Holz verstärken wegen Stahltreppe




Hallo,
ich hoffe, dass ich wenigstens hier eine gute Lösung finde.
Also erstmal zu meiner Erklärung:

ich muss im Studium ein denkmalgeschützes Haus umplanen bzw. umnutzen. Das Haus war erstmal ein Wohnhaus und jetzt sollen da edle Boutiquen rein. Also das Haus soll öffentlich zugänglich sein ( das ist wichtig wegen meiner Frage ) ich habe jetzt eine Stahl-Treppe eingeplant deren Wände aus verzinktem Blech bestehen und über 2 Geschosse gehen und als notwendiges Treppenhaus genutzt werden sollte. Die Innenwände sind meistens Lehm-Fachwerkwände. Jetzt hat mein Prof. mir gesagt, dass ich Rähm und Ständer mit Stahlträgern verstärken müsste, da sonst die Treppe nicht Tragfähig wäre.

So meine Frage ist jetzt, wie um Himmels Willen soll ich wissen welche Träger da geeignet sind und wie genau das Detail aussehen kann?
Also ich habe ein Rähm und zwei Ständer. Kommt der eine Träger unter dem Rähm (oder doch drüber?)und die Ständer werden dann mit U-Profilen Innenseitig verkleidet?

Sorry ich bin mir einfach nicht sicher und hier in der tollen Uni kann einem auch nicht geholfen werden.
So hoffe ich, dass mir hier wenigstens jemand helfen kann. Da nächste Woche schon die Abgabe ist :(

Danke im Voraus





Stahlträger und denkmalgeschützes Gebäude....eigentlich beisst sich das.

Wie stark sind denn die Wände, auf denen die Treppe aufliegen soll? Und um was für eine Treppenform handelt es sich, um eine gerade, im Antritt oder im Austritt gewendelte oder um ein halb oder viertels gewendelte Treppe?

Grüsse





Also die Wand ist ca. 25cm breit. Die einzelnen Ständer sind auch ca. 25x25cm groß.Es ist eine normale zweiläufige Treppe die nur an zwei Seiten eingespannt ist. Also an der Fachwerkwand und an der gegenüberliegende Mauerwerkswand
(an dieser Wand wird das Podest hängen)durch Längsträger mit dazwischen verschweißte Blechstufen.



Notwendige Treppe



Erst mal würde ich einen Blick in die geltende LBO zum Thema notwendige Treppen und Brandschutz werfen.
Stahl ist brandschutztechnisch gesehen nicht so einfach einsetzbar.
Dann ist die nächste zu klärende Frage wo die Lasten und Kräfte aus der Treppenanlage abgeleitet werden. Sie müssen sich ein statisches System der Kraftübertragung ausdenken, das konzeptionell im Zusammenhang mit dem gesamten Gebäude umsetzen und dann rechnerisch überprüfen.
Bei solchen Umbauten mit Läden im EG würde ich gefühlsmäßig die Treppenanlage als selbsttragendes Bauteil auf eigener Gründung konzipieren und sie zur Queraussteifung des Gebäudes nutzen. Gewerbeflächen im EG heißt große Fensteröffnungen und große Räume und damit Stabilitätsprobleme. So steift das TRH das Gebäude aus und nicht umgekehrt.
Bei den Geschossdecken des EG werden Sie ohnehin noch eine Menge an Rechenarbeit hineinstecken müssen, was Tragfähigkeit, Schall- und Brandschutz betrifft.
Drei Tipps von mir zum Schluß:
Denken sie daran das Ihre künstlerischen Ausflüge auch bezahlbar sein müssen und das man sie bauen kann. Tonnenschwere Stahlträger müssen erst mal ins Gebäude geschafft und dann unter beengten Platzverhältnissen verbaut werden. Denken Sie immer daran wie solche Teile transportiert und montiert werden können.
Der letzte Hinweis betrifft die Sicherheit und die Nutzbarkeit: Tragende Bauteile auszuwechseln ist immer eine Frage der Standsicherheit; mit dem Siemens- Lufthaken geht das nicht immer. Der Montagereihenfolge bzw. dem Bauablauf kommt hier eine entscheidende Rolle zu.
Wenn eine Treppe abgebrochen wird und eine neue hieneinkommt dann sollten sie sich fragen ob bzw. wie die Funktion für diesen Zeitraum gesichert wird. Sonst pinkeln die Putzer oder Trockenbauer lieber hinter die Vorsatzschale oder in die Dämmwolle, wenn der Weg zum Dixi zur abenteuerlichen Kletterpartie ausartet.

Viele Grüße



Was sagt ...



... denn die Verkaufsstättenverordnung zu der Frage? wie groß ist denn die Boutique ? Wie sieht der 2. Rettungsweg aus und braucht die notwendige Treppe einen geschlossenen treppenraum ? Wahrscheinlich nicht?

Bis zu einer Größe von 500m2 Verkaufsfläche genügen Treppenlaufbreiten von 1,25m, bei einer zweiläufigen Treppe ohne separate Tragkonstruktion und geschlossenen Treppenraum also 2,50m, sonst auch gute 3,00-3,25m. Ist das alles in dem Objekt unterzubringen?

Ohne Kenntisse der baulichen Zusammenhänge=Fachwerksystem lassen sich Ihre Fragen kaum beantworten. Die angegebenen Ständerabmessungen von25x25 sind extrem groß bemessen für Fachwerkkonstruktionen (oder ist es ein Hallenhaus oder ein ehemaliges öffentliches/repräsentatives Gebäude) und dürften bei der üblichen Lastannahme keine Probleme bereiten. Brandschutztechnisch auch nicht.

Wenn Sie keine statischen Vorgaben haben, nehmen Sie schlanke U-Profile 160 oder 200 und denken Sie sich eine optisch ansprechende Konstruktion aus. Alles andere muss Ihnen eine Statiker berechnen.



Nun



den beiden vorigen Beiträgen gibt es eigentlich nichts mehr zu zufügen.

Grüsse



Danke erstmal



also im 14.Jhd war es tatsächlich ein ``Hallenhaus``. Dann im 18.jhd wurde es weiter ausgebaut und eine Zwischenetage eingebaut. Ich soll mich ja erstmal nur um den Entwurf kümmern und dieser ist eigentlich fertig. Mein Prof. ist Statiker und er meinte, dass ich die Fachwerkwand bzw. Rehm und Ständer verstärken muss. Da man diese Stahlträger später eh nicht sieht,bevorzugt er nun diese Variante. Die Treppe selber bekommt Brandschutzwände die aus Promat-Platten bestehen (Zementgebundene leichte Silikat-Brandschutzplatten)und diese werden dann mit Blechplatten verkleidet.

Im EG gibt es Verkaufsflächen aber die Schaufenster sind nicht so groß wie man eigentlich denkt.
Es sind viele kleine DesignerBoutigen in allen Etagen(EG, 1.OG und DG. Ich wollte am Denkmal nicht so viel ändern sondern soviel wie möglich behalten.

Ich habe tatsächlich nur eine Laufbreite von 1,10m was auch reicht.Also ist die ganze Treppe an sich nicht so breit, mit 2,80m- 3m komm ich hin. Der 2. Rettungsweg wäre über die 2. Treppe oder durch anleitern der Feuerwehr.

Was jetzt teurer ist oder was leichter zu montieren ist, ist nicht wichtig. Wie gesagt es ist nur ein Entwurf.

Mir ist jetzt nur das Detail wichtig, die Verbindung zwischen Fachwerk und Stahlkonstruktion. Ich habe leider gar keine Vorgaben. Ich weiß nur,dass die Fachwerkwand 25cm breit ist und es anscheinend irgendwie klappen müsste (so der Prof.)

Das heißt die U-Profile liegen Innenseitig und sind so miteinander verbunden das ein Rahmen entsteht.



Worin...



... besteht denn nun eigentlich Ihr Problem?

Wenn der Prof. ein Statiker ist, kann er Ihnen sagen, welche Profile in Frage kommen und mit welchen Verbindungsmitteln (Laschen|Gewindestangen|Stockschrauben etc) Sie an die FW-Konstruktion anbauen können.

Wenn´s eh´alles mit Promat verkleidet wird, ist es doch fast schon egal wie´s aussieht ?!



Wenn ich das nun richtig verstehe,



bildet die Stahlkonstrution als Rahmen das Podest der Treppe, dieser Rahmen wird in den flankierenden Wänden befestigt und mit Promatplatten verkleidet.
Nun stellt sich Ihnen die Frage, welche Abmessungen haben sollen. Hierzu möchte ich nun auf den obigen Beitrag von Herrn Pickartz verweisen, der Ihnen für die Abmessungen der Stahlträger schon einen Vorschlag gemacht hat.

Nur so am Rande, da ein Entwurfsplan auch als Grundlage des Arbeitsplanes dient, ist es duraus sinnvoll Kosten und den einfachen Einbau bestimmter Konstruktionen mit zu berücksichtigen, dies erspart aufwendige nachträgliche Umplanarbeiten. Ausserdem denke ich dass dies auch mit im Hintergrund bewertet wird.

Grüsse



Warum



denn nicht die Stahltreppe als selbstragendes Bauteil konstruieren, d.h. ohne direkte Anbindung an bestehende Wände und Decken?

War nur mal als Denkanstoß gemeint.

Viele Grüße