Restaurierung einer Treppe

24.02.2008 Marcel



Hallo zusammen,

unser Haus ist um 1700 erbaut worden (laut Denkmalpflege). Ich möchte jetzt gerne die schöne alte Treppe die vom Erdgeschoß ins Obergeschoß führt restaurieren/instandsetzen.
Dazu hätte ich ein paar Fragen:

- Aus welchem Jahr stammt die Treppe ungefähr. Ich glaube nämlich nicht das es die erste von 1700 ist, sondern eher Gründerzeit...
- Die Vorbesitzer haben auf den Treppenstufen Teppiche angebracht (zum Glück nur geklebt). Diese würde ich gerne entfernen. Mit was soll ich die Stufen dann behandeln um diese zu schützen? Stufen, Treppengeländer und ein Teil der Seitenfläche sind aus Eiche, der Rest wohl Kiefer.
- Die Teile aus Kiefernholz? sind hier und da sehr wurmstichig (nicht mehr aktiv). Was nimmt man für größere Stellen am besten für ein Material um diese Stellen zu füllen?
- Auf dem Bild sieht man auch die Verbindungstäbe vom Treppengeländer hin zur eigentlichen Treppe. Diese scheinen mal erneuert worden zu sein und passen in meinen Augen nicht wirklich zum Stil der Treppe (sind auch so komisch beschichtet wie neuzeitliche Möbel). Kann mir einer vielleicht von einer vergleichbaren Treppe ein Foto schicken, so das ich diese Teile beim Schreiner aus Eichenholz nachfertigen lassen kann?

Vielen lieben Dank im voraus!

Gruß aus Hessen,
Marcel



Drechselteile



sind nur seltener aus Eichenholz, und die Säule passt zu den Stäben und ist schon älteren Datums. Mag der Lack darauf auch grottenschlecht sein, ich würde Säule und Stäbe dem Anfang des 19.Jh. zuordnen, ohne auszuschließen, daß sie älter sein könnten.

Zur Oberfläche der Treppe: Lack entfernen, zart anschlefen, mehrfach mit einem Parkett- und Treppenöl behandeln, z.B. von Natural.

Grüße

Thomas





Hallo Marcel,

unser Haus von 1707 hat auch ne alte Treppe drin. Da sind die Stäbe rechteckig...

Wenn Du magst, komm doch mal gschwind vorbei :o)

Grüße Annette



Danke schonmal



Danke Eich beiden schonmal für die Antwort.
@Thomas:
Das mit dem Natural war ein guter Tip!
Habe in einem anderen Beitrag darüber gelesen und werde das wohl mal ausprobieren.
Das einzigste was mich immer noch ein wenig stutzig macht sind die Stäbe...
Die Säule ist alt, das ist klar, aber die Stäbe machen einen so neuen Eindruck...aber wenn sie vom Stil her passen ist es ja ok.
Wenn ich alles zusammen habe wird die Treppe feingeschliffen und dann mit dem Holzöl behandelt.
Was mir jetzt noch fehlt wäre ein Tip bezüglich der Fehlstellen aufgrund der Fraßstellen, Beschädigungen?!
Soll ich da ein Wachs nehmen (gibts glaube ich in verschiedenen Farbtönen) welches man auch zur Restauration von alten Möbeln verwendet?

@Annette:
Bin schon unterwegs...:o)
Spaß beiseite...könntest Du mir vielleicht mal ein Bild Eurer Treppe schicken wenn sie ähnlich ausschaut?

Vielen lieben Dank,
Marcel



Wachs



ist zu weich, und es sammelt Dreck.

Ich empfehle das 2K- Klebeharz Ponal Duo, es kann mit Pigmenten auf den richtigen Ton gebracht werden.

Grüße

Thomas





... unsere Treppe sieht garnicht ähnlich aus...

:o)

anders halt ...

(ich fotografier mal, kann aber erst am Wochenende, weil abends ist's schon dunkel, wenn wir heimkommen...)



Treppe erstmal einfach ölen



Einfach nur mit kalt gepresstem rohem Leinöl (keine Firnis!) streichen, also grundieren. Denn wo Öl ist, da kann kein Wasser hin. Ölen verhindert spätere Anstrichschäden.
Gut durchtrocknen lassen. Und dann den hoch abrieb- und wasserfesten Schiffslack Le Tonkinois aufbringen, eine Mischung aus Leinöl und Tungöl.
Für kleine Löcher gibt es von Le Tonkinois eine transparente hochfeste Spachtelmasse auf Leinölbasis. Oder einfach nach dem Ölen und vor dem Lacken Tonkinois-Lack mit feinen Sägespänen vom gleichen Holz mischen und in den Fraßlöchern zwei Tage Tag trocknen lassen. Das wäre mein Preiswert-Tipp.

Die Stäbe würde ich lassen, wie sie sind, getreu dem denkmalpflegerischen Motto: "Lieber nichts tun als das falsche."

Grüße aus Hessen,
Peter



Leinöl



trocknet für viele Anwendungen zu langsam.

Einen Lack (also Schichtbildner) halte ich besonders auf Treppen für verfehlt.

Gibt es eine Volldeklaration zu dem Produkt?

Grüße

Thomas