Treppe sanieren




Bei uns gibt es eine historische Eichentreppe, die schon mal mit Lineoleum "saniert" wurde, weil sie teilweise etwa 10 mm ausgetreten war: Trittstufenkante wurde vorne abgesägt, Treppe ausgespachtelt und mit "schöner" PVC-Vorderkante versehen. Jetzt fällt alles auseinander.

Das soll nicht so bleiben. Statt die Treppe mit Reparaturstufen zu versehen, meine Frage: könnte man die Treppe nicht abfräsen und dann "ein"-schleifen, so dass man die ausgetretenen Stellen zwar nicht ganz beseitigt aber doch etwas ebnet? Gibt es Toleranzen, wann eine ausgetretene Treppe zum Sicherheitsrisiko wird (bei uns in Deutschland ist doch alles so hübsch genormt...)?
Andere Tips sind natürlich willkommen!

Gruß Hans



Auch wenn...



...ich der Erhaltung der alten Substanz immer den Vorzug zu geben versuche - das klingt wie neue Stufen.

Wenn Ihr nicht mit den ausgetretenen Stufen leben könnt, wäre das Trittkantenansetzen, herunterschleifen oder -fräsen, feinschleifen etc. wesentlich aufregender als neue Trittstufen.

Als Alternative fällt mir allenfalls noch das partielle Ausfräsen und Einsetzen vorgefertigter Einlagen ein (Wopti-Fräse). Optisch meiner Meinung nach allenfalls Note 3- , funktioniert aber technisch gesehen offenbar:

http://www.youtube.com/watch?v=aOnw26EcmWc

Hinterher solltet Ihr statt Lack auf jeden Fall ölen, das macht zukünftiges Schleifen überflüssig.

Grüße

Thomas



Nachfrage



Vielen Dank, Herr Böhme, für Ihre Einschätzung. Das "Einfräsen" habe ich mir anbieten lassen. Sehr teuer, und optisch eben ziemlich daneben, da bin ich ganz Ihrer Meinung.

Das Ansetzen neuer Leisten, Abfräsen und Schleifen ist mir nicht nur optisch sympathischer, sondern liegt auch preislich bei der Hälfte (!). Ein rundgeschliffener Eintritt von 2-4 mm, wäre das akzeptabel?

Von Hartwachs/Ölen (war auch mein Vorschlag) hat mir mein Handwerker abgeraten, er schlägt einen seidenmatten "Zwei-Komponenten-Lack" vor. Sonst würde sich Schutz würde hineintreten, es würde relativ schnell unansehnlich. Da es eine Durchgangstreppe für zwei Mitwohnparteien ist wird sie häufig frequentiert. Sollte man trotzdem Hartwachsen lassen?

Noch mal im Voraus Dank für Anregungen!



Ihr Handwerker...



...liegt daneben.

Die Kanten werden schnell durchgetreten sein, und unter dem Lack liegt rohes Holz, das sich durch Schmutzwasser verfärbt. Sie werden also auch 'mal wieder Schleifen müssen, was bei einer Treppe nicht nur störend, sondern auch teuer ist. Ihren Handwerker wird's freuen...

Von Wachs habe ich nichts geschrieben, ich rate zu einem (wachsfreiem) Fußbodenhartöl. Beste Erfahrungen habe ich mit "Natural" und "Naturhaus" gemacht. Geölte Flächen sind durch die Imprägnierwirkung des Öles gut geschützt, können nach einer Grundreinigung auch nachgeölt werden, und für lange Zeit ist mit der richtigen Pflege (nachölender Spezialreiniger) auch das nicht erforderlich. Mein Küchenboden (Eiche, stark strapaziert) zeigt auch nach 4 Jahren ohne Nachölung keinen "eingetretenen" Schmutz.

Das Abfräsen würde ich ganz lassen. Wozu die Trittstufen für viel Geld schwächen. Haben Sie wirklich den Eindruck, die Trittsicherheit würde davon besser?

Grüße

Thomas



Moin Hans,



hättest du ein Foto?

Ausgetreten ist nach meiner Erfahrung nicht halb so wild, wie zu kurz abgesägte Stufen, auf denen den Fuss (z.B. beim Möbel hochtragen) keinen sicheren Halt findet.

Aus diesem Grund hatten die Vormieter unserer letzten Bleibe die Stufen der Stiege ins 2.OG verlängert. Hübsch hässlich, aber man konnte wenigstens vorwärts runtergehen.

Gruss, Boris