Gewölbekeller sanieren

26.06.2011 Weini



Hallo!!

Ich habe ein Bauernhaus Bj. 1906, dass ich sanieren möchte.
Stehe nun vor dem Problem mit einem feuchten und schimmelden Gewölbekeller (Backsteine). Der Keller sollte später nicht als Wohnraum dienen, sondern nur als Lagerraum.
Vorhaben: Putz entfernen, nicht erneuern sondern die Backsteine unverputzt lassen, den Betonboden entfernen und stattdessen einen Bodenaufbau mit Kies und Waschbetonplatten machen.

Sind diese beiden Vorhaben sinnvoll um die Feuchtigkeit einigermaßen in den Griff zu bekommen? Wie entferne ich den Putz am besten/einfachsten?

Vielen Dank im Vorraus

Weingartner Rafael.



Bilder dazu



Hab leider vorher vergessen noch Bilder anzuhängen.





Ob Sie damit der Feuchtigkeit Herr werden hängt natürlich von der Ursache ab.
In jedem Fall wird sich durch das entfernen des Putzes schon mal eine deutliche Verbesserung einstellen.

Grüße
Oliver Struve





Wenn der Putz nicht von selber abfällt, ist er ja noch recht gut. Sie können dann
- den Putz mit einem Hammer abklopfen
- wenn er ganz hartnäckig sein sollte, mit dem Elektro-Breitmeißel abstemmen.

Grüße



Was nützt es,



den ggf. noch festen Putz abzukloppen, wenn die Wand, wie es aussieht, voll mit Salzen steckt? Dann morscht Ihnen die Wand dann an der neuen Kristallisationsfront der Salze ab.

Und auch die restlichen Maßnahmen können Sie sich schenken. Sie beseitigen das Grundproblem keinesfalls.

Was beurteilt werden muß:
- Woher die Feuchte?
- Woher die Salze?
- Wie Feuchte und Slaze rausbekommen?
- Und zwar dauerhaft!

Das Ganze dann ohne unsinnige Klopperei und Schufterei, übers Ziel hinausschießende und doch verfehlende Maßnahmen - der Standard bei solchen Problemen.

Doch das fordert dann erstens etwas aufwendigere Auseinandersetzung mit dem Objekt und seinen Randbedingungen und ist zweitens deswegen Bauberatung und nicht Meinungsabgabe.

Konrad Fischer
Bautrockner



Ursache



Die Ursache für die Feuchtigkeit wird wohl eine fehlende Aussenabdichtung zum Erdreich sein. Doch Aufgraben und Abdichten kommt nicht in Frage (zu viel Kosten, Aufwand).



Kommt darauf an was du machen willst.....



Servus,
kommt immer darauf an was du mit deinem Gewölbekeller anfangen möchtest?!?!?!
"Nur" als Lagerraum für Getränke Kartoffeln, oder "Werkstatt" Hobbykeller oder ähnliches.
Hatte ein ähnliches Problem, schau hier mal
nach: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/152402$.cfm
Habe Putz entfern, alles aggebürstet, lose Fugen ausgekratzt und mit Trass-Zement-Mörtel verfugt, da dieser wasserdicht sein soll. Auf Lüftung geachtet. Überdachter Lüftungsschacht, später abend, nachts offen, tagsüber agbedeckt ( im Sommer, bzw. wenns draussen wärmer ist als im GK). Wenns draussen kälter ist als drin >>Lüftungsöffnung immer offen. Bis jetzt TOP, Lüften macht hier einiges aus. Habe eine "normale" Zimmertüre zum GK. Dort habe ich Styrodur drauf gemacht, dass nicht dort ne Wärmebrücke entsteht. Nun werde ich im Herbst den Betonboden rausreissen ( darunter gestampfter Lehmboden) über den Winter schön alles trocknen lassen, dann so ne 3cm Schicht Splitt drauf und mit Backsteinen oder Klinker als Bodenbelag drauf, dass Feuchtigkeit aufgenommen und abtransportiert werden kannn. Hoffe ich konnte dir helfen, kannst dich auch nochmal melden wenn du was wissen willst. Grüßle Mr.Freaggle



hab was vergessen



Putz mit Bohrhammer und Meisel, Hammer entfernen. Danach mit Drahtbürste alles abschruppen,
Gruß



Mauersalze



"Putz mit Bohrhammer und Meisel, Hammer entfernen. Danach mit Drahtbürste alles abschruppen"

alles bedingt richtig, aber diese Maßnahmen können Sie sich bis nach einer Entsalzung des Mauerwerkes sparen.
Ich schließe mich der Meinung Herrn Fischers an, dass eine fehlende Abdichtung und die deshalb eingedrungenen Salze im Mauerwerk nicht ganz unschuldig an der hohen Feuchtigkeitsbelastung sind.
Deshalb sollten Sie das Mauerwerk vor weiterführenden Maßnahmen erst einmal nachhaltig entsalzen und einen Neueintrag von Salzen und Erdfeuchtigkeit unterbinden.
viel Erfolg.
A. Hoppe



@ Mr. Freaggle



Das hört sich aber alles kraß an! Richtig gemacht, sollte doch nur das mürbe Zeigs ab, das geht leicht und der Urahn kann das schaffen. Was fest ist bleibt! Sonst haut man doch die Bude sinnlos, aber teuer zusammen, vielleicht weil man vor Kraft nicht laufen kann?

Der weißliche Belag ist wohl auch kein Schimmel bei Ihnen, sondern ebenfalls Mauersalpeter. Und mehr Salz dürfte wohl kein Werktrockenmörtel in das unschuldige, aber vorgesalzte Mauerwerk reinsülzen, als ein Traß-Zementmörtel. Wobei der ausblühfähige Alkalien-Salzgehalt beim Traß aus der schönen Eifel bei ca. 12, bei dem aus dem Ries bei ca. 6 Prozent liegt, gegenüber dem Portland mit ca. 4! Bei Ihrem Geschick tippe ich mal auf Eifeltraß ...

Und über den C3A-Gehalt, der dann auf feuchtem Sulfatuntergrund Treibmineralschäden erzwingt, sollten Sie mal den Mörtelhersteller befragen. Freiwillig verrät der das bestimmt nicht. Und Sulfat finden wir in solchen Buden fast immer in der Wand.

Da wäre ich mal gespannt, wer Ihnen diese todsichere Besalzungsmaßnahme empfohlen hat! Ein Architekt? Ein Ingenieur? Ein Handwerker? Der Hersteller? Das Internet?

Und dem Österreicher Keller viel Glück! Hier gibt es wirklich Expertise.

Konrad Fischer
Kellereilehrling



Macht doch nicht alles komplizierter als notwendig...



.. Backsteine unverputzt lassen - sieht zwar kurzfristig recht nett aus, aber ansonsten ist der Keller außer für die Lagerung für Kartoffel usw.. ungeeignet.
Nun für was (Nutzung) ist denn der Keller vorgesehen?
Falsch wäre es den Verputz abzunehmen und die Steine "offen" zu lassen.



Nutzung



Danke für die zahlreichen Antworten.

@Eduard Bromm: der Keller sollte später als Heizraum und Lagerraum für Flaschen, Kisten usw. genutzt werden.


MFG

Weingartner Rafael



@Eduard Bromm



warum ist es falsch den Putz abzunehmen und die Backsteine unverputzt lassen?

Freue mich auf Rückmeldung.

MFG

Weingartner Rafael



Wenn der Verputz bgenommen wird....



...dann haben Sie eine größere Oberfläche - somit kann mehr verdunsten!
Umso mehr Feuchte und Salze werden nach wandern.
Wenn wie jetzt der Verputz "geopfert" wird könnte man diesen erneuern.
Aber jetzt wird die Substanz angegriffen.
Was nicht heißt, dass deswegen gleich das Gebäude zusammenbricht.
Aber auch der Feuchtegehalt im Raum wird zunehmen. Je offener umso mehr wandert nach!
Das Bild zeigt z.B. welcher Feuchtegehalt in der Luft ist und ab welcher Temperatur Tauwasser ausfällt.
Die Wand,- aber auch Boden-Temperatur in einem Keller sind sicher niedriger.
Hier liegt sicher das Problem.



Dies ist sicher noch nicht der Höhepunkt an Feuchte..



.. da sich dies sehr oft und schnell ändert.



Danke für die Rückmeldung,



aber was gibt es für Leistbare Alernativen??

MFG

Weingartner Rafael



Viele,



doch die bedürften einer anderen Auseinandersetzung mit der Objektsituation, als es in einem Forum für lau geht.

Aber was sag ich: Fragen Sie weiter! Und zwar möglichst viele Meinungen einholen. Und dann holen Sie sich die schönste raus.

Glückauf!

Konrad Fischer
Unverwölbt



...oder Sie lesen sich in meinem Buch "Gesund wohnen in Altbauten" ein.



Wenn ich dieses Bild mit dem feuchten Boden ansehe, sollte doch die Wand für den hohen Feuchteanteil im Raum "verantwortlich" sein.
Ist der Fußbodenbelag Estrich?
Von oben kommt sicher keine Feuchte, somit bleibt nur der Boden oder die Wand oder wie gezeigt Tauwasser durch falsches lüften.
Messen Sie doch mal die relative Feuchte im Keller.
Ein Thermohygrometer gibt sehr oft Aufschluss.