Wie kriege ich die Holzwürmer aus der Treppe?




Hallo,
seit 15 Monaten wohnen wir in unserem neuen alten Haus. An unserer Treppe, haben wir im letzten Jahr eine uns bis dahin unbekannte Käferart entdeckt - und das sehr zahlreich. Es hat sich nach Recherchen herausgestellt, daß es sich um den gemeinen Nagekäfer handelt. Wir haben die Treppe anschließend mit dem Mittel "Woodbliss 1" von der Fa. Masid, einem Holzverkieselungsmittel, behandelt. Anschließend hörte der Spuk erst mal auf.

Doch leider in diesem Jahr, wieder fängt er an! Es sind zwar nicht mehr so viele wie im letzten Jahr. Ich weiß von ungefähr 50-100 entdeckten Tierchen, die unentdeckten natürlich nicht mitgezählt. Die genaue Anzahl weiß ich jetzt nicht, aber wir haben "mitgeschrieben".

Wie kriege ich die Würmer weg? Natürlich mache ich mir Sorgen wegen der Ausbreitung (Dielenboden in der Nähe). In die Sauna kriege ich die Treppe natürlich nicht.
Wie kriege ich die Holzfeuchte reduziert? Geht das überhaupt? Soll ich 'ne Heizung einbauen, das Holz irgendwie aufheizen? Verbrennen will ich das Haus auch nicht.
Die Löcher zuspritzen? Übrigens habe ich Bohrmehl dieses Jahr nicht entdeckt, und letztes Jahr - nicht, daß ich wüßte.
Sollte ich die Treppe von unten und oben mit Parkett zukleben? Können die Käfer dann nicht mehr rausfliegen? Die Larven fressen zwar weiter, aber ohne Chance auf Vermehrung? Soll ich Schlupfwespen ansiedeln?
Soll ich die Treppe abreißen?

An Chemie traue ich mich nicht ran. Wir haben zwei kleine Kinder (3+6 Jahre) im Haus. Man weiß nie, was die anrichten kann. Untersuchungen hin, Studien her. Oder doch?

Für Eure Tips und Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße, Michael Eiles



Holzwürmer


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Lieber Michael !

1. Holzwürmer und kein Fraßmehl?
Entweder handelt es sich doch nicht um den Gemeinen
Nagekäfer (anobium punctatum) oder es liegt gar keine
Fraßaktivität vor, bzw. beides.

2. Ich halte Holzverkieselungsmittel nicht für
bekämpfende Mittel !!!!!!!!!
Vorbeugend mag das ja klappen, aber wie das Bekämpfen
klappen soll, hat mir bis jetzt selbst der Hersteller
nicht schlüssig erklären können.

3. Nachdem ich selbst in zentralbeheizten Wohnungen aktiven
Holzwurmbefall festgestellt habe, sehe ich in einer
Klimatisierung nicht den Weg zum Erfolg.

4. Das mit dem Zukleben kannst du vergessen, die Kerle
vermehren sich z.T in den Gängen ohne auszufliegen.

5. Biologische Bekämpfung mit Parasitoiden (Schlupfwespen)
oder Prädatoren (Hausbuntkäfer, Kotwanze) werden, wenn
überhaupt, nur einen Teilerfolg (Halten einer max.
Schadensschwelle)haben.

6. Der Einsatz von flüssigem Naturphyrethrum scheint meiner
Ansicht nach bei aller Angst vor chemischen Wirkstoffen
das preiswerteste Mittel mit den größten Chancen auf
Erfolg zu sein.

7. Die höchste Chancen auf Erfolg, hast du bestimmt mit der
doch recht kostenintensiven "thermolignum Methode" die
Kollege Bernhard Schachenhofer anbietet

Gruß


Lutz



Nicht verzagen



die von Herrn Parisek vorgeschlagene Methode, Naturpyrethrum zu nehmen, ist wahrscheinlich in diesem Fall am effizientesten. Gewarnt sei aber vor der Anwendung von synthetischen Pyrethroiden, die bisweilen dem Pyrethrum beigemengt sein sollen. Diese schädigen das zentrale Nervensystem und gehören neben Dioxinen zu den übelsten sogenannten "Wohngiften" (bisweilen als "Ausrüstung" in Teppichen zu finden).
Bei solch dünnen Teilen (auch Treppen sind selten dicker als 5 cm) habe ich gute Erfahrungen gemacht, die Viecher mit einem Heißluftföhn (1.600 W genügen), wie man ihn zum Abbrennen von Farbe benutzt, gezielt auszubrennen. Dabei fliegt soviel Bohrmehl weg, das die Struktur ganz angegriffen aussehen kann. Anschließendes Spachteln mit Epoxidharz (mit Sägemehl andicken), das auch schön giftig ist, stellt die Oberfläche wieder her und verschließt die freigeblasenen Gänge. Aber brennen Sie die Treppe nicht ab !



Danke erst mal für Eure Nachricht ...



Hallo Lutz, hallo Herr Beckmann,

... aber die Viecher schlüpfen zur Zeit und es ist kein Fraßmehl zu sehen, kein Nagen zu hören (werde es mal mit einem Stethoskop versuchen). Vielleicht fällt das Mehl nach unten ins Loch oder die Löcher gehen bis zur Unterseite, die übrigens im Keller ist. Oder die Spuren werden durchs Treppen steigen beseitigt. Nicht einmal an den Rändern ist Mehl zu finden. Die Desinfektionsfirma mit dem lateinischen Namen hat sich im letzten Jahr eines unserer Tierchen angesehen und gesagt, das wäre der gemeine Nagekäfer.
Die Verpuppungszeit beträgt nur 4 bis 6 Wochen. Um Wurm-Restbestände aus den letzten Jahren kann es sich also nicht handeln (die Treppe ist schon einmal mit einem Holzverkieselungsmittel behandelt worden).

Wie gesagt, die Unterseite der Treppe ist im Keller - nicht zentralbeheizt. Sollte ich da heizen oder ähnliches?
Herrn Beckmanns Idee mit dem Fön hat mir auch sehr gut gefallen. Habe auch mal an einen starke Baustrahler oder an einen Heizstrahler gedacht.
Von der "thermolignum Methode" weiß ich noch nichts. Darüber muß ich mich noch informieren.
Das mit dem Zukleben deckt sich mit meiner Erfahrung. Habe in einer anderen Wohnung auch schon Wurmlöcher in einem draufgeklebten Parkett gesehen.

Holzverkieselung ist nicht bekämpfend? Kann ich gut nachvollziehen. Klingt logisch, was Lutz sagt. Also brauche ich was anderes.

Wird das flüssige Naturphyrethrum in die Löcher gespritzt oder aufs Holz gestrichen? Wo kriege ich das her?
Ich habe von dem Mittel noch nie gehört, jedoch eine Internet-Blitzrecherche weist auch auf Gefahren bei Naturphyrethrum als Nervengift - besonders bei Kleinkindern - hin. Nicht alle sagen das. Gelesen habe ich das u.a. bei Greenpeace (jaja, ich weiß, was Ihr sagen wollt - ich muß das noch abwägen)und bei weniger "konsequenten" Organisationen. Aber von Naturphyrethrum ausgelöstes Asthma oder Reizhusten könnten wir nicht beweisen, weil meine Kinder in dieser Hinsicht sowieso schon schwächeln.

Zum Schluß muß ich mir die Frage noch stellen, ob ich die Treppe austauschen sollte. Was meint Ihr dazu? Ich kann aus meiner Erfahrung heraus nicht unterscheiden, was ein starker Befall und was ein schwacher Befall ist.

Viele Grüße, Michael Eiles



Der stumme Holzwurm



Lieber Michael!

Schnell noch einmal kurz:

1. Löcher aber kein Fraßmehl = kein Befall !!!!!!
Ich frage mich allen Ernstes ob wir uns hier nicht
umsonst aufregen.

2. Den Holzwurm kannst du nicht hören.

3. Natürlich ist Naturphyrethrum ein Nervengift, aber es
zerfällt offen ausgebracht innerhalb kürzester Zeit
(~48 Std.)und bleibt nicht im Hausstaub auf ewige
Zeiten.
Das Mittel wird in die Löcher gespritzt

4. Schachenhofer ist Mitglied der Community



Gruß

Lutz Parisek



Zweifle ebenfalls daran, dass es sich um "Holzwurm" handelt!



Hallo Michael,

wie Lutz bereits sagte: Nagekäfer ohne Bohrmehl ist sehr ungewöhnlich. Vor allem ist es nicht unbedingt typisch, dass die Insekten in solchen Massen auf einmal auftreten (die Larvenentwicklung ist mehrjährig und daher ein gehäuftes Auftreten der Insekten eher unwahrscheinlich). Nagekäfer produzieren vor allem rel. viel Nagemehl, das oftmals bei alten Ausflugslöchern ausgestossen wird.
Bezüglich der Behandlung: Das Thermolignumverfahren ist im Prinzip ein Heißluftverfahren, das jedoch unter genau kontrollierten Klimabedingungen (Temperatur und Feuchte) arbeitet. D.h. das Klima wird entsprechend der Ausgleichsfeuchtekurve des Holzes gesteuert. Dies ist daher auch entsprechend aufwändig und aus diesem Grund auch nicht billig.
In Deinem Fall stellt sich die Frage, ob der Einsatz dieses Verfahrens in diesem Fall nicht bedeutet mit Kanonen auf Spatzen zu schießen und der Weg, wie ihn Lutz vorschlagt nicht die praktikablere Methode ist;
vor allem ist die Frage, ob es sich hier überhaupt um einen Holzschädling handelt!

Folgender Tip: Lass Dich von einem Fachmann, der in der Nähe ist beraten. Die paar Euro lohnen sich auf jeden Fall.

Grüße aus Salzburg

Bernhard Schachenhofer



Quellen prüfen



Lieber Michael,
wenn Ihr im Frühling, Frühsommer immer wieder die Vollinsekten-Käfer des Gemeinen Nagekäfers (anobium punctatum) findet ist das nicht unbedingt ungewöhnlich, weil in dieser Zeit die Käfer nach der Verpuppung schlüpfen und versuchen sich fortzupflanzen.
Habt Ihr im Nahbereich der Treppe ggfs. noch andere verbaute Hölzer wie Wandbekleidungen, Dielen oder dergleichen, die statt der Treppe den Anobien-Larven als Heimstatt dienen können?

Wenn Eure Treppe über dem Kellerzugang liegt, besteht doch auch die Möglichkeit eine Bekämpfungsmaßnahme von der Unterseite aus auszuführen, so daß unabhängig von der Mittelwahl später ein direkter Kontakt stark eingeschränkt sein wird. Wenn die Unterseite nach einer Behandlung z.B. durch Putzträger und Putz oder auch Gipskarton verkleidet wird, kann es keinen direkten Kontakt mit den behandelten Oberflächen mehr geben.

Wie schon von Herrn Parisek bemerkt ist auch Naturphyrethrum ein Nervengift. Ich sehe bei solchen "Holzschutzmitteln" immer das Problem, das trotz des Begriffs "Natur" keine einschlägigen Erfahrungswerte und Prüfungen zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit voliegen. Für jeden Menschen liegen die allergenen Reizschwellen anders - also bitte auch hier Vorsicht und den gesunden Menschenverstand walten lassen.
"Alles ist Gift - es kömmt nur auch die Dosis an."

Falls sich wirklich noch Befallsaktivitäten eindeutig nachweisen lassen und ein Austausch der Treppe oder eine Heißluftbehandlung als Möglichkeiten ausscheiden, bleibt dann allerdings nur die Möglichkeit einer Bekämpfung mit Insektiziden - also "giftigen" Wirkstoffen. Hier sollte dann aber auch aus Haftunsgründen des Auftragnehmers auf geprüfte und bauaufsichtlich zugelassene Präparate zurückgegriffen werden. Zur Zeit laufen Studien über die Wirksamkeit von insektiziden Bekämpfungsmitteln, bei denen sich abzeichnet, das natürliche Wirkstoffe, Borsalze und auch die neuen Häutungshemmstoffe und Hormonanaloga nur einen begrenzten Bekämpfungserfolg garantieren. Die einzigen Wirkstoffe, die bisher innerhalb eines halben Jahres eine Abtötungsrate von 90 % erreichen, sind momentan nur die synthetischen Pyretroide.

Es lohnt sich also auf jeden Fall, sich vor Ort durch einen sachkundigen Fachmann beraten zu lassen!

Viel Erfolg wünscht H. Schmidt



Vielen Dank für die Tips und weiter so



Hallo,

vielen, vielen Dank für die Tips und Hinweise. Ihr macht mich doch auf das Ein oder Andere aufmerksam.

Ich merke, die Zahl der Zweifler ist groß bei Löchern ohne Bohrmehl. Aber die Käfer hängen, lustlos und träge, auf der Treppe, an der Treppen-"Backe", an der Treppenwand, hauptsächlich auf der Unterseite der Treppe, also im Kellerbereich. Die Viecher kommen doch in der Regel (vor allem in Massen) nicht weit von ihrem Schlupfloch weg, oder? Fliegen sehen habe ich noch keinen, meine Frau aber schon. Könnte aber auch eine Verwechslung sein.

Gut - ich werde die Viecher noch mal irgendwohin zur Begutachtung einschicken.
Und vor allem noch mal überlegen, von wo die Käfer sonst noch herkommen könnten. Und da fang ich mal im Keller an. Obwohl da kaum Holz ist.

Kennt jemand von Euch einen Fachmann, der sich mit so was auskennt, im Raum Offenbach, Hanau, Aschaffenburg? Einen echten Holzwurm-Aufspürer?
Alle , die ich letztes Jahr gefragt hatte, haben abgewunken. Heißt wohl, daß sie sich mit den Käfern nicht so gut auskennen.

Viele Grüße, Michael Eiles



Aliens



Hallo lieber Michael !

Schick doch die Burschen mit freundlichen Grüßen von mir an die Frau Dr. Körber von der Fa. Killgerm.

Adresse:
Killgerm Beratung
Dr. Ingid Körber
Schonungsweg 5
12589 BERLIN

(z.B. in Filmdose, ordentlich mit Name und Fundort beschriftet)


Gruß


Lutz



Metronom



Hallo,
habe vor einiger Zeit mit Leuten gesprochen, die einen absolut biologischen Tipp gegen Holzwürmer hatten. Keine Ahnung, ob es funktioniert, aber vielleicht ist es einen Versuch wert: Man stellt für ein paar Tage für ein bis zwei Stunden am Tag ein Metronom auf das befallene Holz und läßt es fleißig ticken. Die würmer haltens für Freßfeinde und verhalten sich still (Freßfeinde hören das Wurmnagen). D.h. sie fressen selber auch nicht und verhungern, denn irgendwie scheint schon kurze Zeit ohne Nahrung tödlich zu sein. Ob es auch gegen Käfer hilft???
Viel Erfolg
Tanja Kobes



Das Untersuchungsergebnis ist da



Hallo,
eine Spezialistin hat die Käfer noch mal für mich untersucht: Es handelt sich tatsächlich um den "Gemeinen
Nagekäfer" (anobium punctatum), auch ohne Bohrmehl.
Das heißt jetzt, ich muß die Quelle erneut suchen. Dafür hole ich mir einen Fachmann. Bin doch nur Laie.
Ich vermute die Quelle weiterhin bei der Treppe. Wie gesagt "bei": Vielleicht fressen die Viecher ja unterm Putz in der Treppenwange.
Ich werde Euch, wenn es interessiert, an dieser Stelle über den Stand der Dinge informieren.

Viele Grüße und vielen Dank für Eure Tips,

Michael Eiles



Das Metronom des Todes



Noch einmal ein paar Worte zu tickenden Weckern und pendelnden Metronomen die einen würmersuchenden Feind imitieren:

Auch wir verhalten uns sehr still wenn es gefährlich wird und der Appetit läßt bestimmt schlagartig nach.

Doch was passiert nach ein paar Tagen anhaltender oder vermeintlicher Gefahr?
Ich denke, die Antwort liegt auf der Hand.
Die dazugehörigen Versuche gibt es übrigens.

Es ist eine gute Beobachtung, doch sie hilft leider auch nicht weiter.


Gruß


L. Parisek



Wer kennt dieses Mittel?



Hallo,
hat jemand schon von dem Anti-Holzwurm-Mittel "Wolsit B" (ich glaube, so heißt es) gehört?

Viele Grüße, Michael



Unbekannte Mittel


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Lieber Michael

Ein "Wolsit B" gibt es weder in dem aktuellen Verzeichniß der zugelassenen Holzschutzmittel noch in der Firmenproduktliste.
Es gibt verschiedene andere Produkte z.B. "Wolsit IB-P" und "Wolsit IB-F". Ersteres enthält neben Boraten das Nervengift "Permethrin", das zweite neben Boraten den in der Wirkungskraft ein wenig ins Gerede gekommenen Wirkstoff "Fluvenoxuron".

Aber was wolltest du genau sagen oder fragen?

Gruß


L. Parisek



Unbekanntes Mittel



Hallo Lutz,
ich bekam einen Tip, dem ich erst mal nachgehen wollte, bevor ich ihn ernsthaft in Erwägung ziehe. Nur leider habe ich wohl (evtl.) falsch mitgeschrieben. "Wolsid B" habe ich aufgeschrieben, "Wolsit" muß es wohl heißen. Der Buchstabe, ich weiß auch nicht.
Ein in Wasser aufgelöstes Insektizid, also Gift. Die meisten Probleme bringen wohl die Lösungsmittel mit sich, beim Lösungsmittel Wasser wäre das Problem fast "aufgelöst". Bleibt nur noch das Insektizid.
Naturpyrethrum sei zwar wirksam, aber nicht länger als 24 Stunden, da es sich dann komplett abbaut - wie Du schon sagtest. Aber wie ist es zur Zeit: Unsere täglichen Käfer gib' uns heute.
Das wäre der Hintergrund meiner Frage,

Gruß, Michael



Wolsit IB-P...



... so heißt das Mittel. Mit Permethrin.

Hallo erst mal,

ist das ein Pyrethroid? Ein künstlich hergestelltes Pyrethrum?

Viele Grüße, Michael



Nervengifte



Lieber Michael

Du sagst es!

Ansonsten bin ich aus deinem vorletzten Schreiben wirklich nicht schlau geworden.

Gruß


Lutz



Einbringverfahren wasserbasierter Holzschutzmittel



Hallo Michael

noch ein kleiner Hinweis, wenn die Treppe mit dem bisher diskutierten Mittel behandelt werden soll, sollte das Holz vorher vorgenässt werden, damit die Wirkstoffe auch etwas tiefer in das Holz eindringen können. Bei alten weitgehend trockenen Hölzern dringen wasserbasierte Holzschutzmittel nicht allzu tief ein. Da dieses Mittel auch noch Borate enthält, kann es zu einer schnellen Auskristalisation des Schutzsalzes an der Oberfläche kommen und dann liegen die Wirkstoffe auch nur in den oberflächennahen Schichten.
Gute Erfahrungen habe ich z.B. mit dem Applizieren von wasserlöslichen Holzschutzmittel im sogenannten Schaumverfahren gemacht. Dabei wird das Mittel z.B. von der Treppenunterseite auf die befallenen Hölzer oder in die Treppenverkleidung über einen "Schaumfilm" aufgebracht. Dabei wird die Holzoberfläche über die Standzeit des Schaumes mit dem Bekämpfungsmittel benetzt - der Diffussionsprozess dauert länger an und ist somit tiefenwirksamer.
Es sei aber auch darauf hingewiesen, daß eine Bekämpfung mit Holzschutzmitteln an tragenden Bauteilen nur von einem Fachmann mit Sachkundnachweis ausgeführt werden soll.

Eine glückliche Hand und entsprechenden Sachverstand wünscht H. Schmidt-Schuchardt



wasserbasierende Einbringverfahren



ich verfolge diese Diskussion derzeit gerne, da ich selbst betroffen bin und einen Holzwurm in der Treppe habe. Die untersten Stufen sind betroffen und ich müsste auch am besten bald mal ein Holzwurmmittel einbringen. Nun wollte ich fragen, wie ich das Mittel denn dazu bringe, daß es schäumt? Oder kann ich es andicken, mit Tapetenkleister?
Ich habe von einem Mittel gehört, welches die Larven am Verpuppen hindert. (Basileum, Holzwurm BV)Für mich klingt das erst mal ziemlich genial, denn dann können sie sich nicht weiter entwickeln und sterben. Ist dieses Mittel überhaupt sinnvoll? Am liebsten würde ich es mit einer Spritze in die Löcher einbringen, vielleicht angedickt. Und von diesem "Wood-Bliss 1" habe ich auch gehört. Hier wäre meine Frage, wenn das Holz durch Wood-Bliss viel härter wird, müssten die Käfer doch auch das Weite suchen, wenn ihr vorher geliebtes Holz jetzt so hart ist, und nicht mehr schmeckt?
Oder helfen diese beiden Mittel nur, wenn es sich um einen geringen Befall handelt?

Grüße, Mari



Mittelchen


Anobium punctatum - Gewöhnlicher Nagekäfer (Larve)

Liebe Mari

Nur schnell in Kürze ohne ins Detail zu gehen:

1. Zum Aufschäumen der Mittel braucht es Spezialgeräte.

2. Auf die Häutungshemmer habe ich auch gerne gesetzt aber,. Versuche von Dr. Noldt von der Bundesforschungsanstalt ergeben bisher:
Die sogenannten Häutungshemmer zeigen in Langzeituntersuchungen massive Schwächen bis hin zum "geht nicht"

3. Noch einmal und noch einmal und noch einmal!
Hände weg von "Wood bliss" oder ähnlichen Produkten, dass Zeug taugt zu allem Möglichen, nur nicht zur Bekämpfung eines lebenden tierischen Holzschädlingsbefall.

Gruß

L. Parisek



wasserbasierende Holzwurmmittel



Na gut,
also kein wood-bliss, und auch nicht das andere, das die Verpuppung angeblich verhindern soll. Wenn die Bekämpfung dann ohne gefährdende Gifte für den Menschen sein soll, bleib nur das Heißluftverfahren, so wie ich das hier heraus höre, aus den Antworten hier. Doch das ist mir zu teuer und aufwändig, für die Treppe.

Was soll ich dann tun? Ich könnte eine Zeit lang eine Heizung unter sie Stufen stellen, damit das Holz weit runter getrocknet wird, damit es den Holzwürmern nicht mehr im Holz gefällt. Wäre das eine Lösung?

Mari



Lesestoff



Hallo Mari

Schau doch bitte auf Punkt 6. meiner allerersten Antwort an Michael.

Gruß

Lutz



Lebender Befall ohne Fraßmehl



Hallo Lutz,
vorsicht, fast alle Anobien bringen es fertig, im Holz zu leben und keine Fraßmehlhäufchen auszuwerfen. Das liegt am Alter des Befalles und an der Größe der Bauteile.
Da diese Insekten die Eier in die eigenen Ausfluglöcher legen, bohrt sich die Eilarve im Holz ein = kein Fraßmehl sichtbar!!
Weiterhin schlüpfen die Anobien auch aus alten Ausfluglöchern, also wiederum kein ausrieselndes Fraßmehl!!
Was Herr Eiles sagt, klingt plausibel, es liegt lebender Befall vor.
Zur Bekämpfung keine Borsalze verwenden, die funktionieren nicht. Sind zwar für (eigentlich gegen) den Holzwurm zugelassen, aber das können die Insekten nicht lesen. Am besten sind Permethrin- oder Deltamethrin-haltige Mittel. Weiterhin geht Begasung, Heißluft, Hochfrequenz oder Mikrowelle. Auch Flurox hat Probleme mit der Feuchte im Holz.
Es ist notwendig, das Mittel mehrfach zu streichen, da die Biester in der Tiefe leben. Ohne Eindringung keine Bekämpfung.
Übrigens, wässrige Mittel haben Schwierigkeiten bei der Abtötung des Holzwurmes, warum auch immer. Das ist leider die Praxis....
Liebe Grüße
Joachim Wießner



An der Grenze



Hallo lieber Joachim
Ich verstehe deinen Einwurf nicht ganz.
Die Inhalte des Geschriebenen sind mir natürlich bekannt, aber ich kann den Bezug zu meinem Geschriebenen einfach nicht herstellen.

Bei dem Fraßmehlausstoß geht die Diskussion meiner Meinung nach ein wenig an die Grenze. Natürlich ist im Prinzip Vitalität ohne Fraßmehlauswurf möglich. Aber spätestens wenn der Befall eine relevante Populationsdichte erreicht hat, ist mit einem Auswurf zu rechnen.
Eine marginale Aktivität ohne die bekannten Spuren der Anobien ist meiner Meinung nach bei der hier beschriebenen Möglichkeit der Sichtkontrolle zu vernachlässigen.

Mir ging es in meinem Beitrag eigentlich um die Frage der Auswahl eines geeigneten Holzschutzmittels für den bewohnten Raum, dass keinen persistenten Charakter aufweist.
Daher habe ich nochmals den gezielten Einsatz von Naturphyrethrum empfohlen. (Meine Empfehlungen gehen in solchen Fällen meist dahin, ein tiefe Penetration dieses Mittels z.B. durch Abdecken mit einer Frischhaltefolie zu unterstützen)

Aber ich merke schon an deinem Beitrag, du bist bereits unermüdlich unterwegs im Rahmen der Holzschutzüberwachung.

Ganz nebenbei:
Dr. Remes war übrigens gut informiert, aber ein wenig irriert über den konspirativen Charakter der Gründung. Auch das Hr. Gsell hier einen eigenen Kurs des DSV fährt, der auf einen Alleinvertretungsanspruch in Sachen Holzschutz hinausläuft scheint nicht gerade aufbauend zu wirken.
Bin gespannt wie es weitergeht.

Gruß

Lutz



Fraßmehl



Hallo Lutz,
zum Fraßmehl kann ich nur sagen, dass bei einem Eichenholz-Kopfband keine Fraßmehlhäufchen zu sehen waren, und dennoch nach Fertigstellung des Wohnraums im Frühjahr über 100 Käfer geschlüpft sind. Da war wirklich kein Fraßmehl zu sehen, übrigends auch keine neuen Ausfluglöcher.....
Ich bin nicht auf dem Kontolliertripp, nur müssen wir offensichtlich bei den Insekten etwas umdenken. Da stimmt scheinbar nichts mehr von dem, was so in der Literatur steht.
Zum anderen Thema: Ich habe Herrn Dr. Remes dreimal kontaktiert wegen Gesprächen, es ist nie ein Echo gekommen.
Viele Grüße
Joachim Wießner



Hallo und herzlich willkommen zum Start der Kampagne 2005,



wie ich sehe, hat die Saison wieder begonnen. Der Nagekäfer meldet sich wieder und die Seite hier lebt wieder auf.
Bei mir hat sich in der Treppe mit dem Käferausflug noch nichts getan. Ich erwarte jedoch stündlich die Aktivitäten meiner "Hauskäfer".
Wood-Bliss hilft wohl nix. Habe die Treppe 2003 und 2004 bestrichen. 2004 sogar unverdünnt. Gefreut hat es nur die Verkäufer. Vielleicht wirkt das Mittel ja tatsächlich. Aber bestimmt nicht bei Holz über 3-5 mm Stärke. Ich wollte mich bei der Hersteller-Firma noch etwas schlauer machen. Aber auf den Rückruf warte ich noch bis heute.
Maris Mittel, welches die Larven am Verpuppen hindert. (Basileum, Holzwurm BV)klingt da natürlich gut. Lutz' Einwand natürlich auch. Ich nehme an, Du meinst die Schwierigkeiten das Mittel in der gesamten Dicke des Holzes unterzubringen, Lutz. Auf die Idee mit der Heizung bin ich auch mal gekommen. Aber leider hat mir keiner genau gesagt "Das ist gut. Mach das". Scheint wohl doch keine gute Idee zu sein.
Ich habe mir viel angehört und stelle fest, daß es wohl noch viele Streitpunkte zu diesem Thema gibt. Ich glaube aber, wir ergänzen uns ganz gut - Fachleute und Laien.
Daß es Befall ohne (sichtbares) Fraßmehl gibt, weiß ich ja selbst aus eigener Erfahrung. Der Befall ist immerhin von Fachleuten bestätigt. Da muß ich gar nicht mehr diskutieren.
Aber Lutz, Du hältst also in diesem Falle die Bekämpfung für nicht sinnvoll, da die Population wohl keine relevante Größe hat? Oder hab' ich das falsch verstanden. Hatte letzte Saison immerhin 5-10 Tierchen täglich.
Ich bin inzwischen zu der Überzeugung gelangt, daß es wohl ohne Gifte wie Pyretroide (Permethrin) nicht gehen wird. So wie Lutz es immer gesagt hat. Wolsit IB-P wurde mir dazu empfohlen. Kann ich selber machen, hat man mir gesagt. Aber ich denke, ich mache es lieber nicht selber. Käfer killen ist nicht gleich Wand streichen. Da gibt es immer Tricks, von denen man nichts weiß oder die man nicht richtig bedenkt.
Warum ich noch nichts gemacht habe? Im Juni ist die Plage vorbei; die üblichen Verdrängungsmechanismen; andere Dinge, die erledigt werden müssen; und auch noch - ehrlich gesagt - etwas Angst. Angst vor eventuellen Folgen für meine Familie, die sich aus einer Giftanwendung ergeben können. Ich wollte mich noch darüber informieren, bin aber kaum dazu gekommen. Immerhin wird in anderen Bereichen vor Permethrin gewarnt.
Aber jetzt warten wir erst mal auf die Käfer.

Liebe Grüße, Michael Eiles

Hallo Lutz, hallo Joachim. Das mit Dr. Rehmes und DSV ist Geheimsprache, oder? Hat bestimmt nicht mit Würmer zu tun?



Ping - Pong



@ Johannes
Zu deiner Schilderung:
Ist das ein wissenschaftlicher kontrollierter Versuch gewesen oder sind das deine privaten Experimente ?

Vielleicht sollten wir hier weitergehende Untersuchungen anregen ?
Fragen gibt es wirklich genug. (Ich frage mich manchmal, nach welcher praktischer Relevanz die Forschungsmittel eigentlich vergeben werden.)


@ Michael
Vielleicht solltest du noch einmal überlegen ob du statt syntetischer Pyrothroide es doch mit Naturpyrethrum versuchst.
Naturpyrethrum wirkt nach meiner Erfahrung stärker und das Nervengift baut sich sehr schnell wieder ab.

Gruß

Lutz





ich habe eine 100 jahre alte Kellertür behandelt

zuerst mit antihäutungsmittel aus dem baumarkt
-kein erfolg trotz mehrmaligem auftragen über längeren zeitraum-

dann mit woodbliss
-kein erfolg da mittel nur wenig einzog-

zuletzt mit petroleum
-seitdem kein Befall mehr erkennbar, zum glück ist es die kellertür denn es "riecht" einige zeit etwas

mal sehen ob der befall dieses jahr wiederkommt

gruss aus münster



Lieber würde ich den Holzwurm im Haus haben,



als eine Giftmüllkonstruktion mit begrenzter Wirksamkeit, die mich und meine Familie schädigen kann.

Mein Vorschlag: Die Unterseite der Treppe, die vom Keller her unterkühlt ist und deswegen ausreichend Mengen Kondensatfeuchte aufnimmt, die dann den Befall durch Schadinsekten begünstigt, einfach und dauerhaft trockenheizen.

Vorschlag: Eine elektrische Begleitheizung (Kabel, Matten, ...) oder ein Temperierrohr, angeschlossen an die Heizung.

Das kostet wenig, wirkt und ist dauerhaft giftfrei. Mehr Info:


Richtig und falsch heizen



Tierfreund



Eine Beheizung der Holzwurm -Sozialwohnungen?
Wie ausgesprochen tierlieb, bei ihnen möcht ich Holzwurm sein.



Sie würden verdursten.





Metamorphose



Als Holzwurm erlebt man das wahrscheinlich ein wenig anders.
Was in Laborversuchen mit uns nicht gelungen ist, in der Praxis unsere Vermieter in den Wahnsinn treibt wird doch nicht durch den Glauben eines Einzelnen zunichte gemacht.

Mmmmphhhh....



Funktioniert vielleicht Insektenspray



Hallo,
habe auch Holzwürmer in der Holztreppe. Nachdem ich ein Mittel aus der Apotheke in die Löcher geträufelt hatte, war jahrelang Ruhe. Nun sind wieder Aktivitäten (Fraßmehl) sichtbar. Da auch die Unterseite befallen ist, suche ich nun nach einer ganzflächigen Methode. Die Berichte hier machen nicht gerade Mut.
Hat eigentlich mal jemand mit ganz normalen Insektenspray experimentiert?



könnte es auch sein, dass ein junger Käfer wieder eine Liebesnacht hatte?



Bei diesen Käfern weiß man nie wo die wieder landen und ihre Eier ablegen.
Diese Tiere leben und lieben überall und sorgen immer wieder für Nachwuchs.
Warum versuchen so viele Menschen ausgerechnet die Löcher für die Vernichtung zu benutzen?
Jetzt sind diese einmal "reif" graben sich aus dem Holz (daher das Loch) und suchen sich einen neuen Spalt oder eine Öffnung. Und was soll im Loch abgetötet werden?
Ansonsten würde ich den Lutz anrufen und ausfragen, denn der kennt sich aus!!



Balken durch Stein ersetzen?



Kann man nicht einfach Beton oder Stein einbringen und die ganzen Holzwürmer aufs Feuer schmeißen,samt Balken??



Holzwurm/käfer vernichten!



Hi,ich würde nen Terassenheizer aufstellen und die Würmer glauben lassen sie wäre in der Sahara

Da schon mal Würmer gesehen?? ;o)



Schädlingsbekämpfung



Ich habe Bremsenreiniger vom Autoteilehändler versucht!

Einfach großflächig auf das Holz aufbringen,es zieht sofort tief ein,da enorm dünnflüssig.

Die Viecher schmeißen sich sofort auf den Rücken und strecken alles von sich ;o)

Danach gut Lüften und beim Verarbeiten Aktiv Kohle Maske tragen sonst liegt man selbst auf Rücken :o)

Vorteil: Das Zeug verdunstet nach kurzer Zeit ca. 48h wieder