Trasskalk oder Trasszement?

24.06.2004



Hallo zusammen,

wir haben in unserem Umgebindehaus ein paar sehr schöne Natursteinmauern (Granit), die wir Sandstrahlen und dann unverputzt lassen wollen. Natürlich müssen sie verfugt werden und da liegt das Problem:
Der Maurer empfiehlt Trasszement ein anderer Fachmann sagt keinesfalls Trasszement, lieber Trasskalk, aber warum überhaupt Trass?
Nach meinen mageren bisher erworbenen Kenntnissen würde ich eher zu Kalk neigen aber der Trass bereitet mir noch etwas Kopfzerbrechen. In einem Buch habe ich gelesen, daß Feuchte Wände, die man nicht sperren kann (und das wollen wir vorerst noch nicht angehen, weil es zu aufwändig und teuer ist...)diese Feuchtigkeit abgeben können müssen. Wenn nun der Mörtel durch den Trass dicht wird und gar noch hydrophobiert wird, dann wird doch die Feuchtigkeit immer höher steigen - Kapilarwirkung! Und das wäre fatal, denn dann fault mir das Fachwerk im Obergeschoß weg...
Warum muß ich also unbedingt Trass nehmen? Was passiert, wenn ich ihn weglasse?
Danke für Erfahrungsberichte und hilfreiche Tip(p)s Tobias



Hallo,



ich habe kürzlich eine sehr informative Seite entdeckt:

href="http://www.konrad-fischer-info.de/"

vielleicht hifts weiter ;-)



Trasskalk



Guten Morgen,

durch Zugabe von Trassmehl wird der Kalkmörtel geschmeidiger; Trass besitzt eine gewisse Quellfähigkeit und gleicht damit das Volumenschwinden des abgebundenen Mörtels aus. Trass dichtet nicht !
Insoweit: empfehlenswert.

Grüße



Trass . Kalk . Zement ?



Guten Morgen,

ich möchte meinen 'Senf' auch dazugeben; Ihre erworbenen Kenntnisse sind richtig- zwingend ohne Zement zu arbeiten! Durch den Zement wird der Mörtel zu hart und dicht und eine Schädigung des Natursteins vorprogrammiert. Kalkmörtel ist und bleibt die sicherste Lösung; wie haben es denn die Vorfahren an Ihrem Haus getan? Sicherlich auch mit einem Kalkmörtel. Hier wäre als Fertigprodukt eine Natürlicher Hydraulischer Mauer- und Fugmörtel bzw. ein Luftkalkmörtel angebracht. Der beschriebene Einfluß des Trasses auf die Quellfähigkeit des Mörtels (s. Dietmar Beckmann) ist richtig, zum Einen besteht aber kaum die Mörglichkeit, auf dem hiesigen Baustoffmarkt einen Trass zu erwerben, der zwingend ohne Zementanteil ist (Versuchen Sie mal genaue Rezepturen zu erhalten --> ein Problem!), zum Anderen bringt der Trass Salz mit in das Mauerwerk, der mit der vorhanden Feuchtigkeit in Lösung geht und auch zu einer Schädigung des Mauerwerkes beitragen wird.

Grüße in die Oberlausitz



Und wie ist das mit der Haltbarkeit?



Also mal der Reihe nach...

allen "Antwortern" zuersteinmal ein herzliches Dankeschön!

bei Herrn Fischer habe ich mal auf die Seite geschaut - ist recht viel Information und ich werde sicher noch eine weile lesen... speziell zu Trass habe ich allerdings noch nicht allzuviel gefunden...

Mit dem Dichten von Trass habe ich immernoch Probleme: es wird doch aber gesagt, daß Ausblühungen verhindert werden usw. Das läßt doch darauf schließen, daß weniger Feuchtigkeit an die Oberfläche transportiert wird oder?

Eigentlich würde ich den Trass gerne weglassen (auch wegen des von Herrn Berghammer schon beschriebenen Zementanteils) und natürlich weil es dadurch sicher teurer wird. Bleibt nur die Frage, ob das haltbar genug ist. Immerhin wird wohl der ein oder andere Zwickerstein herausfallen oder einer optisch besseren Fugengestaltung zum Opfer fallen. Muß die Fuge dann nicht mehr Kraft aufnehmen können?

Gut. Ich werde es mal mit einfachem Kalkmörtel versuchen. Das heißt, da man ihn in Baumärkten nicht bekommt, selber mischen mit Kalk und Sand... Was genau versteht man eigentlich unter Luftkalk? Um das Anmischen mit Wasser kommt man doch nicht herum..., oder?

Danke und ciao
Tobias



@T. Wittke



Guten Tag Herr Wittke,

wegen der Haltbarkeit eines Kalkmörtels brauchen Sie sich keine Gedanken machen; Kalkmörtel haben ihre Haltbarkeit in einer ausreichend langen Geschichte bewiesen...

Detailierte Informationen zum Luftkalk erhalten Sie bei der Fa. Solubel bzw. direkt bei Albert Ruf hier im Forum; es gibt wohl kaum jemanden, der sich wie er mit den Fähigkeiten eines Kalkmörtels beschäftigt hat, seine Vorzüge ausnutzt und in solide Fertigprodukte umsetzt. Interessante Vorträge und Literatur von ihm sind auch vorhanden.

Einen schönen Gruß