Sanierungsplanung eines alten Fachwerkhäuschens

01.01.2011



Hallo,
wir wollen in den nächsten Jahren unser kleines Fachwerkdoppelhäuschen im Löwenberger Land sanieren. Das Haus steht seit gut 20 Jahren leer, wurde nur teilweise als Abstellkammer genutzt. Die eine Haushälfte konnten wir erst im Sommer letzten Jahres erwerben. Sie wies zwei große Löcher im Dach auf, die inzwischen wieder geschlossen sind.
Das Ganze befindet sich noch weitgehend im Zustand vor 1945 - also ohne Zement und Kunststoffbausünden. Leider fehlen alle Fußbodendielen im EG. Unter den Häusern befinden sich zwei Teilkeller. Einmal Kappengewölbe mit Feldsteinfundamenten und Außenzugang, einmal Balkendecke, Feldsteinfundament unter dem Küchenfußboden mit Falltür. Das ganze Objekt ist staubtrocken, keine Feuchtigkeit im Sand oder den Wänden zu finden. Die Traufseiten scheinen eine Vormauerung erhalten zu haben, die Giebelseiten und Innenwände sind aus Fachwerk mit Lehmfüllung. Einseitig ist noch ein weiteres Haus angebaut, vermutlich kein Fachwerk.
Wir suchen jetzt ein "Universalgenie", dass uns eine Einschätzung gibt, ob man dieses Haus überhaupt noch retten kann - und wenn ja - wie , aus dem Raum Berlin/nördliches Brandenburg.
Es soll nicht ständig zu Wohnzwecken genutzt werden, eine reine Sommernutzung in einfacher Ausstattung möglichst mit alten Materialien ist völlig ausreichend. Um die EnEv dürften wir damit herumkommen, außerdem hat jede Hälfte unter 50 qm.... Denkmalschutz besteht bisher nicht.
Arbeit schreckt uns so schnell nicht, wir sind auch bereits Um/Aus und Neubauerfahren und können uns viel Zeit lassen.
Wir freuen uns auf viele Hinweise und einen regen Austausch hier im Forum
Viele Grüße aus dem nördlichen Brandenburg



Dann...



wendet Euch vielleicht 'mal an:

Dritte Haut® Architekten
Peter Garkisch (Architekt, Dipl.-Ing.)
Bölschestraße 18
12587 Berlin
Tel.: 030-6409-1744
Fax : 030-6409-4469
eMail: garkisch@dritte-haut.de

Wenn das richtige Konzept steht, verbrennt Ihr kein Geld durch selbstproduzierte Bausünden.

Frohes Schaffen wünscht

Thomas





Mir gefällt das Objekt!
Wenn es trocken ist und keine Bausünden vorhanden sind und nur Sommernutzung gewünscht ist und kein Zeitdruck herrscht, dann ist es ja relativ einfach.
Ich würde:
- Leitungen (Abwasser, Trinkwasseranschluss) neu machen lassen; Strom ebenfalls
- Gemäss Bild scheint mit Holz geheizt zu werden; dann könnte ein Zentralheizungskochherd mit Speicher (mit Frostschutz gefüllt) auch gleich die Warmwasserbereitung übernehmen;
für die Übergangszeit würde ein kleinerer Kaminofen oder ähnlich im Hauptwohnraum als Heizung ausreichen; sowas findet man mit etwas Geduld gebraucht
- alles was mit Wasser zu tun hat, sollte im Spätherbst einfach und sicher zu entleeren sein; wenn man bei der Leitungsführung darauf achtet, kann man das Haus im Winter auch mal einfrieren lassen; spart Frostschutzheizungskosten
Schallschutz sollte bei der Wand zum Nachbarhaus beachtet werden; sonst reichen einfache Balkendecken aus.
Viele Bauteile (Türen, Lavabos usw.) findet man auf Bauteilbörsen.

Sie brauchen, damit das Haus auch trocken bleibt, eine Dachrinne und eine Schornsteinabdeckung. Bauen Sie einen gedeckten und leicht zugänglichen Holzschuppen, wenn Sie Brennholz verwenden; Scheitholz ungedeckt am Haufen verliert schnell an Brennwert, unter der Dachtraufe geht es besonders rasch und Freude an der Stückholzwirtschaft kommt keine auf, wenn es nicht richtig gelagert werden kann. Der einfach an die Wand geschüttete Holzhaufen dürfte zudem zur Durchfeuchtung der Aussenwand führen und sollte auch deshalb rasch entfernt werden.



Errettung



Dieses Haus, soviel davon ersichtlich, scheint sehr wohl genug Substanz zum Neubeginn zu haben. Wenn das Dach dicht ist, gibt es auch noch genug Zeit, das neue Hausleben und die Sanierungsschritte dorthin zu bedenken.



Toll, ich find das einfach nur toll



Hallo, ein sehr interessantes Vorhaben. Wenn ihr Hilfe braucht ich kann und will auch gern meine Erfahrungen weiter vermitteln. Und könnte mir ein Treffen vor Ort vorstellen.
Oder einfach mal durchklingeln
03333888995 oder 01722428913
Mit freundliche Grüßen aus der Uckermark
Die Lehmschwalbe
Ralf



Rettbar,



sagt der Fachmann :)
Wir wissen nun, dass die Häuschensammlung wohl noch ein paar Jahrzehnte mehr auf dem Buckel hat (mindestens vor 1850)und ein Sammelsurium von Bauphasen enthält. Preußische Sammelkamine - die abgetragen werden müssen und Dank ihrer Lehmziegelbauweise gut wiederverwendet werden können, ha! Müllvermeidung konnten die eben damals schon gut....
Ein kippender Giebel, der jedoch recht einfach wieder stabilisiert werden kann um dann anschließend möglichst mit Holzverschalung gegen Schlagregen geschützt zu werden. Eine merkwürdig aufgemauerte Ecke - offenbar Ersatz für eine vor Jahrzehten weggefaulte Fachwerkecke - über die sich noch ein Zimmermann Gedanken machen muss und ein Teilbereich in den es Jahrelang hineingeregnet hat mit einigen auszutauschenden Deckenbalken, Sparren u. Co. Hier ist auch noch ein Pilzbefall zu vermuten.
Außerdem leidet unser Haus ( wie so viele andere ) an der Anhebung des Geländes z.B. durch Strassenbaumaßnahmen - bei uns ist eine Traufseite mit den Eingangstüren davon betroffen - hier heißt es altes Niveau wiederherstellen, damit es auch drinnen weiterhin trocken bleiben kann.
Dank der überall noch vorhandenen Lehmausfachungen und der ständigen Durchlüftung :) des Hauses (Katze, Ratte Marder und Co fühlten sich hier durchaus wohl) sieht es aber ansonsten nicht so schlecht mit der Gesamtsubstanz aus - auch wenn es sich leider nicht um Eichenfachwerk sondern einfaches Nadelholzfachwerk eines Gutsarbeiterkätchens handelt.
Es gibt also für dieses Jahr erst einmal genug zu tun.
Warten wir auf Sonne, Wärme und los gehts....
Arbeitshungrige Grüße aus Hohen Neuendorf
Anna