Sandsteinmauer Fugen ausbessern

09.09.2010


Liebe Community,

ich möchte bei unserem Haus (Bj. 1950) gerne die Fugen der Kellerwände bzw. des Sockels ausbessern. Die Wand besteht aus Sandstein und die Fugen weisen an einigen Stellen recht große Löcher, Spalten etc. auf. Ich habe mal zwei Fotos (innen/außen) angehängt. Außen wurden die Fugen anscheinend schon mal ausgebessert und weiß überstrichen (muss aber schon über 20 Jahre her sein).

Nun meine Fragen dazu:

1. Ich bin absoluter Laie. Kann ich das Ausbessern trotzdem selbst in Angriff nehmen oder muss das ein Profi machen?

2. Welcher Mörtel ist zu empfehlen? Muss für außen und innen unterschiedlicher Mörtel verwendet werden? Woher kann ich den Mörtel bekommen (bzw. wie selber anmischen)?

3. Wie muss ich konkret vorgehen? Wie tief die alten Fugen auskratzen, wie den neuen Mörtel aufbringen etc.?

Ich freue mich über jeden Hinweis!

Beste Grüße
Horst



Sandsteinmauer Fugen ausbessern



Hier noch das Bild vom Keller innen...





Hallo,

als Material empfehle ich Ihnen einen Solubel PS 50, wenn Sie sich nicht zutrauen, ein Äquivalent selber anzurühren.
Wenn Sie ein wenig experimentierfreudig sind, empfehle ich Ihnen 2,5 RT Weisskalkhydrat, 0,5 RT NHL 4, 6 RT grober Rheinsand, Körnung bis 5 mm, 1 RT Silbersand (alles bezogen auf 10 RT=Raumteile)und eine wasserarme Verarbeitung (Konsistenz steif bis fest). Das dürfte einen Bruchteil kosten.

Die alte pampelacke muß weg. Werkzeuge: Flex, Hammmer und Meißel. Die Fugen müssen ausgeblasen werden und ausgespült.
Verarbeitung nur in nasse Fuge.

Die Frage bleibt für mich aber, ob das wirklich sein muß.
So schlimm sehen die Bilder nämlich gar nicht aus.

Grüße vom Niederrhein





Besten Dank schon mal für die Antwort!

Ich denke in diesem Fall würde ich doch zur "Fertigmischung" greifen... ;-)

Meinen Sie, so dringend ist das alles gar nicht? Ich dachte, besonders bei den Spalten im Außenbereich müsste ich wegen Feuchtigkeit (am besten noch vor dem Winter) tätig werden. Oder ist das alles nur halb so wild?

Auf dem Foto von innen kann man vielleicht nicht so gut erkennen, dass manche Löcher recht tief nach innen gehen. Oder ist doch insgesamt schon noch okay?





Das ist “halb so wild” damit können Sie sich Zeit lassen.
Wo nichts drauf ist kann auch nichts abfallen.

Mit TrassKalkMörtel können Sie das auch bestens ausfugen, das spart Zeit, gibt es nämlich bei jedem Baustoffhändler, und Geld, iss nämlich billiger.

Aber wie gesagt TRASSKALKÖRTEL nicht Trasskalk oder Trasszement, da haben auch die Lagerristen im Handel ihre Probleme mit. Und…
Baustoffhandel nicht Baumarkt.




Grüße aus Schönebeck

[pubimg 19848]



Fugen und Zement



Hallo

die Fugen sind m.E. aus zementärem Mörtel gemacht.

Ich würde die Fugen rausmachen, dann ein paar Monate warten und dann wie Herr Beckmann verfahren.
Den Solubel SP50 könnten Sie innen und aussen nehmen - bei der Selbermischung wären mir die Korngrössen bis 5 mm fast etwas grob?

Ich würde auf keinen Fall das Trass-Material nehmen. Auch wenns billig ist.
Bauphsikalisch verhält der sich wie Zement und das mag der Sandstein eigentlich gar nicht.

Gutes Gelingen


FK





@FK

>>“Bauphsikalisch verhält der sich wie Zement und das mag der Sandstein eigentlich gar nicht.”<<

kannste das auch erklären?

Grüße aus Schönebeck



Trass für Was?



Hallo

Was soll ich da noch erklären?

Trass ist hydraulisch wie Zement - starr und steif und dicht und deutsch.

Kalk ist "offen" und kann die Fugen trocken halten.

Dichte Fugen (siehe leicht offene Fugenränder im Bild) veranlassen die Feuchtigkeit über den Sandstein auszuweichen - der wird im Randbereich mürbe, verliert an Inhaltsstoffen und wird geschädigt.

reicht das?

FK





Nee, Nee

Trasskalk ist nicht starr und steif !
Hydraulisch ist immer das Bindemittel und das ist bei Trasskalk doch Kalk… oder?
Und ist Kalk “starr, steif und dicht”???
… weil er hydraulisch ist???

Das einzige was hier stimmt :-( ist, das Trassmörtel wasserdichter als nicht Trassmörtel sind, das liegt aber am Zusatz Trass nicht zwangsläufig Mörtel.

Darum stehen viele Bauwerke der Römer noch.

Grüße aus Schönebeck





Ich persönlich würde mir einen Sack Kalkhydrat (gibt es sogar im Baumarkt) oder Trasskalk (Baustofffachmarkt) holen ne Karre Estrichsand besorgen und den Kram etwa 1:3 selbst anmischen.

Iss nämlich noch billiger.

Gutes muss nicht teuer sein.


Grüße aus Schönebeck



Warum - darum



Hallo


"Darum stehen viele Bauwerke der Römer noch."

Die haben den heiss-geliebten "deutsch-trass" weder erfunden noch den Trass zum Mauern und ausfugen hergenommen sondern nur da wo man ihn braucht: im "ständig mit Wasser in Berührung kommenden Teilen: wie Wasserrinnen und Behältern etc."

DIE haben immer so gebaut wie man es gebraucht hat und nicht wie "man" gedacht hat dass es "gut sein könnte"

FK



Das ist falsch!



Hier mal zwei Auszüge aus diesem Link:

http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1988067120296

>>“Neben dem Mauerwerk aus exakt behauenen Steinen, das in der Gotik perfektioniert wurde, war die Verwendung von Bruchsteinmauerwerk in der Frühzeit und für einfachere Bauten üblich.”<<

und

>>“Die Verfugung erfolgte mit Kalkmörtel (bereits in römischer Zeit Beimengung von Puzzolane (Traß) zur Verbesserung).”<<



Grüße aus Schönebeck





Besten Dank für die Hinweise (und die interessante Diskussion).

Ich habe noch eine kurze Fragen zum Vorgehen: Muss ich wirklich die ganzen alten Fugen (bzw. den "Zementaufstrich") rausklopen oder kann ich einfach die schadhaften Stellen ausbessern?



Zement der Allesretter!



Ich würd die Fugen davon befreien - ist nicht wirklich Substanz erhaltend.

FK