Traufausbildung bei Aufsparrendämmung

30.01.2016 Holzer



Hallo

Ich möchte mein Dach neu decken und dabei mit Holzfaser in ca 100mm dämmen. Mehr möchte ich aus optischen und finanziellen Gründen nicht.
Drunter(auch außen auf den Sparren) eine OSB-Schalung, welche innen später mal verputzt werden soll(evtl mit Flächenheizung zwischen den Sparren). Oder mit Gipsplatten verkleidet, je nach Geld und Muße.

Ich hab mal ein Traufdetail gezeichnet, so wie ich es mir vorstelle. Was meint Ihr dazu?

Grüße



Dachdämmung



Wäre so machbar- allerdings liegt der erforderliche U-Wert nach EnEv bei 0,24 W/m2K. Soll es zu wohnzwecken ausgebaut werden oder erst später?
Muß das Dach erneuert werden?
Warum nicht nur eine 35 mm Unterdachplatte und Zwischensparrendämmung mit Zellulose? Kein Platz, Optik oder wegen Kosten? Ich kanns evt günstiger besorgen.
Auf die Deckenbalken im Traufbereich könnten Dämmplatten gelegt werden statt diese von außen zu montieren- den gesamten Traufbereich mit Zellulose ausblasen ist auch einfacher- oder sollen die Dämmplatten verputzt werden?
Die waagerechte HF-Platte verdeckt den Rähmbalken und ist komplizierter.
Das Heizungsrohr dahinter könnte entfallen, da der Bereich gedämmt werden könnte und außenseitig der Balken liegt-also kaum eine Wärmebrücke vorhanden ist.
Du kannst mich auch anrufen

Andreas Teich





Hallo Andreas,

danke für deine Antwort. Danke auch für dein Angebot, dich anrufen zu dürfen. Allerdings finde ich es besser hier öffentlich zu diskutieren, vielleicht stehen ja andere vor ähnlichen Fragen.

Ja Dach soll später mal zu Wohnzwecken ausgebaut werden. Die EnEV muss hier nicht beachtet werden, da es sich um ein Baudenkmal handelt. Die Dämmstärke ist jedoch noch verhandelbar, vielmehr geht es mir ums die korrekte Verlegung und Anschluss der Dampfbremse. Fraglich erscheint mir bei meinem Detail vor Allem, ob der Dachkasten auch bei Wohnnutzung des Dachraumes schwitzwasserfrei bleibt. Evtl könnten hinter der Stuhlschwelle noch Heizrohre gelegt werden, entweder als Zuleitung zu Dachschrägenheizungen oder parallel zu einer Fußbodenheizung...

Zwischensparrendämmung möchte ich nicht, aus folgenden Gründen:
Erstens soll der Dachstuhl und die Sparren innen sicht- und inspizierbar bleiben.
Zweitens graut mir vor dem Gedanken zwischen dem Stuhl und den Sparren eine Dampfbremse Verlegen zu müssen inkl. aller Anschlüsse und Durchdringungen. Gerade zu Durchdringungen kommt es spätestens bei den Deckenbalken unweigerlich.
Drittens meine ich, es ist für den Dachstuhl am besten, wenn er komplett im Warmen (und Trockenen) bleibt. Der zuständige Denkmalpfleger ist da auch meiner Meinung.

Grüße



Dachdämmung



Bei diffusionsoffenen Aufbauten mit nach außen abnehmendem Sd-Wert muß keine separate Dampfbremse verlegt werden.
Konvektion muß verhindert werden.Innenputz und Farbe wirken schon dampfbremsend.
Diffusionsoffene und kapillaraktive Dämmungen sind bei üblichen Wohnverhältnissen schwitzwasserfrei.

Die Gefahr bei zu dünnen Dämmungen mit geringem U-Wert ist gerade Tauwasser an der Innenoberfläche- hier jedoch nicht zu erwarten.

Die Außenansicht wird aber auch bei deiner beabsichtigten Aufdachdämmung mind 16 cm dicker als bisher.
In der Hinsicht ändern Zwischensparrendämmungen mit zusätzlicher Untersparrendämmung die Ansicht kaum.

Wieweit ist der Denkmalpfleger bautechnisch vorgebildet?

Warum soll bei einem Baudenkmal der Dachstuhl sichtbar bleiben und bei anderen Gebäuden kann er voll gedämmt werden?
Die bauphysikalischen Verhältnisse sind im Dachbereich doch die gleichen.
Abgesehen davon, dass ein Nichtausbau und viel Durchlüftung immer besser sind- nur reduziert das die mögliche Wohnfläche.
Dicke Dachaufbauten sind für ihn kein Problem?

Andreas Teich



Denkmalpfleger...



... muss man manchmal erst bauphysikalisch abrichten. Dafür sind wir Bauherren ja da, warum sollte man deren kostbare Ausbildungszeit vorher mit solchen Details verschwenden ?

Ich würde auch eine dünne Aufsparren- und volle Zwischensparrendämmung empfehlen. Ein zu dicker Aufbau verändert die Proportionen zu sehr.

Die Sparren geben meist visuell nicht so viel her, waren bei uns z.B. erheblich verwurmt und mussten teilweise seitlich verstärkt werden.

Die Abkleberei der Dampfbremse ist durchaus machbar, und z.B. mit Zellulose hat auch der Dämmstoff selber eine gewisse Fehlertoleranz.



Die bauphysikalischen Verhältnisse



sind wohl die gleichen. Die Ausgangsmaterialien aber sind doch anders beschaffen. Zum einen finde ich die handgehauenen Sparren doch sehenswerter als keilgezinktes KVH. Andererseits ergeben alte Sparren die mehr breit als hoch sind ohnehin nur etwa die halbe Dämmstärke gegenüber "modernen" Sparren. Und dann ist da noch die erwähnte Inspizierbarkeit bei Altholz m.E. von Vorteil.

Das mit der klobigeren Außenansicht bleibt zugegebener Maßen ein Manko, bei jeder Art der Aufsparrendämmung.

Hab auch schon über PUR-Aufsparrendämmung nachgedacht. Ist billiger und hat eine wesentlich geringere Wärmeleitfähigkeit als Holzfaser. Wie sieht es mit Mäusefraß aus, was ist da anfälliger?

Nochmal Danke für die Antworten und Grüße



PU-Dämmung ???



Absolut mieser Schallschutz, ganz schlechter Hitzeschutz-
Wie sollen bei so einem inflexiblen Dämmstoff Anschlüsse abgedichtet werden?
Die Dachdeckerforen sind voll mit Beschwerden von Leuten, die so etwas auf dem Dach haben und nun verzweifelt nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

Das würde ich nicht geschenkt auf mein Dach legen,
wenn überhaupt dann über unbewohnten Räumen auf Flachdächer oder Terrassen

Andreas Teich





Hallo

Was mich stören würde, ist das der Ortgang überhaupt nicht mehr passt ,da gibt es doch bestimmt einen verschalten Dachüberstand , wenn da dann so eine riesen Tafel als Stirnbrett hängt.

Grüße Carsten



Wiederum Danke



für die deutliche Antwort.

Das Argument mit dem sommerlichen Hitzeschutz halte ich persönlich für überbewertet. Ein großes Wärmespeichervermögen der Dachflächen sehe ich gerade in Schlafräumen kaum als Vorteil. Anders mag sich das in Büroräumen verhalten.



Am Giebelsparren



soll die Dämmung mit einer Blende bündig abschließen. Der Ortgang steht dann ohne Dämmung über.



Hitzeschutz und Schalldämmung



sind keine Angelegenheit von Bewertung oder persönlicher Einschätzung, sondern eine gesetzliche Vorgabe, die einzuhalten ist wenn zB vermietet werden soll.

Im Falle eines späteren Verkaufs stellt Nichterfüllung einen Mangel dar.

Gerade bei Dachflächen sind og Forderungen wegen der Größe und weil sie nicht verschattet werden können besonders wichtig.
Für sich selbst kann man Vieles machen was nicht snnvoll ist.

Andreas Teich



Aufsparrendämmung



Bevor ich das Dach mit einer Aufsparrendämmung optisch ändere, würde ich mich mit dem Denkmalschutz abstimmen.

“Die EnEV muss hier nicht beachtet werden, da es sich um ein Baudenkmal handelt.“

Die EnEV gilt auch für Baudenkmale, allerdings gibt es auch Befreiungen; vorher klären.
Die Traufausbildung würde ich ändern: längere Aufschieblinge, die Untersicht schalen, so dass kein geschlossener Traufkasten entsteht.



das selbe Thema hab ich auch.



Und, schon eine Entscheidung getroffen?
Ich stehe vor der selben Frage.

Ich tendiere auch eher zur Aufsparrendämmung,trotz der optischen Veränderungen.

Vorteile:
-Zugewinn an Raumgröße
-deutlich schnellere und dadurch günstigere Variante als jegliche Zwischensparrendämmung.
-Entfall der "Dampfbremsproblematik"

Nachteil:
außer die Außenansicht keinen?!

Was haltet ihr von Rockwool als Aufsparrendämmung?

Gruß aus Franken



Die Frage ob Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung



habe ich eigentlich nicht gestellt.

Hier wollte ich ein Konstruktionsdetail diskutieren.
Werde es wohl noch ändern, so wie es Herr Esztermann beschrieben hat.

Anfangs tendierte ich zu Holzfaser, weil sympatischer. Allerdings hat eine Styropordämmung(Bauder) etwa die halbe Leitfähigkeit. Somit wäre ich mit 10cm bereits ENEV-konform, was ja auch nicht schlecht wäre. Das angepriesene Wärmespeichervermögen und die damit verbundene Phasenverschiebung bei Holzfaser/Zellulose sehe ich in Schlafräumen(und solche sollen es mal werden) eher als Nachteil.

Zur Ansicht des Giebels ist in meinem Fall zu erwähnen, dass die Wetterseite des Hauses ohnehin verkleidet wird. Bleibt also nur die Ostansicht des Hauses, die (m.E. geringfügig) enstellt wird. Ich werde das Dach von Innen sicherlich öfter und länger betrachten als von Außen. Daher bin ich so egoistisch und mute meinen Nachbarn den Anblick einer 16cm hohen Sparrenaufdoppelung zu. Der Anblick derer Häuser entspricht meinem Geschmack im Übrigen auch nicht.

Grüße