Trittschalldämmung hohle Holzbalkendecke

08.11.2016 Hennessy



Hallo, hoffe ihr könnt mir bei meinem altbekannten, aber dennoch speziellen Problem helfen....
Ich bin meine künftige Wohnung im EG meiner Eltern am renovieren. Vor ca. 20 Jahren wurde der komplette 1 Stock abgerissen und neu gebaut. Dabei ist ein gravierender Fehler enstanden: Die Decke, welche aus Holzbalken besteht wurde zwar mit zusätzlichen Doppel T-Träger verstärkt, allerdings wurde keinerlei Dämmung eingearbeitet! Demnach hört man jeden Schritt von oben.

Da Schallschutz von oben nicht mehr möglich ist (überall Fließen), ist meine Frage an euch wie ich "am besten" weiter vorgehe. Da ich eine relativ hohe Deckenhöhe hab sieht man Plan bis jetzt wie folgt aus:
- Alle Hohlräume mit Dämmwolle verschließen
- Eine Lage Rigips Platten zum verschließen
- Eine Weitere an Federhaltern abgehängte Decke ohne
Berührung zur Wand aus Doppeltem Rigips und Dämwolle

Was haltet ihr davon? Ich denke was schon mal viel ausmachen wird, ist wenn der Resonanzkörper in der Decke verschwindet.

Vielen Dank im Voraus,
Gruß Josh



Ergänzung Bodenbeschaffenheit



Hätte jetzt hier nochmal als Ergänzung den Aufbau der Decke von den Fliesen bis zu den Balken:
-Fliesen
-Anhydritestrich ca. 40mm schwimmend verlegt
-Styropor 40mm
-Bretter quer über die Balken

Ist vielleicht ja doch keine so schlechte Ausgangbasis?!



Schalldämmung der Decke verbessern



Zumindest Gewicht ist dann genügend vorhanden.
Statt Styropor (welches?) wäre eine 20 mm Holzfaserplatte sicher besser geeignet gewesen.
Hoffentlich wurde ein durchgehender Randdämmstreifen verwendet und darauf geachtet, dass es keine Undichtigkeiten bei der Dämmplatte unter dem Estrich gab.
Wenn jetzt jeder Schritt zu hören ist liegen evt Fehler vor.

Den Hohlraum komplett ausfüllen- zumindest den Teil, der direkt den Boden berührt- vermeidet die Entstehung eines Resonanzraumes und Trommeleffekte.
Dazu sind zB schwere Holzfaserplatten und eingeblasene Zellulosedämmung gut geeignet (diese bedarf einer stabileren Platte, Gipsfaser oder OSB, wobei eine dicke Gipsfaserplatten schalltechnisch besser ist).
Darunter auf Federabhängern nochmals eine Gipsfaserplatte, ggf mit aufgelegter Dämmplatte, wird den Schallschutz genügend verbessern.

Ich hatte bei meinen alten Holzbalkendecken 40/60 mm Dachlatten direkt quer unter die verputze Decke geschraubt und dazwischen schwere 40 mm Holzfaserplatten gelegt.
Darunter 10 mm Fermacellplatten geschraubt und verputzt.
Die Deckenhöhe sollte möglichst wenig reduziert werden-
die Verbesserung der Schalldämmung war damit völlig ausreichend.

Werte und Konstruktionshinweise bei Fermacell, Rigips, Kauf etc nachsehen.

Andreas Teich





Unter dem Estrich liegt ganz normales EPS, kein Styrodur o.ä.
Die Platten wurden nur direkt aneinander gelegt. Randdämmstreifen wurden verwendet!

Sollte die abgehängte Decke dann auch nochmal zusätzlich gedämmt werden? Abgesehen von einer aufgelegten Dämmplatte.



Schalldämmung bei Holzdecke



Es hätten spezielle Estrich-EPS Platten verwendet werden sollen und in jedem Fall darauf eine Folie, um das Durchlaufen des Anhydrids zu vermeiden-
bei Fehlern überträgt sich sonst der Schall als Körperschall direkt auf die Holzbretter und Balken.

Ausfüllung des Hohlraumes und auf eine darunter verlegte Gipsplatte gelegte Schalldämmung genügt völlig.

Es sind ja ohnehin beidseitig beheizte Räume, sodass Wärmedämmung sinnlos wäre- es soll ja nur die Schalldämmung verbessert werden.

Andreas Teich





Das hatte damals eine Firma gemacht und mein Vater meint dass unter dem Estrich auch Folie ist.

Das einzige was jetzt noch ist, dass mich ihre zweite Aussage etwas verwirrt...

Wo genau soll jetzt die Zellulose rein? In den momentanen Hohlraum? Der wird dann (bzw. vorher ja schon) mit einer dicken Gipsplatte verschlossen.

Noch eine abgehängte Decke darunter, welche dann keine Dämmung außer einer Dämmplatte bekommt?
So hab ich es jetzt verstanden.

Vielen Dank schonmal!