liegen? Muss die Schüttung als vorher raus? Auch frage ich mich, ob der Einschub das Gewicht trägt. Dieser besteht aus dünnen Holzresten und liegt nur auf. Beim Entfernen der Spaliere konnte ich einige gebrochenen Bretter austauschen.

Viele Grüße



Deckenfüllung



NATÜRLICH
muß Einschub, Rieselschutz und Füllung in Ordnung sein.
Wenn nicht dann ausbauen und neu aufbauen.
Auf die Leisten wieder eine Zwischenlage- das kann hier auch OSB sein-, darauf dann Unterspannbahn als Rieselschutz. Die vorhandene Füllung kann, wenn sie schüttfähig ist, wieder eingebaut werden. Die Gehwegplatten werden auf bzw. in den Sand gelegt. Das Gewicht ist notwendig! Tragfähigkeit ist mehr als genug vorhanden.



Ich habe nun



die alte Schüttung drin gelassen. Hoffe das Gewicht reicht; aber da wir von unten nur die Spalierdecke abgenommen und mit GKP neu abgehängt hatten, hat sich hier wohl nicht viel verändert! ;-)